Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck Sehenswürdigkeiten

Filter zurücksetzen
weniger Filtermehr Filter
Das Ballonmuseum Gersthofen, an der Romantischen Straße gelegen, ist ein in Europa einzigartiges Museum, 1985 mit der Ausstellung der Aeronautiksammlung des Ballonfahrers und Sammlers Alfred Eckert…
Auf Anweisung von König Ludwig II. erbaut, gehört die ehemalige Klosterkirche heute zur katholischen Gemeinde St. Magdalena. Der barocke Bau wurde saniert und beeindruckt Besucher mit seiner…

Kloster Fürstenfeld

Das Kloster liegt etwa 1.1 km südwestlich vom Stadtzentrum, ein kostenloser Besucherparkplatz befindet sich vor Ort.

Klostergeschichte

Das ehemalige Zisterzienserkloster ist wohl das wichtigste Hauskloster der Wittelsbacherfamilie, die Klostergeschichte daher immer stark mit dem des Adelsgeschlechts verknüpft. Die Adelsfamilie hatte in Fürstenfeld lange ihre Grabstätte, auch Kaiser Ludwig der Bayer, der nach einem Jagdunfall in den Wäldern um Fürstenfeld ums Leben kam, war zunächst im Kloster beigesetzt, bevor er nach München "entführt" und in die Frauenkirche umgebettet wurde; lediglich sein Herz soll noch in Fürstenfeld begraben sein.

Die Gründung des Klosters war eine Sühneleistung des bayerischen Herzogs Ludwig II., genannt der Strenge. Sie wurde ihm von Papst Alexander IV. auferlegt, weil der Herzog seine Gemahlin Maria von Brabant wegen des Verdachts der Untreue im Jahr 1256 enthaupten lies. Nach mehreren Fehlversuchen (1258 im Seldental bei Bad Aibling) wurde das Kloster 1263 in des "Fürsten Feld" in der einsamen Amperniederung bei Bruck verlegt. Der Orden der asketischen Zisterzienser wurde, mit arbeitsorientiertem Ideal, zur Urbarmachung der Gegend eingesetzt. Die ersten Mönche kamen aus Aldersbach in Niederbayern, die ersten Klostergebäude waren zunächst noch sehr einfache Holzbauten.

Mit Unterstützung der Wittelsbacher blühte das Kloster schnell auf, der erwirtschaftete Reichtum war dank einer disziplinierten Klosterleitung nachhaltig. Eine beachtliche Bibliothek und Klostererweiterungen waren die Folge.

Erste Anzeichen für einen beginnenden Niedergang und eine verfallende Klosterdisziplin im 15. Jahrhundert war der zahlreiche Besuch von Jagdgesellschaften, das Kloster häufte Schulden an. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) war das Kloster wiederholt Ziel von Plünderungen und Brandschatzungen durch die Schweden, zusätzlich hauste die Pest. Zum Kriegsende war das Kloster ruiniert.

Unter dem 1640 gewählten Abt Martin Dallmayr gelang die Wiederherstellung der Klosterdisziplin und in Folge der Wiederaufstieg. Der Barbestand des Klostervermögens bei Amtsantritt wird auf 115 Gulden beziffert, im Todesjahr des Abtes betrug die Barschaft (trotz erheblicher Ablösezahlungen für die Tochterzisterze in Waldsassen) 150.000 Gulden. Der Abt gilt daher als der bedeutendste in der Klostergeschichte.

Die heutige barocke Klosteranlage entstand, unter starker Einflussnahme des Kurfürsten Max Emanuel, ab dem Jahre 1691. Architekt für die großzügig geplante Anlage als ein "bayerischer Escorial" war zunächst der Münchner Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi, die Ausführung erfolgte durch Einheimische. Unruhige Zeitumstände (Kriegsabgaben des loyalen Klosters für den Erbfolgekrieg der Wittelsbacher und Plünderungen durch die Österreicher und Franzosen) verzögerten jedoch die Umsetzung der großzügig angelegten Planungen immer wieder. Die angehäuften Schulden betrugen zeitweise 200 000 Gulden. Die Bauleitung nach dem Tod Viscardis übernahm Ettendorfer.

Besonders imposant am Klosterneubau ist die Nord- und Hauptfront der Anlage, in seinem monumentalen Charakter nur noch vergleichbar mit den Schlossanlagen in Schleißheim und Nymphenburg.

In der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben, aus dem nahen Engelberg waren schon Kanonen herbeigeschafft worden, um die Kirche zusammenzuschießen. Der Abbruch konnte nur durch den Einsatz der Einwohner von Bruck verhindert werden, die Kirche wurde im Jahre 1816 "königlichen Landhofkirche". Die Klostergebäude wurden vom Militär übernommen, die Landwirtschaft des Klosters ging an die Wittelsbacher über und wurde 1923 an das Kloster Ettal verpachtet.

