Slowenien Urlaubsperlen: Triglav-Nationalpark im Herzen Sloweniens

Ganz im Nordwesten Sloweniens, dort wo das Land an Österreich und Italien grenzt, versteckt sich eine wahre Schatzkiste für Outdoor-Liebhaber: der Triglav-Nationalpark, benannt nach dem höchsten Berg Sloweniens. Gletscherseen zwischen schroffen Kalkgipfeln, gischtende Wasserfälle und beeindruckende Schluchten zusammen mit einer ursprünglichen Architektur prägen das Bild von einer scheinbar in der Zeit versunkenen Welt.

Unterwegs im Triglav-Nationalpark | © simonkr, iStock

Slowenien gehört zu den am meisten unterschätzten Urlaubsdestinationen und wird oft nur auf dem Weg zur Adria touchiert. Zugegeben, für einen Strandurlaub eignet sich die kleine Alpenrepublik, die gerade einmal so groß wie Hessen ist, herzlich wenig. Dafür aber wird das Herz eines jeden Outdoor-Enthusiasten höher schlagen, sobald er einen Einblick gewinnt in die ursprüngliche und üppige Natur – und deren scheinbar unendliche Möglichkeiten, sich darin zu bewegen. Besonders im einzigen Nationalpark Sloweniens, dem Triglav-Nationalpark, jagt ein Highlight das nächste, und Sportler wie Naturverbundene werden ein reiches Betätigungsfeld vorfinden.

Wandern: Schluchten und Wasserfälle

7000 Kilometer markierte Wanderwege samt urigen Gasthöfen und liebevoll gepflegten Schutzhütten hat der Triglav-Nationalpark zu bieten – das ist weit mehr, als man in einem Urlaub erwandern kann! Am besten konzentriert man sich deshalb auf die absoluten Highlights, zu denen auch so manche Schlucht gehört. Östlich des Wocheiner Sees (Bohinjsko jezero) lohnt ein Besuch der Mostnica-Schlucht, die zwar nicht ganz so tief in den Fels gegraben ist wie ihre Schwester bei Bled, die Vintgar-Schlucht, dafür aber auch wesentlich weniger touristisch ist.

Wer einiges an Kondition mitbringt, dem sei die Wanderung durchs Tal der Sieben Seen ans Herz gelegt, die am westlichen Ende des Wocheiner Sees startet. Auf dem Weg dorthin kann man auch noch den Savica-Wasserfall mitnehmen, der aus einem Felsloch geschossen kommt und damit das Tal spektakulär abschließt.

Bergsteigen: auf Sloweniens höchstes Haupt

Bergsteiger werden mit dem 2864 Meter hohen Triglav liebäugeln, auf dem angeblich jeder Slowene einmal gestanden haben soll – trotz der durchaus anspruchsvollen, durch ein Drahtseil etwas entschärften Klettersteigpassagen. Das hat natürlich zur Folge, dass man den sehr attraktiven Gipfel auch mit vielen anderen teilen muss. Aber so ist es nun einmal mit den höchsten Gipfeln eines jeden Landes ...

Wer lieber auf stilleren, aber nicht minder interessanten Wegen unterwegs sein möchte, wählt für seine Besteigung den Prisojnik (2547 m). Auch hier herauf führt ein Klettersteig, der ausgesprochen viel Luft unter den Sohlen bietet und durch ein imposantes Felsenfenster führt.

Klettern im Fels-Eldorado

Wer der verschärfteren Gangart des Bergsteigens frönen möchten, dem Klettern, kann sich ebenfalls glücklich schätzen: Im gesamten Nationalpark sind zahlreiche meist gut abgesicherte Sportklettergebiete zu finden – sowohl im Soca-Tal (z.B. Ciginj bei Tolmin) als auch um den Wocheiner See (z.B. Bellevue und Pod Skalco).

Alpin wird es bei einer Besteigung der Triglav-Nordwand – mit 1500 Metern eine der höchsten Wände der Ostalpen. Auch wenn sich der „Slowenische Weg“ zum Beispiel nur im III. Schwierigkeitsgrad bewegt, bleibt er aufgrund seiner Länge und Komplexität in der Routenführung ausschließlich den sehr erfahrenen Kletterern vorbehalten.

Kajakfahren und andere Bootsausflüge

Die Soca, schönster Wildfluss Sloweniens, wenn nicht gar der Alpen, ist längst kein Geheimtipp mehr unter den Kajakfahrern. Und auch die Koritnica, die in die Soca mündet, ist bei Paddlern sehr beliebt (bis WW III).
Gelegenheitskapitäne mieten sich lieber auf dem Wocheiner See ein Kanu und haben dann für ihre Landgänge die Qual der Wahl: eine Bucht ist schöner als die andere, denn die Nordseite des Sees ist nur durch einen Wanderweg erschlossen, ansonsten aber unberührt.

Wer es noch bequemer mag, schippert gleich mit dem antiken Linienschiff über den See (das übrigens früher auf dem Königssee seinen Dienst getan hat) und lässt sich vom freundlichen Tour Guide noch etwas über die traumhafte Landschaft ringsum erzählen.

Skifahren und Skitouren

Einige Besucher bevorzugen die weiße Jahreszeit für einen Besuch des Triglav-Nationalparks, denn auch Ski fahren kann man hier hervorragend. Das Skigebiet Vogel hoch über dem Wocheiner See verspricht eine gigantische Aussicht und gut präparierte Pisten, die ein ideales Gelände für Anfänger und Fortgeschrittene bieten. Neun Lifte bedienen 22 Pistenkilometer, die in der Regel von Dezember bis Anfang März befahrbar sind.

Eine Winterbesteigung des Triglavs mit Ski hat es in sich: Man sollte mit Pickel und Steigeisen umgehen können und den knapp 2000 Höhenmetern gewachsen sein, wenn man sich in aller Früh auf den Weg macht. Belohnt wird eine solche Skitour dafür mit einem oft einsamen Gipfel, wie man ihn im Sommer wohl kaum mehr vorfindet. Wer sich unsicher ist, die Skitour aber gerne durchführen möchte, engagiert am besten einen der Bergführer vor Ort.

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von Solveig Michelsen

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