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Istanbul

Check-in

Wer am frühen Abend auf einer Dachterrasse über dem Bosporus sitzt, dem bietet İstanbul ein einmaliges Schauspiel: Die Sonne versinkt langsam im Goldenen Horn, das jetzt seinem Namen alle Ehre macht. Die Silhouette der Hagia Sophia verschwimmt in der Dämmerung, von überallher schallen die Rufe der Muezzine. Jede berühmte Stadt zeichnet sich durch eine unverwechselbare Erinnerung aus: In İstanbul ist es der Sonnenuntergang vor einer einzigartigen Kulisse.

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Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Der Große Basar ist das Herz der Altstadt. Jeder Besucher, der ihn zum ersten Mal durch eines seiner 17 Tore betritt, wird sich im Gassengewirr unweigerlich verlaufen und froh sein, wenn er zufällig…
Das alte Byzanz hatte zahlreiche Zisternen zur Wasserversorgung der Stadt, da man auf der Halbinsel selbst kein Trinkwasser fand. Die größte dieser Zisternen, die die Türken "versunkenes Schloss"…
Der 1348 von den genuesischen Kolonisten auf den Ruinen eines alten Bergturms erbaute Galata-Turm liegt im Stadtviertel Karaköy und war seinerzeit das höchste Glied einer Befestigungsanlage, die die…
Die Sultanahmet-Moschee ist besser als Blaue Moschee bekannt - wegen der wunderbaren blauen Kacheln, die die Wände im Inneren schmücken - und auf den ersten Blick die beeindruckendste Moschee der…
Wie eine Kröte mit hoch gewölbtem Rücken und dicken Beinen hockt die Hagia Sophia, die "Kirche der Heiligen Weisheit", über der Altstadt von İstanbul. Mit ihrem rötlich schimmernden Mauerwerk…
Das archäologische Museum unterhalb des Topkapı-Palasts wurde v.a. gebaut, um ein herausragendes Fundstück angemessen ausstellen zu können: den Alexandersarkophag (310 v.Chr.), den türkische Arch…
Über vier Jahrhunderte war der Topkapı-Palast das Zentrum der osmanischen Weltmacht. Hier lebten der Sultan, politisches und geistliches Oberhaupt der Muslime, und seine Haremsfamilie, hier wurden…
Der Große Basar ist das Herz der Altstadt. Jeder Besucher, der zum ersten Mal durch eines der 17 Tore tritt, wird sich im Gassengewirr verlaufen und froh sein, wenn er zufällig auf eines der Teehä…
İstanbuler nennen die asiatische Seite gerne insgesamt so: Kadıköy oder das antike Khalkedon umfasst heute das südöstliche Stadtgebiet am Marmara-Meer. Mit langen Shoppingmeilen, einem…
Die große Bootstour über den Bosporus gehört zu den schönsten Unternehmungen, die Istanbul zu bieten hat. Unterwegs passieren Sie moderne Architektur und historische Sehenswürdigkeiten, schicke…
Vom Schiffsanleger läuft man direkt in den autofreien Altstadtmarkt auf der asiatischen Seite. Von Teppichen und Kleidung geht es weiter zu Feinkostläden mit der berühmten Meze, die Vorspeisen, die…

MARCO POLO Reiseführer

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Entdecke İstanbul

Besinnliche Momente am Meer machen es jedem Besucher leicht, die alte, aber immer noch wunderschöne Dame İstanbul mit einem liebenden Auge zu betrachten. Mitunter ist das auch nötig, um über ihre chaotischen Seiten hinwegsehen zu können. Leicht verliert man hier den Überblick – zum einen wegen der schieren Größe, zum anderen, weil İstanbul lange planlos den Launen seiner inzwischen auf 15 Mio. Einwohner angewachsenen Bevölkerung überlassen wurde. Das änderte sich, als die Stadt im Jahr 2010 eine von drei Kulturhauptstädten Europas wurde und die Regierung viel Geld in die Restaurierung der wichtigsten historischen Bauwerke und gleichzeitig in eine moderne Verkehrsinfrastruktur investierte. Die Hagia Sophia, einstmals die größte Kirche der Christenheit, der Topkapı-Palast, mehrere Jahrhunderte lang Sitz des Sultans, und die großen Moscheen – die weltberühmten Monumente erstrahlen in neuem Glanz. Zudem entwickelt die Stadt endlich ein Bewusstsein für ihre Historie: Ihre griechisch-byzantinische Vergangenheit ignoriert sie nicht mehr, sondern zeigt sie vor. In unmittelbarer Nachbarschaft der Hagia Sophia legten Archäologen die Überreste des byzantinischen Kaiserpalasts frei, und am Marmara-Meer wurde während der Arbeiten an einer neuen U-Bahn der älteste Hafen der Stadt wiederentdeckt. An dieser Stelle der historischen Halbinsel hatten Abgesandte der damaligen griechischen Seemacht Megara 658 v. Chr. die Siedlung Byzanz errichtet und damit den Grundstein der heutigen Stadt gelegt.

