Algarve/Faro

Überblick

Willkommen in der Algarve

Sauberes Meerwasser, würzige Luft zum Durchatmen, Traumstrände, Buchten, Uferfelsen, Düneninseln, subtropisches Klima ... Die Liste der Algarve-Pluspunkte enthält so ziemlich alles, was sich Urlaubshungrige wünschen – nur zweieinhalb bis drei Flugstunden von Deutschland entfernt. Kein Wunder, dass aus der Küstenregion im äußersten Südwesten Europas eines der beliebtesten Ferienziele für Touristen aus aller Welt wurde.

Die Algarve erstreckt sich auf einer Breite von 150 km von Spanien bis zur atlantischen Westküste. Die Natur hat den 50 km tiefen Küstenstreifen in zwei Hälften geteilt: in den westlichen, das Barlavento, geprägt von einer dramatisch-felsigen Küste, und den östlichen, das Sotavento, in dem endlos lange Sandstrände mit Dünen und Lagunen das Bild bestimmen. In jüngster Zeit wird auch das stille, bislang touristisch wenig erschlossene Hinterland von immer mehr Fitness- und Naturfreunden als eine der schönsten Regionen Europas entdeckt: Trekker und Biker schwärmen jetzt ebenso von der Algarve, wie es Golfer, Surfer und Segler schon seit Langem tun.

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Februar
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März
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April
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Mai
gut
22°C
Juni
sehr gut
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Juli
gut
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August
gut
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September
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Oktober
gut
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November
mittel
19°C
Dezember
mittel
16°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 30.05.2020
Vormittags
23 °C
Nachmittags
29 °C
Abends
23 °C
Sonntag / 31.05.2020
Vormittags
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Abends
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Montag / 01.06.2020
Vormittags
21 °C
Nachmittags
25 °C
Abends
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Mehr Wetterinfos

Anreise

1d 1h 23min
23h 4min
3h 15min
Frankfurt am Main
Algarve/Faro
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Auftakt

Entdecken Sie die Algarve!

Bis vor etwa 40 Jahren war die Algarve eine selbst von den Portugiesen kaum beachtete Provinz und galt als „am Ende der Welt gelegen“. Nur in den größeren Hafenorten herrschte Betrieb. Und wer nicht als Fischer oder in der Fischfabrik tätig war, arbeitete in der Landwirtschaft.

Die Einheimischen, die Algarvios, wirken mediterran, man kann aber auch Nordafrikanisch-Arabisches in ihnen erkennen, eroberten doch die Mauren im 8. Jh. die Iberische Halbinsel. Den sonnenreichsten Küstenstrich ihres neuen Reiches nannten sie „al garb“ (der Westen – von Córdoba aus betrachtet, dem Sitz des Kalifats), woraus das Wort Algarve entstand. Mit ihren Kenntnissen in der Landwirtschaft und den Wissenschaften führten sie eine wahre Hochkultur herbei – geprägt durch regen Handel mit anderen Völkern und religiöse Toleranz – und vermischten sich im Lauf eines halben Jahrtausends mit der einheimischen Bevölkerung.

Leider sind nur wenige Bauwerke aus der maurischen Epoche erhalten geblieben, denn bei ihrer Rückeroberung, der Reconquista, zerstörten die Christen vieles. Im Jahr 1139 wurde unter Alfonso I., der sich „König von Portugal und Algarve“ nannte, das Königreich Portugal gegründet; Portugal ist damit einer der ältesten Nationalstaaten der Welt. Noch mehr wurde zerstört, als 1755 ein verheerendes Erdbeben die Algarve heimsuchte. Aber mit bewundernswerter Energie baute man neu auf, und so kommt es, dass sich heute fast alle Innenstädte im authentischen Gewand des 18. Jhs. präsentieren. 1910 schafften die Portugiesen als erstes europäisches Land die Monarchie ab und riefen die Republik aus. 1932 drückte Premierminister António Salazar mithilfe der Geheimpolizei PIDE eine harte Diktatur durch. Wohl gesundete die Staatskasse, aber das Volk verarmte. 10 Prozent der Portugiesen wanderten aus. Am 25. April 1974 kam es zum Aufstand. Die Leute auf der Straße steckten den staunenden Soldaten rote Nelken an die Uniform und in die Gewehrläufe – und machten sie kampflos machtlos. Diese „Nelkenrevolution“ sucht in ihrer friedfertigen Strategie ihresgleichen. Sie beendete ein halbes Jahrhundert Diktatur und führte Portugal 1986 in die Gemeinschaft der westlichen Demokratien. Nun verwandelte sich die Algarve in eine kosmopolitische Region par excellence.

Mit zunehmendem Tourismus baute man in den letzten zwanzig Jahren ufernahe Grundstücke ohne Maß mit Ferienanlagen zu. In diesen Gegenden tobt Tag und Nacht das touristische Leben. Dem Zauber der Küste selbst konnte man aber nichts anhaben, und Gott sei Dank besinnt man sich nun darauf, dass die Natur nicht dem radikalen Ausbeuten dient, sondern ein über alles zu schätzendes Gut ist. Strenge Auflagen, die planloses Bebauen verhindern sollen, sanfter Tourismus wie entlang der „Via Algarviana“ (ein 240 km langer Wanderweg durchs Hinterland) oder konsequente Mülltrennung zeigen, dass auch in der Algarve langsam so etwas wie ein Ökobewusstsein entsteht.

Vor Jahren schon wurde die Westküste, die Costa Vicentina, zum Naturschutzgebiet erklärt. Für viele Besucher ist sie die eindrucksvollste Küste Europas. Da donnern die Wellen mit brachialer Gewalt gegen schroffe Klippenwände, und die Gischt spritzt an manchen Tagen an die hundert Meter hoch auf. Die Westküste und das Hinterland führen ein Eigenleben und sind durch die Autobahn A 22 „Via do Infante“ von der betriebsamen Uferzone wie abgeschnitten. Umgeben von unberührter Natur leben im Hinterland nur noch wenige alte Leute in abgelegenen Häusern oder Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Das Leben konzentriert sich auf einige Zentren wie Loulé, Silves oder Monchique, während die umliegenden Landkreise Jahr für Jahr weiter ausdünnen. Die Jugend will in den Städten an der Küste wohnen und arbeiten, dort, wo das moderne Leben lockt. Doch in jüngster Zeit kommt dieser Trend ins Stocken. Vermehrt bleiben junge Familien im Ort, oder sie kehren zurück.

