London

Überblick

Welcome to London

London ist eine Stadt der Superlative. Die britische Hauptstadt ist nicht nur die größte Stadt in Europa, hier gibt es auch die älteste europäische U-Bahn. „The Shard“, das höchste Gebäude in West-Europa, ist seit 2013 Teil der sich ständig wandelnden Skyline. Im Osten der Stadt steht auf dem ehemaligen Olympiagelände die höchste Skulptur im Vereinigten Königreich (der Acelor Mittal Orbit, der mit 114 m zu den Olympischen Spielen 2012 errichtet wurde) und auch die erste innerstädtische Seilbahn des Vereinigten Königsreichs (die Emirates Air Line) findest du in London. Queen Elizabeth, die ihren offiziellen Amtssitz im Buckingham Palace hat, ist die am längsten regierende noch lebende Monarchin (sie regiert seit über 65 Jahren über das Vereinigte Königreich, Kanada, Neuseeland, Australien und die 12 Commonwealth-Staaten). Über 200 Museen erwarten deinen Besuch, ebenso Musicals und Theater, über 10 Parks und mittendrin die Lebensader der Stadt, die Themse. London ist ein Shopping-Paradies und bietet mehrere Einkaufsstraßen, Malls und Märkte, die für jeden Geldbeutel die „latest fashion“ bereithalten. Foodies probieren in London die aktuellen Trends (z.B. Regenbogen-Croissants oder Freak-Shakes) oder genießen in einem der über 60 Michelin-Restaurants gehobene Küche. London bietet für jedes Alter und jeden Geldbeutel unvergessliche Erlebnisse und die wichtigsten Infos findest du hier bei uns im Marco-Polo-Online-Reiseführer London.

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Anreise

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Auftakt

Entdecke ­London!

Dreißig Millionen Besucher pro Jahr können nicht irren. Rote Doppeldeckerbusse, der goldene Turm von Big Ben, die mächtige Kuppel von St Paul's Cathedral, die Zuckerbäckergotik der Tower Bridge: London ist eine Stadt, die jeder einmal gesehen haben sollte – und an der man bei jedem Besuch neue Seiten entdeckt.

London ist immer in Bewegung und hält zugleich seine 2000-jährige Geschichte lebendig. Es ist dieser Kontrast zwischen Tradition und Moderne, zwischen den Bärenfellmützen der königlichen Wachablösung und den neuesten Modetrends auf der Straße, zwischen Afternoon Tea im Ritz und bengalischen Currys der Brick Lane, der den Reiz der englischen Hauptstadt ausmacht. In London leben 7,5 Mio. Menschen, hier ist das Zentrum der britischen Politik, der Finanz- und Medienwelt, der Kultur – mit Museen und Theatern von Weltrang und einer lebendigen Restaurantszene. Hier werden internationale Musik- und Modetrends gemacht. Seit dem Jahrtausendwechsel präsentiert sich London in frischem Gewand, mit neuer Skyline, neu gestylten Museen und der ambitioniertesten Architektur Europas.

Wo heute die Finanzbroker in der City zur Arbeit eilen, begann vor gut 2000 Jahren die Stadtgeschichte Londons als römischer Handelsplatz Londinium. Es folgten als Besatzer Angelsachsen und Wikinger. Der Sieg der Normannen bei der Schlacht von Hastings 1066 um die Krönungsnachfolge des letzten angelsächsischen Königs Edward the Confessor, des Begründers von Westminster Abbey, sollte dann das letzte Mal sein, dass die Stadt eingenommen wurde. Im weiteren Verlauf des Mittelalters wuchs London zum Zentrum für Parlament, Königshaus und Handel aus den zwei Zentren City und Westminster am nördlichen Themseufer heran. Wirklich geplant wurde die Stadt nie. Nachdem die Flammen des Great Fire of London 1666 gut vier Fünftel der Holzhäuser verschlungen hatten, wurden immer wieder Gelegenheiten zu einer organisierten Stadtplanung verpasst, was der Metropole einen sympathisch zusammengewürfelten Anstrich verleiht.

London ist aus Teilen zusammengewachsen: dem exklusiven Mayfair mit bürgerlichen Stadthäusern, St James's, dem Viertel der gediegenen Clubs, dem „Lasterviertel“ Soho mit seinen Stripclubs, Bloomsbury, dem Intellektuellenviertel des 20. Jhs., Greenwich mit seinem maritimen Flair, dem grünen Hampstead – ein homogenes Ganzes ist nie entstanden. Traditionell verstanden sich die Cockneys (der Ursprung des Wortes ist unklar), geboren in Hörweite der Kirchenglocken von St-Mary-le-Bow im East End, als die wahren Londoner. Doch den „typischen“ Londoner gibt es schon lange nicht mehr. Spätestens mit dem 17. Jh., als sich hugenottische Seidenweber aus Frankreich im East End niederließen, wurde London eine kosmopolitische Stadt. Im 19. Jh. kamen die Iren auf der Suche nach Arbeit; in den 1950er-Jahren folgte ein Schwung Einwanderer aus den karibischen Commonwealth-Staaten. Sie alle bauten eigene soziale Netze auf und bewahrten Teile ihrer Traditionen. Andere kamen und gingen: der Philosoph der französischen Aufklärung Voltaire suchte 1726 das Exil im toleranten London, Mahatma Gandhi ließ sich während seines Jurastudiums Ende des 19. Jhs. von englischen Sozialisten und dem Dramatiker George Bernard Shaw inspirieren, und Hampstead sollte der letzte Wohnort des vor den Nazis fliehenden Sigmund Freud sein.

Heute braucht man sich für einen Querschnitt durch die Londoner Bevölkerung nur in der U-Bahn umzusehen: ein Citymanager in Nadelstreifen neben einem afrokaribischen Teenager mit Dreadlocks, eine alte chinesische Dame, ein junge Skaterin in Sportdesigner-Labels neben dem Sikh mit kunstvoll gebundenemTurban. Die Bombenanschläge von 2005 haben die Weltoffenheit und multikulturelle Lebensart der Stadt nicht wirklich in Frage stellen können.

London ist nicht gleich England, aber bestimmte englische Charakterzüge – eine gewisse Reserviertheit, Höflichkeit, ein toleranter Individualismus, Traditionsbewusstsein, Understatement, gepaart mit Selbstironie – bildet das Fundament der Koexistenz in der Großstadt. Denn dreißig Kulturen teilen sich diese multikulturelle Stadt; über ein Drittel der Londoner gehören einer ethnischen Minderheit an. Nur 40 Minuten vom Trafalgar Square entfernt kann man sich im westlichen Vorort Southall zwischen indischer Radiomusik, Geschäften für Tunika-Hosenensembles und Curryaromen wie im Punjab fühlen. 300 Sprachen werden heute in der Mutterstadt der englischsprachigen Welt gesprochen, Erbe des britischen Empire, das sich zur Regierungszeit Queen Victorias (1837–1901) über ein Viertel des Globus erstreckte. Das heißt nicht, dass es nicht auch Misstöne gäbe: Auf den ersten Seiten der Boulevardblätter ist die Zuwanderung immer wieder Thema.

