© kavalenkava, shutterstock

Seite teilen

Rundreise Malta: Die Highlights der Hauptstadt Valletta

Maltas Hauptstadt Valletta ist auf jeden Fall eine Reise wert. Nicht nur zählt sie zum Unesco-Weltkulturerbe, sie ist auch Europäische Kulturhauptstadt 2018. Valetta ist eine Planstadt, die im 16. Jahrhundert von den Rittern des Johanniterordens angelegt wurde. Die zwölf Hauptstraßen sind gerade wie auf einem Schachbrett angelegt, so als wollten sie das bergige Terrain einfach ignorieren. Für den Besucher bedeutet dies ein ständiges auf und ab. Doch die Mühe lohnt sich.

Valettas Straßen sind gesäumt von barocken Gebäuden in warmen Sandsteintönen. Auf Straßenebene herrscht ein buntes Durcheinander aus hölzernen Ladenfronten, hinter denen sich ein Sammelsurium aus alten und neuen Waren verbirgt - von eleganten Handschuhen zu modernen Mobiltelefonen. Darüber hängen entlang der Fassaden Maltas berühmte Balkone, individuell gestaltet und bemalt, aber immer von Glas umgeben.

Hinzu kommen die kleinen Details: Wunderschön gestaltete Holztüren mit fantasievollen Türklopfern. Rote britische Telefonzellen an den Straßenecken. Uralte Steinstufen an den ärgsten Steigungen, die die Ritter damals anbringen ließen, damit sie auch in voller Rüstung noch durch die steilen Straßen Valettas laufen konnten. Schilder an den Häusern, die dem Gebäude einen Namen geben, entweder den eines Heiligen oder ein Kompositum aus den Namen von Hausherren und Hausherrin.

Doch was Valletta ganz besonders ausmacht, sind die Plätze und Gärten, wo Cafés ihre Stühle unter den Schatten von Palmen stellen und auf Kundschaft warten. Der Duft von frischer Pasta und deftigen Eintöpfen, der aus den Restaurantküchen dringt. Und letztlich auch der Blick auf den glitzernden Naturhafen und das Panorama der stark befestigten Stadt.

Der Morgen

Wenn du im Badeort Sliema übernachtest, kann du am Morgen mit der Fähre nach Valletta fahren. Vorher kannst du noch schnell frühstücken, zum Beispiel im beliebten (1) Café Cuba (Triq Ix-Xatt Ta' Tigne), direkt am Wasser und nur wenige Schritte von der Fähre entfernt. Dann geht es auch schon los, und vom Deck des Bootes aus kannst du zur Einstimmung schon mal das goldgelbe Panorama der Stadt bewundern.


Vom Fährhafen aus begib dich zunächst über die Triq Melita zum (2) City Gate. In den letzten 450 Jahren gab es an dieser Stelle schon viele Versionen eines Stadttores für Valletta. Das heutige Tor wurde vom berühmten Architekten Renzo Piano entworfen, der sich auch für das Hochhaus The Shard in London verantwortlich zeigt. Gleich daneben auf der Republic Street findest du das brandneue (3) Parlamentsgebäude, ebenfalls von Renzo Piano entworfen. Die Malteser bezeichnen es wenig wohlwollend als “Käsereibe”.

Nebenan sind die Ruinen der alten (4) Königlichen Oper, die heute als Freichlichttheater Verwendung finden.

Gehe weiter geradeaus entlang der Republic Street bis du zu deiner Linken das (5) National Museum of Archaeology siehst. Es befindet sich in dem ehemaligen Wohngebäude der aus der Provence stammenden Tempelritter, der Auberge de Provence. Wenn du keine Gelegenheit hast, die megalithischen Tempel Maltas zu besuchen, lohnt ein Besuch des Museums ganz besonders. Berühmtestes Ausstellungsstück ist die Figur der Sleeping Lady aus dem Hypogäum von Ħal-Saflieni.

Biege rechts ab für einen Besuch der (6) St. John’s Co-Cathedral, der Hauptkirche des Tempelritterordens auf Malta. Auch wenn sie von außen eher unscheinbar erscheint, von innen bietet sie eine goldene Pracht, die ihresgleichen sucht. Nicht verpassen sollte man innen auch das Gemälde "Die Enthauptung Johannes des Täufers" (1608) von Caravaggio.

