Lissabon

Überblick

Willkommen in Lissabon

In Lissabon braucht man gute Beine. Die alte Seefahrerstadt thront über dem Fluss Tejo. Über sieben Hügel steigt man auf und ab. Doch die kunstvollen Kopfsteinpflaster auf den Bürgersteigen und Treppenstufen, die handgearbeiteten Calçadas, lassen jeden Aufstieg mühelos erscheinen. Lissabon ist eine sture Alte. 20 Jahrhunderte Geschichte – und Wandel im geduldigen Tempo des Fado, der wehmütigen Musik der Portugiesen. Lissabon belohnt jeden Schritt mit Schönheit: Geschichte hängt hier an den Wänden, als "azulejos", als wunderschöne Fliesenkunstwerke an den Fassaden, und sie schwirrt abends als Fado-Melodien durch die Luft, die nach gegrillten Sardinen duftet. Lissabon ist fesselnde Vergangenheit und reiche Kultur, atemberaubende Monumente, mildes Klima und strömendes Licht, sanfte, singende Sprache und außergewöhnliche Fischküche. Warme, freundliche und aufrichtige Menschen leben in Lissabon: die Alfaçinhas.

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Anreise

23h 32min
7h 35min
6h 2min
Frankfurt am Main
Lissabon
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Entdecke Lissabon

Die Anlage der Stadt auf den sieben Hügeln funktioniert wie ein Amphitheater, das Kalkweiß des dekorativen Calçada-portuguesa-Mosaiksteinpflasters reflektiert die Sonnenstrahlen. Dazu diese Farben: das Blau des Himmels über strahlend weißen Kirchen, das sonnige Gelb der Straßenbahnen und Busse, das freundliche Hellrot der Dachziegel, das Lila der Jacarandábäume im Frühsommer und zwischen allem der silbern glitzernde Tejo. Wenn es eine goldene Regel in Lissabon gibt, dann die: Immer genug Speicherplatz auf dem Smartphone haben!

1A Lebensqualität

Ein weiterer Trumpf der Stadt ist Sonne satt. Lissabons 3300 Sonnenstunden im Jahresschnitt sind Spitze in Westeuropa. Das Klima ist mediterran, aber meist weht ein kühlendes Lüftchen vom Atlantik, sodass die Stadt auch im Hochsommer nicht überhitzt. Auch wenn das Meer erst ein Dutzend Kilometer vom Stadtzentrum entfernt beginnt, Ferienfeeling macht sich am Tejo trotzdem schnell breit. Das Flussufer wird immer weiter erschlossen: Wer mag, kann von der Praça do Comércio bis nach Belém spazieren. Und: Noch ist die Stadt bezahlbar. Zwar haben die Preise in den letzten Jahren angezogen, aber es ist immer noch möglich, für 10 Euro wunderbar Mittag zu essen. Und ein günstiges Bett findet sich in einer der weltbesten Hostelstädte auch. Gleichzeitig ist Lissabon eine menschliche Stadt. Só um bocadinho – nur ein Momentchen – ist die beschwörende Antwortformel von Kellnern und Verkäufern auf eilige Bestellungen. In einer Stadt, die schon so viel erlebt hat, sind die Menschen gelassen … Und sie hat viel erlebt: Die Phönizier waren die Ersten, die einen Handelsstützpunkt hier einrichteten. Später hat sich phönizisches, karthagisches, ibero-keltisches, römisches, germanisches, maurisches, jüdisches, afrikanisches, brasilianisches und südostasiatisches Erbe zu einer besonderen Identität vermischt – was sich in Toleranz niederschlug, die heute noch zu spüren ist. Im Stadtbild finden sich Überreste der fünf Jahrhunderte römischer Herrschaft, als die Stadt Olissipo hieß. Etwa steinerne Tanks zum Einsalzen einer Fischwürzsauce, die als begehrte Delikatesse von hier ins gesamte Imperium verschifft wurde. Als die Römer sich Ende des 5. Jh. notgedrungen zurückzogen, um die Grenzen ihres Reichs zu verteidigen, entstand ein Machtvakuum, das schnell besetzt wurde: von Westgoten und Alanen, und von Sueben aus dem heutigen Süddeutschland. Ab Anfang des 8. Jh. überrollten vom Süden die Mauren – arabische Eroberer – die iberische Halbinsel. Ihnen verdankt die Stadt die trutzige Castelo-Burg, in deren Windschatten maurische, christliche und jüdische Bürger in Al Uxbuna lebten.

Multikulti in der Altstadt.

Die verhältnismäßig große religiöse Toleranz fand 1147 ein Ende, nämlich mit der christlichen Rückeroberung durch ein bunt gemischtes Kreuzfahrerheer. Die Mauren wurden in ein Viertel auf der flussabgelegenen Seite des Burghügels gedrängt, in die Mouraria, lange Zeit sozial benachteiligt – heute das trendigste Viertel der Stadt. An Fotomotiven fehlt es hier nie: vielleicht eine Osterprozession, das chinesische Neujahrsfest oder eine Farbbeutelschlacht lachender junger Inder zum Holi-Festival auf dem Multikultiplatz Martim Moniz. Vor einem Jahrzehnt war der Platz, wo sich heute an der Haltestelle der berühmten Straßenbahnlinie 28 lange Schlangen bilden, praktisch noch verwaist. Heute ist der Martim Moniz mit seinen riesigen chinesischen Tierfiguren und Foodständen die multikulturelle Drehscheibe der Mouraria. Im alten Maurenviertel hört man Dutzende von Sprachen; über 50 Nationen leben hier im Großen und Ganzen harmonisch nebeneinander. Das Sprachengewirr gehört ebenso zum Soundtrack von Lissabon wie das Rattern und Brrrrinnnggg der historischen Straßenbahnen oder die Rufe der fliegenden Losverkäufer: Hoje anda a rooooda! („Heute dreht sich das Glücksraaaaaaad!"). Ganz nebenbei: Keine andere europäische Nation gibt pro Kopf so viel Geld für Lose aus wie die Portugiesen! In den warmen Monaten drängen von überall Musikfetzen ans Ohr, Open-Air-Konzerte von Fado bis Oper. Fester Bestandteil der Lissabonner Stadtmusik ist heute auch das Rattern der Touristentrolleys auf dem Kopfsteinpflaster. Weitaus angenehmer fürs Ohr ist die weiche portugiesische Sprache, die mit Kenntnissen anderer romanischer Sprachen zumindest einigermaßen lesbar ist. Beim Verstehen des Gesprochenen sieht es anders aus: Für ungeübte Ohren ist português ein nasaliertes Nuschelfest. Der größte Einschnitt in der Stadtgeschichte war am 1. November 1755: Ein Erdbeben mit einem tagelang wütenden Feuer legte die Stadt in Schutt und Asche. Das furchtbare Beben war DIE Chance für die Stadtplanung: Der Mann der Stunde war der Marquês de Pombal. In Rekordzeit ließ er die neue Baixa hochziehen. Heute ist das Viertel ein Hybrid: Einerseits verdrängen immer mehr Made-in-China- Souvenirshops hundert Jahre alte Läden, andererseits erstrahlen die pombalinischen Fassaden in neuem Glanz. Dass so viel alte Bausubstanz noch existiert – wenn auch zum Teil in desolatem Zustand –, hat übrigens historische Gründe: Portugal blieb im Zweiten Weltkrieg neutral. Diktator Salazar stellte sich mit allen Kriegsparteien gut: Er unterstützte die Alliierten mit einem Luftstützpunkt auf den Azoren, Nazideutschland mit der Lieferung von Wolframit zur Waffenherstellung. In den 1940er-Jahren war Lissabon so der letzte freie Hafen Europas. Hannah Arendt, Heinrich Mann und Stefan Zweig etwa reisten über Lissabon aus und beschrieben den Lichterglanz der Stadt als ein leuchtendes Symbol der Hoffnung im kriegsgeschüttelten Europa. Die Exilanten brachten Neuerungen: beispielsweise die Cafétische draußen in die Sonne zu stellen – heute eine Selbstverständlichkeit. Neu waren auch kurze Röcke und gewagte Badeanzüge in einer Stadt, die noch unter Salazars moralischem grauem Schleier lag. Salazar starb 1970, aber Europas längste Diktatur hielt sich noch eine Weile. Der Polizeistaat wurde am 25. April 1974 durch einen friedlichen Aufstand am Kolonialkrieg verzweifelnder Generäle mit Unterstützung des Volkes weggefegt: durch die „Nelkenrevolution“ – benannt nach den roten Nelken (cravos) in den Gewehrläufen der Soldaten. Nach der Nelkenrevolution mischten sich neue Elemente in den urbanen Mix: die portugiesischen „Rückkehrer“ aus Afrika, die in den neuen unabhängigen Republiken Angola und Mosambik keine Zukunft hatten. Eine halbe Million retornados kam nach Lissabon und wurde integriert, zusammen mit Emigranten aus den ehemaligen Kolonien, portugiesischen Afrikanern, die Chancen im „Mutterland“ suchten. Portugals EU-Beitritt Mitte der 1980er-Jahre war wichtig – auch die Hauptstadt profitierte von EU-Zuwendungen. In den 1990er-Jahren blühte die Stadt auf; Lissabon wurde Gastgeber der Fußball-EM 1994. Zur Expo- Weltausstellung 1998 kam die ganze Welt in die portugiesische Hauptstadt; auf dem Gelände einer Industriebrache entstand ein neues Stadtviertel – das auch zwanzig Jahre später noch gut ins Stadtleben integriert ist. Die schwere Finanzkrise, die 2008 begann, traf Portugal überproportional, 2011 wurde das Land durch einen Kredit der „Troika“ (aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Kommission) über fast 80 Mio. Euro vor dem Staatsbankrott bewahrt. Heute wird überall investiert und saniert, gebohrt und gemauert. Zu Füßen der Alfama entsteht das größte Kreuzschifffahrtsterminal Europas. Langsam arbeiten sich die Portugiesen vom Schlusslicht der europäischen Geburtenstatistik mit einer entsprechend überalterten Hauptstadt wieder nach oben. Von den 550 000 Einwohnern Lissabons (Großraum 2 Millionen) leben übrigens nur wenige Zehntausende in der historischen Altstadt. Der Ort, der Touristen besonders reizt …