Wie leben sie eigentlich, die Londoner? Londoner verdienen knapp 700 Euro die Woche; etwa acht Prozent haben allerdings keine Arbeit. Mit Kensington & Chelsea und Tower Hamlets vereint London sowohl den ärmsten als auch den reichsten Bezirk des Landes auf sich. Londoner recyclen wenig, aber immer mehr radeln zur Arbeit und engagieren sich ehrenamtlich: vielleicht bei Aufforstungsarbeiten beim „Green Gym“ im Park oder als Mentor gegen die Gang-Ideologie der schnell gezückten Messer und liegengebliebenen Schulbücher. Soziales Engagement wird umso wichtiger, als zentrale Dienstleistungen einschneidenden Haushaltskürzungen zum Opfer gefallen sind – auch bei der Polizei. So war man nicht auf die randalierenden Jugendlichen vorbereitet, die im August 2011, ausgehend vom sozialen Brennpunktviertel Tottenham, zu den schlimmsten Unruhen seit 25 Jahren führten und sich über ganz Großbritannien ausbreiteten. Londoner sind politisch und kulturell interessierter als der Landesschnitt und nutzen gerne iPod und E-Book-Reader, um sich den ca. einstündigen Pendelweg zur Arbeit zu verkürzen.

Der alte Spitzname für London, „The Big Smoke“ (die „Große Rauchglocke“), ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Industriesmog noch Leben forderte. Tatsächlich hat London mehr Grünflächen als jede andere Stadt vergleichbarer Größe. Schöne Spaziergänge führen durch Hyde Park, Green Park oder  Regent's Park, wo in der kurzen Mittagspause die Büroangestellten ihre Sandwiches auspacken. Die königlichen Parks sind nur ein Beispiel dafür, wie das Königshaus im Londoner Leben im Hintergrund mitläuft; die Royals mögen viele Touristen in die Stadt bringen, doch für den Alltag der Londoner hat die Queen weit weniger Bedeutung als der Trainer des Fußballclubs Arsenal oder die neueste Entwicklung in der Seifenoper „Eastenders“.

Für ihre direkten Belange zählen die Londoner auf ihren Bürgermeister. Dessen schwierigste Aufgabe bleibt, die Londoner von A nach B zu bringen. Das älteste und weitläufigste U-Bahnnetz der Welt transportiert pro Jahr eine Milliarde Passagiere und kämpft mit technischen Problemen. Die U-Bahnstationen der Jubilee Line wie Norman Fosters Canary Wharfmögen strahlenden Kathedralen ähneln, der Stadt mit dem teuersten öffentlichen Nahverkehr Europas droht der Verkehrsinfarkt – trotz Citymaut. Das zweitliebste Thema bei Dinnerpartys ist die Wohnsituation. Trotz der sinkenden Immobilienpreise im Zuge der credit crunch ist es den meisten jungen Londonern praktisch unmöglich, eine bezahlbare, halbwegs zentrale Unterkunft zu finden. Die Suche nach billigem Wohnraum stand auch hinter dem Hoxton/Shoreditch-Phänomen der letzten Jahre, als Künstler und andere alternative Existenzen in diese abbröckelnden Viertel nahe der City auswichen und sie zu Trendvierteln machten. Heute ist Dalston an der Reihe. „Trend“ ist hier nicht im Sinne von vollsaniertem Notting Hill gemeint. Wer zwischen den türkischen Schnellimbissen, Pound-Shops, posterübersäten Hauswänden und verwehten Plastiktüten wandelt, bekommt eher ein High-Noon-Gefühl. Diese unverputzten Gegenden Ostlondons voller junger Leute, vielleicht die nächsten großen Designer, Musiker und Künstler, pflegen ihren eigenen Snobismus. In einer sich schnell wandelnden Szene wissen sie, hinter welcher der gammeligen Fassaden die Stufen hinunter in den derzeit angesagten Club führen.

Der beste Ort, den Puls von London zu spüren, ist an der Themse. Die Londoner haben die einstige Hauptverkehrsader wiederentdeckt: als Flaniermeile. Das trübe Gewässer täuscht: „Father Thames“ ist so sauber wie seit 50 Jahren nicht mehr, und modernisierte (Hungerford Bridge) bzw. neue Brücken (Millennium Bridge) geben der Stadt einen neuen Zusammenhalt. Der Fluss markierte gleichzeitig immer schon die Trennlinie zwischen Nord- und Süd-London. South London, eher bekannt für anonyme Sozialbauten, jugendliche Handyräuber und mangelnde Infrastruktur, holt auf und inspiriert neue Trends und urbane Sounds. Vorzeigeviertel: Southwark, seit 2012 mit Europas zweithöchstem Gebäude, Renzo Pianos Bürohaus The Shard. Währenddessen dehnt sich die Stadt nach Osten aus: themseabwärts, im ehemaligen Hafengebiet der Docklands, wachsen Wolkenkratzer in die Höhe. Im Osten entstanden auch die neuen Sportanlagen für den Lea Valley Olympia Park 2012. Es ist diese Dynamik, die London zu einer der spannendsten Städte der Welt macht.

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Trafalgar Square: der ideale Ausgangspunkt fürs erste Mal. U-Bahn- und Zugbahnhof ist Charing Cross (Northern/Bakerloo Line), 100 m entfernt, auch passieren viele Busse den Platz. Wer Whitehall hinuntergeht, gelangt in 10 Min. zu den Houses of Parliament und Big Ben, London Eye und den Attraktionen des Themseufers. Durch den St James's Park ist schnell der Buckingham Palace erreicht, Kunstfans haben die National Gallery im Rücken, und Musikfreunde zieht es in die Kirche St-Martin-in-the-Fields.

Einkaufen

Oxford Street bietet die großen Kaufhäuser (Selfridges, John Lewis, Debenhams). Kensington (Kens. High Street) und Chelsea (King's Road) sind hochkarätiger. Neal's Yard ist alternativ angehaucht. Die Carnaby Street ist wieder angesagt; interessante Läden finden Sie auch rund um Brick Lane. Overall-Favorit: Covent Garden

Am Abend

Das „West-End“ um ­Piccadilly Circus, Leicester Square und Covent Garden bietet die größte Dichte an Theatern, Kinos, Bars, Clubs. Camden bedient die alternativere Szene, Islington High Street ist ein guter bürgernaher Kompromiss, während sich im trendigen East End (Hoxton, Shoreditch, Dalston) die angesagtesten Clubs und Bars verstecken.