Jetzt entdecken auch immer mehr Touristen das bergige, stille Hinterland und die wilde Westküste, wo sich langsam auch der Ökotourismus durchsetzt. Diese Gebiete erschließen sich am besten beim Wandern und Radfahren – man wird mit intensiven Eindrücken einer intakten Natur belohnt. Flora und Fauna sind äußerst vielfältig. Und Vogelbeobachter freuen sich über die vielen Zugvögel in den Lagunen und an den Klippen.

Bei 3000 Sonnenstunden im Jahr bietet die Algarve an den meisten Tagen ein Postkartenidyll mit den Symbolen des Urlaubsglücks: Traumstrände und Sandburgen, azurblauer Himmel, lachende sonnengebräunte Gesichter, im klaren Wasser dümpelnde bunte Fischerboote. Viele Attraktionen und Events – vor allem im Sommer – sind zusätzliche Magneten für große und kleine Gäste von überall her. Surfer, Segler und Taucher finden optimale Voraussetzungen und können das ganze Jahr über ihren Hobbys nachgehen. Und erst die Golfer! Das milde Klima und die legendären Plätze der Algarve locken sie an, aus aller Welt kommen sie. Auf beinahe 40 Plätzen putten und pitchen sie und genießen die vorbildlich in die Landschaft integrierten Anlagen. In den letzten Jahren entstanden bei Tavira, Vilamoura, Quinta do Lago, Carvoeiro, Alvor und Lagos exklusive Ferien- und Golfanlagen. Diese feinen Resorts sind jedoch wie Inseln. Der normale Betrieb an der Algarve ist durchsetzt von sämtlichen Aspekten eines modernen, auf Tourismus ausgerichteten Alltags. Trotzdem geht es hier erfreulich herzlich zu. Und auch ein bisschen langsamer als anderswo. Beim Einkauf in kleinen Läden, beim Bummel durch eine Markthalle, beim Schlürfen einer bica, beim Fragen nach dem Weg erlebt man die wahre Algarve und ihre Freundlichkeit. Man könnte behaupten, dass sich die Harmonie der Natur in ihren Menschen spiegelt.

Praktische Hinweise

Anreise

Etwas mühselig, weil gar so lang: z. B. Köln–Faro 2500 km. Aber Sie durchqueren halb Europa, und das ist natürlich faszinierend, vor allem, wenn Sie etwas Zeit mitbringen. In Frankreich sind die Fernstraßen ausgezeichnet, die teuren Autobahnen können Sie getrost meiden. Zwei Strecken durch Spanien sind prima: via Barcelona, Madrid, Badajoz sowie über San Sebastián und Salamanca.

Ab Köln fährt man bis Lissabon etwa 36 Std., bis Faro noch einmal fast 4 Std. mit Umsteigen. Die Fahrt ist mit ca. 500 Euro (hin u. zurück) recht teuer, für junge Leute mit Railcard aber sehr günstig – und entsprechend beliebt.

Bequemer und schneller geht es nicht: Der Flug München–Faro z. B. dauert 2,5–3 Std. Je nach Saison schwanken die Flugpreise, wer einige Monate im Voraus bucht, kann auch für die Hochsaison günstige Preise bekommen. Im Sommer fliegen viele Fluggesellschaften Faro direkt an, im Winter sind es nur noch wenige, da muss mit Umsteigen gerechnet werden.

Man kann auch nach Lissabon fliegen und von dort mit dem Zug (die Station Oriente ist nur 3 km vom Flughafen entfernt) angenehm an die Algarve fahren. Seit einigen Jahren fliegt auch der Billigflieger Ryanair aus verschiedenen deutschen Städten Faro an. Mehrere Suchmaschinen ermitteln im Internet die günstigsten Flüge und Fluggesellschaften (z. B. www.billigflieger.de, www.airlines24.com).

In Faro angekommen, befinden sich in der Ankunftshalle die Schalter sämtlicher Autovermietungen (siehe „Mietwagen“). Busse fahren vom Flughafen ins Zentrum Faros oder zum Bahnhof. Natürlich stehen auch Taxis bereit. Alle Infos zum Flughafen auf www.ana.pt

Auskunft
ICEP Portugal – Handels- und Touristikamt

DeutschlandSchäfergasse1760313069 234094

ÖsterreichOpernring 1101001 5854450

SchweizZeltweg15803201 432688768

www.visitportugal.com

Alle größeren Orte an der Algarve haben ein zentral liegendes Infobüro für Touristen (Posto de Turismo).

Internet

Generelle Informationen: www.algarve-live.de

Die einzelnen Gemeinden informieren über sich nach folgendem Muster: www.cm-[Ortsname].pt.

Bilder: www.algarve-fotos.de. Aktuelle Veranstaltungen: www.amal.pt. Wetter: www.meteo.pt. Ferienhäuser: www.algarve-ferienhaus.info

Auto

Immer dabeihaben: Führerschein, Fahrzeugschein, grüne Versicherungskarte, Warnweste und Warndreieck. Anschnallpflicht auch hinten, Kleinkinder benötigen Sicherheitssitze. Vorsicht ist bei den mehrspurigen Kreisverkehren geboten. Wer falsch parkt, läuft Gefahr, sein Auto bei der Rückkehr nicht mehr anzutreffen oder eine Klammer am Reifen zu finden. Und: Die Geldstrafen sind saftig! Vor allem beim Telefonieren am Steuer. Promillegrenze 0,5. Höchstgeschwindigkeit: innerorts 50, Landstraße 90, Autobahn 120 km/h. 213180100

Baden

Die Flaggen an den Stränden haben folgende Bedeutungen: grüne Flagge – gute Badebedingungen; gelbe Flagge – warnt vor Strömungen, Wellengang und Wetterwechsel; rote Flagge – Schwimmen verboten; karierte Flagge – Rettungsschwimmer zurzeit nicht auf Posten. Knapp 70 Strände der Algarve wurden 2010 mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, dem europaweiten Gütesiegel für ausgezeichnete Wasserqualität und sauberen Strand, das jährlich neu vergeben wird.

Bahn

Man kann die Algarveküste fast auf der ganzen Länge mit der Bahn erkunden. Einige Orte haben den Bahnhof im Zentrum, z. B. Faro, Tavira, Portimão, Lagos. Die Fahrt Vila Real–Faro dauert ca. 1 Std. und kostet 4,20 Euro, Lagos–Faro dauert ca. 90 Min. und kostet 5,90 Euro.