Wohnen oder Sightseeing?

Tja, der Tourismus. Der Boom ist natürlich willkommen: Ein immer größerer Teil des Bruttosozialprodukts wird mit dem Tourismus erwirtschaftet. In den Gassen von Alfama und Mouraria werden reihenweise Wohnungen saniert, mit dem Ziel, sie anschließend auf Ferienwohnungs-Plattformen wie Airbnb anzubieten. Wohnungseigentümer ziehen aus den beliebten Altstadtstraßen in umliegende Viertel, um ihre eigene Wohnung für Touristen freizumachen. Einheimische finden oft keinen bezahlbaren Wohnraum mehr: Die Gentrifizierung ist auch hier angekommen. Ein Tourenanbieter nennt sich selbstironisch „We Hate Tourism“ – und hat auch noch Erfolg damit! Was man vermeiden möchte, ist ein „zweites Barcelona“, ein thematischer „Erlebnispark Lissabon“ mit wenigen „Ureinwohnern“, die von Tuk-Tuks aus bestaunt und geknipst werden. Jetzt, nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, hat man Ferienwohnungen in bestimmten Altstadtvierteln wie Alfama und Mouraria untersagt. Was steht sonst an in den nächsten Jahren? Die Stadt dehnt sich nach Osten aus. In Marvila, zwischen Innenstadt und Expogelände, werden riesige Lagerhäuser entlang des Tejo renoviert, und hinter wunderschönen Fassaden aus der vorletzten Jahrhundertwende ziehen coole Galerien, Bars und Co-Working-Räume ein. Auf der anderen Seite des Tejo entsteht ein neuer Flughafen, um den Aéroporto Humberto Delgado zu entlasten – dieser wurde übrigens 2016 zu Ehren des „Generals ohne Furcht“, der sich Diktator Salazar entgegenstellte, umbenannt. Lissabon hat mächtig Selbstvertrauen gewonnen und spielt statt fado triste souveräne Zukunftsmusik!

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Rossio: Vom Rossio, offiziell Praça Dom Pedro IV, gehen Sie entweder ebenerdig in 10 Min. durch die Baixa zum Tejo-Ufer oder bergauf zum Castelo de São Jorge in ca. 20 Min. Oder Sie nehmen die Rua do Carmo in Richtung Chiado für Shopping und interessante Museen. Wen es ins Vergnügungsviertel Bairro Alto zieht, der geht zum Platz Restauradores und nimmt die Standseilbahn Elevador da Glória. Die Metrostation ist Rossio (grün); viele Buslinien passieren den Platz, inklusive der Schnellbus Nr. 91.

Einkaufen

Die meisten Läden finden Sie in der Unterstadt Baixa (besonders gut für Schuhläden), im schicken Chiado und an der Avenida da Liberdade sowie der Avenida da Roma. Im Bairro Alto (Oberstadt) gibt es viele witzige neue Läden mit flippiger Mode, Musik und schrägen Wohnaccessoires – geöffnet häufig erst ab 15 Uhr, aber dafür meist bis spätnachts.

Am Abend

Die Ausgehmeile der Stadt mit zahllosen Kneipen und Bars ist das Bairro Alto (Oberstadt). Später in der Nacht verlagert sich das Geschehen nach Cais do Sodré am Tejo-Ufer und weiter westlich an die Docas (Hafenbecken) de Alcântara und de Santo Amaro. Der Stadtteil Santos, rund um die Avenida D. Carlos I, ist ein U18-Kiez mit günstigeren Restaurants, Bars und Clubs.

Gut zu wissen

Anreise

Mit der Bahn (bahn.de | cp.pt) zu fahren – mit Umsteigen in Paris, dann in Hendaye/ Irun und mit dem Sul-Express nach Lissabon für eine Ankunft morgens früh – hat seinen Charme, ist aber hochpreisig (ca. 400 Euro) und langwierig (ca. 24 Std.; bei der Rückfahrt muss eine Übernachtung in Paris eingelegt werden). Klar: Wer einen Lissabon-Besuch mit anderen europäischen Stationen verbinden kann, ist mit einem Interrail-Ticket gut dabei. Die Deutsche Touring (Tel. Servicehotline 069 9 71 94 48 33 | eurolines.de) startet von vielen deutschen Städten aus nach Lissabon. Von Frankfurt/ Main kostet die Busfahrt hin und zurück mindestens 240 Euro und dauert rund 32 Stunden (eine Strecke!).

Viele Gesellschaften fliegen Lissabon direkt an. Über Suchmaschinen wie Skyscanner oder direkt bei den Airlines bekommst du einen Flug ab 250 Euro mit TAP, Lufthansa, Easyjet, Ryanair oder Eurowings. Die Flugzeit ab Frankfurt/ Main beträgt ca. 2 ½ Std. Der Flughafen Humberto Delgado liegt keine 10 km nördlich vom Stadtzentrum; der neue Ergänzungsflughafen auf dem anderen Flussufer geht frühestens 2022 in Betrieb.

Metroanschluss z. B. zum Rossio: rote Linie bis Alameda, dort in die grüne umsteigen (Fahrt 1,50 Euro, plus 50 Cent für eine Kombikarte, s. Öffentl. Verkehrsmittel). Der AERO-Shuttlebus in die City startet vor der Ankunftshalle (tgl. 8–23 Uhr alle 20 Minuten | 4, online 3,60 Euro | aerobus.pt), nur in diesem Bus werden große Koffer mitgenommen. Ein Taxi in die City kostet um die 12 Euro, die Taxi-Voucher von der Touristeninfo in der Ankunftshalle lohnen sich mit 21 Euro nicht. Achtung: Bei Taxifahrten kommt Nepp vor, deshalb besser zum Taxistand der Abflughalle (Partidas) gehen. Dorthin kannst du auch ein Uber-Taxi bestellen, wenn du die Uber-App auf dem Smartphone hast. Auch Cabify, Bolt und Kapten sind in Lissabon aktiv.