Von der Kathedrale aus begebe dich anschließend zu den (7) Upper Barrakka Gardens. Von hier hast du einen atemberaubenden Blick über den Hafen und auf die Three Cities. Um 12.00 Uhr findet jeden Tag eine Kanonensalve auf der (8) Saluting Battery darunter statt - am besten findest du dich schon fünfzehn Minuten vorher ein, um einen guten Platz zu ergattern. Das Café im Park verkauft für wenige Cents traditionelle Pastizzis für den kleinen Hunger zwischendurch.

Von den Upper Barrakka Gardens aus nimmst du die (9) St. Ursula Street Richtung Nordosten und steige die charakteristischen Steinstufen hinab - ein tolles Fotomotiv! Biege nach wenigen Hundert Metern links ab in die Archbishop Street bis du auf die (10) Republic Street stößt. Sie ist neben der Merchant Street die wichtigste Straße im historischen Zentrum von Valletta. Achte bei deinem Spaziergang auf die vielen Malteser Balkone über deinem Kopf, gallerija genannt.

Der Mittag

Jetzt befindest du dich am (11) St. George’s Square, wo das ganze Jahr über Feste und Veranstaltungen stattfinden. Hier befindet sich eine echte Malteser Institution, das (12) Caffe Cordina (244 Republic Street). Wunderschön sind die handbemalte Gewölbedecke, die geschwungene Treppe und die blank polierten Marmorböden im inneren des Cafes. Die Kuchen und das Gebäck sind natürlich ebenfalls zu empfehlen und können ausnahmsweise mal das Mittagessen ersetzen.

Direkt an den Platz angrenzend ist der (13) Großmeisterpalast (58 Republic Street), von wo aus die Tempelritter die Geschicke Maltas für viele Jahrhunderte bestimmt haben. Ein Besuch des Inneren lohnt sich, nicht nur wegen der umfangreichen Rüstzeugausstellung, sondern auch wegen der äußerst kostbaren und empfindlichen mittelalterlichen Gobelins. Wenn du lieber nicht hinein möchtest, dann wirf wenigstens einen schnellen Blick in den bezaubernden Innenhof.


Eine Alternative zum Großmeisterpalast stellt die Residenz (14) Casa Rocca Piccoli (74 Republic Street) nur wenige Meter weiter dar. Das Herrenhaus ist schon seit Generationen im Privatbesitz des Marquis de Piro, heute jedoch ist es auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Zu sehen sind kostbare Antiquitäten, Kunstschätze und Alltagsgegenstände der letzten 450 Jahre sowie ein tief in den Felsen gegrabener Luftschutzbunker.

Der Abend

Über die ehemals verrufene (15) Strait Street geht es weiter zum angenehmen Teil des Tages. Die Strait Street galt lange Zeit als Rotlichtviertel Vallettas, wo die Seeleute in den lauten Bars und Kneipen beim Landgang ihre Hörner abstoßen konnten. Diese Zeiten sind heute vorbei, Stattdessen stehen nun Malteser Spezialitäten und gute Weine auf dem Programm. Nicht selten finden hier kostenlose musikalische Darbietungen statt.

Wer mag, kann sich bei Bier und Tapas zum Beispiel in der (16) Loop Bar (60A Strait Street) entspannen. Ebenfalls empfehlenswert ist das Restaurant (17) Palazzo Preda (54 Strait Street), wo frische italienische Spezialitäten serviert werden. Wenige Meter weiter befindet sich die gemütliche Craft-Bier-Bar (18) Wild Honey (127 St. Lucia’s Street) mit einer fantastischen Auswahl einheimischer und internationaler Biere.

Für Cocktails und Wein mit ganz besonderer Atmosphäre, begibt dich noch zur (19) Trabuxu Wine Bar (2 Strait Street) ganz am Ende der Strait Street. Diese Bar befindet sich in einem 400 Jahre alten Kellergewölbe und ist bei Einheimischen genauso beliebt wie bei internationalen Besuchern. Unbedingt probieren solltest du eine Auswahl der Malteser Käse, die hier mit traditionellem Brot gereicht wird. Anschließend geht es zurück zur Fähre, die nur wenige Meter entfernt anlegt. 

-- °C--:--Mehr +
Quick Facts Reiseführer Malta
Ortszeit:--:-- Uhr
Zeitverschiebung:-
Wetter:-- °C
Weniger -
Nach oben