Praktische Hinweise

Anreise

Von Dover/Folkestone fahren Sie auf der M20 Richtung London, dann Schildern folgen nach West End/City. Die M25 ist die Ringautobahn, die North Circular (A406) bzw. South Circular (A205) die innere Ringstraße. Mit www.mitfahrzentrale.de nach London ca. 55 Euro (einfache Fahrt).

Eurostar: z. B. Köln–Brüssel–London/St Pancras (5 Std., ab 49 Euro für die einfache Fahrt von jedem deutschen Bahnhof), 01805 996633www.eurostar.com. Autozug (Calais–Folkestone) 35 Min., ab 78 Euro (01805 000248www.eurotunnel.com).

Linienflüge (Lufthansa, British Airways, Austrian Airlines, Swiss) landen in Heathrow, 18 km vom Zentrum, Billigflieger in Stansted (östl.), Luton (nördl.) oder Gatwick (südl.). Businessflieger nutzen auch den zentrumsnahen London City Airport in East London, der u. a. von Lufthansa angeflogen wird. Air Berlin (u. a. Berlin, Zürich, Wien), 030 34343434www.airberlin.com. Easyjet (u. a. Berlin, Dortmund, Wien, Basel), 01805 666000www.easyjet.com. Germanwings (z.B. Köln/Bonn, Hamburg, Stuttgart) 0900 1919100www.germanwings.com. Ryanair (Berlin, Frankfurt/Hahn, Klagenfurt, Salzburg u. a.), 0900 1160500www.ryanair.com. Lufthansa und British Airways (www.ba.com) haben oft interessante Angebote (ab 49 Euro). www.swoodoo.com (mit Gratis-App) sucht nicht nur bei Billigfliegern und regulären Airlines, sondern auch auf Online-Reisebüros wie Expedia.

Busse bedienen alle Airports (u. a. www.nationalexpress.com), z. B. von Stansted nach Victoria (90 Min.): £ 20 hin/zurück. Bus Stansted–Baker St. oder Victoria (www.easybus.co.uk) hin/zur. £ 4–16. Mit der U-Bahn (Piccadilly Line) dauert die Fahrt von Heathrow ins Zentrum 55 Min., mit Heathrow-Express nach Paddington (hin/zur. £ 34/15 Min.); Gatwick-Express (30 Min.) nach Victoria hin/zur. £ 33,20, online £ 27,90; Stansted-Express nach Liverpool St. (45 Min.), hin/zur. £ 21,50; Luton: z. B. Bus einfache Fahrt online gebucht ab £ 2 (www.easybus.co.uk, Online-Ermäßigung gilt auch für andere Linien)!

www.ocean24.de hat Infos zu Fährverbindungen ab Frankreich, z. B. Calais–Dover mit Norfolkline (90 Min., ab 35 Euro, einfache Fahrt mit PKW) und P & O Ferries (90 Min., ab 36 Euro, einf. Fahrt mit PKW) und Hoek van Holland–Harwich (Fußpassagier 43 Euro, einfache Fahrt).

Auskunft

www.visitbritain.com

www.visitlondon.com

London Visitor Information Centre

tkts-TheaterkartenkioskLeicester Squaretgl. 8–24 Uhr020 72922333www.londoninformationcentre.comU-BahnNorthern, PiccadillyLeicester Square

City of London Information Centre

Mo-Sa 9.30-17.30, So 10-16 UhrSt. Pauls Churchyard020 73321456U-BahnCentralSt Pauls, Circle, District: Blackfriars

Auto

In Großbritannien herrscht Linksverkehr, im Kreisverkehr (roundabout) gilt jedoch rechts vor links. Radarkameras überwachen Innenstadt-Tempolimits: meist 30 mp/h (50 km/h). In der Innenstadt wird Mo–Fr 7–18 Uhr eine Maut erhoben, congestion charge0845 9001234www.cclondon.com£ 10. Automobile Association (AA)0800 887766www.theaa.com. Günstige Mietwagen: z. B. www.easycar.com.

Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik DeutschlandGerman Embassy

Belgrave Sq.23020 78241300www.london.diplo.deU-BahnPiccadillyHyde Park Corner, District: Sloane Square

Botschaft der Republik ÖsterreichAustrian Embassy

Belgrave Mews West18020 73443250www.bmeia.gv.at/londonU-BahnPiccadillyHyde Park Corner, District: Sloane Square

Schweizer BotschaftSwiss Embassy

Montagu Place16–18020 76166000www.eda.admin.ch/londonU-BahnBaker Street

Fahrrad

Endlich hat auch London sein Radprogramm! 24 Std. pro Tag, sieben Tage die Woche können auch Touristen die robusten Aluminiumräder mit Dreigangschaltung in Anspruch nehmen. Fahrten unter 30 Minuten sind gratis! Mit Ihrer Visa- oder MasterCard gehen Sie zur nächstgelegenen Docking Station – in der Innenstadt alle 400–500 m, erkennbar an dem blau abgewandelten U-Bahn-Schild CYCLE HIRE – und folgen den simplen Anweisungen, um ein Fahrrad abzulösen. Das Netz wurde bis zum Olympiagelände, also ostwärts vom Zentrum, ausgeweitet. www.tfl.gov.uk

Fundbüro

Aus versicherungstechnischen Gründen sollten Sie Verluste der Polizei melden. U-Bahn/Bus/Blackcab-Taxis: Transport For London Lost Property OfficeBaker Street200020 75346500www.tfl.gov.uk/lpoMo–Fr 8.30–16 UhrU-BahnBaker Street

Gesundheit

Bei Notfällen wählen Sie 999 und fragen nach einem Krankenwagen: ambulance. EU-Bürger und Schweizer haben Anrecht auf kostenlose medizinische Versorgung im Krankenhaus (24-Std.-Notaufnahme: Accident & Emergency St Mary'sPraed St.020 33126330U-BahnPaddington oder durch einen Allgemeinarzt (GP) des staatlichen Gesundheitswesens NHS, z. B. NHS-Walk-In-ClinicsFrith St.1020 75346500. 24-Std.-Apotheke: ZafashOld Brompton Road233020 73732798www.zafashpharmacy.co.ukU-BahnDistrict, PiccadillyEarls Court. Not-Zahnarzt (kostenpflichtig): Royal London HospitalWhitechapel Road020 73777000U-BahnDistrict, East London, Hammersmith & CityWhitechapel

Internet

www.londontown.com, www.timeout.com, www.londononline.co.uk, www.londontourist.org, www.fancyapint.com (Pubs), www.latenightlondon.co.uk (Nachtleben), www.newexhibitions.com (Ausstellungen) und www.londonfreebies.co.uk sind nützliche Websites. Londoner Straßen online: www.streetmap.co.uk.