Tunes ist der zentral gelegene Bahnhof der Algarve, hier treffen sich Züge aus den Richtungen Faro und Lagos. Für die Weiterfahrt nach Lissabon muss man hier umsteigen, kommt man aus Lagos. Aus Richtung Faro geht es direkt weiter. Der zweimal täglich verkehrende Schnellzug Alfa Pendular benötigt von Faro nach Lissabon 3 Std. und kostet 21 Euro (unbedingt am Vortag buchen). Der IC benötigt eine halbe Stunde mehr und kostet 18,50 Euro. Fahrpläne und Preise unter www.cp.pt, in den Postos Turismos oder direkt am Bahnhof.

Banken & Kreditkarten

Banken sind Mo–Fr von 8.30 bis 15 Uhr geöffnet, einige auch samstags. Fast überall gibt es Geldautomaten, wo Sie mit Ihrer Geheimzahl bis zu zweimal tgl. 200 Euro ziehen können. Mietwagen, Hotel, oft auch das Restaurant – fast alles lässt sich mit Kreditkarten wie auch mit der EC-Karte bezahlen.

Busse

Zwischen den Küstenorten verkehren preiswert Busse, z. B. von Lagos nach Sagres, von Portimão nach Monchique, von Faro nach Vila Real oder Loulé. Auch zwischen der Algarve und Lissabon pendeln viele Busse – private Linien (expressos) und die staatliche RN. Fahrtdauer ab Faro ca. 4 Std., Kosten ca. 20 Euro. Haltestelle in Faro: hinter dem Hotel EvaAv. da República; in Lagos: Rossio São João; in Portimão: Largo Dique. www.eva-bus.com

Die größeren Städte Faro, Lagos, Portimão und Albufeira haben Stadtbusse, die in kurzen Abständen durch alle Stadtteile zirkulieren.

Camping

Wildes Campen ist verboten. Es gibt sehr schöne Plätze, fast alle sind ganzjährig geöffnet und gut ausgestattet. Lassen Sie sich von den Touristikämtern in Ihrem Land den Campingführer (guia campista) schicken.

Deutsche Presse

In allen größeren Zeitschriftenläden gibt es viele deutsche Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften. In der Algarve selbst werden folgende Publikationen verlegt:

„Entdecken Sie Algarve“ – deutsches Monatsmagazin mit aktueller Website www.entdecken-sie-algarve.de und gutem Veranstaltungskalender

„Algarve 123“ – dreisprachige Wochenzeitung mit Kleinanzeigen und Kulturprogramm, www.algarve123.com

Diplomatische Vertretungen
Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

289803148www.honorarkonsul-faro.de

Österreichisches Konsulat

Praia da OuraAlbufeira289510900

Schweizer Botschaft

213944090www.eda.admin.ch/lisbon

FKK

Offiziell nur an zwei Stränden gestattet: Adegas bei Odeceixe und Barril bei Tavira. Ansonsten gilt: Pro Bezirk ist nur ein FKK-Strand zulässig, mindestens 1,5 km vom nächsten Ort entfernt. Oben ohne ist überall gängig.

Gesundheit

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC), die Sie bei Ihrer Krankenkasse bekommen, haben Sie den gesetzlichen Anspruch auf Behandlung. Das bedeutet in Portugal, dass der Betroffene sich an die Notaufnahmen (urgências) der örtlichen Gesundheitszentren (Centros de Saúde) oder eines staatlichen Krankenhauses (hospital) wenden muss. Staatliche Krankenhäuser befinden sich in Faro (Rua Leão Penedo289891100), Portimão (Sítio do Poço Seco282450300) und Lagos (Rua Castelo dos Governadores282770100), wobei es in Faro und Portimão eine spezielle Kindernotaufnahme (urgência pediátrica) gibt. Es muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden.

Eine separate Auslandskrankenversicherung ist sinnvoll, damit kann man sich an ein privates Krankenhaus oder Ärztezentrum wenden, wo die Wartezeiten geringer sind und in der Regel auch englisch und teils deutsch gesprochen wird. Jedoch muss man hier meist in Vorleistung treten – Arzt- und Arzneimittelquittungen also unbedingt aufbewahren! Gute Privatkrankenhäuser der Gruppe Hospital Particular do Algarvewww.hpalg.com gibt es in Faro, Portimão und Alvor. In der Algarve praktizieren zahlreiche deutsche Allgemein- und Fachärzte, die in der deutschen Zeitschrift „Entdecken Sie Algarve“ aufgeführt sind.

Apotheken heißen farmácias, geöffnet Mo–Fr 9–19, Sa 9–13 Uhr. Tipp: Nehmen Sie Packungen der Medikamente mit, die Sie benötigen.

Jugendherbergen

Die pousadas da juventude sind durchweg zweckmäßig eingerichtet und sauber, haben viel internationales junges Publikum. In der Algarve gibt es Jugendherbergen in Arrifana (Aljezur), Lagos, Portimão, Faro, Tavira und Alcoutim. Auskunft erteilt die Dachorganisation MovijovemLissabon217232100informacoes@movijovem.ptmicrosites.juventude.gov.pt/Portal/pt/

Märkte

In jeder Stadt gibt es einen regionalen Markt für Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch – den mercado municipal mit in der Regel sehr guten und frischen Waren. Hier begegnet man einer authentischen Algarve mit einem lauten, bunten und sehr pittoresken Treiben. Die schönsten Mercados, die meist Mo–Sa 8–13/15 Uhr geöffnet sind, finden sich in Loulé und Olhão.

Außerdem finden in allen Bezirken (concelhos) mindestens einmal pro Monat Zigeunermärkte statt. Auch viele Bauern sind hier, die Küken, Hühner, Setzlinge und Pflanzen verkaufen. In einigen Bezirken finden auch monatliche Flohmärkte statt. Der in Ferragudo (am 2. So des Monats) ist besonders schön. Kalender in der Zeitschrift „Entdecken Sie Algarve“.

Mietwagen

Das Mindestalter beträgt 21 Jahre, man muss den Führerschein zwei Jahre haben. In der Regel wird mit Kreditkarte bezahlt; eine Kaution muss hinterlegt werden. Billiger ist das Buchen von Deutschland aus, in Kombination mit einem Flug. Pro Woche müssen Sie mit mindestens 130 Euro rechnen. Die Leihfirmen haben Büros und Parkplätze am Flughafen Faro. Aber auch in allen Küstenstädten gibt es jede Menge Autovermietungen.

