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Alderney

Check-in

Britische Skurrilität ist Trumpf auf der nördlichsten der Inseln

Sehenswürdigkeiten

Der umgebaute Bunker an der Südküste ist heute ein Infozentrum für an Fauna und Flora Interessierte, der ehemalige Generatorraum ist mit Schautafeln bestückt. Von der Schieß- und Beobachtungsbrü…
Das rührige Museum begann als private Sammlung des Töpfers Peter Arnold. In den Vitrinen sind Puzzlestücke zur Historie Alderneys ausgestellt. Man erfährt vieles zur deutschen Besatzungszeit, ü…
Der kleine, geschäftige Hafen wird von einer langen Mauer geschützt. 1847 bauten die viktorianischen Garnisonen das Breakwater, von dem heute noch 870 m stehen. Es lohnt sich ein Morgen- oder…

Hotels & Übernachtung

Das The Georgian House in Alderney bietet kostenfreies WLAN, ein Restaurant, eine Bar und einen Garten. Das Bed & Breakfast verfügt über einen Flachbild-TV und ein eigenes Bad mit einem Haartrockner…
Das The Victoria in Alderney liegt 29 km von Cherbourg entfernt und bietet eine Gemeinschaftslounge und kostenfreies WLAN. Im Bed & Breakfast genießen Sie ein À-la-carte-oder ein englisches/irisches…
Das La Ville Hotel bietet Unterkünfte in Alderney. Zu den verschiedenen Einrichtungen gehören ein Restaurant, ein Fitnesscenter und eine Bar. Eine Terrasse lädt zum Entspannen ein. Alle Zimmer im…

Restaurants

Die gute kulinarische Adresse ist neu gestylt. Der große Saal hat Atmosphäre, die Speisekarte ist international, das Publikum das Who’s who der Insel.
Wenn Alderneyer gute fish ’n’ chips essen wollen, gehen sie in dieses einfache Lokal am Hafen.
Proteine, Proteine: Feine Filets und halbe Hummer füllen hier direkt am Hafen die Teller; außerdem gibts Tapas.
Gemütliches Traditionspub mit deutschem Koch. Bei leckerem Steak und Hummer rücken Einheimische und Besucher eng zusammen.

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Auftakt

Warum Alderney? Weil es existiert, sagen Inselsammler. Weil es so ganz anders ist als seine Geschwister. Die Insel ist keine offensichtliche Schatzinsel wie Guernsey, zu dem das etwa 5,5 mal 3 km kleine Eiland verwaltungstechnisch gehört.

Die Atmosphäre hier ist lässiger, man spuckt keine großen Töne, während draußen die Küstenströmungen The Swinge und The Race mit sechs bis zwölf Knoten den flottesten Gezeitenrhythmus des Kanals hinlegen. Der Schiffsfriedhof um Alderney ist ein stiller Beweis dafür.

Aktuell ist man dabei, aus der Lage im Kanal Kapital zu schlagen. Mit einer Turbine am Meeresboden wird demnächst Gezeitenstrom generiert. Und virtuell profiliert sich die nördlichste Kanalinsel im boomenden Geschäft des Internetglücksspiels, indem Alderney international anerkannte Konzessionen verleiht. Vom Ertrag werden die Hafenanlagen so ausgebaut, dass ein verbesserter Güterverkehr das Inselleben erleichtert.

In seiner Gemütlichkeit und der enormen Anzahl kriegstechnischer Befestigungen liegt die Anziehungskraft des Eilands, dessen Fans die Inselbevölkerung von 2400 Ew. im Sommer leicht verdoppeln. Seit den Zeiten Napoleons haben Engländer und deutsche Besatzer die Insel zum Bollwerk aufgerüstet. Die Viktorianer verbauten zumeist Granit aus Inselsteinbrüchen, die Deutschen mischten im Zweiten Weltkrieg Beton. Viele Stammgäste nisten sich auf dem großen Zeltplatz ein, stöbern in Bunkern, nehmen Sandbuchten in Besitz, schauen den Tausenden von Tölpeln bei ihren Flugmanövern und den Millionen von Küstenblumen und wilden Orchideen beim Wachsen zu.

Kein Alderneyfan käme auf die Idee, eine Insel sei etwas anderes als ein Paradies, wo man auf exzentrische Art seine Zeit verschwendet. Etwa indem man zum Spaß mit der kleinen Eisenbahn fährt. Der Zugdienst wird von Freiwilligen aufrechterhalten. Genau wie das Museum. Oder der Schiffswrack-Tauchdienst. Oder der Vorführdienst im Kino. Oder die Besatzung des Lifeboats. Alderney ist ein Inselstaat aus eifrigen Hobbyisten.

Allerdings sind einige Jobs auch ernsthafter Natur, etwa der des gewählten Präsidenten der States of Alderney, der zehn Abgeordneten vorsteht. Von 1940 bis 45 annektierten die Nazis die Insel und jagten die Bevölkerung ins Exil. Tausende von der SS bewachte Zwangsarbeiter verminten die Küste und mussten Hunderte Bunkeranlagen aus Beton gießen, von denen die meisten bis heute überlebt haben.

Und wie wird man auf der Insel als Deutscher begrüßt? „Don't mention the war“ steht über dem Tresen des Pubs Marais Hall geschrieben. Das erinnert zwar an die sehr unrühmliche Zeit der Besetzung durch die Nazis, ist aber eher als britischer Humor denn als Gesprächstabu zu verstehen. Ressentiments: Fehlanzeige.

Fakten

Einwohner 2.020
Fläche 7 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Kronbesitz
Hauptstadt Saint Anne
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 13:56 Uhr
Zeitverschiebung -1 h (zu MESZ)

Anreise

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