Internetzugang & WLAN

www.allinlondon.co.uk listet Londoner Internetcafés nach Stadtvierteln. WLAN gibt es jetzt in ca. 80 U-Bahnstationen: my.virginmedia.com/wifi/index.html

Masse & Gewichte

1 inch (in) = 2,54 cm

1 foot (ft) = 30,48 cm

1 gallon (gal) = 4,55 l

1 ounce (oz) = 28,35 g

1 pound = 453,6 g

1 pint (pt) = 0,57 l

1 yard (yd): 0,91 m

1 mile (m) = 1,61 km

Die englischen Konfektionsgrößen 8, 10, 12, 14, 16, 18 entsprechen den deutschen 34, 36, 38, 40, 42, 44.

Notruf

Der zentrale Notruf 999 gilt für Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei gleichermaßen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Infos finden Sie unter www.tfl.gov.uk. Die U-Bahn, tube, fährt auf zwölf farblich gekennzeichneten Linien. Dazu kommt die DRL (Docklands Light Railway). Eine auch in Bussen gültige Travelcard lohnt sich immer, Zones 1–2 fürs Zentrum (ab 9.30 Uhr £ 7), Zones 1–6 (£ 8,50). Wenn Sie länger als ein Wochenende bleiben, lohnt sich eine Oystercard, eine blaue elektronische Smartcard fürs Nahverkehrsnetz. Mit der Oystercard sparen Sie im Gegensatz zu Einzelfahrten, und Sie können Sie nach Bedarf aufladen (pay as you go) oder eine Travelcard unterschiedlicher Dauer draufladen. In jedem Fall zahlen Sie immer etwas weniger als den Preis einer normalen Travelcard. Über die deutschsprachige Seite www.visitbritaindirect.com können Sie Ihre Visitor Oystercard günstig im Voraus kaufen – mit Startguthaben £ 20, £ 30, £ 40. www.groundline.com

Nach der letzten U-Bahn (24–0.30 Uhr) fahren Nachtbusse (N) u. a. vom/zum Trafalgar Square.24-Std. London Travel Information020 72221234. Travel Information Centres: Bahnhöfe Liverpool Street, Victoria, Heathrow Airport. Zugauskünfte: 084 57484950.

Post

Postkarten/Briefe bis 20 g innerhalb Europas: 87 Pence. Zentrales PostamtWilliam IV Street24–28Mo–Fr 8.30–18.30, Sa 9– 17.30 UhrU-BahnBakerloo, NorthernCharing Cross

Preise & Währung

Währung ist das Pfund Sterling (£), umgangssprachlich quid, unterteilt in 100 Pence (p). Der Euro-Umrechnungskurs bewegt sich zwischen 1, und 1,3 (£1=1,17 Euro); die effektive Kaufkraft ist allerdings geringer, aufgrund hoher Steuern vor allem bei Spirituosen und Zigaretten (Schachtelpreis um £ 7,50!). Am Automaten, cash point, Geld abzuheben kostet ca. 5 € Gebühren. Umtausch ohne Gebühren, commission-free, auf größeren Postämtern. Visa und Mastercard sind weit verbreitet.

Stadtrundfahrten & Bootstouren

Offene rote Doppeldeckerbusse fahren drei Routen, Tickets (gültig 24 Std.) beim Fahrer (£ 26), online (ab £ 23) unter www.theoriginaltour.com oder in 17–19 Cockspur St. Livekommentar oder Band: Big Bus CompanyBuckingham Palace Road48www.bigbus.co.uk020 72339533£ 29, online ab £ 20tgl. 8–18, Juli/Aug. bis 19 Uhr. Bei beiden Anbietern sind Flussfahrt und Stadtführung inbegriffen.

Lassen Sie sich beim Photowalk an Stellen führen, wo kein Touri steht, und schießen Sie Wachablösung & Co. aus neuen Perspektiven (795 0395104www.photowalksoflondon.com).

Auf dem Kajak die Themse entdecken – von Hampton Court aus oder zwischen Big Ben und Tower Bridge, Sonnenauf- oder -untergangstouren: Thames River Adventures0845 4532002www.thamesriveradventures.co.uk.

City Cruises020 77400400www.citycruises.com fährt eine sehr schöne Sightseeingroute auf der Themse (ab £ 8,40).

Geführte Radtouren (tgl. 10.30 Uhr, 10.15 in Deutsch, £ 18,95): London Bicycle Tour CompanyUpper Ground56Gabriel's Wharf 1awww.londonbicycle.com020 79286838U-BahnJubileeSouthwark. Dreitägige Radtour durch London: Key-Move0761 55655929www.keymove.net

Strom

Netzspannung: 240 Volt/50 Hz. Steckdosen sind dreipolig (three-pin) und haben einen An/Aus-Schalter. Adapter nötig!

Taxi

Bei den zuverlässigen Londoner Taxis, den black cabs (meist schwarz, manchmal auch andersfarbig) werden Sie beim Fahrpreis (fare) nicht übers Ohr gehauen. Wenn das Schild FOR HIRE/TAXI leuchtet, ist der Wagen frei. Taxi bestellen können Sie bei Dial-a-cab020 72535000www.dialacab.co.ukmit Kreditkarten-Vorbestellung. Minicabs: Addison Lee0844 8006677www.addisonlee.com, Lady Cabs020 72723300www.ladyminicabs.co.uk mit weiblichen Fahrern.

Telefon & Handy

Telefonzellen nehmen Kreditkarten und/oder Münzen. Vorwahl für Großbritannien: 0044; die Null der Ortsvorwahl (020 für London) wird weggelassen. Vorwahl für Deutschland: 0049, Österreich: 0043, Schweiz: 0041. Operator: 100. Innerhalb Londons wählen Sie nur die letzten 8 Ziffern der Nummer, vom Handy aus mit 020 vorweg. Handynummern beginnen mit einer (0), bei Anrufen aus dem Ausland lassen Sie diese weg. Mobil telefonieren, roaming, ist teuer, schicken Sie lieber eine SMS. Für £ 10 gibt es eine SIM-Card inkl. £ 5 Guthaben, z. B. am Stansted-Zubringerbahnhof Liverpool Street: Fone KioskBooking Hall020 79295051 (auch Not-Aufladegerät). Auch bei Vodafone im Bahnhof St-Pancras steht eine praktische und günstige Aufladestation für gängige Handymodelle!

Trinkgeld

10–15 Prozent. In Pubs wird nie Trinkgeld (tip) gegeben. Hotelportiers: £ 1 pro Gepäckstück.

Zeit

Greenwich Mean Time ist ganzjährig eine Stunde hinter der MEZ zurück.

