Reisetipps Vorsicht! Das sind die Tricks der Taschendiebe

Großstädte und Menschenansammlungen sind das Revier der Taschendiebe. Auch wenn Sie Ihr Geld in der Innentasche aufbewahren und immer ein Auge auf Ihren Rucksack haben – mit einigen Tricks kommen Taschendiebe dennoch an Ihre Wertsachen heran. Wir klären Sie über die üblichsten Gaunereien auf.

In allen Großstädten müssen Sie vor Taschendieben auf der Hut sein. | © Brosa, iStock

Zunächst die schlechte Nachricht: Die Aufklärungsquote von Taschendiebstahl liegt bei unter vier Prozent. Das kann nur heißen: Prävention um jeden Preis. Die gute Nachricht: Die überwiegende Mehrheit der Taschendiebe bedient sich der üblichen Tricks, um an Ihr Geld und Ihre Wertsachen zu kommen. Und gegen diese kann man sich wappnen – sofern man darüber Bescheid weiß.

Rempeltrick: Ein alter Hut, der aber immer noch genutzt wird und hervorragend funktioniert. Einer rempelt das Opfer an, ein Komplize entwendet blitzschnell Wertsachen aus den Taschen. Besonders einfach ist dieser Trick anzuwenden, wenn sich ohnehin viele Menschen auf einem Fleck tummeln,  zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen in Bussen, bei Konzerten oder Fußballspielen. Körperliche Ablenkung lässt den Geist sehr unaufmerksam werden. Manchmal wird auch einfach nur gedrängelt, bis Sie sich verärgert umdrehen – und dem Dieb so kurzfristigen Zugriff auf Ihre offene Tasche bieten.

Hochhebetrick: Besonders deutlich kommt die körperliche Ablenkung bei diesem nicht ganz so häufig angewandtem Trick zum Tragen: Ein „Straßenspieler“ behauptet, das Gewicht des Opfers durch Hochheben schätzen zu können. Auch wenn es lustig klingt, sollten hier alle Alarmglocken schrillen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit fehlt Ihnen hinterher Portmonee oder Handy …

Hütchenspielertrick: Einige Straßenspieler treten nicht nur auf, um ein paar Münzen in den Hut zu bekommen, sondern um gleichzeitig die Passanten abzulenken, die von einem Komplizen in der Zwischenzeit bestohlen werden. Zugute kommt den Taschendieben dabei, dass sich um eine attraktive Darbietung meist eine ganze Menschentraube bildet. 

Restauranttrick: In Restaurants oder Bars haben Taschendiebe leichtes Spiel: Die Jacken oder Mäntel hängen vielleicht in Sichtweite, aber die Gäste sind meist abgelenkt durch gute Unterhaltung und/oder Alkohol. Da reicht es, den richtigen Moment abzupassen, um ein paar Wertsachen zu ergattern. Wenn Sie die Jacke also über einen Stuhl hängen möchten: Die Geldbörse gehört an den Körper!

Betteltrick: Ebenfalls in Restaurants gerne angewandt wird der Betteltrick, bei dem besonders häufig Kinder zum Einsatz kommen. (Rund 20 Prozent der Taschendiebe sind unter 14 Jahren, also noch nicht einmal strafmündig!) Sie bekommen ein Schild vor die Nase gehalten, auf dem – oft lang und umständlich – der Grund des Bettelns erklärt wird. Hinter dem Schild lässt es sich dann ungestört klauen … Nehmen Sie am besten das Schild gleich in die Hand und legen Sie es ab. So sind Sie auf der Hut. Nicht alle bettelnden Kinder sind auch Taschendiebe.

Stadtplantrick: Ähnlich funktioniert der Stadtplantrick, bei dem das Opfer nach dem Weg gefragt wird – und ihm mit einem Stadtplan vor der Nase herumgewedelt wird. Während Sie sich über den Plan beugen und sich hilfreich zeigen, greift der Taschendieb zu.

