Landschaftliche Highlights Liparische Inseln

Isole Lipari

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Adresse
Isole Lipari, Italien
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Nach: Isole Lipari, Isole Lipari

Informationen zu Isole Lipari
Wie silbrig graue Kegel, die über dem Wasser schweben, sehen die sieben Liparischen Inseln von Weitem aus. Nähert sich das Schiff, zeigt sich ganz deutlich ihr vulkanischer Ursprung. Die Inseln gehören zum System des größten Vulkans Europas, des mächtigen Unterwasservulkans Marsili. Die Meeresbrandung hat den weichen Tuff zernagt, die härtere Lava liegt in Blöcken an den fast immer steil ins Meer abbrechenden Ufern. Höhlen, Grotten und Felsbögen, kleine vorgelagerte Klippen und winzige Strandbuchten bilden eine bisher unzerstörte Landschaft. Unter Macchiasträuchern, Schilf und Grasbüscheln werden die Farben von Erde und Gestein sichtbar: Die Skala reicht vom blendenden Weiß des Bimssteins über erdige Töne zu leuchtendem Rot, Grün und dem Tiefschwarz der Lava. Vor 6000 Jahren besiedelten Menschen zum ersten Mal die Inseln. Lipari besitzt im Mittelmeer das größte Vorkommen an Obsidian, jenes schwarz glänzende vulkanische Glas, aus dem bis in die Bronzezeit besonders scharfe Klingen, Pfeilspitzen, repräsentative Dolche und Äxte hergestellt wurden. Obsidian aus Lipari wurde bis nach Skandinavien, Südrussland und Ägypten exportiert. Um 1270 v.Chr. lockte der Reichtum Eroberer vom Festland an, deren König Liparos den Inseln ihren Namen gab. Die Einheimischen nennen sie allerdings "Isole Eolie" nach dem griechischen Windgott Äolos, der in dieser sturmgepeitschten Ecke des Mittelmeers seinen Wohnsitz hat - bis heute. Nicht selten sind die Inseln durch Stürme für Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders Lipari ist ein Paradies für Spaziergänger, Vulcano für Fans warmen Wassers, Salina ist die grüne Insel mit wunderbarem Wein, in Panarea treffen sich die Promis und ihr Gefolge, Stromboli lockt mit vulkanischen Feuergarben, Filicudi und Alicudi sind einsam, über und unter dem Wasser intakte Natur. Seit 1999 gehören die Inseln zum Weltnatur- und Weltkulturerbe der Unesco. Mehrmals täglich verkehren Fähren und Schnellboote (aliscafi und katamaran) zwischen Milazzo und Lipari, dem zentralen Umsteigehafen für alle Inseln. "La cucina eoliana", die Inselküche, war die Kunst bitterarmer Leute, von den kargen Erträgen der Landwirtschaft und Fi-scherei satt zu werden und das Essen dennoch als Lebensfreude zu genießen. Diese Küche geht bis heute sparsam mit den Zutaten um, die aus Meer und Gärten kommen. Die Sonne, der salzige Meerwind und die Mineralien der Vulkanerde geben Tomaten, Auberginen, Zucchini und Grünzeug ein besonders intensives Aroma. Verstärkt wird es durch den wilden Fenchel, Oregano und die Kapern, die an keinem Gericht fehlen und in allen noch so unfruchtbaren Ecken der Inseln reichlich wachsen. Im Juni kann man wie die Inselbewohner selbst Kapern sammeln. Die Sträucher mit den schönen Blüten wachsen fast überall an Felsen und Mauern, besonders zahlreich auf Salina. Die Blütenknospen werden in grobes Meersalz eingelegt, so entbittert und konserviert.

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