Zoll

Deutsche und Österreicher dürfen 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen zollfrei nach England einführen, bei der Rückkehr gelten die Mengen für EU-Staaten, für Schweizer weniger. Info: www.hmrc.gov.uk/customs

Was kostet wie viel?

Kaffee

3,50 Euro in der Kaffeebar

Bier

4,50 Euro für 0,5 l im Pub

Fish & Chips

6,50 Euro am Imbiss-Stehtisch

Musik-CD

13 Euro für Neuerscheinung

ÖPNV

9 Euro Tagesticket Bus/Bahn

Low Budg€t

Sehenswertes

So viel in London ist free. Die Websites www.freelondonlistings.co.uk und www.londonforfree.net listen Führungen, Festivals, Ausstellungen, Tage der Offenen Tür, kulturelle Veranstaltungen für umsonst oder höchstens £ 4 auf.

Bei touristischen Attraktionen kann man durch Online-Buchungen häufig sparen, wie auch mit Kombinieren: London Eye mit Themsefahrt oder Kirchenbesuch mit Konzert.

Im Sommer gibt's im Rahmen des More London Free Festivals Filme, Musik und Theater an der Themse gratis (www.morelondon.com/scoop.html).

Essen & Trinken

In den Toprestaurants purzeln beim Mittagsmenü die Preise; set meals sind günstiger als à la carte. Schauen Sie beim „Evening Standard“ (www.standard.co.uk) und auf www.londoneating.co.uk nach Angeboten.

Das TibitsHeddon Street12-14020 77584110www.tibits.co.uk bietet eine Riesenauswahl an preiswerten, vegetarischen Gerichten. Kinderfreundliche Spielecke unten.

Eine Alternative für den Sommer: Kaufen Sie im Supermarkt alles Nötige für ein Picknick ein und mieten Sie sich einen Liegestuhl in einem der vielen schönen Parks (3 Std. £ 2).

Einkaufen

Modebewusste Londoner stöbern bevorzugt in den charity shops – Secondhandläden (www.charityshops.org.uk) – der schicken Gegenden wie Chelsea, z. B. bei British Red CrossOld Church Street67U-BahnCircle, DistrictSloane Square. Spottbillige Variationen der neuesten Modetrends gibt's bei PrimarkOxford Street499-517www.primark.co.ukU-BahnCentralMarble Arch und bei PeacocksOld Street201-203www.peacocks.co.ukU-BahnNorthernOld Street.

Am Abend

Aktuelles, Klassiker und Kult (ab £ 6,50) gibt's im Prince Charles CinemaLeicester Place7Chinatown020 74943654www.princecharlescinema.comU-BahnNorthern, PiccadillyLeicester Square

Theaterkarten für den gleichen Abend zum halben Preis (zzgl. £ 3 Gebühr) gibt es in den zwei tkts-Theaterkassen (www.tkts.co.uk). Tkts Leicester SquareSüdseiteMo–Sa 9–19, So 10.30–16.30 UhrU-BahnNorthern, PiccadillyLeicester Sq.. Karten für Nachmittagsvorstellungen (matinees) und Abendvorstellungen werden von zwei unterschiedlichen Fenstern verkauft (nur zwei Karten pro Person).

Übernachten

Das Imperial College LondonWatts Way020 75949507www3.imperial.ac.uk/summeraccommodationU-BahnCircle, Distict, PiccadillySouth Kensington bietet in den Sommer-Semesterferien 500 große, zentrale Zimmer, inkl. Frühstück für £ 49–86.

Für Heathrow- und Gatwick-Flieger interessant: im brandneuen japanischen Kapselhotel Yotel020 71001100www.yotel.com kostet die Designer-Standardkabine £ 62, die Premiumkabine £ 85. Auch für vier Stunden buchbar (£ 27/£ 43)!

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostermontag

Mai & August

Bank Holidays (allgemeine Feiertage am 1. und letzten Mo im Mai und am letzten Mo im August)

25./26. Dezember

Weihnachten

Ist der 1. Januar oder 25./26. Dezember ein Sa oder So, fällt der Feiertag auf den folgenden Wochentag.

Veranstaltungen
Januar

1. Januar London Parade: Neujahrsumzug, 11.45 Uhr ab Hotel Ritz; www.londonparade.co.uk

Januar/Februar

Chinese New Year: Das chinesische Neujahrsfest wird traditionell mit Drachenpuppen-Umzug, Tanz und Spezialitäten gefeiert; wechselndes Datum; www.chinatownlondon.org

März

17. März St Patrick's Day: Der irische Nationalheilige wird begossen; nächstgelegener So: Parade durchs Zentrum und Festival auf Trafalgar Square; www.visitlondon.com

April

London Marathon: 40 000 Teilnehmer, manche in verrückten Kostümen für wohltätige Zwecke; www.virginlondonmarathon.com

Mai

Ende Mai Chelsea Flower Show: wichtige Society-Blumen- und Gartenausstellung; www.rhs.org.uk

Juni

2. Sa Trooping the Colour: Geburtstagsparade für Elizabeth II. in Horse Guards Parade; www.trooping-the-colour.co.uk

Ab Ende Juni Wimbledon Lawn Tennis Championships: renommiertes, internationales Rasentennisturnier; www.wimbledon.org

Juli

Mitte Juli–Mitte Sept. Promenade Concerts („Proms“): Klassik in der grandiosen Royal Albert Hall; www.bbc.co.uk/proms

August

Anfang Aug. Great British Beer Festival: mit 500 ales und ciders, Earls Court; www.camra.org.uk

Letzter So/Mo Notting Hill Carnival: karibischer Straßenkarneval mit buntem Umzug und phantasievollen Kostümen; www.thenottinghillcarnival.com

September

2. Wochenende The Mayor's Thames Festival: Londons größtes Outdoor-Kulturfestival mit Events rund um die Themse und Nachtkarneval; www.thamesfestival.org

Great River Race: Rennen von ca. 300 Teams in traditionellen Boote über 21 Meilen zwischen Richmond und Greenwich; www.greatriverrace.co.uk

London Design Festival: 10-tägiges Event im V&A Museum und weiteren Orten; www.londondesignfestival.com

Oktober

2. So Pearly Queens: Erntedankfest der Markthändler in perlmuttknopfbesetzten Kostümen, St Paul's Church, Covent Garden; www.pearlysociety.co.uk

Mitte–Ende Okt. London Film Festival; www.lff.org.uk

November

5. Nov./nächstgelegenes Wochenende Bonfire Night: Feuerwerk zum Gedenken an die misslungene Sprengung des Parlaments durch Guy Fawkes 1605

2. Sa Lord Mayor's Show: Prozession des neuen Oberbürgermeisters der City of London; www.lordmayorsshow.org

Dezember

Abendliches Weihnachtsliedersingen am Trafalgar Square. Am 31. Dez. wird hier das Neue Jahr begrüßt

Im Trend

Blühen soll London
Green City

Wenig Platz für Natur? Das stört Organisationen wie die -Gruppe Londons wenig. Nachts begrünen sie ihre Stadt mit Sonnenblumen und Co. www.guerrillagardening.org. Sportlich geht's bei zu: Bei Laufveranstaltungen wie dem Tree-Athlon wird Geld gesammelt, mit dem Pflanzungen und der Schutz alter Bäume finanziert werden www.treesforcities.org.

