Geographical Maó

Maó

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Maó, Spanien
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Nach: Maó, Maó

Informationen zu Maó
Dass hier, am hoch gelegenen Nordufer, ein guter Platz zum Siedeln sei, erkannten schon die antiken Bewohner Menorcas. Megalithfunde am Platz Plaça de la Conquesta, der "talaiot" (Steinturm) und die Megalithsiedlung Trepucó legen Zeugnis davon ab. Schriftliche Dokumente hinterließen später die Römer, die den sturmsicheren Naturhafen ebenfalls nutzten. Doch Wachstum über die Stadtmauern hinaus, politische, juristische Verantwortung und die guten Geschäfte kamen erst mit den Engländern. Einen enormen Boom muss Maó im 18. Jh. erlebt haben. Ältere Bauten wurden abgerissen oder umgebaut, ein neues Standardmaß wurde zur gesellschaftlichen Werteskala und zur Grundlage der Besteuerung von Immobilien. Auch heute noch fallen im Zentrum von Maó drei Standardwerte bei der Bemessung von Hausfassaden auf. Häuser mit einer Breite von einem "trast" (5 m) sind eher bescheiden. Meist dienen sie als Wohnhäuser oder beherbergen Backstuben oder kleinere Läden. Das "trast i mig" (1,5 trast = 8 m) charakterisiert den Mittelstand. Wohlsituierte Händler und bessergestellte Beamte konnten sich solchen Luxus leisten. Die "dos-trast"-Grenze wurde selten überschritten (2 trast = 10 m und mehr). Hier ließen die Machthaber die (pekuniären) Muskeln spielen. Englische Merkmale findet man auch in der Gestaltung der Gebäude: Viele weisen Butzenscheiben mit dem typisch britischen Schiebemechanismus auf. Und der Vergleich im Detail überzeugt vollends: Türklopfer in Ciutadella zeigen bildhaft Hände, Löwenköpfe und Gänsehälse grüßen den Ankömmling. In Maó hingegen verschafft man sich über eher starre, geometrische Figuren Zutritt. Urenglische Merkmale sind nicht nur in die Fassaden vieler Häuser Maós gemeißelt, sondern auch in die Gesichter ihrer Bewohner. Man sieht und spürt in der lebendigen Inselhauptstadt, dass die Briten, die ungefähr ein Jahrhundert lang Herren Menorcas waren, Spuren ihrer Denk- und Lebensart ebenso hinterlassen haben wie leibliche Nachfahren. Rotblonde Haarschöpfe, kantige Kiefer, drahtige Figuren: Mitunter verrät lediglich die Kleidung oder die Sprache, ob es sich um einen Insulaner oder um einen angelsächsischen Urlauber handelt. Englisch mutet auch der Platz Plaça de S'Esplanada an. Alle wichtigen Zufahrtsstraßen enden hier, und hier sollte man als Autofahrer möglichst den Wagen abstellen, denn der Stadtkern bietet kaum Parkplätze. Auf dem Platz selbst, ehemals Wehrübungsplatz der britischen Besatzer, spielen Kinder zwischen den Hibiskussträuchern der Gartenanlage, ruhen Touristen auf den Bänken vom anstrengenden Besichtigungsgeschäft aus.

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