Auskunft in Lissabon

Touristeninformationen (Turismos)

– Palácio Foz | Praça dos Restauradores | Tel. 2 13 64 33 14 | askmelisboa.com | tgl. 9–20 Uhr | Metro (blau) Restauradores

– Flughafen Humberto Delgado (Ankunftshalle) | Tel. 2 18 45 06 60 | tgl. 7–24 Uhr

– Bahnhof Estação de Santa Apolónia (Terminal Internacional) | Tel. 2 18 82 16 06 | Mo–Sa 8–13 Uhr

– Lisboa Welcome Center | Praça do Comércio | Tel. 2 10 31 28 10 | tgl. 9–20 Uhr | Metro (blau) Terreiro do Paço

Banken & Kreditkarten

Banken sind Mo–Fr 8.30–15 Uhr geöffnet. Mit EC-Karte bekommst du an Automaten (Multibanco) Geld; die häufigen, blau-gelben EURONET-ATMs sind übersichtlicher in der Anwendung (und teurer) als die portugiesischen Multibancos. Ausländische Kreditkarten werden meist nur in großen Läden, Restaurants, Hotels etc. akzeptiert. In kleinen Läden und bei Taxifahrern bricht spätestens bei 50-Euro- Scheinen die Wechselgeldkrise aus.

Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Campo dos Mártires da Pátria 38 | Tel. 2 18 81 02 10 | Mo–Fr 9–12 Uhr | Notfall- Tel. 9 65 80 80 92 | lissabon.diplo. de | Metro (blau) Restauradores | dann Elevador da Lavra | Bus 760, Mártires da Pátria

Österreichische Botschaft

Av. Infante Santo 43 | 4. Stock | Tel. 2 13 94 39 00 | Mo–Fr 9.30–13 Uhr, nach Voranm. auch bis 17 Uhr | Notfall- Tel. 9 62 51 41 11 | embaixadadaaustria.pt | Bus 720–738 Av. Infante Santo (Gasómetro)

Schweizerische Botschaft

Konsularische Angelegenheiten (Visa, Ausweise) nur über Madrid. Travessa do Jardim 17 | Tel. 2 13 94 40 90 | Mo– Fr 9–12 Uhr | eda.admin.ch/lisbon | Eléctrico 25, 28 R. Domingos Sequeira

Mietfahrzeuge

Alle großen Anbieter (Hertz, Avis, etc.) sind in Lissabon vertreten, aber Geld lässt sich sparen bei InterRent am Flughafen und Santa Apolónia-Bahnhof (interrent.com). Es genügt ein deutscher Führerschein. Achtung: Warnwesten- und Gurtpflicht! Hohe Strafen! Tempolimits: auf Landstraßen 90 km/ h, auf Autobahnen 120, bei Führerscheinbesitz unter einem Jahr 90 km/ h. Promillegrenze: 0,5. Scooter verleiht u. a. Lx Rent a Scooter (tgl. 9.30–18.30 Uhr | Campo das Cebolas 21 | lxrentascooter.pt)

Notruf

Polizei und Unfallhilfe: Tel. 1 12 (landesweit)

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Carris ist Betreiber der Stadtbusse, Eléctricos (Straßenbahnen, zu erkennen am E hinter der Liniennummer) und Elevadores (Aufzüge). Streckenpläne findest du an Bushaltestellen oder unter carris.pt. Die U-Bahn (Metro, metrolisboa.pt) ist schnell und bequem, Züge fahren von 6.30 bis 1 Uhr. Wer das Ticket an Bord kauft, zahlt für eine Busfahrt in der Innenstadt 1,80 Euro, für eine Metrofahrt 1,95 Euro. Am praktischsten und günstigsten sind aufladbare Chipkarten für alle Verkehrsmittel. Die weiße oder grüne 7-colinas- oder viva-viagem-Karte kostet 0,50 Euro, zum Aufladen (zapping) ab 5 Euro. Du bekommst sie an den Metrostationen, in der Casa da Sorte (Praça da Figueira) und Postämtern. Überall dort kannst du die Karte nach Bedarf auch wieder aufladen. Der Zapping-Modus ist praktisch, wenn du auch mal die Vorortszüge und die Pendlerfähre nehmen willst. Ein Tagesticket für Metro, Straßenbahnen (inkl. 28E), Busse, Standseilbahnen und Elevadores kostet 6,30 Euro. Die Automaten an den Metrostationen bieten ein englischsprachiges Menü (Kleingeld bereithalten!) und manchmal sogar Personal zur Hilfestellung. 

Online oder bei den Turismos bekommst du die Lisboa Card, mit der du kostenlos alle öffentlichen Transportmittel benutzen kannst. Außerdem ist der Eintritt in Museen und Sehenswürdigkeiten gratis oder mit Rabatt. Sie kostet für 24 Std. 19 Euro, für 48 Std. 32 Euro und für 72 Std. 40 Euro. Achtung, gut kalkulieren: Die Lisboa Card (visitlisboa.com) lohnt sich hauptsächlich für Museum-Maniacs, die auch nach Sintra fahren möchten, dagegen am Sonntag und Montag gar nicht, da am Sonntagmorgen meist freier Eintritt und montags geschlossen ist.

Personenfähren verkehren im 20-Minuten- Takt ab ca. 5.30 bis ca. 2 Uhr. Fährstationen am Cais do Sodré, Terreiro do Paço und in Belém. Tickets auf die andere Seite des Tejo kosten je nach Ziel zwischen 1,15 Euro und 2,70 Euro. Achtung: Nach Trafaria und P. Brandão geht die letzte Fähre schon um die 21 Uhr. transtejo.pt

Vorortzüge (Comboio suburbano): Die Züge nach Estoril/ Cascais fahren im 20-Minuten-Takt ab Cais do Sodré, Ticket 2,20 Euro, die Fahrt nach Cascais (über Stationen mit Strand-Infrastruktur wie z. B. Carcavelos) dauert ca. 35 Minuten. Die Züge nach Sintra verkehren im 20-Min.-Takt ab Bahnhof Rossio, Fahrtzeit 45 Min., Ticket 4,60 Euro (hin und zurück), cp.pt. Unbedingt vorher die Zapping-Karte kaufen, um nicht in der langen Schlange zu stehen! Es gibt verschiedene Kombitickets mit Zug/ Bus und Palästen, wie die Sintra Green Card. Eine Alternative ist das neue 10,15-Euro-Ticket: 24 Std. für alle Lissabonner Verkehrsmittel plus Sintra und Cascais.

Busse der Gesellschaft TST (tsuldotejo. pt) nach Costa da Caparica, dem Startpunkt für kilometerlange Strände, fahren ab Praça Espanha (Nr. 153) und Areeiro (Nr. 161), ca. 7,50 Euro hin und zurück. Carris-Beach Shuttle in der Saison (10 Euro, drei Hin- und Rückfahroptionen).

Polizei

Es gibt eine Polizeiwache mit 24-Std.- Service speziell für Touristen (PSP-Esquadra de Turismo | Tel. 2 13 42 16 23 | Palácio Foz | neben dem Turismo am Praça dos Restauradores | Metro (blau) Restauradores) und eine weitere in der Rua da Prata 68.

Post

Öffnungszeiten der Postämter: Mo–Fr 9–18 Uhr. Hauptpostamt an der Praça dos Restauradores | Mo–Fr 8–22, Sa/So 9–18 Uhr. Briefmarken (selos) gibt es auch an Automaten und in Tophotels. Briefe heißen cartas, Postkarten postais. Das Porto für Briefe wie Karten in den EU-Raum beträgt 86 Cent. Achtung: Manch gewiefter Souvenirladen verkauft sie für 1 Euro oder mehr, der Wert steht nicht auf der Marke! Briefkästen sind rot, Expresspost (Correio Azul) (kostet mehr) blau. Post nach Deutschland dauert 3–5 Tage.

Sicherheit

Gemessen am europäischen Durchschnitt ist die Kriminalitätsrate in Portugal nach wie vor gering, aber der Taschendiebstahl hat zugenommen. Vorsicht gilt vor allem dort, wo es Gedränge gibt, etwa in der Linie 28 oder der Baixa-Fußgängerzone, in der Castelo- Gegend und auch schon in der Graça. Lass persönliche Dokumente unbedingt sicher im Hotel(-safe) und nimm nur so viel Bargeld mit, wie du brauchst.

