Théatro tou Dionísou

Das Theater am Südhang der Akrópolis ist die Geburtsstätte des europäischen Theaters. Hier verehrten die alten Griechen seit dem 6. Jh. v.Chr. ihren Gott Dionysos alljährlich mit ausgelassenen Tänzen und Chorgesängen. Im Jahr 534 v.Chr. kam ein gewisser Thespis zu diesen Feiern. Er stellte dem Chor einen Gegenspieler zur Seite, der Dialog war geboren und damit das Theater. Es dauerte nicht lange, bis es seinen ersten Höhepunkt erreichte mit Aischylos (525-456), Sophokles (496-406) und Euripides (480-406). Zur Zeit des Thespis lagerten sich die Zuschauer noch einfach am Berghang. Um 490 v.Chr. begann man, Zuschauerränge auszuheben und Holzbänke aufzustellen. Von hier aus wohnten die Athener den städtischen Dionysien bei. Sie dauerten jeweils sieben Tage. Theater wurde an drei Tagen gespielt, und zwar in Form eines Wettbewerbs. Je drei Dichter konkurrierten miteinander. Jeder hatte an einem Tag drei Tragödien und ein Satyrspiel (Vorläufer der Komödie) zur Aufführung zu bringen. Die Zuschauer zahlten keinen Eintritt, sondern erhielten ebenso wie für den Besuch der Volksversammlung sogar noch einen Obolus. Im Jahr 330 v.Chr. wurden die Holzbänke durch Steinbänke ersetzt, das Theater erhielt in etwa seine heutige Form. In der ersten Reihe stellte man marmorne Sitze mit Lehne auf, die den Priestern und anderen Würdenträgern vorbehalten waren. Der mittlere, mit Reliefs verzierte und heute noch sichtbare Sitz stand dem Diónysos-Priester zu. Der römische Kaiser Hadrian ließ sich einen marmornen Ehrenplatz hinter der ersten Sitzreihe errichten, auch dieser ist erhalten. Unter Kaiser Nero wurde die Bühne so umgestaltet, dass Gladiatorenkämpfe und sogar Wasserspiele veranstaltet werden konnten. Unter Nero entstanden auch die Reliefs an der Vorderbühne, die mythische Szenen darstellen: links die Geburt des Diónysos, daneben ein Opfer für den Gott, rechts die Verehrung des Gottes.
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