Buchung über das Internet: www.autorent.pt

Notruf

Polizei, Feuerwehr, Ambulanz: 112

Öffnungszeiten

Viele Restaurants haben einen Ruhetag nur in den Wintermonaten, fast immer sind es der Sonntag oder der Montag. Im Sommer haben die meisten Restaurants durchgehend geöffnet; eine Tischreservierung ist oft ratsam. Läden sind in der Regel Mo–Fr 10–13 und 15–19 Uhr sowie am Samstagvormittag geöffnet. Große Supermärkte haben sieben Tage die Woche geöffnet, meist 9–22 Uhr. Museen und Sehenswürdigkeiten sind häufig am Montag geschlossen.

Post

Postämter heißen CTT oder correios und sind Mo–Fr 8.30–18 Uhr geöffnet, Hauptpostämter auch am Samstagvormittag. Normalbrief und Postkarte innerhalb der EU kosten 67 Cent. Alle Postämter bieten einen – nicht billigen – Faxservice an.

Preise

Produkte im Supermarkt kosten in etwa so viel wie in Deutschland. Der Eintritt in die Museen liegt zwischen 1 und 3 Euro. Im Hinterland erhalten Sie ein Menü inkl. Bier oder Wein ab 7 Euro, an der Küste ab 10 Euro. Der Tischwein kostet pro Flasche ab 6 Euro.

Eine feine Sache hat die BNU (Banco Nacional Ultramarino) ins Leben gerufen: Mit der Jugendkarte Cartão Jovem erhält jede(r) bis zum Alter von 26 Jahren erhebliche Nachlässe bei Bahn, Bus, Museumseintritt und Kulturveranstaltungen. Mit Ausweis, Foto und 8 Euro ist man dabei.

Taxi

Das Taxameter zeigt den exakten Fahrpreis an. Der Transport von Rollstühlen, Gehhilfen und Kinderwagen darf nicht verweigert werden und ist kostenlos. Koffer kosten zusätzlich 1,60 Euro.

Telefon & Handy

Landesweit gelten 9-stellige Nummern (auch fürs Handy), die ehemaligen Vorwahlen sind in die Nummer integriert. Überall gibt es Kartentelefone, Karten für 7,50 und 15 Euro in Kiosken. Spartarif 20–9 Uhr.

Kosten Mobiltelefonie: 0,30–1 Euro/Minute, nachts und am Wochenende billiger. Prepaidkarten gibt es in den Läden von TMN, Vodafone und Optimus.

Trinkgeld

Mit Trinkgeld um sich zu werfen, ist fast beleidigend. Etwa 10 Prozent sind in Restaurants angebracht, wenn der Service gut war; in Bars und Cafés sind Trinkgelder unüblich.

Trinkwasser

Das Leitungswasser ist trinkbar. An den Küstenorten schmeckt es jedoch häufig nach Chlor, während es im Hinterland einwandfrei ist. Am besten kauft man Trinkwasser günstig in 1,5-oder 5-l-Flaschen in allen Supermärkten.

Waldbrandgefahr

Berüchtigt sind im Hinterland die schweren Waldbrände. Die Serras Monchique und Caldeirão sind besonders betroffen – kein Wunder, gibt es hier doch große Wälder mit Eukalyptus, Korkeichen und Pinien. Im heißen Sommer verwandeln sich Gesträuch und Unterholz in wahren Zunder. Deshalb: nicht rauchen, nie offenes Feuer entfachen! Nach den verheerenden Bränden 2003/04 sind die Präventivmaßnahmen erheblich verbessert worden: So ist nun eine „Waldpolizei“ mit Spezialfahrzeugen ständig im Dienst.

Wetter & Kleidung

Europas Südwestkante liegt am Atlantik, hat aber mediterranes Klima mit milden, schneelosen Wintern und zum Teil sehr heißen Sommern von Mai bis Oktober. Trotzdem sollten Sie für kühle abendliche Brisen einen warmen Pullover mitnehmen. Regen gibt es im Sommer so gut wie nie, in Übergangszeiten kann es aber zu Schauern kommen, und ein Regencape passt immer ins Gepäck.

Zeit

Ganzjährig 1 Std. umstellen. 12 Uhr in Deutschland = 11 Uhr in Portugal.

Zoll

In der EU dürfen Waren zum persönlichen Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden. Für Schweizer gelten geringere Freimengen, z. B. 2 l Wein, 1 l Spirituosen, 200 Zigaretten. www.zoll.de

Was kostet wie viel?

Kaffee

0,60–1,50 Euro für eine Tasse Espresso

Imbiss

2,50–5 Euro für ein bifana-Brötchen

Wein

1–3 Euro für ein Glas Wein (rot/grün/weiß)

Souvenir

25 Euro für eine 2-Personen-Cataplana-Pfanne

Benzin

1,40 Euro für 1 l Super

Fahrrad

84 Euro Leihgebühr für 1 Woche

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

Februar/März

Karnevalsdienstag

März/April

Karfreitag

25. April

Dia de Liberdade (Jahrestag der Revolution 1974)

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Fronleichnam

10. Juni

Dia de Camões (Portugaltag)

15. August

Mariä Himmelfahrt

5. Oktober

Tag der Republik

1. November

Allerheiligen

1. Dezember

Tag der Restauration (Befreiung von Spanien 1640)

8. Dezember

Mariä Unbefleckte Empfängnis

25. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Januar

Festa dos Chouriços in Querença bei Loulé: Prozession, anschließend Versteigerung gesegneter Würste

Februar

Karneval mit Umzügen am Karnevalsdienstag in Loulé, Quarteira, Moncarapacho, Monte Gordo, Lagos, Paderne, Tavira: Samba wird getanzt, es wird gelacht, gebechert …

März/April

Festa da Mãe Soberana in Loulé: größtes religiöses Fest der Algarve (2 Wochen), beginnt Ostern mit riesiger Prozession

Feira dos Enchidos Tradicionais da Serra in Monchique: Schinken, Würste, alles was vom Schwein kommt. Alle Restaurants wetteifern mit deftigen Speisen.

April

FIMA – Festival Internacional de Música do Algarve: bis in den Mai hinein hervorragende Konzerte in verschiedenen Ortschaften. www.fima.pt

Mai

Internationales Filmfestival in mehreren Orten. www.algarvefilmfest.com

Festa da Espiga (Ährenfest) in Salir: An der Haustür angebrachte Ähren und Olivenzweige symbolisieren Brot und Öl. Es gibt Folklore und Medronho.