Stadt der Gegensätze - fremd und doch vertraut

Die Ernennung zur europäischen Kulturhauptstadt brachte İstanbul in der Liste der beliebtesten Ziele für Städtereisen endgültig ganz nach oben. Allerdings erlitt die Stadt einen schweren Rückschlag, weil 2015 und 2016 eine ganze Serie von Terrorangriffen İstanbul erschütterten und die Besucherzahlen deshalb dramatisch zurückgingen. Als es nach dem Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Sommer 2016 außerdem noch zu einer Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen kam, machten viele Deutsche um İstanbul einen großen Bogen. Die Beziehungen haben sich zwar wieder verbessert und İstanbul ist in den letzten Jahren auch von Anschlägen verschont geblieben, doch vor allem westeuropäische Besucher sind noch zurückhaltend. Dafür kommen vermehrt russische, arabische und chinesiche Touristen, die hier den Westen suchen und finden. Besucher aus Deutschland fasziniert dagegen gerade die charakteristische Mischung aus Orient und Okzident: moderne Shoppingmalls neben jahrhundertealten Basaren, Hochhäuser zwischen altosmanischen Holzbauten, Minirock neben Schleier – nirgendwo ist der Ost-West-Mix so sichtbar wie in dieser Stadt. Große Gegensätze wie das ganz und gar europäisch geprägte Beyoğlu und das nur wenige Kilometer entfernt liegende islamisch-fromme Fatih sind in dieser Form tatsächlich nur hier zu finden. Die alten Griechen kannten ein Wort, das dieses Verhältnis beschreibt: paraxenon – beinahe fremd, aber dennoch irgendwie vertraut.

Eine umwerfende Dynamik

Besonders auffallend in İstanbul ist auch die sehr junge Bevölkerung. Das Leben pulsiert, die Dynamik der Stadt ist für jeden Besucher spürbar. Für Reisende aus Westeuropa und besonders aus Deutschland hat İstanbul aber noch einen anderen Reiz: Sie lernen eine neue Türkei kennen. Wer erwartet, hier eine etwas größere Version der türkisch geprägten Stadtteile in Berlin oder anderen deutschen Großstädten zu finden, wird überrascht sein: İstanbul verkörpert ein aufstrebendes und sich in Windeseile modernisierendes Land. Die Stadt übertrifft in ihrer Größe jede deutsche Metropole, sie ist teilweise sehr reich, und sie ist längst zu einem überregionalen wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum geworden. Bereits die ca. 10- bis 15-minütige Bootsüberfahrt von Europa nach Asien vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt und atemberaubenden Mischung, die İstanbul zu bieten hat. Man muss den Kopf nur leicht wenden, um wenige Kilometer entfernt von der eindrucksvollen orientalischen Kulisse mit dem Topkapı- Palast, der darüber thronenden Hagia Sophia und einem ganzen Wald von Minaretten die Bürotürme von Levent in den Blick zu bekommen. Die erste Hängebrücke über den Bosporus ist ein weiteres Wahrzeichen der Moderne. Nur wenige Kilometer davon entfernt steht der historische Leander-Turm im Meer.

