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Stadttour Mailand: Kunst & Architektur entdecken

Dieser abwechslungsreiche Spaziergang durch Mailands Zentrum führt von Süden nach Norden vorbei an Kunst und Architektur vom 4. bis zum 21. Jahrhundert. Dauer: etwa 4-5 Stunden.

Los geht es an den Säulen vor der Basilika San Lorenzo Maggiore Colonne di San Lorenzo (1) am Corso di Porta Ticinese mit ihren korinthischen Kapitellen. Sie zeigen, das San Lorenzo auf einer antiken, frühchristlichen Kirche steht.

Den 1956 angelegten Parco delle Basiliche (2) durchquerend, gelangt ihr zur Kirche Sant’Eustorgio (3), Ort der Verehrung der Heiligen Der Könige und alljährlich am Dreikönigstag Ziel des Festumzugs Corteo dei Magi. Werft auch einen Blick auf die geometrischen Kuppelfresken und bewundert den Freskenzyklus des Vincenzo Foppa in der Portinari-Kapelle. Die zurückgekehrten Reliquien der Heiligen Drei Könige werden in einer eigenen Kapelle aufbewahrt.

Im Diozösanmuseum Museo Diocesano (4) (Corso di Porta Ticinese 59) in den Klostergebäuden von Sant’Eustorgio seht ihr Kunstwerke aus der Zeit des Heiligen Ambrosius (4. Jh.) bis in die Gegenwart wie die Skulpturen des vielseitigen Avantegardekünstlers Lucio Fontana.

Vom Corso di Porta Ticinese geht es rechts weiter auf der Via Molino delle Armi bis ihr auf dem Corso Italia links abbiegt. Die Via Rugabella führt euch zum Torre Velasca (5), gebaut zwischen 1950-1958 vom Architekturbüro BBPR (Banfi, Belgioioso, Peressutti, Rogers). In umgekehrter Weise zitiert er den Filareteturm des Castello Sforzesco sowie den Dom. An dem ungewöhnlichen Gebäude scheiden sich die Geister. Für die einen ist es ein genialer Wurf, für andere ein Monstrum. Die Mailänder selbst haben ihren Frieden mit diesem Wahrzeichen geschlossen. Wie entscheidet ihr euch?

Dem Corso di Porta Romana folgend erreicht ihr die Piazza Missori, wo sich einst die frühchristliche Kirche San Giovanni in Conca (6) befand. Es lohnt sich, einen Blick in ihre erhaltene romanische Krypta zu werfen, in der die Freiwilligen des Touring Club Italia (TCI) Fragen beantworten (Eintritt kostenlos).

Folgt der Via Mazzini bis Largo Jorge Luis Borges, dann seht ihr linkerhand die Kirche Santa Maria Presso San Satiro (7), bei deren Errichtung und Ausgestaltung der geniale Architekt und Künstler Donato Bramante seine Hand im Spiel hatte. Weil die angrenzende Straße (Via Falcone) die Tiefe des Chors begrenzte, täuschte Bramante hier nach allen Regeln der Zentralperspektive optische Tiefe vor, wo keine ist – und schuf eine der ersten illusionistischen Malereien in der Architektur, Trompe-l’œil genannt.

Wer den Dom schon gesehen hat, spaziert stattdessen über die Piazza dei Mercanti (8), das mittelalterlicher Herz von Mailand, mit dem Palazzo della Ragione aus dem 13. Jahrhundert.

Die Via Santa Margherita führt euch zum Café Trussardi (9) (Piazza della Scala 5) für einen köstlichen caffé macchiato. Wer nach 11.00 Uhr einen Cappuccino bestellt, könnte einen ungläubigen Blick ernten, denn der ist ausschließlich Teil des italienischen Frühstücks. Wer Hunger hat, legt hier eine Mittagspause ein.

Die von Giuseppe Piermarini erbaute Mailänder Oper La Scala (10) wurde 1778 eingeweiht. Wer den Besuch einer Aufführung nicht einrichten kann, besichtigt wenigstens Museum und Opernhaus, um etwas Opernluft zu schnuppern.

Das Gebäude der Banca Intesa San Paolo (11) in der Via Verdi erbaute der Mailänder Architekt Giovanni Muzio 1937. Er gehörte zur 1922 gegründeten Künstlervereinigung Novecento, die sich die Rückkehr zur Ordnung auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Nach Entwürfen von Muzio wurden zahlreiche Gebäude in Mailand errichtet, darunter das berühmte Wohnhaus Ca Brütta (Piazza Stati Uniti d‘America).

In der Bäckerei Princi (12) (Via Ponte Vetero 10) – mit vielen Tischen und Platz – lässt sich eine ungezwungene und gemütliche Mittagspause einlegen. Nun geht es weiter immer geradeaus, auch wenn die Straße ihren Namen ändert: von Via Ponte Vetero in Via Mercato und Corso Garibaldi.

Schokoladenfans machen am Corso Garibaldi 39 einen Abstecher in der Schokoladenmanufaktur Guido Gobino (13). Hier weiß man, dass Schokolade glücklich macht. (Nun, uns müssen sie nicht überzeugen!)

Am Ende des Corso Garibaldi erreicht ihr den zweiten Ring Cerchio dei Bastioni um Mailands Altstadt – die Ringstraße heißt Bastioni di Porta Nuova. Die Fußgängerzone Corso Como erzählt die Geschichte einer Neubelebung, die in den 1990er Jahren begann. Pionierin war die Journalistin und Unternehmerin Carla Sozzani, die 1990 im 10 Corso Como (14) in einer Garage ihre Galerie eröffnete. Ihr Buchladen hat eine breite Auswahl an Literatur über Design, Kunst und Mode, den Mailänder Lieblingsthemen. Wer in Shoppinglaune ist, lässt sich im Concept Store im Erdgeschoss zum Kaufen verführen.

An der Piazza Gae Aulenti (15) befindet sich das weithin sichtbare und die Mailänder Skyline mitprägende Unicredit-Gebäude, das mit seiner 231 m hohen Nadel der höchste Turm Italiens ist.

Folgt der Passeggiata Luigi Veronelli hinüber ins Porta Nuova-Viertel (16) mit seinen markanten Bosco Verticale-Wohntürmen, dessen Hochhäuser die Mailänder Skyline im 21. Jahrhundert komplett verwandelt haben.

Auf der Via Gaetano de Castillia erreicht ihr den Palazzo della Lombardia (17) mit seinem Belvedere im 39. Stock. Von hier oben habt ihr einen exklusiven Ausblick auf das neue Mailand.

Jetzt ist es Zeit, den Tag entspannt bei einem Aperitif in Isola (18) ausklingen zu lassen, zum Beispiel im Botanical Club mit eigener Ginbrennerei (Via Pastrengo 11).

Stadttour: Mailands Highlights zu Fuß entdecken

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