Festival Islâmico in der Burg von Mértola am Rio Guadiana

Juni

Santos Populares in diversen Orten, den beliebtesten Schutzheiligen gewidmete Umzüge: Santo António, São Pedro und São João

Feira de Artesanato in Alcoutim: Diese spezielle Kunstgewerbemesse übertrifft alles mit ihren Ständen im Freien.

Arte Algarve: internationale Kunstmesse in Lagoa. www.artealgarve.net

Circuito Hípico Internacional: Reitturniere in Vilamoura und Portimão

Juli

Festival Mare Nostrum: Musikfestival mit Klassik, aber auch Fado in Portimão, Faro und Vila Real de Santo António

Internationales Festival für Straßenkunst in Tavira

Festival Al-Buhera: internationale Musiker und regionales Kunsthandwerk in Albufeira

August

Verão em Tavira (Sommer in Tavira): klassische Musik, Fado, Jazz, Rock

Dias Medievais (Mittelaltertage) in Silves und Castro Marim – die ganzen Städte werden Mittelalter.

Festival do Marisco: Nach Olhão pilgern Meeresfrüchteliebhaber.

Festival da Sardinha in Portimão und Quarteira: Alles dreht sich um den vielgeliebten kleinen Fisch.

Folk Faro: internationales Folklorefestival in Faro

Noite Branca: Portugals größtes Chill-out-Event. Geschäfte sind bis spätabends offen. Kunst, Konzerte, DJs, Straßenkünstler … Eintritt frei – aber bitte ganz in Weiß erscheinen. www.noitebranca.com

September

Fischerfest in Albufeira: gegrillte Fische aller Arten bei einem Straßenfest zu Ehren der Männer auf hoher See

Feira do Presunto: Schinkenfest in Monchique

Oktober

Portugal Masters: hoch dotiertes Golfturnier in Vilamoura

Festival da batata doçe in Aljezur: der Süßkartoffel gewidmet

Im Trend

Action & Besinnung
Eins mit der Welle

Yogis tun sich mit Surfern zusammen und verschmelzen Körper und Geist: Yoga sorgt für sichereren Stand auf dem Brett. In der Wave Culture Surf LodgeRua da Fortaleza2Burgauwww.surfing-algarve.com lockt das -Special. Neue Energie während des Surftrainings verleiht ein vegetarischer Lunch am Strand. Im Algarve Surf & Yoga Retreat PortugalAljezurwww.surfalgarve.com sorgt Yoga morgens und abends für flinke Kehren und Wenden mit dem Board.

Green Living
Außergewöhnlich

Im Eco-Retreat Tipi AlgarveMonte João AfonsoMonchique schlafen die Gäste in Tipis und Jurten und versorgen sich mit Biogemüse aus dem eigenen Garten. Schlafen im Gypsyvan oder Feuerwehrauto: Die Ecolodge BrejeiraSilveseco-lodgebrejeira.com wird durch Sonnen-, Wind- und Wasserenergie betrieben, sogar die Toiletten sind ökologisch. Im Eco-Resort Carpe VitaAljezurwww.carpe-vita.com setzt Nuno Guimarães auf Umweltschutz. Die vier Häuser wurden mit traditionellen Techniken und Baumaterialien der Umgebung restauriert.

New Fado
Grenzüberschreitend

Traditioneller Fado bedient sich nicht nur bei Popmusik, sondern auch bei anderen Genres. Cristina Branco www.cristinabranco.com verwendet u. a. untypische Instrumente. Die Sängerin Mísia www.misia-online.com vertont Autoren wie José Saramago und interpretiert Chansons von Jacques Brel. In Albufeira, Portimão und Lagoa gibt es alljährlich Amateur-Fado-Wettbewerbe. Die Profis singen im Café O CaisRua José Esteváo2Silves.

Rustikal
Altbewährt

Alte Landgüter versetzen Urlauber in vergangene Zeiten. Bei der Restaurierung wurde darauf geachtet, den historischen Charme durch traditionelle Bauweisen und rustikale Elemente beizubehalten. Markenzeichen des Vila Valverde Design Country HotelsEstrada da Praia da LuzValverde ist der Mix aus Alt und Neu: Das Landgut aus dem 19. Jh wurde von Grund auf modernisiert und Glaswände eingezogen. Rustikale Steinwände setzen Akzente. Unübertroffen romantisch: Das Vivenda MirandaPorto MósLagosüber den Klippen von Porto Mós in einer 300 Jahre alten Villa. Highlight ist die Boutique Suite mit Wänden in Pink, lila Sesseln und einer Dusche mit Meerblick. Die Pousada de Tavira – Convento da GraçaRua D. Paio Peres CorreiaTavira ist ein ehemaliges Kloster aus dem 16. Jh. Die alten Gemäuer wurden liebevoll restauriert und modern ausgestattet.

Cooler Kork
Nachwachsende Accessoires

Kork ist ein heimisches Produkt der Algarve. Neuerdings wird der nachwachsende Rohstoff zum Trendaccessoire verarbeitet. Taschen, Gürtel, Caps gibt es in der Boutique CaleidoscópioRua 25 Abril6Alvor. Mehr Infos über die Geschichte der Korkherstellung in der Region erhält man auf der Rota da cortiçawww.rotadacortica.pt Neben Korkfeldern und traditioneller Verarbeitung lernt man dabei auch eine moderne Korkfabrik kennen. Die Korkprodukte der Algarve haben es sogar ins New Yorker geschafft, die besten Stücke aus der Sammlung gibt es bei PelcorRua Padre Sena Neto48São Brás de Alportel.

Bloss nicht

„Wild“ grillen

An vielen Stellen findet man Grillplätze, die im Sommer auch reichlich benutzt werden. Manchmal ist sogar das Brennholz bereitgestellt! Bitte nur dort grillen und keinesfalls im Freien, weil plötzliche Windstöße das nette Feuerchen in einen fürchterlichen Waldbrand verwandeln können. Für wildes Grillen im Freien werden sehr hohe Geldstrafen verhängt. Das gilt auch, wenn man Kippen aus dem Auto wirft. Immer wieder sorgen brennende Zigarettenstummel für teils verheerende Waldbrände.

Wertgegenstände im Auto lassen

Fast könnte man sagen: Selber schuld, wenn das Auto aufgebrochen wird, weil eine Kamera, Handtasche oder andere wertvolle Gegenstände gut sichtbar darin liegen. Vor allem an den Parkplätzen einsamer Strände, aber auch ganz generell sollten Sie das bleiben lassen und dazu beitragen, dass die Kriminalität in der Algarve so niedrig bleibt wie jetzt.