İstanbuls bunte Mischung

Weit größer als İstanbuls architektonische Vielfalt ist die Vielfalt seiner Bewohner. Über Jahrhunderte wurde die Nase zwischen Bosporus und Marmara-Meer immer wieder von neuen Gruppen erobert und geprägt. Griechen und Römer, Perser und Kreuzritter, Tataren und Türken haben ihre Spuren hinterlassen. Nachkommen der Untertanen aus allen Teilen des Osmanischen Reichs leben heute in İstanbul. Seit byzantinischer Zeit gibt es Niederlassungen der Venezianer und Genuesen. Die Nachfahren der 1492 aus Spanien vertriebenen sephardischen Juden versuchen, ihre alte Kultur beizubehalten. Vier von fünf Einwohnern İstanbuls sind erst in den letzten 50 Jahren aus Anatolien gekommen. Noch Mitte der 1960er-Jahre lebten hier nur 2,5 Mio. Menschen. Größtenteils war das asiatische Ufer bewaldet, diente als Weideland oder bot Platz für Sommerhäuser im Grünen. Heute ist es ebenso dicht bebaut wie die europäische Seite, auf der die Stadt vom Meer weg nach Norden wucherte. Mittlerweile ist der Zuzug etwas abgeflaut, die Infrastruktur der Zahl der neuen Bewohner angepasst. Die Stadtregierung will durch ambitionierte Projekte das Verkehrschaos beenden: Unter dem Bosporus wurde ein Tunnel gebaut und damit der jahrhundertealte Traum eine Bahnverbindung zwischen Europa und Asien realisiert. Statt viel Zeit auf einer Fähre oder im Stau auf der Bosporusbrücke zu verbringen, fährt man nun in vier Minuten von Kontinent zu Kontinent. Etliche weitere U-Bahn-Linien, Straßenbahnen und unterirdische Seilbahnen haben das Vorankommen in der Stadt wesentlich erleichtert. Außerdem wurde für den Fernverkehr eine dritte Brücke über den Bosporus gebaut und im Frühjahr 2019 ging der neue İstanbuler Großflughafen in Betrieb. Der Flughafen wurde nordwestlich der Stadt, nahe des Schwarzen Meers, gebaut. Er soll mit einer Kapazität von bis zu 150 Mio. Passagieren jährlich zu einem der größten Luftkreuze der Welt werden. İstanbul besteht heute aus drei Zentren. Sultanahmet, wo die Hagia Sophia thront und die Blaue Moschee ihre sechs Minarette in den Himmel reckt, ist der historische Kern. Wie in jeder viel besuchten Weltstadt ist dieses Gebiet, einschließlich des Topkapı-Palasts und des Großen Basars, die touristische Zone. Das zweite Zentrum liegt am Westufer des Bosporus nördlich des Goldenen Horns und ist mit seinen Hochhäusern und schicken Wohngebieten stark europäisch geprägt. Mit dem Herzstück Taksim erstreckt es sich zwischen Karaköy und Maslak und ist bereits durch eine U-Bahn erschlossen. Der dritte wichtige Bezirk ist die asiatische Seite der Stadt. Am Bosporus und an der Bagdad-Allee, die sich oberhalb des Marmara-Meers von Kadıköy bis Bostancı und noch weit dahinter kilometerlang hinzieht, liegen die schönsten Cafés und Geschäfte der Stadt.

Die Winde prägen die Stadt

Die Natur prägt das Leben in İstanbul aber auch in anderer Hinsicht. Deniz, das Meer, hat unmittelbaren Einfluss auf das Klima der Stadt. Die Fischer kennen seine mitunter mehrmals am Tag wechselnden Winde am besten. Mit den Strömungen ziehen abwechselnd Seebarsch- oder Sardinenschwärme durch die Meerenge. İstanbuler lieben den poyraz aus dem Nordosten und hassen den lodos aus dem Süden – bei poyraz wird es zwar etwas kühl, aber die Luft ist so rein, dass jedes Detail am anderen Ufer sichtbar wird. Bei lodos hingegen strömen schlagartig Wärme, Regen, Nebel und Smog herbei. Es wird zwar viel von ökologischem Bewusstsein geredet, aber İstanbul kann sich noch nicht so recht darauf einlassen. Angeheizt durch einen enormen Immobilienboom wurde jede verfügbare Fläche in der Innenstadt zugebaut. Historische Viertel müssen Luxusobjekten weichen, innerstädtische Grünflächen sind rar. Und selbst die Wälder am Stadtrand sind bedroht. In Waldgebieten, die eigentlich nicht bebaut werden dürften, entstehen gated communities, abgezäunte Wohnanlagen mit Wachschutz. Für die dritte Brücke über den Bosporus hat man Autobahnschneisen durch die Wälder schlagen müssen. Es regt sich allerdings auch Widerstand: Gegen all diese Entwicklungen protestieren engagierte Bürgerinitiativen. Doch auch das wird nur eine Fußnote in der Geschichte der Metropole bleiben. Von Byzanz über Konstantinopel bis İstanbul hat diese Stadt mehr Aufs und Abs erlebt als die meisten anderen. Und dass der Republikgründer Kemal Atatürk nicht sie, sondern Ankara zu seiner Auserwählten machte, hat die Grande Dame souverän gemeistert. Ihre Vitalität ist wieder erwacht. Heute besitzt Ankara zwar das Etikett, aber İstanbul die meisten Attribute einer Hauptstadt. Hier sitzen Geld, Intelligenz, Kunst und Medien. Längst gilt wieder der selbstbewusste Spruch: Das Schönste an Ankara ist der abendliche Rückflug nach İstanbul.