Stadttouren
Bikeiberia

Biketouren durch die Stadt, auch (E-) Bike-Verleih. Sympathisch: Dein Rad kann dir auch ans Hotel gebracht werden. Wie wär‘s mit der aktiven City-Strand- Kombi: Nach Belém radeln, dort die Trafaria- Fähre nehmen, so kommt man schnell zum São-João- Strand an der Costa da Caparica. Tgl. ab 9.30 Uhr | Largo Corpo Santo 5 | Tel. 2 13 47 03 47 | Tel. 9 69 63 03 69 | bikeiberia.com

Halcyon I

Die wunderschön restaurierte „Halcyon I“ startet zu Segelschifffahrten: Exklusivtörns von den Docas zu Füßen der Alfama für kleine Gruppen ab 2 Personen. Es wird täglich gesegelt, kontaktier einfach Skipper Luis! Oder wie wär es mal mit einem Silvester- Feuerwerks-Törn? Nach Voranmeldung | ab 45 Euro | Doca de Alcântara | Pier 701 | Tel. 9 13 67 19 56 | Eléctrico 15 Cais da Rocha | Vorortszug von Cais do Sodré: Santos | Bus 714 Praça da Armada, nach einem Holzpavillon Ausschau halten

Lisboa Autentica

Hochoriginelle Stadtführungen eines jungen engagierten Teams, auch auf Deutsch: z. B. „Lisbon Essential“ mit praktischen Tipps (3 Std., ab 3 Personen, Voranm. nötig, 35 Euro inkl. Getränk und Süßspeise sowie ÖPNV) Oder radel die fiesen Hügel der schönen Serra de Sintra hoch – mit einem E-Bike ein Klacks! Kulinarik-Tour ab 40 Euro pro Nase ab 2 Personen. Tel. 9 13 22 17 90 | Tel. 9 69 23 38 91 | lisboaautentica.com/de

Lisbon by boat

Auf diesen angenehmen Flusstouren in sympathischer Begleitung werden die Infos zur Stadt mit leckeren Azorenkäse- Häppchen garniert, plus Bierchen, Kaffee oder Tee. Wenn der Wind weht, wird das Segel gehisst. Gut mit einem Belém-Tag zu verbinden: Den Bus mit dem Ticketverkauf und den Anleger in der Marina (Doca de Belém) findest du direkt auf der linken Seite, wenn du, vom Hieronymuskloster kommend, von der Unterführung hochsteigst. lisbonbyboat.com

Mouraria Stadtführungen

Zweisprachige Führungen (Port. und Engl.) durch das so altehrwürdige wie aktuelle Trendviertel (20 Euro pro Person bei 2–4 Personen). Ab zwei Personen kann man auch eine private deutschsprachige Führung buchen. Treffpunkt: Nossa Senhora da Saúde- Kirche Sa 15 Uhr | Martim Moniz | facebook: Renovar a Mouraria | Eléctrico 28, Metro (grün) Martim Moniz.

Wild Walkers

So „wild“ sind diese englischsprachigen Stadtführungen gar nicht, aber originell und engagiert. Mo, Mi, Fr geht’s durchs moderne Lissabon, Do, Sa, So durch die Altstadt. Das Ganze läuft auf Trinkgeldbasis (Richtwert: 4–5 Euro). Tgl. 10.30 Uhr | Treffpunkt Rossio, Brunnen vor der Statue (achte auf das rote T-Shirt) | wildwalkers.eu | Metro (grün) Rossio. Die „Wilden Wanderer“ bieten Mi, Sa und So (Treffpunkt Rossio, 20.30 Uhr) einen Fadoabend an (Festpreis inklusive Abendessen 30 bzw. 25 Euro für Walk-Teilnehmer). Um 23 Uhr findet das „Kneipenkriechen“ (Pub Crawl) im Bairro Alto unter portugiesischer Partyleitung statt. Gut für einen ersten, günstigen Überblick über die Szene (Treffpunkt Largo Luis de Camões | Sommer tgl., Winter Mo, Mi–Sa, | 15 Euro inkl. großzügiger Getränke | Metro (blau, grün) Baixa-Chiado).

Taxi

Taxifahren in Lissabon ist günstig. Die Taxis sind meist schwarz mit grünem Dach. Taxiruf: Radio Taxis de Lisboa | Tel. 2 18 11 11 11. Der Taxameter wird beim Start auf 3,90 Euro geschaltet, Gepäck (1,60 Euro) und Taxiruf (0,80 Euro) kosten extra. Schwarze Schafe, die einen übers Ohr hauen möchten, gibt es leider häufig am Flughafen. Bestehe darauf, dass der Taxameter eingeschaltet wird, und mach im Zweifel ein Foto von der Lizenz des Fahrers.

Telefon & Handy

EU-weit wurden Roaminggebühren abgeschafft. Dies bedeutet nicht, dass eine Flatrate für das deutsche Netz auch automatisch eine Flatrate für das portugiesische Netz ist. Fürs mobile Surfen gelten die Konditionen deines Vertrags und Anbieters. Batterie leer? Eine Powerbank in der Handtasche ist eine gute Anschaffung (z.B. bei vodafone oder fnac). Wer im Café höflich nach einer tomada (Steckdose) fragt, dürfte meistens Erfolg haben. Öffentliche Telefonvorwahl nach Portugal: 0 03 51, nach Deutschland: 0049, nach Österreich: 0043, in die Schweiz: 0041.

Trinkgeld

Die Portugiesen sind keine Trinkgeldgeier, freuen sich aber natürlich über eine gorjeta für guten Service. Als Richtwert im Restaurant gelten 10 Prozent des Rechnungsbetrags; mittags oder im Café ist weniger okay.

Vorverkauf

Karten für Kultur- und Sportveranstaltungen sind hier erhältlich: ABEP-Kiosk (Praça dos Restauradores | Av. da Liberdade | nahe Hauptpost und Turismo | Metro (blau) Restauradores); Fnac (Armazéns do Chiado | tgl. 10–23 Uhr | fnac.pt | Metro (blau, grün) Baixa-Chiado)

WLAN

Gratis-WiFi verbreitet sich immer mehr, wer online ist, hat Zugang zu allen wichtigen Stadtinfos. Wo es keines gibt: vodafone (vodafone.pt) z. B. bietet für 20 Euro ein Paket mit 5GB Daten plus SMS national und international.

Zeit
– 1 Stunde Zeitverschiebung

In Portugal gilt die Greenwich-Zeit. Es ist dort also eine Stunde früher als in Mitteleuropa.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Touristen Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausführen. Als Richtwerte gelten u. a. 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen. Schweizer Touristen dürfen zollfrei einführen: 1 l Spirituosen, 5 l Wein und 250 Zigaretten.

Gepäck

Flugzeug landet um 9 Uhr morgens, Airbnb-Check-in ist erst nachmittags möglich? Kein Thema: Es gibt überall Möglichkeiten, sein Zeug abzuladen. 24 Stunden zugänglich sind die Schließfächer (citylockers.pt) an der Praça da Figueira und Martim Moniz. Ansonsten kommerzielle Anbieter: Dropbags & Go neben der Anjos-Metrostation; die Drogerie von Dona Laurinda in der Partymeile der Mouraria (Rua São Cristóvão), auf halber Höhe der Rua do Bemformoso, und im angesagten Graça-Viertel die coole Camones- Lounge & Luggage Storage, mit Sofas, superschnellem Internet und Miniküche (facebook: Camones).

Tuk-Tuk

Die asiatisch inspirierten, bunt bemalten Tuk-Tuk-Wägelchen, die durch die engste Gasse passen, haben die Stadt erobert und warten an der Kathedrale, entlang der Rua de Julião in der Baixa oder der Rua Garret im Chiado. Nimm unbedingt die elektrisch betriebene, geräuschlose Variante, etwa von Ecotuktours (ecotuktours.com).

Strom
Typ C

Alles wie zu Hause!

Medizinische Notfälle

Die europäische Krankenversicherungskarte EHIC gilt auch in Portugal. Deutsch sprechende Ärzte bei Botschaften erfragen. Bei den privaten Hospitais wird die Kreditkarte belastet. Notfallstation mit 24-Stunden-Dienst: Hospital de São José (Rua José António Serrano | Tel. 2 18 84 10 00 | Metro Martim Moniz)

Verkehr

In der Stadt bringt Selbstfahren nur Stress: wenig Parkplätze, enge Straßen voller Passanten, genervte Lissabonner, häufig sind die Straßen verstopft. Die grüne Versicherungskarte ist Pflicht. Taxifahren ist günstig, es gibt ein gutes städtisches Verkehrsnetz und Tuk-Tuks. Uber ist seit 2018 komplett legal und funktioniert gut – die Sympathie und Serviceorientiertheit der Fahrer steht in angenehmem Kontrast zu den oft schlecht gelaunten und -informierten Taxifahrern. Das neuste ist die Lime S-App für schnittige Roller. Das Einloggen kostet 1 Euro, dann jede Minute 15 Cent.