„'Ne Runde Bier!“ bestellen

Peinlich ist es, wenn Ausländer eine Kneipe betreten und lautstark in Englisch oder gar in ihrer Landessprache Getränke bestellen und nicht einmal versuchen, ein paar Brocken Portugiesisch zu bewältigen. Es macht ja sogar Spaß und sorgt auch bei den hilfreichen Einheimischen für eine freundliche Atmosphäre! Das Minimum an Höflichkeit verlangt, dass man beim Betreten eines Restaurants oder Geschäfts grüßt: „Bom dia“ (bis 12 Uhr) und „Boa tarde“ (nach 12 Uhr) – gar nicht so schwierig.

Alle Vorspeisen essen

Es sieht wie eine Aufmerksamkeit des Hauses aus, was da in den Restaurants vorneweg auf den Tisch kommt: Sardinenpaste, Oliven, Brot, aufgeschnittener Ziegenkäse etc. Umsonst ist das aber nicht, sondern alles, was Sie probieren, wird auch berechnet.

Den Daumen benutzen

Unter Portugiesen wird beim Zählen mit den Fingern der Daumen nicht eingesetzt. Aber wenn man mit einer kleinen sympathischen Geste ausdrücken will, dass das Essen so richtig gut war, zupft man sich mit Daumen und Zeigefinger am Ohrläppchen.

Das Gewicht von Fischen übersehen

Wenn für Meeresfrüchte und Fische Kilopreise auf der Speisekarte angegeben sind, sollten Sie das Bestellte vor dem Zubereiten auf jeden Fall wiegen lassen, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Kurze Hosen tragen

Bitte niemals mit kurzen Hosen oder gar im Bikini Kirchen oder Friedhöfe besichtigen, auch wenn das andere Touristen (englische vor allem) tun.

Stichworte

Azulejos

Der Begriff (ausgesprochen: assuleischusch) kommt aus dem Arabischen: al-zulij bedeutet „kleiner Stein“. Die Kachelkunst geht zurück auf römische Mosaike. Im religiösen Bereich werden Szenen aus der Bibel abgebildet, einige Klöster sind mit bis zu 60 000 Kacheln ausgekleidet. Im häuslichen Bereich stellt man vorwiegend Tiere einzeln dar, sogenannte „motivo solteiro“, aber auch Kriegsszenen und Abbildungen von Traditionen (z. B. Weinbau) werden auf die Kacheln gemalt. Nach dem Erdbeben 1755 wurde im Zuge des Wiederaufbaus vieler Städte eine industrielle Produktion nötig. Das führte zu ihrem Siegeszug – Azulejos entwickelten sich zu Portugals schönster Kunst. In der Algarve beweist sich das z. B. in der Capela de São Lourenço bei Loulé und in Lagos in der Igreja de Santo António.

Fischfang

Er hat längst nicht die Bedeutung, die er früher hatte, als es in mehreren Hafenstädten eine Fischfabrik neben der anderen gab und vor allem Thunfisch und Sardinen eingedost wurden. Die Sardine ist nach wie vor die beliebteste Fischart, gefolgt von Tintenfischen wie dem Oktopus. Auf der Liste der meistgegessenen Meerestiere folgen Bastardmakrele (carapau), Thunfisch, Stockfisch (bacalhau), Silberbarsch und Gambas. Portugiesen konsumieren pro Einwohner jährlich 57 kg Fisch – damit stehen sie auf der Weltrangliste hinter den Isländern und Japanern an dritter Stelle, denn nach wie vor gehört in der Algarve „Fisch auf den Tisch“. Immer wieder kommt es zum Streit über Fangmengen und die Aktivitäten der spanischen Nachbarn, die mit hochmodernem Gerät anrücken. Die Fangmengen werden jährlich neu festgelegt und sind stark rückläufig: Der Bestand einiger Fischarten wie Silberbarsch ist konstant, andere Arten sind vom Aussterben bedroht. Immer häufiger werden Fische aus der Zucht konsumiert, wie Dorade und Wolfsbarsch.

Übrigens: Dass die Fischerboote so herrlich bunt sind, dient nicht nur der Dekoration, sondern in erster Linie der Sicherheit – es macht sie bei Nebel besser sichtbar.

Kamine

Überall sieht man sie aufragen, die teils schnörkelhaft verzierten Hauskamine; manche sind rund, andere eckig, manche für den Brotbackofen, andere für den offenen Kamin. Ihre Hauben sind teils derart liebevoll geschmückt, dass man sie für Aushängeschilder der Hausbesitzer halten könnte. Kein Wunder, dass diese eigenwilligen Kamine zu einer Art Wahrzeichen der Algarve avancierten. Historiker erkennen in ihnen übrigens getarnte Minarette aus der Zeit, als die Region den Mauren entrissen und die christliche Religion mit Macht durchgesetzt wurde.

Kork

Im Hinterland wachsen Korkeichen. 2 Mio. Zellen in 1 cm2 der Korkrinde machen das Material elastisch und wasserdicht. Ist diese etwa 3–5 cm dicke, rindenähnliche Schicht aus abgestorbenen Zellen vom Stamm geschält, malt man diesem die letzte Ziffer des Erntejahrs auf. In neun Jahren wächst die Schicht nach, und so weiß man immer, wann sie wieder erntereif ist. Eine 9 bedeutet also: 2009 geschält, 2018 nächste Ernte. Portugal ist mit 55 Prozent Anteil der weltgrößte Exporteur. Die Rinde wird zu Korken ausgestanzt; Korkgranulat findet u. a. als Isolierstoff und bei Schuhsohlen Verwendung.

Kunst

Private wie öffentliche Initiativen bemühen sich intensiv um eine Belebung der Kunstszene. Angesichts der Tatsache, dass in der Algarve Hunderte nationaler und internationaler Künstler leben, ist das sehr lohnenswert. Wichtigstes Aushängeschild ist die internationale Kunstmesse Arte Algarve, die im Oktober im Kongresszentrum in Lagoa stattfindet. Infos unter www.artealgarve.net

Literatur

Die Entwicklung der Literatur geht seit dem 12. Jh. einher mit der nationalen Identität und einer einheitlichen portugiesischen Sprache. Luís de Camões wird im frühen 16. Jh. mit seinen Verherrlichungen der maritimen Entdeckungen zum Nationaldichter. Im 20. Jh. werden José Maria Eça de Queiroz, dann Fernando Pessoa und schließlich der Nobelpreisträger von 1998, José Saramago, zu den Inbegriffen portugiesischer Literatur mit Weltgeltung. In der zeitgenössischen Literatur gilt Lídia Jorge, geboren 1946 in der Algarve, als die angesehendste Autorin Portugals. Die Autorin zeichnet in ihren Werken ein realistisch erzähltes Gesellschaftsbild der Gegenwart.