Praktische Hinweise

Anreise

Linienmaschinen und auch fast alle Chartermaschinen landen in İstanbul auf dem Flughafen Atatürk Hava Limanıwww.dhmiata.gov.tr in Yeşilköy. Billiganbieter nutzen inzwischen aber auch den Sabiha-Gökçen-Airportwww.sgairport.com auf der asiatischen Seite. Von beiden Flughäfen gibt es Tag und Nacht Shuttleservices ins Zentrum. Zum Atatürk-Flughafen in Yeşilköy gibt es auch eine Stadtbahn von Kabataş oder Eminönü/Sultanahmet. Sie müssen dann in Aksaray umsteigen. Ein Taxi nach Sultanahmet kostet von Yeşilköy ca. 15 Euro. Von Sabiha-Gökçen müssen Sie mindestens 30 Euro einplanen. Nachts sind die Fahrten noch einmal um die Hälfte teurer.

Eine Autofahrt in die Türkei (von Norddeutschland aus z. B. über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien) ist sehr anstrengend und wegen teilweise chaotischer Verkehrsbedingungen nicht ganz ungefährlich.

Aus fast allen großen Städten fahren preisgünstige Busse nach İstanbul (Preise variieren je nach Anbieter), die Fahrt ist jedoch strapaziös.

Ab München gibt es eine direkte Bahnverbindung über Budapest nach İstanbul. Die Fahrt dauert rund 44 Stunden und ist genauso teuer wie ein Charterflug.

Die Anreise per Schiff ab Venedig oder Brindisi ist reizvoll, kostet aber pro Auto mit einer Person ab 400 Euro.

Auskunft vor der Reise

Türkische Fremdenverkehrs- und Informationsämter

Deutschland: Baseler Str.3760329Frankfurt/Main069 233081www.reiseland-tuerkei.info

Österreich: Singerstr.2/81010Wien01512 2128www.turkinfo.at

Schweiz: Stockerstr.558002Zürichzurich@tuerkei-info.ch

Auskunft in İstanbul

Auskunft Atatürk-Flughafen

im Flughafengebäude24 Std. geöffnet0212 6630704www.dhmiata.gov.tr

Karaköy

Karaköy Yolcu Salonutgl. 7–22 Uhr0212 2495776www.tdi.com.tr

Sultanahmet

Informationspavillon Sultanahmet Meydanı (Bushaltestelle)tgl. 9–19 Uhr0212 5181802

Taksim

Hilton Oteli Girişi (am Eingang zum Hotel)tgl. 8–19 Uhr0212 2330592

Banken & Geldwechsel

Die Banken sind in der Regel Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Manche haben auch mittags und am Sonnabend auf (öğlen açık). In allen Banken und Devisenbüros können Sie Geld wechseln. Am einfachsten ist es, mit der EC-Karte am Automaten Geld zu ziehen. Euros geben Automaten der HSBC-Bank und der Disbank aus. Fast alle Adressen akzeptieren Kreditkarten.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Generalkonsulat Alman Başkonsolosluğu

Inönü Cad.16–180212 33461000212 3346151www.istanbul.diplo.de

Österreichisches Generalkonsulat Avusturya Başkonsolosluğu

Köybaşı Cad.460212 2629315

Schweizer Generalkonsulat Isviçre Başkonsolosluğu

Hüsrev Gerede Cad.75/30212 2591115

Einreise

Deutsche und Schweizer benötigen bei der Einreise kein Visum, der Personalausweis genügt. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt drei Monate (ohne Pass: abgestempelten Einreisezettel aufheben). Österreicher müssen bei der Einreise ein Visum kaufen. Es kostet 15 Euro und ist maximal drei Monate gültig. Schüler und Studierende sollten einen internationalen Ausweis mitnehmen.

Gesundheit

Nach einem Arzt fragen Sie am besten im Hotel oder bei der Touristinformation. Die Apotheken (eczane) sind gut sortiert. Impfungen vor der Reise sind nicht erforderlich.

Deutsches KrankenhausAlman Hastanesi

Sıraselviler Caddesi1190212 2932150www.almanhastanesi.com.tr

Österreichisches KrankenhausAvusturya Hastanesi

Bereketzade Medresesi Sokak70212 2432590www.sjh.com.tr

Leitungswasser

Das Leitungswasser ist zwar gechlort, sollte aber besser nicht getrunken und nur zum Kochen benutzt werden.

