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Stadttour: Bummel durch das modernistische Barcelona

Von der Plaça Catalunya gehen wir dieses Mal weg von der Altstadt, Richtung Gràcia.

Da es entlang des Passeig de Gràcia gleich mehrere modernistische Bauten zu sehen gibt, beginnen wir hier unseren Spaziergang.

Um uns die lange Warteschlange zu ersparen, bestaunen wir die knochige Fassade der Casa Batllò nur von außen. Eine ganze Geschichte, nämlich die Legende des Drachentöters Sant Jordi, wird hier erzählt. Von der anderen Straßenseite aus kannst du mit etwas Fantasie auf dem Dach der Casa Batlló den schlafenden Drachen entdecken. Doch auch die benachbarten Bauten lohnen einen näheren Blick.

Früher nannten die Einwohner Barcelonas den Häuserblock Manzana de la discordia, Streitapfel, in Anlehnung an die Geschichte aus der griechischen Mythologie. Der junge Paris sollte entscheiden, welche der drei Göttinnen die Schönste sei, Athene, Hera oder Aphrodite. Doch Paris schenkte den umstrittenen Apfel als Zeichen der Schönheit einer anderen, nämlich der jungen Helena. In Barcelona ging es zwar nicht ganz so dramatisch zu, wie in der griechischen Götterwelt, doch immerhin wetteiferten hier die drei besten und bekanntesten Architekten des Modernismus miteinander.

Fast gleichzeitig entstanden die Casa Lleó Morera von Domènech i Montaner, die Casa Amatller von Puig i Cadafalch und die Casa Batlló von Antoni Gaudí. 

Bergauf geht es über den alten Spazierweg nun Richtung Gràcia, in das Dorf, das längst ein Stadtteil Barcelonas geworden ist und es dennoch geschafft hat, sich seinen eigenen Charakter zu bewahren. Auf der rechten Seite stehen wir nun vor der Pedrera, dem Steinbruch. Die von Gaudí entworfene Casa Milà hat sich angeblich im Volksmund diesen Spitznamen eingehandelt, weil während der Entstehung des Gebäudes die Arbeiten außen an der ungewöhnlichen Fassade hingen und Steine klopften, wie in einem Steinbruch. Auch die Witwe Milà war mit Gaudìs modernem Entwurf gar nicht glücklich und stritt mit dem großen Architekten über dessen Entwurf.

Durch die schnurgeraden Straßen der Eixample gehen wir weiter Richtung Osten, bis wir vor einem märchenartigen Palast stehen, der mit seinen spitzen Türmchen ein wenig an ein Dornröschenschloss erinnert. Tatsächlich hat sich Domènech i Montaner beim Bau der Casa Terradas, oder Casa de les Punxes, wie die Einwohner Barcelonas das Haus nennen, von Schloss Neuschwanstein inspirieren lassen, sagt man.

Wir lassen das Schloss hinter uns und gehen ein paar Straßen weiter, bis die Dichte der Menschen auf den Straßen auffällig zunimmt. Denn nun sind wir bereits ganz nah an der Sagrada Familia, dem Wahrzeichen Barcelonas. Allein um alle Details der so unterschiedlich gestalteten Fassaden zu betrachten, braucht man schon eine Stunde Zeit. Aber auch ein Besuch des Innenraumes der berühmten Kirche lohnt sich, denn dort hat Antoni Gaudí imposante Säulen wie einen Wald in den Himmel wachsen lassen. Gar nicht weit von hier wird es wieder ruhiger.

Über eine diagonal angelegte Straße kommst du von der Sagrada Familia aus direkt auf das Hospital de Sant Pau zu. Dieses ehemalige Krankenhaus wurde einst außerhalb der Stadt errichtet, damit die Patienten hier in schöner Umgebung und frischer Luft schneller gesund werden sollten. Seit einigen Jahren ist die wunderschöne modernistische Anlage zu besichtigen.

Mit dem Bus gelangst du von hier aus zum Eingang des Park Güell. Der großzügig angelegte Park sollte eigentlich eine Arbeitersiedlung werden, doch der Entwurf Gaudís, der von seinem Sponsor Güell großzügig finanziell unterstützt wurde, fand einfach nicht genügend Interessenten. So wurden die geplanten Häuser letzten Endes gar nicht erst gebaut und man gab das Projekt auf. Die wenigen schon fertiggestellten Teile der Anlage schmücken seitdem einen der beliebtesten Parks der Stadt.

Stationen der modernistischen Stadttour durch Barcelona

• Passeig de Gràcia
• Casa Batlló
• Casa Amatller
• Casa Milà
• Casa de les Punxes
• Sagrada Familia
• Hospital de Sant Pau
• Park Güell

Auf zu einem Rundgang durch das mittelalterliche Barcelona

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