Supermarkttrick: Auch im Supermarkt funktioniert Ablenkung gut: Das Opfer wird von einem angeblichen Einkäufer um Hilfe bei der Suche nach einem bestimmten Artikel gefragt. Auch in einer solchen Situation sollten Sie Ihre Handtasche niemals im Einkaufswagen oder aus den Augen lassen.

Geldwechseltrick: Altbekannt, aber immer noch einträglich: der Geldwechseltrick, der oft vor Wechselstuben angeboten wird – natürlich um einen wesentlich günstigeren Kurs. (Die Gründe, die dafür angegeben werden, hören sich alle sehr plausibel an!) Schnäppchenjäger und Sparfüchse sollten hier kurz mal auf Durchzug schalten, wenn sie keine falschen oder wertlosen Scheine angedreht bekommen wollen.

Bekanntentrick: Jemand kommt freudestrahlend auf Sie zu, offensichtlich verwechselt er Sie. Trotzdem reagieren die meisten Menschen reflexartig auf offene Arme und lassen sich eine Umarmung gefallen, bevor sie – selbst ganz verwirrt – das Missverständnis aufklären. Schließlich ist der Kopf erst einmal beschäftigt: Kenne ich ihn/sie vielleicht nicht doch? Spielt mir mein Gedächtnis einen Streich? So schnell wie sie gekommen sind, sind die Taschendiebe auch wieder weg. Der Geistesblitz „Das war wirklich kein Bekannter ...“ kommt meist erst dann, wenn es schon zu spät ist.

Drecktrick: Ein Taschendieb gibt vor, Schmutz auf Ihrem Mantel entfernen zu wollen – oder verursacht ihn selbst, zum Beispiel schüttet er sein Getränk auf Ihre Kleidung. Dann folgen natürlich umständliche Entschuldigungen und unbeholfene Versuche, die Flecken wieder abzuwischen. Solange Sie von den offensichtlichen Berührungen abgelenkt sind, werden Sie die viel sanfteren Zugrifflichkeiten nicht bemerken, die sich an Ihren Wertsachen zu schaffen machen. Besonders beliebt ist derzeit der Trick mit Vogelkot, der Ihnen unbemerkt vorher auf die Schulter gelegt wird, um ihn anschließend beseitigen zu wollen.

Was tun gegen Taschendiebe?

Als bestes Mittel gegen Taschendiebstahl gilt immer noch die eigene Aufmerksamkeit. Doch die ist verständlicherweise gerade im Urlaub oft auf andere Dinge gerichtet. Deshalb sollten Sie in jedem Fall vorsorgen, indem Sie Ihre Geldbörse, Ihr Handy und andere wichtige Dinge in einer Innentasche verstauen. Wenn es die Hosentasche sein soll, dann unbedingt eine der vorderen Taschen wählen – alles, was hinten rausguckt, ist geradezu eine Einladung! Bekommen Sie Schilder oder Stadtpläne vor die Nase gehalten, drücken Sie diese sanft, aber bestimmt beiseite, um sich erst einmal einen Eindruck zu verschaffen: Sehen die Fragesteller wirklich wie Touristen aus? Bleiben Sie wachsam, auch wenn jemand ungefragt seine Hilfe anbietet. Manche Langfinger schließen sich auch Reisegruppen an, als Tourist verkleidet. An hoch frequentierten Orten wie zum Beispiel in Barcelona der Rambla, dem Parc Güell oder dem Hafengebiet sollte man immer auf der Hut sein.

Und wenn es passiert ist? Zeigen Sie den Diebstahl bei der Polizei in jedem Fall an, auch wenn die Aufklärungsquote gering ist. Denn steter Tropfen höhlt den Stein, und den Taschendieben sollte man das Handwerk schließlich so schwer wie möglich machen. Eventuell können Sie mit dem Polizeibericht auch bei einer Versicherung etwas geltend machen.

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von Solveig Michelsen

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