Notruf

Touristenpolizei: 0212 5274503

Notruf landesweit: 155

Medizinischer Notruf: 0212 4440911 oder 112

Rettungshelikopter (International Hospital): 0212 6633000

Öffentliche Verkehrsmittel

In İstanbul ist das beste Verkehrsmittel, neben der Straßenbahn und den Seilbahnen zwischen Karaköy-Tünel und Kabataş-Taksim, das Taxi. Es ist verhältnismäßig günstig: Sie zahlen rund ein Drittel weniger als in Deutschland. Von Mitternacht bis 6 Uhr morgens gilt der Nachttarif (50 Prozent teurer). Beim Taxifahren sollten Sie Vorsicht walten lassen: Vergewissern Sie sich vor der Fahrt, ob der Fahrer das Ziel kennt, und achten Sie darauf, dass der Taxameter angeschaltet ist. Daneben gibt es das billige und beliebte Sammeltaxi dolmuş (Türkisch für „gefüllt“), das erst abfährt, wenn es voll ist. Haltestellen finden Sie an zentralen Plätzen wie Taksim.

Die Busse sind in der Regel vollkommen überfüllt und bleiben im Verkehr stecken. Falls Sie sie dennoch nutzen möchten: Zentrale Busstationen finden Sie am Taksim, in Karaköy, Eminönü und am Hürriyet Meydanı in Beyazıt. Auf der asiatischen Seite steigt man in Kadıköy und Üsküdar am Anleger ein. Tickets werden hier am Schalter verkauft (bilet). Meist nimmt auch der Fahrer Geld entgegen. Bei längeren Aufenthalten lohnt es sich, ein akbil (elektronisch aufladbares Ticket) zu kaufen.

Die zentrale, schnelle Straßenbahnlinie (Hızlı Tramvay) fährt von Kabataş über Eminönü und Sultanahmet bis Zeytinburnu. In Aksaray müssen Sie für den Atatürk-Flughafen umsteigen (tgl. 6–24 Uhrca. 60 Cent). Von Karaköy zur İstiklal Caddesi (Beyoğlu) fährt die Seilbahn Tünel. Von Kabataş kann man ebenfalls mit der Seilbahn (Finiculère) zum Taksim-Platz hochfahren. Die Metro fährt vom Taksim-Platz nach Maslak (tgl. 6.15–0.30 Uhr, im 5-Minuten-Takt8 Stationenca. 80 Cent). Hauptanlegestellen der Fähren und Seebusse sind Eminönü, Karaköy, Kabataş, Beşiktaş, Üsküdar, Kadıköy (www.ido.com.tr). Ein (ziemlich überfüllter) Metrobus ist in Aksaray und Kadıköy in einer eigenen Spur im Einsatz.

Da Sie in İstanbul am besten mit dem Taxi vorankommen, sind andere Verkehrsmittel zu den Adressen in diesem Reiseführer nur angegeben, wenn sie sich anbieten.

Orientierung

Das Stadtgebiet von İstanbul ist gleich mehrfach unterteilt. Der Bosporus trennt die europäische (Avrupa Yakasi) und die asiatische Seite (Asya). Die Verwaltungseinheiten sind die Stadtteile (ilce). Sie gliedern sich in kleinere Viertel (semt) und diese wiederum in Nachbarschaften (mahalle). Auf der Suche nach einer Adresse empfiehlt es sich oft, auch die Namen der Nachbarschaften mitzuteilen.

Bei den Adressen in diesem Reiseführer finden Sie, wo es zur Orientierung nützlich ist, den Stadtteil, das Viertel oder die Nachbarschaft angegeben. Die Aufteilung der Gebiete im Kapitel Sehenswertes entspricht nicht den offiziellen Stadtteilen, sondern orientiert sich daran, was für Besucher İstanbuls interessant ist.

Post

Postämter erkennt man an dem gelben Schild mit der Aufschrift „PTT“. In der Regel braucht die Post in EU-Länder und die Schweiz bis zu einer Woche. Öffnungszeiten: Mo–Fr 8.30–12 und 13–17 Uhr

Sicherheit

Das Auswärtige Amt030 50002000www.auswaertiges-amt.de informiert Reisende ausführlich auf seiner Website und durch das Infotelefon über die Sicherheitslage im Zielland. Bitte beachten Sie vor Ihrer Abreise die offiziellen Hinweise für die Türkei.