Was kostet wie viel?

Wein

12 Euro für eine Flasche Hauswein

ÖPNV

6,15 Euro Tageskarte

Espresso

0,60-1,50 Euro für eine Tasse

Kuchen

1-4 Euro für ein Stück

CD

12 Euro CD mit portugiesischer Musik

Fado

20 Euro Mindestverzehr in einem größeren Fadolokal

Low Budg€t

Sehenswertes

An Sonntagen ist in den meisten Museen und Sehenswürdigkeiten häufig bis 14 Uhr der Eintritt frei.

Familienfreundlicher und günstiger Fußballnachmittag mit Tejo-Blick? Möglich ist das im Restelo-Stadium des Zweitligisten „Belenenses“: Estádio de ResteloAvenida do Restelo213017881www.osbelenenses.ptTickets für 7–15 Euro kauft man vor Ort

Essen & Trinken

Die Terrasse ist das Beste an der katholischen Kantine A.C.I.S.J.F.Travessa do Ferragial1213240910Mo–Fr 12–15 UhrEléctrico28R. Vitor Cordon/R. Serpa Pinto, kurz „Die Nonnen“ (as freiras) genannt. Hier bekommt man ein Mittagsessen (Selbstbedienung) für 6,20 Euro, Snacks für 1–2 Euro.

Der Renner sind die hauchdünnen Schweinefilets vom Blech (lombinhos na chapa). In der winzigen Adega dos LombinhosRua dos Douradores52218878028Mo–Sa 7–21 UhrMetro(blau, grün)Baixa-Chiado schmeckt es vorzüglich, ein Essen kostet um 6 Euro.

Einkaufen

Im Centro Comercial MourariaPraça Martim MonizMo–Sa 9–20 UhrMetro(grün)Martim Moniz bieten auf mehreren Etagen chinesische, afrikanische und indische Händler Kleidung, Schmuck, Haushaltswaren, Lebensmittel etc. zum Großhandelspreis an. Auch in den kleinen Seitenstraßen rundherum gibt es Hunderte von winzigen Läden und günstigen Restaurants.

Weine aus allen Regionen Portugals mit Gratisproben bei ViniportugalPraça do Comérciowww.viniportugal.ptDi–Sa 11–19 UhrMetro(blau, grün)Baixa-Chiado

Am Abend

Lissabons Nightlife ist noch günstig. Für ein kleines Bier auf der Straße im Bairro Alto müssen Sie oft nur 1 Euro hinlegen, für einen Halbliter-„Eimer“ Caipirinha weniger als 5 Euro.

Damit die Clubs auch unter der Woche gut besucht sind, bekommen Frauen in vielen Läden ihre Drinks gratis. Die Ladies Nights sind auch bei den Gentlemen der Renner. Di im Dock's (an der Doca da Alcântara), Mi imPlateauEscadinhas da Praia7 und im WRua Maria Luísa Holstein13.

Übernachten

Low-budget-Hotelbuchung: www.hostelbookers.com

Zentral gelegen, trendy Design, sehr gepflegt: Lisbon Lounge HostelRua São Nicolau41213462061www.lisbonloungehostel.comab 18 Euro/Person, Frühstück inkl.44 BettenDZ und Mehrbettzi.Metro(blau, grün)Baixa-Chiado. DVDthek, Küche, freie City-Touren, gratis WLan, Fahrradverleih; günstiges Drei-Gänge-Dinner.

Das Traveller's HouseRua Augusta89210115922www.travellershouse.comab 18 Euro/Pers., Frühstück inkl.65 BettenDZ und Mehrbettzi.Metro(blau, grün)Baixa-Chiado in der Baixa wurde 2011 zum weltbesten Hostel gekürt. Musik-/TV-Lounge, DVDthek, Küche, gratis WLan.

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Ano Novo (Neujahr)

Februar/März

Carnaval/Entrudo (Faschingsdienstag)

Im April

Sexta-feira Santa (Karfreitag), Páscoa (Ostersonntag)

25. April

Dia da Liberdade (Tag der Freiheit)

1. Mai

Dia do Trabalhador (Tag der Arbeit)

Im Mai

Corpo de Deus (Fronleichnam)

10. Juni

Dia de Portugal/Dia de Camões (portugiesischer Nationalfeiertag)

15. August

Assunção de Nossa Senhora (Mariä Himmelfahrt)

5. Oktober

Dia da República (Tag der Republik)

1. November

Todos-os-Santos (Allerheiligen)

1. Dezember

Dia da Restauração (Unabhängigkeit Portugals von Spanien 1640)

8. Dezember

Imaculada Conceição (Mariä Empfängnis)

25. Dezember

Natal (Weihnachten)

Veranstaltungen
Februar

Wechselnde Daten (2021: 12. Feb., 2022: 1. Feb.): Chinesisches Neujahr; Drachen winden sich durch die Sraßen von Chinatown um Martim Moniz. Konzerte, Food & Feng Shui (facebook: Ano Novo Chinês)

Februar/März

Karneval (entrudo Faschings-Di), brasilianisch angehauchter Nachbarschafts- Karneval mit kostümierten Umzügen in vielen Vierteln, Schwerpunkt Parque das Nações

März

Mitte des Monats: EDP Meia Maratona (Voll- und Halbmarathon) von der 25.-Abril-Brücke nach Belém

Mitte des Monats: Moda Lisboa/Fashion Week (Pavilião Carlos Lopes/ Parque Eduardo VII | modalisboa.pt); im Okt. nochmal

Holi, das indische Fest der Farben, mit Epizentrum auf dem Martim Moniz (facebook: Happy Holi)

Peixe em Lisboa, Fischfest im noblen Pátio da Galé (Praça do Comércio), mit Showcooking und großem Gastro-Aufmarsch (peixeemlisboa.com)

Ende des Monats: Caparica Surf Fest, eine Woche lang Wellenreiter- und Bodyboard-Turniere, Konzerte, Partys (beachcam.meo.pt)

Alle Sa im März: Serões músicais no Palacio da Pena. Die Touris sind noch nicht da – die Gelegenheit zum gepflegten Musikgenuss im Palast von Sintra (parquesdesintra.pt)

April

25. April: Parade der kommunistischen Partei PCP auf der Avenida da Liberdade zum Jahrestag der Nelkenrevolution am 25.4.1974

Ende April: Dias da música, drei Tage Klassik-Konzertmarathon im Centro Cultural de Belém (ccb.pt)

Ende April (10 Tage): Indie Lisboa (indielisboa.com), internationales Independent Filmfestival

Mai

So nach dem 4. Mai: Procissão de Nossa Senhora de Saúde, die Prozession Unserer lieben Frau der Gesundheit durch die Mouraria, zum Gedenken an das Ende der Pestseuche 1580, ist die älteste Prozession der Stadt. Das alte Portugal der Traditionen lebt auch in der City!

Mitte Mai: ARCO Lisboa, Internationale zeitgenössische Kunst in der Cordoaria Nacional; das Gebäude an sich ist schon interessant! (ifema.es/arcolisboapr_01)

Lisbon Restaurant Week: Die Gourmettempel öffnen ihre Tore; für 20 Euro (Getränke extra) kannst du dir Top-Gastronomie geben. Und: Von den 20 Euro wird einer für wohltätige Zwecke verwendet (nochmal im September)

Ende Mai: Feira do Livro, Bücherfest mit Konzerten, Street-Food und Präsentationen (nachmittags, Fr–So bis 23 Uhr | feiradolivrodelisboa.pt | Metro (blau, gelb) Marquês de Pombal), Buchmesse im Parque Eduardo VII

Juni/Juli

Heiliger Sardinensack! Fast einen Monat lang werden die Arraiais gefeiert: Straßenfeste mit Musik und Tanz, gebratenen Sardinen und Wein. Ein hipper Arraial mit mehr Klasse und weniger Gedränge findet in einer der alten Arbeitersiedlungen der Graça statt (facebook: Vila Berta).