Große Kunst
Beauty in the City

Im wahrsten Sinne ein Highlight Londons ist der ArcelorMittal Orbit. Den 115 m hohen Turm haben die Stararchitekten Anish Kapoor und Cecil Balmond anlässlich der Olympischen Spiele gestaltet. Ab 2013 soll er auch Besuchern offen stehen und diesen eine phantastische Rundumsicht bieten. Eines bleibt Ihnen von hier oben jedoch verborgen: Europas größte Neon-Installation von Künstlerin . Die befindet sich nämlich im Untergrund, in der U-Bahnstation Gloucester Road. Überirdisch ist dafür das neue Bus-Design der weltbekannten roten Doppeldecker. Ein Hingucker und ein ideales Sightseeing-Vehikel!

Anders Tafeln
Wohnzimmeratmosphäre

Supper Clubs wie das Leluu's Supper Clubwww.leluu.com haben Konjunktur. Auf der Website kann man per E-Mail um eine Einladung bitten, serviert wird bei Leluu dahim. Ein weiterer Insidertipp: die von Shacklewell Nightswww.shacklewellnights.com . Weitere Clubs finden Sie auf www.londonpopups.com. Genießen Sie einen Abend mit ungewöhnlicher Atmosphäre an geheimer Location!

Abendgestaltung
Lieber ungewöhnlich

Lounges, Nightclubs und Bars bekommen in London starke Konkurrenz. Denn hier erwartet man mehr vom Nachtleben. Statt in den Club geht es z.B. zum typisch mexikanischen Wrestling. Jeden Dienstag heißt es für Anfänger „Ring frei!“ in der Resistance GalleryPoyser Street265www.resistancegallery.blogspot.com. Ruhiger geht es hingegen bei den fünf Ladies von Stitch Londonwww.stitchldn.com zu. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, der jungen Generation das Stricken näherzubringen – durch ungewöhnliche Aktionen. So strickten sie bei einem ihrer Meetings einen Schal für einen Trafalgar-Square-Löwen. Freunde der 8-Bit-Ära sind in der Nintendisco richtig, die sich ganz und gar dem Old School Nintendo Style verschrieben hat: der Musik, dem Design und natürlich den Spielen. Die Nintendisco hat keinen festen Ort, sondern gastiert in verschiedenen Clubs. Infos und Veranstaltungstermine unter www.facebook.com/Nintendisco

Stadtsport
Über Stock und Stein

Die Gruppe besteht aus Profis für Parkour und Freerunning. Die sogenannten Traceure verwandeln die Stadt in einen Abenteuerspielplatz und arrangieren Performances und Workshops. Weitere Infos unter www.urbanfreeflow.com/uf-classes. Ihr Können zeigen in Musikvideos und bei offenen Trainings www.parkourgenerations.com. Sie organisieren außerdem das jährlich stattfindene Parkour-Event , bei dem sich Profis aus der ganzen Welt zu einem zweitägigen Workshop treffen.

Bloss nicht

Auto fahren

Das Auto mit nach London zu bringen, ist keine gute Idee: ein verwirrendes Straßennetz, dichter Verkehr, horrende Parkhausgebühren (bis zu 55 Euro pro Tag). Die Stadt ist voller Radarfallen – und viele Londoner Autofahrer sind mit sehr kurzen Geduldsfäden ausgestattet. Hinzu kommt die 2003 eingeführte Innenstadt-Straßenmaut.

In der Öffentlichkeit rauchen

Achtung: Seit dem 1. Juli 2007 herrscht auf der britischen Insel in allen geschlossenen Räumen Rauchverbot: Restaurants, Pubs, Bars, Clubs, Büros, Busse, Bahnen, Bahnhöfe, Taxis …

„Please“ vergessen

Hängen Sie bei Ihren Bestellungen im Laden oder im Restaurant immer das Wörtchen „please“ an ihren Satz. Das ist höflich. Denn für englische Ohren klingt es einfach unfreundlich, dies nicht zu tun.

Nur das Touristen­programm absolvieren

Wer sich in London auf Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, den Tower of London, die überlaufenen Knotenpunkte Leicester Square und Piccadilly Circus beschränkt, wird unter Touristen bleiben. Mehr vom echten London sieht, wer sich mal ein bisschen abseits bewegt, eine Seitenstraße einschlägt, einen exotischen Straßensnack ausprobiert oder in einen ausgefallenen Laden reinschnuppert.

In irgendein Minicab springen

Wenn abends kein Taxi zu sehen ist und es vielleicht auch noch regnet, ist die Versuchung groß, in irgendein Minicab zu steigen, das seine Dienste anbietet: Need a cab? Nicht ganz risikolos: Im Gegensatz zu den black cabs, deren Fahrer den Knowledge-Test ablegen müssen, kann mehr oder weniger jeder ein Minicab anmelden. Die Fahrer können kaum Englisch und kennen sich nicht aus. Auch Übergriffe auf Fahrgäste sind vorgekommen.

Vordrängeln

Das Klischee, dass zwei aufeinandertreffende Briten sofort eine Schlange bilden, stimmt so nicht mehr. Doch generell wird in London auf eine faire Reihenfolge geachtet. Fragen Sie lieber nach, wo das Ende der Schlange ist: Is this the end of the queue? Auf der U-Bahn-Rolltreppe gilt: Rechts stehen, links gehen.

In der U-Bahn ein Bierchen trinken

Im Zuge der Bekämpfung „asozialen Verhaltens“ in der Öffentlichkeit ist seit 2008 der Konsum von Alkohol in Bussen, in der U-Bahn (tube) und auf Bahnhöfen verboten. Und die Einhaltung dieses Verbots, das selbstverständlich auch für Touristen gilt, wird streng kontrolliert.