Strom

In der Türkei wird 220-Volt-Wechselstrom genutzt. Adapter sind nicht notwendig.

Telefon & Handy

Es gibt nur noch Kartentelefone, von dort können Sie auch ins Ausland telefonieren. Telefonkarten (telefon kartı) kaufen Sie in Postämtern oder bei fliegenden Händlern an Zellen.

Telefonieren mit deutschen Mobiltelefonen ist grundsätzlich möglich (Auskunft: www.gsmworld.com). Es gibt in der Türkei drei Handynetze: Turkcell, Vodafone und Aria. Beim Roaming spart, wer das günstigste Netz wählt. Mit einer türkischen Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten!

Vorwahl für Deutschland: 0049

Vorwahl für Österreich: 0043

Vorwahl für die Schweiz: 0041

Vorwahl für die Türkei: 0090

Vorwahl für İstanbul, europäische Seite: 212; İstanbul, asiatische Seite: 216

Auch bei Ortsgesprächen über den Bosporus sind 0216 (für „Asien“) bzw. 0212 (für „Europa“) vorwegzuwählen.

Trinkgeld

In Cafés, Kneipen und Restaurants ist ein Trinkgeld von ca. 10 Prozent üblich. Im Taxi hingegen müssen Sie nicht unbedingt aufrunden. Hier ist ein Trinkgeld eher unüblich, man nimmt sein Wechselgeld und steigt aus. Wenn Sie einen besonderen Service im Hotel (oder in einer anderen Lokalität) in Anspruch nehmen wollen, zahlen Sie das Trinkgeld im Voraus oder stellen Sie es deutlich in Aussicht. Sie werden dann besser bedient.

Währung & Preise

Die türkische Währung heißt Türk Lirası (TL). Es gibt sie in Scheinen zu 50, 20, 10 und 5 TL und Münzen als 1 TL, 50 Kuruş, 25, 10, 5 und 1 Kuruş. Bei Redaktionsschluss betrug 1 Euro 2,43 TL.

Zwischen der Türkei und Deutschland gibt es bemerkenswerte Preisunterschiede, vor allem bei Textilien und Schuhen. Einheimische Produkte sind meistens 30 bis 60 Prozent günstiger als ausländische Markenware. Auch für Lebensmittel zahlen Sie in der Türkei – im Einkauf, nicht in Restaurants! – weniger. In der Saison sind Obst und Gemüse erheblich billiger. Fleisch ist jedoch durchweg teurer, da die Viehzucht wegen des Kurdenkonflikts am Boden liegt und Fleisch größtenteils aus dem Ausland importiert werden muss. Edelsteine und Souvenirs sind in der Regel preiswerter als in Westeuropa. Aufpassen sollten Sie bei Bier und Wein in Cafés, Kneipen und Restaurants – diese werden oft überteuert angeboten. Lieber zuerst die Karte studieren!

Zeitungen

In İstanbul sind die großen deutschen Magazine und Tageszeitungen zumeist schon am Erscheinungstag erhältlich. Verkaufsstände befinden sich u. a. in Tünel, am Taksim-Platz, an der Divan Yolu, in Kadıköy (Fähranlegestelle) und in den großen Hotels. In englischer Sprache erscheinen neben den Tageszeitungen „Turkish Daily News“ und „New Anatolian“ auch das Stadtmagazin „Time Out“ (monatlich) und „İstanbul Guide“ (vierteljährlich).

Zoll

Ausländische wie türkische Währung darf jeder in unbegrenzter Höhe in die Türkei mitnehmen. Zollfrei eingeführt werden dürfen 200 Zigaretten oder 20 Zigarren sowie 5 l alkoholische Getränke. Kraftfahrzeuge werden bei der Einreise im Pass vermerkt.

Die Ausfuhr antiker (mehr als 100 Jahre alter) Gegenstände ist verboten. Bei Mitnahme sonstiger alter Gegenstände ist die Genehmigung eines Museumsdirektors notwendig. Bei der Rückreise in die EU gelten folgende Freimengen: 200 Zigaretten, 250 g Rauchtabak oder 50 Zigarren, 2 l Wein und 1 l Spirituosen, 500 g Kaffee, 50 g Parfum, 250 ml Eau de Toilette sowie Waren bis zu einem Wert von 430 Euro (bei Flugreisen). Infos: www.zoll-d.de

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Yılbaşı (Neujahr)

