Halbinsel Peloponnes

Mykene

Nach Mykene ist eine der drei großen Epochen der antiken griechischen Geschichte benannt: die mykenische Zeit. Diese erste Hochkultur auf europäischem Festland erlebte ihre Blüte zwischen 1400 und 1200 v. Chr. Die Mauern der fast 3500 Jahre alten Burg von Mykene auf einem Hügel am Rand der argolischen Ebene 25 km nördlich von Nauplia wirken noch immer mächtig und abweisend. Hier residierten einst Könige wie Atreus, Agamemnon und Orest, lebten Frauen wie Elektra und Klytaimnestra. Der Name Mykene ist aber auch untrennbar mit Heinrich Schliemann verbunden, der 1876 aus den Königsgräbern von Mykene bedeutende Kunstwerke aus purem Gold mit einem Gesamtgewicht von 14 kg barg. Ein Teil von ihnen ist im Archäologischen Nationalmuseum in Athen zu sehen. Auf dem Weg zu den Ausgrabungen pas- sieren Sie auf der Straße vom heutigen Dorf Mikínes zum Burghügel zunächst das Schatzhaus des Atreus. In Wahrheit ist es ein Kuppelgrab aus dem frühen 13. Jh. v. Chr. Eine 36 m lange und 6 m breite Passage, in der Fachsprache drómos genannt, führt auf ein 5,4 m hohes Tor mit dem für die mykenische Architektur typischen Entlastungsdreieck zu. Dahinter liegt das 13,5 m hohe Kuppelgrab mit 14,5 m Durchmesser, das innen einem Bienenkorb gleicht. Eine echte Wölbung konnte man damals noch nicht bauen; sie wird hier dadurch vorgetäuscht, dass die Mauerringe nach oben zu immer enger werden und dabei jeweils den unteren um einige wenige Zentimeter überkragen. Die eigentliche Grabkammer bildete der kleine Seitenraum, der sich an den Bienenkorb anschließt. Zwei weitere Kuppelgräber liegen gleich hinter dem Kassenhäuschen am modernen Eingang zur Burg von Mykene: Das mit erhaltener, teilweise restaurierter Kuppel wird Grab der Klytaimnestra genannt und stammt aus der Zeit um 1200 v. Chr.; das mit eingestürzter Kuppel ist etwa 300 Jahre älter und wird als Grab des Aigisthos bezeichnet. Der Hauptweg führt vom Eingang zum berühmten Löwentor aus der Zeit um 1250 v. Chr. Es besteht aus vier tonnenschweren Steinen. Über dem oberen Torblock ist aus der Burgmauer wiededas für mykenische Tore typische Entlastungsdreieck ausgespart. So wird verhindert, dass das Gewicht der Mauer auf dem oberen Torblock lastet. Hier ist es nun aber durch eine etwa 70 cm dicke Steinplatte mit einem einzigartigen Relief verkleidet, das als eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler der mykenischen Zeit gilt. Im Zentrum des Reliefs trägt eine Säule, die auf einem Altar ruht, das Dachgebälk eines Gebäudes, vielleicht des Königspalasts. Zwei Löwen stehen mit ihren Vorderpranken auf dem Altar. Ihre Köpfe, die vermutlich aus Bronze gearbeitet waren, fehlen heute. Das Relief sollte Besuchern der Burg wahrscheinlich die Macht der Könige verkünden und ihnen zugleich andeuten, dass sie sich einem heiligen Bezirk nähern. Hinter dem Tor liegt gleich rechter Hand der Gräberkreis, den Heinrich Schliemann freilegte. In den fünf von ihm ent- deckten Grabschächten aus dem 16. Jh. v. Chr. fand er 19 Skelette, goldene Totenmasken und mit Blattgold bedeckte Gewänder, Schmuck, Waffen und Gefäße. Als die Toten bestattet wurden, lagen die Gräber außerhalb der damaligen Burgmauer. Als der Palast im 14. Jh. v. Chr. erweitert wurde und nun auch die Gräber umfasste, gestaltete man sie zu einem Heiligtum um. Der Platz über den Gräbern wurde aufgeschüttet und mit Steinplatten belegt. Ringsherum wurde eine Doppel- reihe senkrecht stehender Steinplatten aufgestellt. Sie waren oben eingekerbt, trugen Holzbalken, auf die wiederum Steinplatten gelegt wurden. Ein Kultplatz war entstanden, der anders als ein gewöhnlicher Friedhof innerhalb der Mauern verbleiben konnte. Vom Gräberkreis führt der Weg zur Kuppe des Burghügels, auf dem Spuren des königlichen Palasts, des Megaron, erhalten sind. Er stand größtenteils auf künstlich geschaffenen Terrassen. In der Mitte des Thronsaals markiert eine leichte Erdaufschüttung die Stelle des Herdfeuers. An ihren vier Ecken sind Säulenbasen zu erkennen. Der Thron stand an der Südseite des 11,5 mal 13 m großen Saals. Im Norden der Burg führt ein unterirdischer Gang zu einem Brunnen. Er wurde über eine unterirdische Tonröhrenleitung mit Wasser aus einer 360 m entfernten Quelle versorgt. Von hier führt der Weg weiter zum kleinen, modernen Museum mit Repliken der Schliemannschen Goldfunde und Resten mykenischer Fresken sowie den einzigen Toiletten weit und breit. Im modernen Dorf Mikínes sind die Restaurants auf Massenabfertigung eingestellt. Reisende, die die Ausgrabungen in den kühleren und besucherarmen Morgen- oder Abendstunden besuchen wollen, können hier auch übernachten. Schon Heinrich Schliemann schlief im sehr einfachen Hotel Belle Helene. Moderner ist das Hotel La Petite Planète. Beide Hotels liegen an der Hauptstraße. Außerdem werden viele Privatzimmer vermietet.
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