Einer der Höhepunkte: die Parade Marchas populares (ab 21 Uhr | Av. da Liberdade). Ein Höhepunkt im Festkalender: Casamentos de Santo António am 12. Juni, dem Vorabend des Dia de Santo António: Paaren aus ärmeren Verhältnissen wird von der Stadt die Hochzeit mit allem Drum und Dran gesponsert. In der Sé und der Câmara Municipal (Rathaus) ab 14 Uhr

Lisboa em festa: Ausstellungen, Märkte und Konzerte; Kultursommer zum Nulltarif: Open-air-Fados und mehr. Man weiß kaum, wo man zuerst hin soll (egeac.pt | cm-lisboa.pt)!

Anfang/Mitte Juli: NOS Alive, drei Tage große Pop- und Rock-Namen in Algés am westlichen Rand der Stadt (nosalive.com)

Juli

Mitte Juli: Superbock Superrock, Rock- und Metalfestival mit einer Prise Hip-Hop im Parque das Nações (superbocksuperrock.pt)

Festival EDP Cool Jazz: Der Stromversorger EDP sponsert Open-Air-Jazzkonzerte in Cascais. Namen wie David Byrne, Norah Jones, Gregory Porter. Und: eines der ökologisch korrektesten Festivals (edpcooljazz.com)!

August

Anfang Aug.: Aurafestival. Es werde Licht! Lichtkunst ist im mystischen Sintra grad richtig (aurafestival.pt)

Anfang Aug.: Jazz em Agosto, internationales Jazzfestival (10 Tage) mit Top Acts (musica.gulbenkian.pt/jazz)

Mitte Aug.: O Sol da Caparica. Beim größten öffentlichen Musikfestival Portugals an der Surfküste gibt’s auch Straßenkunst, (Zeichentrick-) Filme, u.v.m. Einer der vier Tage ist speziell auf Kinder ausgelegt (osoldacaparica.pt)

September

1.–30. Sept.: Feira da Luz. So ein richtiges Volksfest, in Carnide am Stadtrand, mit vielen Gratis-Events, Fadound Popkonzerten u.a. – ein populäres Mega-Event

Mitte Sept.: Festival Todos. Todos heißt „alle“, und drei Tage lang feiert das multikulturelle Lissabon in São Vicente und auf dem Santana-Hügel mit Konzerten, Tanz u.a., oft an spannenden Orten; z.B. mongolisch-bulgarisch- französische Musik in einer historischen Kapelle, so Sachen halt ... (festivaltodos.com)

Mitte Sept.: Lisbon Busking Festival, Straßenmusik am Hipster-Spot (facebook: Chapéus na Rua)

Ende Sept.: Festival Iminente, Musikund Kulturfestival unter der Leitung des Stars der Straßenkunst, Vhils, im Restaurante Panorâmico im Monsanto- Park. Cooler geht’s nicht, und die Tagestickets sind nicht teuer (facebook: Festival Iminente)

Ende Sept.: Lumina Cascais, Lichtfestival in Cascais (lumina.pt)

Oktober

Anfang Okt.: Lisbon Food Week, thematische Dinners, Showcooking, Restaurantrouten unter dem Motto „Let‘s Eat it All!“ (lisbonfoodweek.pt)

Mitte Okt.: Marathon und Halbmarathon (facebook: EDP Maratona de Lisboa)

Ende Okt.: DocLisboa. Lissabons wohl bekanntestes Filmfestival zeigt zehn Tage lang spannende Dokus aus aller Welt im schönen Art-déco-Kino São Jorge an der Avenida Liberdade. Tickets 4 Euro (doclisboa.org)

3. Sa im Okt.: World Singing Day, europaweites Singfestival (facebook: World Singing Day)

Ende Okt.: Jameson Urban Routes, Indoor-Festival der aktuellen Musikszene im coolen Club Musicbox Lisboa

November

Anfang Nov.: Web Summit. Bis 2028 findet das Treffen der Informatik-Nerds, laut Forbes die „beste Technologiekonferenz auf dem Planeten“, in Lissabon statt, mit einer hochkarätigen Frauenpräsenz, ab 2019 in den Messehallen der Expo (websummit.com)

Misty Fest, Mix-Musikfestival mit Jazz und Klassik (misty-fest.com)

Ende Nov.: Super Bock em Stock. Das Festival gibt’s seit 2008, die Musik ist immer neu, über 50 Acts in über zehn Veranstaltungsorten um die Av. da Liberdade herum; Gelegenheit, unbekannte Ecken der Nobelmeile zu entdecken

Dezember

Glühwein muss sein? Kein Problem: Vorglühen und Riesenradfahren gibt’s auf dem Weihnachtsmarkt im Parque Eduardo VII

Die atmosphärischen vorweihnachtliche Musikkonzerte in vielen Kirchen sind meist gratis! Nur sollte man sich warm anziehen (egeac.pt)!

Im Trend

Zuckrig
Achtung Kalorienbombe

Lissabon liebt es süß. Nicht nur die inneren Werte der Kalorienbomben müssen stimmen, sondern auch das süße Äußere. Betycatbetycat.blogspot.com macht traumhafte Kuchen – in Form von Lissabons Sehenswürdigkeiten. Bei Hand Maniahandmania-bolos.blogspot.com werden aus regionalen Zutaten in Handarbeit zuckersüße Backwerke geschaffen. Pastéis de CervejaRua de Belém15-17 backt nach einem alten Geheimrezept mit Bier. Einfach köstlich!

Hingucker
Modedesign

Meterlange Stoffbahnen werden von StorytailorsCalçada do Ferragial8www.storytailors.pt zu kleinen, völlig tragbaren Kleiderkunstwerken verarbeitet. Nüchterner kommen die Entwürfe von Alexandra Moura Rua Dom Pedro V77www.alexandramoura.com daher, während Ricardo Dourados Designs geradezu futuristisch anmuten, z. B. bei AkiraCalçada do Combro8. www.dinoalves.eu schneidert sowohl für Männer als auch Frauen. Seine Spezialität: provokante Unisexstücke.

Ultimativer Sport
Trendsport

Eine Mischung aus Diskus und Frisbee macht derzeit Lissabons Luftraum unsicher. Beim Beach Ultimate wird in Teams um eine Scheibe gespielt. Wer den Spaß ausprobieren will, ist am Strand in Belém richtig sports.groups.yahoo.com/group/bug-lisboa Wer gleich eine Disc für den heimischen See mitnehmen will, kauft bei Discos VoadoresRua Palmira66 ein. In der Liga Lisboawww.bug-p.org treten lokale Teams an.

Saubere Sache
Mobil in der Stadt

Buggies, Roller oder Segway? Wer in Lissabon mobil sein will, hat die Qual der Wahl. Ein schlechtes Umweltgewissen muss dagegen niemand haben. Die Fahrzeuge fahren mit Strom, und auf Wunsch erzählt das integrierte GPS auch von den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke Rua dos Fanqueiros18–22www.redtourgps.com . Go Car ToursRua Douradores16www.gocartours.pt hat ebenfalls Elektrozweisitzer mit GPS im Angebot. Und auch bei diesem Anbieter kommen die Informationen nicht zu kurz. Ohne wunde Füße kommen Sightseer dank der Go Segway ToursDoca de Alcântarawww.gosegwaytours.com über Lissabons sieben Hügel.

Gravura
Radierungen

Vor mehr als 500 Jahren ging ein Kunsttrend in Europa um. Radierungen und Kupferstiche waren en vogue – um wenige Jahre später wieder in der Versenkung zu verschwinden. In Lissabon hat sich eine Gruppe junger Kreative der in Vergessenheit geratenen Technik angenommen. Das Atelier von Contraprovacontraprova-gravura.blogspot.com befindet sich im Atelier de Artistas GravadoresRua do Garrido62. Dort finden auch Workshops in der aufwendigen Technik, die in Portugal genannt wird, statt. Eine der heißesten Vertreterinnen der neuen Kunstbewegung ist die Wahl-Lissabonnerin Joanna Latka joannalatka-exibitions.blogspot.com . Die Galeria SalgadeirasRua das Salgadeiras24www.salgadeiras.com zeigt regelmäßig Werke der Künstlergruppe. In den Galerieräumen hat auch Latka ihre Arbeiten schon ausgestellt.

Bloss nicht!

Vordrängeln

An den Bus- und Tramhaltestellen läuft es very British: Man steht brav in der Schlange, und das wird von den Einheimischen gruppendynamisch kontrolliert. Wer keinen Tobsuchtsanfall des Fahrers riskieren will, steigt auch nie hinten ein!