23. April

Ulusal Egemenlik ve Çocuk Bayramı (Fest der Nationalen Souveränität und der Kinder)

1. Mai

İşçi Bayramı (Tag der Arbeit)

19. Mai

Gençlik ve Spor Bayramı (Fest der Jugend und des Sports)

30. August

Zafer Bayramı (Siegesfeiern zum Ende des Unabhängigkeitskriegs 1922)

29. Oktober

Cumhuriyet Bayramı (Gründungstag der Türkischen Republik 1923)

Religiöse Festtage

27. Mai–24. Juni 2017, 16. Mai–14. Juni 2018, 06. Mai–04. Juni 2019

Ramazan (zu Deutsch Ramadan) ist der jährliche Fastenmonat der Muslime.

25.–27. Juni 2017, 15. Juni–17. Juni 2018, 05. –07. Juni 2019

Ramazan Bayramı (Zuckerfest): dreitägiges Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan.

1.–4. Sept. 2017, 21. –24. Aug. 2018, 11. –14. Aug. 2019

Kurban Bayramı (Opferfest), das höchste islamische Fest, dauert vier Tage.

Veranstaltungen

Tanz der Derwische des Mevlana-Ordens: sonntags um 15 Uhr (im Sommer 17 Uhr) und jeden zweiten und letzten Samstag des Monats um 15 Uhr im alten Sektenhaus Galata Mevlevihanesi in Beyoğlu. www.mekder.org

März/April

Internationale Filmfesttage: Die Filme werden in ausgewählten Kinos in Beyoğlu und Kadıköy gezeigt – alle mit Untertiteln. film.iksv.org

Das Tulpenfest verwandelt den Emirgan-Park in ein farbenfrohes Paradies am Bosporus.

Mai

Theaterbiennale: klassische Stücke, Tanz- und Straßentheater mit in- und ausländischen Künstlern; 2016, 2018 etc. www.istfest.org/tiyatro

Hidrellez: Vom 5. bis 6. Mai jedes Jahres findet am Galata-Turm und unterhalb von Sultanahmet das Frühlingsfest Hidrellez statt. Es knüpft an alte heidnische Bräuche an: Roma-Kapellen musizieren und bis in die frühen Morgenstunden hinein wird auf den Straßen getanzt. www.hidrellez.org

Juni/Juli

Internationales Musikfestival: Musik, Tanz und Oper; Höhepunkt ist die Oper „Entführung aus dem Serail“. Open-Air-Bühnen und die byzantinische Aya-Irini-Kirche im Garten des Topkapı laden zu musikalischen Erlebnissen ein.

Internationales Jazzfestival: Nicht nur in Sälen, sondern auch auf der Straße und in Jazzkellern treten internationale Größen der Branche auf. www.iksv.org

Rock'n Coke: Jedes Jahr im Juli wird der Hezarfen-Airport zwei Tage lang zur riesigen Freiluftbühne. 10 000 Besucher haben hier Platz zum Zelten. Es treten internationale und einheimische Musiker auf. www.rockncoke.com oder www.biletix.com

August

Am 15./16. Aug. findet traditionell die Yelken-Yarışları-Segelregatta statt. Im Spätsommer starten Offshore-Rennen in Bebek. www.tyf.org.tr

Das Akbank-Kurzfilmfestival zieht vor allem junge Filmemacher aus ganz Südeuropa und dem Kaukasus an.

September

Künstler organisieren seit 2003 das Tünel Art Festival rund um den Galata-Turm.

Ende Sept.–Mitte Okt. belebt das Akbank-Jazzfestival Straßen und Fähren.

Oktober

Das Efes Pilsen Blues Festival lockt vor allem US-amerikanische Bluesgrößen an den Bosporus. Veranstaltungsorte wechseln. www.efesblues.com

November

Die İstanbuler Biennale zieht seit 1987 in den ungeraden Jahren türkische und ausländische Künstler an. www.iksv.org

Dezember

Die zentrale Weihnachtsmesse findet in der Sankt-Anton-Kirche an der İstiklal Caddesi statt (24. Dez., 21 Uhr).

Bloss nicht

Unbesehen Schnaps kaufen und trinken

Wegen der hohen Mehrwertsteuer werden Schnäpse in der Türkei vermehrt schwarzgebrannt. Auch wenn die Regierung rigoros dagegen vorgeht, sind tödliche Methylalkoholvergiftungen an der Tagesordnung. Das betrifft vor allem Hochprozentiges wie Wodka, Gin und Rakı. In seriösen Cafés und Restaurants können Sie auf die Echtheit der Getränke vertrauen. In zwielichtigen, abgelegenen Kneipen sollten Sie jedoch nicht trinken. Nehmen Sie auch keinen Alkohol, den Sie am Kiosk kaufen, zu sich – schon gar nicht allein auf dem Hotelzimmer. Fahren Sie bei Verdacht auf eine Vergiftung unverzüglich ins nächste Krankenhaus!