Mauren

711 überquerten arabische Stämme die Meerenge bei Gibraltar und eroberten den größten Teil der Iberischen Halbinsel. Eine maurische Hochkultur blühte auf, mit Akademien für Medizin, Mathematik und Astronomie. Im 12. Jh. gelang es im Westen der Halbinsel dem Ritter Afonso Henriques, den Widerstand gegen die Mauren zu bündeln. Eine Sarazenenburg nach der anderen wurde genommen, die Mauren verjagt. Papst Alexander II. erkannte 1179 dieses zurückeroberte Gebiet als Königreich an – Portugal war entstanden. Die Algarve aber blieb bis Mitte des 13. Jhs. maurisches Territorium, bis Silves in die Hände der Kreuzritter fiel. Der Regent Afonso Henriques trug nun die Krone als „König von Portugal und Algarve“.

Das Erbe dieser fast ein halbes Jahrtausend andauernden Epoche zeigt sich deutlich: In den Gesichtern vieler Menschen, im bisweilen fatalistischen Lebensgefühl, in der Küche und in der Toleranz – auch der religiösen –, die den Mauren eigen war. Besonders in Silves, aber auch in anderen Städten pflegt man dieses Erbe mit Engagement.

Musik

Amália Rodrigues war die stilprägende „Königin des Fado“. Nach ihrem Tod 1999 konnte sich die Fado-Musik erneuern. Klassische Elemente, Rock, Jazz, viel Arabisches, Afrikanisches und Brasilianisches werden integriert. Im sehnsüchtigen Fado hat die Musik in Portugal ein markantes Erkennungszeichen. Und in Mariza hat Portugals Sehnsucht eine Stimme. Jedes Jahr tritt sie in der Algarve auf. Wo immer sie ein Konzert gibt, ist es ausverkauft. Aber auch andere Fado-Interpreten sind absolut angesagt, wie Camané oder Dulce Pontes, und ständig rücken neue, junge Talente nach.

Überhaupt erfährt zeitgenössische Musik aller Stilrichtungen neue Impulse. Bands wie Moonspell und Madredeus füllen die Hallen, aber auch Buraka Som Sistema, Da Weasel und Wraygunn sind extrem populär. Überraschend ist der enorme Erfolg von Deolinda, einer Folkband, die mit spöttischen Texten und Anleihen beim Volkslied fast so etwas wie eine neue Musikrichtung kreierten.

Nelkenrevolution

1932 wird Finanzminister António Salazar, der mit einem totalen Ausgabenstopp die Staatskasse saniert hatte, Ministerpräsident, setzt das Parlament außer Kraft und organisiert mit der PIDE eine Geheimpolizei, die sich an der Gestapo orientiert. Im Zweiten Weltkrieg bleibt Portugal neutral. Salazar richtet seinen „Estado Novo“ (Neuer Staat) ein und begegnet den Unruhen in Portugals Kolonien mit radikaler Härte. Ausgerechnet beim Militär wächst der Widerstand gegen Salazar. Als er 1970 stirbt, wird seine Politik in abgemilderter Form weitergeführt. Bei einem minutiös geplanten Putsch am Freitag, dem 25. April 1974, läutet das im Radio gespielte Lied „Grândola, Vila Morena“ die Revolution ein, die dank perfekter Planung fast unblutig bleibt. Noch am gleichen Tag wird das Ende des faschistischen Regimes ausgerufen. Ein halbes Jahrhundert Diktatur ist beendet.

Weitere 33 Jahre später: Salazar wird bei einer Sendung des staatlichen Fernsehens im Jahr 2007 als beliebtester Portugiese aller Zeiten ermittelt, und ein Aufschrei geht durch die Republik, deren 100. Geburtstag man am 5. Oktober 2010 feierte.

Seefahrer

Als 19-Jähriger bewährte sich Prinz Heinrich der Seefahrer (Infante D. Henrique) im Jahr 1415 bei der Eroberung von Ceuta in Marokko und wurde mit zwei Posten belohnt: Chef des reichsten portugiesischen Kreuzritterordens und Gouverneur der Provinz Algarve. Lagos wurde Amtssitz des Prinzen, wo er ab 1420 Meister der Mathematik, Astronomie und Kartenherstellung um sich scharte. Er entwickelte die Navigation, baute Geräte, legte Listen an, ließ Land- und Seekarten zeichnen. In Lagos ließ er auch die ersten Karavellen bauen: Vorzüge von Schiffen der Nordsee und des Mittelmeers brachte man unter einen Hut – Steuerruder am Rumpf, Dreieckssegel, geringen Tiefgang. Kühn stachen Heinrichs Kapitäne in See, und schon 1420 landete João Zarco auf Madeira. 1434 umsegelte Gil Eanes das relativ nahe Kap Bojador bei den Kanaren. Die Azoren wurden entdeckt, dann die Westküste Afrikas.

Mit Heinrich kam auch das koloniale System in Schwung, und mit diesem wiederum die Ausbeutung von Sklaven – das ist die andere Seite der beginnenden „Goldenen Epoche“ Portugals. In Lagos fand 1444 der erste öffentliche Sklavenmarkt statt. Hundert Jahre später waren aus 50 Sklaven schon über Hunderttausend geworden. Bis zum endgültigen Ende des Sklavenhandels im 19. Jh. wurden über 20 Mio. Afrikaner zur anderen Seite des Atlantiks, nach Amerika, verschachert, vorwiegend von englischen, holländischen und französischen Menschenhändlern.

Als Prinz Heinrich 1460 in Sagres starb, hatte sich das Gesicht der Welt verändert. Und die Erfolgsgeschichte ging weiter: 1487 umsegelte Bartolomeu Dias das Kap der Guten Hoffnung. Vasco da Gama vollendete 1497/98 den Seeweg nach Indien. Der Verkauf nur einer einzigen Schiffsladung Gewürze, die er zurückbrachte, machte seine Expedition zigfach rentabel. In der Folge löste Lissabon Venedig als Zentrum des Gewürzhandels ab, und Portugal wurde Europas erste Kolonialmacht.