Stichworte

Mode

London Fashion ist weniger der englische Landhausstil, sondern eher ausgefallen, ein bisschen crazy: zottelige Fellmäntel und Plüschpelze über Miniröcken im Winter, hautenge clubwear mit klobigen Stiefeln vom Camden Market oder Leggings mit Pumps und Zigarettenjeans mit altmodischen pork-pie-Hüten oder Tweed-Käppis wie auf der Hunderennbahn. Londons kreatives Klima und das Erbe der Punkära, an deren Anfang die britische Modequeen Vivienne Westwood stand, lebt heute fort in einer Vorliebe für Stilmix und witzige Accessoires. Londoner Models wie Kate Moss oder Naomi Campbell wurden Superstars. Die neuesten Laufstegmodels von Burberry: Cara Delevingne und die dunkelhäutige Jourdan Dunn; bei den Männermodels sorgen der blonde Luke Worrall und der dunkle Rob Evans für Aufregung. Die besten Talente der Haute-Couture wie die vegan bewegte Stella McCartney mit ihrer lederlosen Kollektion sind international gefragt. Neben den Newcomern Hussein Chalayan mit seinem Techno-coolen Stil und Erdem Moralioglu mit seinen romantisch angehauchten Entwürfen zeigt sich, dass Victoria Beckham besser Kleider entwirft, als sie singt: Sie erhielt den British Style Award 2011. Ihre Kollektionen fließender Gewänder in leuchtenden Farben finden großen Applaus. Der Einfluss des 2010 verstorbenen Enfant terrible Alexander McQueen bleibt jedoch sichtbar. Der Vintage-Trend zwischen Fünfzigerjahre-Hausfrau- und Sixties-Vamp-Schick ist nicht zu stoppen, junge Frauen stricken gemeinsam oder lernen, wie man aus zwei Hosen einen Mantel schneidert: upcycling nennt sich das. Fashion victims bei knapper Kasse zählen auf Kooperationen zwischen Designern und Kaufhäusern wie Matthew Williamson für H & M. Der ökologische und ethische Gedanke wird immer wichtiger: die „I am Not A Plastic Bag“-Handtasche von Anya Hindmarch wurde eine Stil-Ikone, und bei Marks & Spencers, dem Grundausstatter der Nation, hängen T-Shirts aus fair gehandelter Baumwolle. Das Buch zum Thema schrieb übrigens die punkinspirierte Designerin Luella Bartley: „Luella's Guide to English Style“ (Harper Collins, 2010).

Monarchie

Schon vor 1066, als der Normannenkönig William der Eroberer hier seinen Regierungssitz einrichtete, war London Sitz des englischen Königshauses. Der Monarch ist das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, segnet Gesetze ab und ist oberster Befehlshaber der Armee. 2012 zelebrierte Queen Elizabeth II. ihr diamantenes Thronjubiläum (60 Jahre!) und wurde u.a. mit einer spektakulären Schiffsparade geehrt. Die Macht der Queen ist allerdings eher symbolischer Art: Elizabeth II. mag alljährlich im Oberhaus die Regierungserklärung (Queen's Speech) verlesen, geschrieben wird sie vom Premierminister und dem Kabinett. Im Gegensatz zur kinderlosen Tudor-Virgin-Queen Elizabeth I. (1558–1603) hält die Nachkommenschaft Elizabeth' II. den Tratsch am Laufen. 2005 heiratete Prince Charles seine langjährige Liebe Camilla Parker-Bowles, und während Prince William wohl den Charme seiner Mutter Diana geerbt hat, tritt Harry oft ins Fettnäpfchen. Wie übrigens auch traditionell Großvater Prince Philip, bei dem sich die Altersweisheit nur langsam einstellt, obwohl er 2011 seinen 90. Geburtstag feiern konnte. William und Harry schwitzten beide auf der Militärakademie Sandhurst. Harry, die Nummer Drei in der Thronfolge, liebt Sport und Adrenalin: Zwei Monate diente er inkognito in Afghanistan. Mit Prinz Harry als Trauzeugen traten Prinz William und die bürgerliche Kate Middleton – mit Lady Dianas Ring am Finger – am 29. April 2011 in der Westminster Abbey in den heiligen Ehestand. Wer das verpasst hat – und viele Briten flüchteten in den Brückentags-Urlaub – kann bei einem Kate & William-Stadtspaziergang (www.walks.com oder über den VisitBritain Shop) die Stätten und Stationen der Romanze nachvollziehen. Mit der von Premierminister David Cameron gestützten Idee einer „Queen Camilla“ kann sich derweil nur eine Minderheit anfreunden; viele sprechen sich in Umfragen für King William V. aus, ohne Umwege über Charles & Camilla. Nicht zuletzt der Riesenerfolg des Kinofilms „The King's Speech“ mit Oscar-Gewinner Colin Firth zeigt, dass die Monarchie immer noch breite Unterstützung findet.

Musik

London ist nicht nur das Zentrum der Musikindustrie, hier werden Trends gemacht. Die Briten kaufen pro Kopf mehr CDs, Vinylscheiben und Downloads als jede andere Nation der Welt, und in jeder Schulklasse gibt's ein paar Typen, die zu Hause in der Garage eine Band aufziehen. Gerade in den letzten Jahren ist auf Londoner Boden eine starke Musikergeneration herangewachsen, vor allem bei den Damen: so unterschiedliche Top-Stimmen wie Lily Allen (Debütalbum „LDN“), der dramatische Rotschopf Florence & the Machine („You've Got the Love“), die junge Adele aus Tottenham, deren „Someone Like You“ das härteste Herz bricht, die unverblümt politische Sri-Lanka-stämmige MIA und die flamboyante halbspanische Soul-Pop-Jazzsängerin Paloma Faith aus Hackney. Zu den neuen Stars zählen auch die Westlondoner Folkies Mumford & Sons, die ruhigen jungen Männer der Indie-Band The xx (Song-Tipp „Crystallised“; The xx drückten die gleiche Schulbank wie das erfolgreiche Electro-Quintett Hot Chip) und der Rapper Plan B aus Südlondon. Britpop ist passé, gab aber dem Rockgitarren-Revival Impulse, junge asiatischstämmige Londoner tanzen zu Bhangra. Das populärste Genre ist urban, Musik aus der Stadt: Garage, Hip-Hop – mit dem designerbebrillten Shooting Star Tinie Tempah – Drum & Bass, R 'n 'B und Mischformen wie grime („Schmutz“).