Zum Dank gracias sagen

Danke heißt auf Portugiesisch obrigada (weibl. Sprecher) und obrigado (männl. Sprecher), egal mit wem du sprichst. Also im Zweifelsfall lieber Thank You als das spanische gracias.

Auf den Gruß aus der Küche zählen

Brot, Käse, Oliven, Schinken warten schon auf dem Restauranttisch? Schön! Dieses couvert kann teuer werden. Laut Gesetz müssen Gäste nichts zahlen, was sie nicht bestellt bzw. konsumiert haben, und der Preis dieser Posten muss auf der Karte stehen bzw. kommuniziert werden. Am besten das, was du nicht möchtest, gleich zurückgehen lassen und am Ende die Rechnung checken

Sich Lorbeer andrehen lassen

Im toleranten Portugal ist der Besitz von Minimengen Cannabis zum Eigengebrauch legal. Trickreiche Zeitgenossen nutzen die Ahnungslosigkeit von Touris aus und verkaufen gepressten Lorbeer. Teures Vergnügen ohne High …!

Unvorsichtig sein

Portemonnaie in der Hosentasche, iPhone auf dem Cafétisch oder Wertsachen im Rucksack sind eine Einladung an Diebe. Auch wenn‘s peinlich aussieht: Rucksack nach vorn! Nachts in dunklen Gassen nie alles Geld dabeihaben oder zu offensichtlich Kamera oder Handy zeigen. Frauen werden zwar seltener Opfer von Anmache als in anderen südlichen Ländern – derbe Kommentare sind sogar gesetzlich verboten - trotzdem Vorsicht, klar, und lieber ein (günstiges!) Taxi nehmen.

Lissabon verstehen

So typisch!

Lissabon tickt langsamer als andere europäische Hauptstädte. Abgesehen von Autofahrern lassen sich die Lissabonner nicht hetzen, ziehen brav Wartemarken an der Käsetheke und nehmen sich Zeit für ein Schwätzchen mit den Nachbarn. Wer die Londoner Rushhour kennt, dem kommt die Lissabonner Version wie ein gemütliches Kaffeetrinken vor. Apropos: Die Lissabonner zelebrieren ihre Kaffeekultur und nehmen sich Zeit für das Zusammensein mit Familie und Freunden, das convivio. Statistisch gesehen gehen die Portugiesen im europäischen Vergleich mit am spätesten ins Bett und stehen morgens als Letzte auf. Nach den Briten haben die Portugiesen die längsten Arbeitstage in Europa, ihre Produktivität ist jedoch nicht gerade olympiaverdächtig, und sie behaupten manchmal von sich selbst, als Volk nicht an sich zu glauben.

Problem: Die Innenstadt verliert Einwohner. Paare mit Kindern finden das Auf und Ab auf den steilen Kopfsteinpflasterstraßen beschwerlich. Beliebt als Ausweichgegend sind die schicken Avenidas oder Bezirke weiter draußen, obwohl das Nachbarschaftsverhältnis dort ein ganz anderes ist und man in den neuen condominios, abgeschlossenen Residenzen, vielleicht nicht mal mehr Wäsche aus dem Fenster hängen darf, weil das nicht ins Erscheinungsbild passt. Es sind vor allem junge Ausländer, die gern in modernisierte Altstadtwohnungen ziehen. Für den Charme der alten Bairros nehmen sie abgerissene Fassaden, kapriziöse Kanalisation und soziale Not vor der Haustür in Kauf.

Kachelkunst

Azulejos (sprich: Asuleischusch) sind in Lissabon allgegenwärtig. Die farbenfrohen Kacheln zieren Hauswände und Sitzbänke, Treppen und Bögen. Die Kachelkunst ist ein Erbe der Mauren. Der Name leitet sich vom arabischen al zulaique („kleiner, polierter Stein“) ab. Gekachelte Landschaftsbilder und Alltagsszenen erzählen viel über die Geschichte und die Gegenwart Portugals. Das Museu Nacional do Azulejo (s. S. 59) zeigt einen spannenden Rundumschlag zu Geschichte und Gegenwart der Kachelbilder. Und eine neue Generation von Kreativen geht neue Wege, wählt ungewöhnliche Motive oder ändert das Format.

Fado oder Kizomba?

Der Fado ist der Blues der Portugiesen. Entstanden ist er in den armen Vierteln Lissabons wie Alfama und Mouraria in der ersten Hälfte des 19. Jhs., sodass ihm lang ein schlechter Ruf anhing. Das Wort leitet sich vom lateinischen fatum (Schicksal) ab. Sowohl Männer als auch Frauen (fadistas) können ihn singen, die Begleitung jedoch sind immer zwei Herren, meist mit steinern-stoischen Mienen an zwei Zupfinstumenten, einer klassischen Konzertgitarre und einer Art Laute, der guitarra portuguesa. Die Fadothemen kreisen um Liebe, Lissabon, Hoffnung und Enttäuschung – und vor allem um die saudade, diese typisch portugiesische Grundstimmung. Was den Portugiesen der Fado bedeutet, lässt sich daran ermessen, dass 1999 zum Tod von Amália Rodrigues, der „Königin des Fado“, eine dreitägige Staatstrauer im Land anberaumt wurde. An die Fado-Göttin reicht bis heute keiner heran, aber neuere Namen wie Camané und die international erfolgreiche Mariza kennen alle Lissabonner. Interpreten wie die junge kapverdischstämmige Sara Tavares, der charismatische Shootingstar Ana Moura und die stimmgewaltige Cristina Branco geben dem Genre neue Impulse.

Aber du wirst auch andere Sounds hören: Wer im Juni zu den Stadtheiligen- Festen hier ist, kommt um Pimba nicht herum, akkordeongestützte Songs mit eindeutig zweideutigen Texten. Lissabonner Kapverdianer singen ihre getragene Morna – vielleicht kennst du Cesária Évoras Erfolgsballade „Sodade“? Die angolanische Community tanzt gern zu Kuduro, einem recht hektischen, in die Beine gehenden Sound: Portugals auch international erfolgreiche Vorzeigeband ist Buraka Som Sistema aus der Vorstadt Amadora. Ruhiger ist der eng getanzte Kizomba, und der neueste Trend ist Afro-House. Bekannte Lissabonner Rapper sind Sam the Kid und Boss AC. Traditionelle Tänze sind derzeit im Aufwind; Infos zu informellen Bällen, Workshops und Events auf: tradballs.pt.

Street Art

Spät erst kam die Straßenkunst nach Lissabon, heute gibt’s kein Halten mehr. Ein Darling der Street-Art-Szene ist Vhils, ein weiterer Bordalo II., ein Enkel des berühmtesten portugiesischen Keramikkünstlers. Für eigene Erkundungen gibt’s das Buch „Street Art Lisbon 2“ mit Citykarte zum Auffinden der Pieces, aber am besten lässt man sich von leidenschaftlichen Graffitiund Stencil-Experten (lisbonstreetarttours.com) zu den Werken führen. Minibustouren bietet die Galerie Underdogs (Rua Doutor Estévão de Vasconcelos | under-dogs.net) im Trendviertel Marvila an. Besonders sind die Touren zu Fuß (meist am letzten Sa im Monat, auf Anfrage auch auf Engl.) in den riesigen Open- Air-Galerien der sozial schwachen Viertel Quinta do Mocho (facebook: Arte Publica Loures) und Bairro Padre Cruz (facebook: Boutique da Cultura).

Die Kunst des glücklichen Königs

Der bekannteste portugiesische Beitrag zur Kunstgeschichte bekam erst im 19. Jh. den Namen „Manuelinik“, bleibt aber auf ewig verbunden mit König Manuel I., dem „Glücklichen König“ des Goldenen Zeitalters (1495–1521). In dieser spezifisch portugiesischen Ausprägung der Spätgotik finden sich überall die Symbole der Entdeckungsfahrten: gedrehte Schiffstaue, himmelstrebende Palmengewölbe, Pflanzen und Tiere, die die Entdecker auf der Welt gefunden hatten. Gewundene Säulen lenken den Blick himmelwärts. Auch der Armillarsphäre, einem astronomischen Orientierungsinstrument und Machtsymbol Manuels I., und dem Christusritterkreuz des Ordens, der die Expansion finanzierte, begegnest du auf Schritt und Tritt. Dazwischen finden sich die Ranken und Fabelwesen des „plateresken“ Stils aus Spanien, der an spanische Silberschmiedekunst erinnert, sowie Motive aus der Leidensgeschichte Christi; Dom Manuel sah sich gern als ein Erlöser des Volkes. Beste Beispiele: das Hieronymuskloster und die Torre de Belém.