Die Wirtschaftsgebäude der Abtei gehören heute der Stadt Fürstenfeldbruck und werden als Kulturzentrum und Stadtmuseum genutzt. Die Kirche wurde von 1965 bis 1978 umfangreich saniert und gehört seit der Wiedereröffnung im Jahre 1976 als Nebenkirche zur Pfarrei St. Magdalena in Fürstenfeldbruck. Im Konventsbau befindet sich die Fachhochschule der Polizei.

Ehemalige Klosterkirche St. Maria

Der Grundstein für den Neubau der Kirche wurde im Jahre 1700 gelegt, das Langhaus 1741 geweiht (1727 war das Gewölbe im Bauzustand eingestürzt), der Turm wurde 1745 fertiggestellt und die Innenarbeiten erst 1766 abgeschlossen. Das Gebäude hat die Außenabmessungen von 87 Meter Länge und 32 m Breite, Der Turm ist 70 m hoch, die Fassade 43,5 m. Die Kirche ist eine der größten Barockkirchen Bayerns, die Bausumme betrug seinerzeit 400.000 Gulden.

Die Kirchenfassade nach Planung Viscardis zeigt Anlehnung an die Dreifaltigkeitskirche in München (auch ein Werk Viscardis), durch die Anordnung einer vorgestellten zweigeschossigen Stützenreihe wird ein einmaliger plastischer Rhythmus erreicht.

Sehenswürdigkeiten im Kircheninneren sind:

  • Die Stukkaturen im Chor, geschaffen von Lorenzo Perti und Pietro Appiani, haben die Klostergeschichte zum Thema, die Arbeiten im Langhaus stammen von Jacobo Appiani, Thema sind Kirchenfeste.
  • Der Hochaltar, entstanden von 1760-62 wahrscheinlich nach einem Entwurf von Egid Quirin Asam.
  • Die Seitenaltäre
  • Die Kanzel
  • Der Orgelprospekt, geschaffen vom Donauwörther Orgelbauer Johann Fux (um 1670 - 1738), eingeweiht am 15. August 1736 zum Patrozinium Mariä Himmelfahrt. Kleines Schmankerl: Die Kontur der Orgelpfeifen sind als M für Maria angeordnet.

Der Eingangsbereich im Inneren der Kirche ist tagsüber frei zugänglich.

Weiteres im Klosterareal
  • Kulturwerkstatt "Haus 10",
  • Neue Bühne Bruck
  • Klostergalerie
  • Restaurant "Fürstenfelder"
  • "Klosterstüberl"
  • Stadtmuseum Fürstenfeldbruck siehe Abschnitt Museeen folgend;
Weblinks zum Kloster
  • Links bei wikipedia: Kloster Fürstenfeld, Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt, Haus Wittelsbach; Zisterzienser;

Weitere Sehenswürdigkeiten

Kirchen
  • kath.Pfarrkirche St. Magdalena, Kirchstr. 4. Erbaut 1673 bis 1675, 1764 erfolgte die Rokoko-Ausstattung.
  • kath. Wallfahrtskirche St. Leonhard. Erbaut unter dem Kloster im Jahre 1440 für die Leonhards-Wallfahrten.
  • ev. Erlöserkirche, Albrecht-Dürer-Str. 26.
Bauwerke
  • Amperbrücke: Das Brückenbauwerk der Salzstraße über die Amper war lange Zeit nur eine Holzbrücke. das heutige Bauwerk entstand 1909. Die Brückenfigur des Nepomuk stammt aus dem Jahr 1924.
  • Altes Rathaus, ehemaliges Kaufmannshaus, neugotische Umgestaltung;
  • Aumühle, Industriedenkmal, Sitz der Stadtbibliothek; " Lesecafé";
Bullachstrasse 26,
Info Stadtbibliothek; www.stadtbibliothek-fuerstenfeldbruck.de;
Museen
  • Stadtmuseum Fürstenfeldbruck, auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters Fürstenfeld. Tel.: +385 8141 44046. Geöffnet: Di – Sa 13.00 – 17.00 Uhr, So + Feiertage 11.00 – 17.00 Uhr. Preis: Eintrittspreis Erwachsene 4 €.
  • Feldbahnmuseum. Gehört zum Modelleisenbahnclub Fürstenfeldbruck e.V. (im Bahnhof).
  • Energiemuseum. Gehört zu den Stadtwerken, im Kraftwerk des ehemaligen Klosters Fürstenfeld.
  • Bauernhofmuseum Jexhof. Museumshof des Landkreises mit Gastronomie.