Auf der Straße zu zärtlich sein

Der Austausch von Zärtlichkeiten im öffentlichen Raum ist bei Türken nicht gern gesehen. Das gilt zumindest als schlechtes Benehmen, kann aber auch böse Blicke oder eine rüde Zurechtweisung zur Folge haben. Sex ist in der Türkei immer noch weitgehend ein Tabuthema. Also: Auch wenn die Romantik İstanbuls Sie beflügelt – Küsse lieber im Hotelzimmer austauschen!

Allzu leichtsinnig sein

Kleinkriminalität hat in İstanbul in den vergangenen Jahren zugenommen. Achten Sie auf Taschendiebe, die besonders in Sultanahmet, auf Basaren und in Beyoğlu operieren und Touristen als Beute betrachten. Halten Sie Ihre Handtasche gut fest! Lassen Sie sich auch nicht zu Besuchen Ihnen unbekannter Kneipen oder Diskotheken überreden – Sie könnten am nächsten Morgen mit einem dicken Kopf und ohne Ihre Geldbörse aufwachen.

Auf Nepper, Schlepper und Bauernfänger hereinfallen

Sie brauchen nur einmal auf den Großen Basar zu gehen oder durch den Park vor der Blauen Moschee zu bummeln, schon machen Sie die Bekanntschaft der korsan (Piraten). In der Regel wird man vor einem Lokal oder Geschäft angesprochen und über die vermeintlichen Vorzüge des Etablissements aufgeklärt. Neben diesen offensichtlichen Marktschreiern gibt es auch Schlepper, die hilfsbereit daherkommen: Der eigene Bruder habe ein besonders günstiges Teppichgeschäft oder Hotel, und man solle doch einmal einen Blick reinwerfen. Am besten, Sie ignorieren diese Leute.

Der Spur der Steine folgen

Der türkische Zoll achtet seit einigen Jahren peinlich genau auf die Ausfuhr eventueller Kunst- und Kulturgüter, nachdem das Land von Schmugglern jahrzehntelang ausgeplündert wurde. Dabei kann es vorkommen, dass arglos eingesteckte Steine oder Fossilien vom Zoll beschlagnahmt und die Besitzer zu hohen Geldstrafen verurteilt werden. Also: Stecken Sie lieber keine alt aussehenden Steine oder Fossilien ein!

Bücher & Filme

İstanbul. Erinnerungen an eine Stadt

Die autobiografischen Essays des Literatur-Nobelpreisträgers Orhan Pamuk aus dem Jahr 2006 sind ein Schlüssel zum Verständnis der Stadt

Schnee am Bosporus

Hier recherchiert der türkische Kommissar Remzi Ünal, eine Figur des preisgekrönten Autors Celil Oker. Die Ünal-Krimis – mittlerweile sind drei erschienen – erzählen viel über den Charakter der Bosporus-Metropole

Topkapi

In dem berühmten İstanbul-Film aus dem Jahr 1964 spielen u. a. Sir Peter Ustinov und Maximilian Schell mit. Der smaragdbesetzte Dolch des Sultans ist das Objekt der Begierde

James Bond

Zwei Filme aus der Reihe um den Geheimagenten spielen in İstanbul. Zum ersten Mal diente die Stadt 1963 Sean Connery in „Liebesgrüße aus Moskau“ als Kulisse. 1999 bot Pierce Brosnan in „Die Welt ist nicht genug“ ein rasantes Finale am Leander-Turm mitten im Bosporus!

Crossing the Bridge

Die größten filmischen Liebeserklärungen an die Stadt kommen von dem Deutschtürken Fatih Akin. „Crossing the Bridge“ (2005) dokumentiert die lebendige und extrem vielfältige Musikszene der Metropole. Auch das Ende von Akins „Gegen die Wand“ (2004), der u. a. mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, spielt teilweise in İstanbul

5-11 °C
3 h/Tag
11 °C

Fakten

Einwohner 15.067.724
Fläche 5.343 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 11:33 Uhr
Zeitverschiebung 2 h (zu MEZ)

Anreise

1d 28min
1d 4h 22min
2h 55min
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