Olympische Spiele

London durfte 2012 zum dritten Mal Gastgeber der Olympischen Sommerspiele sein. Die Disziplinen verteilten sich über die ganze Stadt, der Großteil jedoch fand im Olympiapark statt. Die Begeisterung der Londoner für die Spiele stieg erst zu Beginn der Olympiade. Dazu beigetragen haben sicherlich der pünktlich zur Auftaktveranstaltung einsetzende Sommer und die 8000 Läufer, die die Fackel zwei Monate durch ganz Großbritannien (inkl. Schottland, Nordirland, Wales und alle Inseln!) über 12800 km getragen haben. Die toughen britischen Sportler eroberten sich Goldmedaillenplatz drei direkt hinter den USA und China. Noch während der Spiele wurden sie zusätzlich durch frisch gedruckte Sportlerbriefmarken geehrt, und die Royal Mail sprühte ihnen zu Ehren einige Briefkästen gold (www.goldpostboxes.com). Der Olympiapark, der durch die Umgestaltung einer Industriebrache im Lea Valley entstand, ist eine groß angelegte Revitalisierung des Londoner Ostens. Die olympischen Anlagen wurden nach den Spielen so umgebaut, dass nun die örtliche Community in Zaha Hadids beeindruckendem Schwimmstadion plantschen kann und im Olympiastadion entweder die Fußballer kicken oder die Leichtathleten schwitzen. Touristen können nach Abschluss der Arbeiten die Aussicht vom ArcelorMittal Orbit genießen, mit der für die Spiele neu errichteten Seilbahn zwischen North-Greenwich und Royal Victoria Docks die Themse überqueren und dabei einen luftigen Blick auf London werfen. Zusätzlich werden 8000 Wohnungen gebaut und neue Fahrrad- und Wanderwege durch das Gebiet der „Grünen Olympiade“ erschlossen. Der Olympiapark erhielt die Postleitzahl E20, die zuvor fiktiv in der TV-Soap EastEnders verwendet wurde. Schlussendlich heißt das Areal Queen Elizabeth Olympic Park – zum Gedenken an ihr Diamond Jubilee 2012.

Politik

Die Houses of Parliament gelten als Vorbild parlamentarischer Demokratie in aller Welt. Die zunächst vom dynamischen Erneuerer Tony Blair, dann vom glücklosen Schotten Gordon Brown geführte (New) Labour Partei wurde 2010 von einer konservativ-liberaldemokratischen Koalition unter Premierminister David Cameron – dem jüngsten Premierminister seit 200 Jahren – und dem etwas konturlosen Nick Clegg abgelöst. Camerons Mantra der „Big Society“, in der alle ihre Rollen und Verantwortlichkeiten finden, bleibt nebulös, während Clegg vor allem von jungen Wählern der Doppelzüngigkeit bezichtigt wird: Die Verdreifachung der Studiengebühren unter Brechung eines Lib-Dem-Wahlversprechens führte zu Straßenprotesten und sogar zu tätlichen Angriffen auf Charles' und Camillas Limousine. Währenddessen initiieren Aktivisten Proteste gegen große Steueroasen-Sparerfirmen und Blockaden großer Kaufhäuser in Zeiten öffentlicher Haushaltskürzungen. Bei einer Volksabstimmung kurz nach Prinz Williams Hochzeit sollte über eine Wahlrechtsreform vom First-past-the-post-System in Richtung Rangfolgewahlrecht entschieden werden, bei dem der Wähler mehrmals abstimmen kann, bis nach Verteilung der Stimmen ein Kandidat über 50 Prozent hat. Die Reform wurde in ganz Großbritannien klar abgelehnt. Bei den Belangen der Stadt hält der konservative, aber exzentrisch-quirlige Bürgermeister Boris Johnson die Zügel in der Hand und wurde bei den Neuwahlen im Mai 2012 wieder bestätigt. Als radelnder Bürgermeister führte er ein Netz umweltfreundlicher Leihräder ein und sorgte bei der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele für gute Stimmung. Im Februar 2012 wurde ein von ihm initiierter Prototyp des von Thomas Heatherwick gestalteten neuen Routemaster-Doppeldeckermodells („Borismaster“) auf die Straße geschickt.

Sport

Wie sagte es doch einmal ein britischer Trainer treffend: „Es gibt Leute, die denken, Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich kann Ihnen versichern, dass es sehr, sehr viel ernster ist …“ London ist eine Sportstadt: Neben den großen Traditionsfußballclubs Arsenal, Chelsea und Tottenham gibt es die Ruderer auf der Themse, die Rugbyspieler im Park, Pubs mit Schildern „Watch the 6 Nations Here!“, und dann natürlich: Wimbledon! Dass das älteste und renommierteste Rasentennisturnier der Welt wieder ansteht, erkennt man daran, dass es Ende Juni/Anfang Juli auffallend viel regnet! Seit 2009 das Faltdach installiert wurde, ist das aber kein Problem mehr – zumindest nicht für den Centre Court. Wimbledon will jeder Profi einmal gewinnen. Der aktuelle britische Tennisstar Andy Murray schaffte dies zwar nicht, holte aber kurz darauf Olympiagold, erstmals seit 100 Jahren! Boris Becker, einst jüngster Wimbledon-Gewinner, berichtet nun für die BBC. Traditionell isst man zum Spiel Erdbeeren mit Sahne.

Teatime

Trotz des Siegeszugs der Kaffeebars ist der schwarze Tee immer noch das Lebenselixier der Londoner. Mit 165 Mio. Tassen Tee pro Tag sind die Briten (nach den Iren) die zweitgrößten Teekonsumenten Europas. Eine cup of tea, kurz „cuppa“, ist das erste, was einem bei Krisen jeglicher Art in die Hand gedrückt wird. Die ältere Generation trinkt Tee auch zum Abendessen zu Hause. Zu 98 Prozent wird der Tee white, mit Milch, getrunken. Die wenigsten Londoner machen sich noch die Mühe, losen Tee aufzubrühen, und ein Teebeutel verbringt heute im Schnitt nur noch 35 Sekunden im Becher (mug). Wen es nach einem Becher starken Tees mit Milch und zwei Stück Zucker verlangt, der fragt nach Builders Tea, nach „Bauarbeiter“-Art. In den letzten Jahren ist eine Renaissance der feinen Teekultur zu beobachten – zunehmend wird auch fair gehandelter Tee getrunken.

Bücher & Filme

Brick Lane

Wer in die Realität des heutigen London eintauchen will, ist mit Monica Alis Roman (2003, verfilmt 2007) gut beraten: Die Geschichte einer jungen bengalischen Einwanderin wird mit einer Mischung von Tragik und Humor erzählt

Saturday

Der Roman (2005, auch auf Deutsch) des Erfolgsautors Ian McEwan beschreibt einen denkwürdigen Tag im Leben eines 48-jährigen Londoner Neurochirurgen

Match Point

In Woody Allens erstem in England gedrehten Film (2005) dient London als Kulisse für die Geschichte eines sozialen Aufsteigers (Jonathan Rhys-Myers), der an eine Femme fatale (Scarlett Johansson) gerät

Hautnah

In Mike Nichols' Film (2004) verheddert sich Jude Law im Geflecht der Liebe und Lügen zwischen einer mysteriösen Stripperin (Natalie Portman) und einer Fotografin (Julia Roberts)

28 Days Later

Danny Boyles düstere Vision (2002) zeigt ein spukhaft verlassenes London, nachdem sich ein tödlicher Virus verbreitet hat. 2007 erschien die Fortsetzung 28 Weeks Later

Fakten

Einwohner
8.908.081
Fläche
1.572 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
20:03 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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