Strände

Sie sind das Aushängeschild der Algarve. Zu Recht! Eine Liste der schönsten Strände anzufertigen, wäre ungerecht, denn es gibt sie für jeden Geschmack, ob in der flachen Sand-Algarve oder vor den Klippen des Barlavento und der wilden Westküste. Es gibt intime kleine, es gibt über 10 km lange. Der Sand ist feinkörnig, der Einstieg ins Wasser flach, und nirgendwo in Europa hängen so viele Blaue Flaggen, das zuverlässige Prädikat für Sicherheit und Sauberkeit des Wassers. Es sind diese Strände, die der Algarve den Ruf einbrachten, Europas schönste Küste zu sein. Die sonnigste noch dazu. Den virtuellen Besuch der Strände an der Algarve ermöglicht www.algarve-portal.com.

Tierleben

Reich ist das Tierleben im Meer, weil die Mischung aus mildem Golfstrom und kühlerem Wasser eine enorme Artenvielfalt erlaubt. Das gilt besonders für das Revier um Sagres. Vor Faro wurde 2001 der größte Schwertfisch der Welt gefangen. Er wog über 200 kg. Taucher freuen sich über Wolfsbarsche, Muränen, Seeteufel und Seebrassen.

In den Korkeichenwäldern gibt es viele Wildschweine; tagsüber sind sie kaum auszumachen, weil sie extrem scheu sind. Steinmarder und Ichneumons (eine Mangustenart) sieht man häufiger. Leider wird die zu den Schleichkatzen zählende Ginsterkatze hier immer seltener.

Erstaunlich vielfältig ist das Leben in der Luft: Für Vögel ist die Algarve eine Zwischenstation beim jährlichen Zug nach bzw. von Afrika, vor allem das nahrungsreiche Haffland der Ria Formosa wird dann von Millionen Gefiederten aufgesucht. Auch Flamingos, Reiherarten wie den Seidenreiher und Störche gibt es hier viele. Geier fliegen manchmal in Schwärmen aus Marokko zur Stippvisite ein. Verschiedene Adlerarten lassen sich im Hinterland beobachten.

Kinder freuen sich über die Chamäleons, über Seepferdchen im seichten Wasser und Schildkröten in Flüssen wie dem Ribeira de Odelouca. Aufpassen heißt es beim Spinnenfisch peixe aranha. Er vergräbt sich im Sand. Tritt man barfuß auf ihn und seine giftigen Stacheln, schmerzt es übel und schwillt an. Unbedingt einen Arzt aufsuchen! Skorpione und Sandvipern kommen im Sotavento vor, sind aber selten. Ihr Biss ist nicht sehr gefährlich, trotzdem zum Arzt gehen!

Umwelt

Das Umweltbewusstsein nimmt stark zu, ausgehend von den Medien und jungen Lehrern, die an den Schulen eine umweltbewusste Lebenseinstellung nicht nur lehren, sondern praktizieren – mit Ausflügen, Workshops, Projekten und Aktivitäten wie z.B. „Strandreinigen“ oder „Aufforsten verbrannter Wälder“. Das übt Druck aus. Ihm geben die Politiker aller Parteien nach und integrieren immer mehr „grüne“ Ideen und Konzepte. Organisationen wie Quercus machen sich für den Schutz der Umwelt erfolgreich stark und wehren sich z. B. mit Anträgen für Baustopps erfolgreich gegen mächtige Behörden wie den monopolistischen Energielieferanten EDP.

Vegetation

Im Uferbereich wachsen Pflanzen, die die stark salz- und jodhaltige Luft und den Wind gut vertragen, wie Schirmpinien und Feigen. Im Hinterland sind ganze Hügel von weiß und rosa blühenden Zistrosenbüschen überzogen, an heißen Sommertagen hüllt ihr harziger Duft die Gegend ein. Zur Urvegetation der Algarve zählen Lorbeer, Stechginster, Baumheide, der Erdbeerbaum und Korkeichen. Subtropische Pflanzen gedeihen prächtig, an der Küste wie in den serras, den Küstengebirgen.

In Letzteren finden Sie übrigens viele gute Pilze. Wer Pfifferlinge sammeln will, wird im Winter fündig, vor allem dort, wo Korkeichen stehen. Und überall an der Küste duftet es: Lavendel, Minze, Oregano, Salbei, Rosmarin und Thymian wachsen im Umfeld einer macchia-ähnlichen Vegetation, wie sie sonst nur auf den Azoren, den Kanaren, den Kapverden und Madeira vorkommt. Die Orangen- und Zitronenhaine im Gürtel zwischen Uferzone und Küstengebirge sind maurisches Erbe, genau wie die kleinen Mandelbaumplantagen.

Bücher & Filme

Algarve – Fische & Krustentiere

Das Buch informiert umfassend (auch Rezepte) und ist mit 7,90 Euro günstig. Zu erhalten bei der deutschen Zeitschrift „Entdecken Sie Algarve“ in Lagoa oder unter www.entdecken-sie-algarve.de

Der Prinz mit den Eselsohren

Ein Märchen für Erwachsene von José Regio, das in wunderschöner Sprache, doch mit beißendem Humor die Heuchelei und Verlogenheit in Wissenschaft, Religion und Politik in der Zeit der Salazar-Diktatur beschreibt.

Seefahrer, Sehnsüchte und Saudade

In amüsanten Kurzgeschichten porträtiert MARCO POLO Autor Rolf Osang das Land und seine Menschen mit liebevollem Verständnis.

Die Unsterblichen (Os Imortais)

Ein Thriller um ehemalige Angehörige eines Spezialkommandos des Kolonialkriegs 1974, die in zwielichtige Geschäfte und heikle Liebesaffären verwickelt sind. Von António Pedro Vasconcelos, 2003 gefilmt in Albufeira und Lissabon.

Fado Blues (Tudo isto é Fado)

Gaunerkomödie um zwei junge Brasilianer, die in Portugal einen spektakulären Einbruch begehen wollen. Von Luís Galvão Teles, 2004 gefilmt in Lissabon und Rio de Janeiro.

A Luz na Ria Formosa

Dokumentarfilm von João Botelho aus dem Jahr 2005, der mit stimmungsvollen Bildern das Naturschutzgebiet Ria Formosa porträtiert.

Fakten

Einwohner
341.400
Strom
230 V, 50 Hz
Hauptstadt
Faro
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
00:10 Uhr
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