Marco Polo Magazin
Deutschland · 28.10.2017

Verbraucherschützer besorgt

Neues Pauschalreiserecht ab Sommer 2018: Das ändert sich

Am 1. Juli 2018 tritt in Deutschland ein neues Reiserecht in Kraft. Es soll die veränderten Buchungsgewohnheiten – vor allem die Reiseplanung im Internet – berücksichtigen und für mehr Transparenz sorgen. Verbraucherschützer sehen aber auch Nachteile.

Für Pauschaltouristen ändert sich 2018 einiges.Für Pauschaltouristen ändert sich 2018 einiges. | © Thinkstock

Die Insolvenz von Air Berlin hat es kürzlich gerade erst wieder gezeigt: Pauschalreisende sind rechtlich besser gestellt als Kunden, die sich ihre Reise mit Flug, Hotel und Mietwagen selbst organisieren. Wenn ihr Reiseveranstalter plötzlich zahlungsunfähig sein sollte, erhalten sie nämlich im Gegensatz zu Individualreisenden ihr Geld zurück. Zu verdanken haben sie es einer Extraversicherung, die das Reiseunternehmen abschließen muss. Außerdem können Urlauber, die ein Komplettpaket gebucht haben, bei Mängeln im Nachhinein Schadenersatz geltend machen oder den Reisepreis mindern. Das alles regelt das Pauschalreiserecht aus dem Jahr 1990.

Pauschalreisen 2.0

Was aber genau ist angesichts veränderter Buchungsgewohnheiten heute eine Pauschalreise? Denn oft buchen Kunden bei einem Online-Portal ein Reisepaket, bei dem das Portal lediglich der Vermittler und gar nicht der Veranstalter ist. Was also auf den ersten Blick wie eine Pauschalreise aus einer Hand aussieht, sind in Wahrheit Einzelleistungen diverser Firmen. Um hier für mehr Transparenz zu sorgen, wird durch die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in Deutschland eine neue Kategorie eingeführt.

Hinter dem sperrigen Behördenbegriff „vermittelte verbundene Reiseleistung“ steckt ein einfacher Vorgang: Ein Anbieter verkauft einem Kunden für dessen Reise mindestens zwei unterschiedliche Leistungen, zu denen zwei verschiedene Rechnungen ausgestellt werden – also beispielsweise von einer Fluggesellschaft und von einem Hotel. Jeder Einzelposten muss mindestens ein Viertel des Gesamtpreises ausmachen.

Der Vermittler dieser Einzelleistungen muss sich künftig gegen die eigene Insolvenz absichern. Geht er also pleite, ist die Anzahlung des Kunden versichert. Reisebüro oder Online-Portal haben zudem künftig ihre Kunden schriftlich darüber zu informieren, ob er eine Pauschalreise oder aber lediglich eine Reiseleistung gekauft hat. Wird dies unterlassen, haftet der Vermittler im Ernstfall wie ein Veranstalter. Diese Neuregelung ist positiv für den Kunden, bedeutet aber nach Einschätzung vieler Experten keine gravierende Veränderung.

Ferienhäuser und Tagesreisen fallen raus

Ganz anders sieht es nach Ansicht einiger Verbraucherschützer bei Neuregelungen aus, die den Reisenden schlechter stellen. Das deutsche Reiserecht weist nämlich bislang zwei Besonderheiten auf, die im Sommer der europaweiten Angleichung der Rechtslage zum Opfer fallen: Tagesreisen bis 500 Euro sind nicht länger abgedeckt. Ferner gilt das Pauschalreiserecht nicht mehr für Ferienhäuser und -wohnungen, die von Reiseveranstaltern vermietet werden. Bei Mängeln könnte der Anbieter künftig auf die Rechtslage des jeweiligen Landes verweisen, in dem sich das Ferienhaus befindet. Für Kunden würde es schwerer, Geld zurückzuerhalten. „95 Prozent der Tagesreisen und alle Ferienhausurlauber werden dann in Zukunft nicht mehr geschützt sein“, warnte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Frist, um nach einer Reise Mängel anzuzeigen, erhöht sich von einem Monat auf zwei Jahre. Im Gegenzug steigt aber die Grenze, ab der eine Preiserhöhung nach der Buchung zur kostenlosen Stornierung berechtigt, von fünf auf acht Prozent. Der Verbraucherzentrale Bundesverband moniert zudem, dass der Preis für eine Reise künftig erst 20 Tage vor Beginn nicht mehr erhöht werden darf. Bislang galten vier Monate vor Antritt als Grenze.

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Von Jonathan Berg

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