Verschrobener Schreiber

Vor seinem Lieblingscafé A Brasileira setzten die Lissabonner Fernando Pessoa (1888–1935), dem wohl bedeutendsten Dichter Portugals, ein bronzenes Denkmal. Heute lassen sich neben dieser Statue unzählige Touristen fotografieren, die Pessoas obsessive und nihilistisch angehauchte Prosa und Lyrik wohl eher selten gelesen haben. Sein Name und Werk sind untrennbar mit der Stadt verbunden. Der ebenso geistreiche wie verschrobene Denker, der ein ernsthaftes Alkoholproblem hatte, schrieb unter verschiedenen Pseudonymen, arbeitete als Fremdsprachenkorrespondent in der Baixa und zog zigmal um in der Stadt. Zu Lebzeiten hat Pessoa – dessen Name „Person“ bedeutet – nur wenig veröffentlicht. Zurzeit erfährt sein Werk über Portugal hinaus eine Renaissance. Auf die Spuren des Dichters kann man sich in seinem letzten Wohnhaus in Campo de Ourique begeben. Es wurde in ein kleines Kulturzentrum mit Bibliothek und coolem Café-Restaurant umgewandelt, die Casa Fernando Pessoa ( Mo–Sa 10–18 Uhr, englischsprachige Führungen: Mo, Fr, Sa 11.30 Uhr | Eintritt 3 Euro | Rua Coelho da Rocha 16 | casafernandopessoa.cm-lisboa.pt | Eléctrico 25, 28 Rua Saraiva Carvalho).

Saudade

„Wie ein Dolch rührt es im Herzen“, so erklären Portugiesen manchmal dieses Gefühl geradezu hemmungsloser Melancholie, das saudade heißt. Ein Wort, das man weder mit Wehmut noch Fatalismus, weder mit Sentimentalität noch mit Nostalgie oder Melancholie treffend übersetzen kann, weil es von allem ein wenig meint. Man vermutet die Wurzeln dieses leidenschaftlichen Gefühls in der islamischen Zeit. Seinen künstlerischen Ausdruck findet es in der Fadomusik. Vor allem im Gespräch mit der älteren Generation sieht man sich oft mit einem generalisierten Fatalismus konfrontiert; die Antwort auf die Frage, wie es denn geht, ist oft „Eh, cá estou“ (Na ja, hier bin ich) oder „Vai-se andando“ (Es geht/ Alles geht so seinen Gang), das vielleicht im norddeutschen „Watt mutt, datt mutt“ eine Äquivalenz hätte. In Verbindung mit einem noch stark hierarchisierten gesellschaftlichen Gefüge führt dieser Fatalismus im Wirtschafts- und Geschäftsleben oft zu einer gewissen Lethargie, die den deutschen Drang zu Dynamik und Effizienz auf harte Geduldsproben stellen kann.

Wächter Lissabons

Lisboa hat gleich zwei Schutzheilige. Der offizielle ist São Vicente, ein spanischer Märtyrer, dessen Körper auf einem führerlosen Schiff vom Cabo de São Vicente an der Algarve von einem Paar Raben sicher nach Lissabon geleitet wurde. Doch viel mehr verehren die Lisboetas „ihren“ Schutzpatron Santo António. 1195 in Lissabon geboren, verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens als Prediger und Mönch des Franziskanerordens in Frankreich und Italien, wo er 1231 in einem Kloster bei Padua starb. Deshalb wird er auf der ganzen Welt, nur nicht in Lissabon, als heiliger Antonius von Padua angebetet. Viele Wundertaten werden ihm nachgesagt; vor allem aber wird er als Patron der Armen und der Liebenden verehrt. In dieser Tradition finanziert die Stadt jedes Jahr ärmeren Paaren die stilvolle Hochzeit in der Kathedrale. Praktisch für Reisende, die Handyladegerät oder Kreditkarte verlegt haben: Santo António ist als Schutzpatron auch für verlorene Gegenstände zuständig.

Was glaubst du?

90 Prozent der Bevölkerung sind römisch- katholisch getauft. Prozessionen tragen Heiligenstatuen wie die „Unserer Frau der Schmerzen“ durch die Stadt. Ein Papst bescheinigte den Portugiesen, das „religiöseste Volk der Welt“ zu sein, und das hundertjährige Jubiläum der Marienerscheinungen von Fátima brachte 2017 Hunderttausende nach Portugal. Doch mit der Kirche nehmen es die Portugiesen nicht so ernst. Die Gotteshäuser sind nicht gerade voll. Unter dem Mantel des Katholizismus haben sich Bräuche, Riten und Aberglaube zu einer eigensinnigen Mischung zusammengefunden. Man verehrt „seinen“ Hausheiligen, für jedes Problem gibt es den passenden Schutzpatron: Santa Lúcia hilft bei Augenleiden, São Braz bei Erkältungen. In den Einwanderervierteln sieht man Schaufenster mit Votivkerzen gegen den bösen Blick oder finanzielle Engpässe neben Statuetten der Nossa Senhora da Fátima. Brasilianische und angolanische Einwanderer haben ohnehin ihre eigenen Bräuche eingeführt.

Religion Fußball

Gooooooooool! Tooooooor! Wer im Land der amtierenden Europameister Gespräche in einer Tasca verfolgt, hört immer wieder zwei Namen: „Benfiiiiiica“ und Sporting. In den Cafés und Tavernen sind die beiden Lissabonner Teams ständig Thema. Erst recht, wenn es zu solchen Dramen kommt, dass ein Trainer wie Jorge Jesus von einem Verein zum anderen wechselt – Schock! Man(n) definiert sich stark über die Vereinszugehörigkeit. Als Benfica zweimal in Folge Meister wurde, bekam die Statue des Marquês de Pombal per Kran ein Benfica-Shirt angezogen. Und die einzige Zeitung, die noch im ehemaligen Presseviertel Bairro Alto gemacht wird, heißt „A Bola“: Der Ball.

António & Marcelo

Zwei portugiesische Politiker sollte man kennen: António Costa und Marcelo Rebelo de Sousa. Der aktuelle Premierminister António Costa von der PS (Sozialistische Partei) – wegen seiner indischen Herkunft von seinen politischen Feinden gern „die Samosa (Teigtäschchen) aus der Mouraria“ genannt – hatte als Lissabons Bürgermeister viel Energie in die Erneuerung des heruntergekommenen Maurenviertels gesteckt. Costa steht einer Minderheitenregierung der Sozialisten vor, die auf zwei Linksparteien angewiesen ist. Staatspräsident „Marcelo“, charismatischer Jurist, Fernsehkommentator und strenger Katholik, äußert sich trotz seiner repräsentativen Aufgabe zu allen möglichen Themen. Sein Lieblingsprojekt ist der Kampf gegen die Obdachlosigkeit, und er verkauft auch selbst schon mal die Obdachlosenzeitung.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Lissabon - im Land am Rand

Zweisprachige Einführung ins Leben in Lisboa von der jungen Illustratorin Alexandra Klobouk, die ihr intensives Lissabon-Jahr in Buchform brachte (2015). Von ihr gibt‘s auch einen Superband zur portugiesischen Küche

Portugiesisches Erbe - ein Lissabon-Krimi

Hinter dem Pseudonym Luis Sellano steckt ein deutscher Autor mit Faible für Vinho Verde und Natas. Der Krimi (2016) verrät viel über die Stadt. Folgeband: „Portugiesische Rache“ (2017)

Filme
Nachtzug nach Lissabon

Der Verfilmung (2013) des Bestsellers von Pascal Mercier fehlte vielleicht ein bisschen der philosophische Background. Aber die atmosphärischen Lissabon-Bilder lassen die Zeit des Salazar- Regimes aufleben

Sao Jorge

Portugal unter der Troika-Geißel. Ein Boxer lässt sich auf die Arbeit für ein Inkassobüro ein. Einfühlsam erzählter Film (2016); die Kamera ringt den abgerissenen Hochhäusern und Barracken auf der Südseite des Tejo eine rohe Schönheit ab

Fakten

Einwohner
506.654
Fläche
100 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
16:39 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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