Spítia ton kapetánion

Die Kapitänshäuser sind eine gelungene architektonische Mischung aus arabischen, byzantinischen, ägäischen und den für Líndos typischen Elementen. Man sieht, wie weit die Seeleute im 17. Jh. auf ihren Reisen gekommen sind und wie viel Reichtum sie ansammeln konnten - ungehindert oder sogar gefördert von den türkischen Besatzern. Der natürliche Hafen von Líndos, in dem einst die Schiffe der reichen Kapitäne anlegten, ist heute wirtschaftlich bedeutungslos. Nur Yachten und Fischerboote schaukeln noch vor der Mole. Der Hof eines Kapitänshauses ist - wie auch viele Kirchenvorplätze - fast immer mit einem Kochláki-Mosaik aus schwarzen und weißen Kieseln ausgelegt, dabei handelt es sich um eine Technik, die sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Beliebte Motive waren die rhodischen Wappentiere Hirsch und Hirschkuh sowie geometrische Muster. Gegenüber dem Eingang lag immer die sála, der größte Raum des Hauses. Dort schlief die Familie, dort wurden Gäste empfangen. Die Wände der sála schmücken wertvolle bemalte Keramikteller. Die ältesten sind wohl Mitbringsel der Seeleute aus der Türkei, später sollen auch Töpfer aus Líndos die berühmten "lindischen Teller" hergestellt haben. Weil sie nicht als Essgeschirr, sondern als Wandschmuck gedacht waren, haben sie an der Rückseite eine Art Öse, durch die ein Nagel passt. In moderner Ausführung gibt es sie heute in jeder Keramikwerkstatt und in den Souvenirläden zu kaufen. Besonders gut erleben kannst du die Atmosphäre eines Kapitänshauses im Café Captain's House (€), das an der Bazargasse von der Akropolis ins Ortszentrum liegt. Vom Hof aus genießt man den Blick auf die reich verzierte Fassade und auf Wunsch schließt der Wirt auch die sála auf, die im Hochsommer abends als Bar genutzt wird.
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851 07 Líndos Griechenland

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