Slowenien Mountainbike-Träume in Slowenien

Türkisgrün sprudelt die Soca durch ihr gebirgiges Bett, nimmt wilde Fahrt auf, verweilt unterwegs in einladenden Badegumpen und zischt dann übermütig weiter. Mit ihrer intensiven Farbe hat sie schon viele glücklich gemacht: Kajakfahrer, Wanderer und sogar Mountainbiker. Für Letztere sind auch die beeindruckenden Berggestalten links und rechts davon von Interesse, die mal als schroffe Felswände, mal als liebliche Grasbuckel zu einer Befahrung verführen. Die dafür zentralen Orte – Bovec, Kobarid und Tolmin – liegen aufgereiht an der Soca wie Perlen an einer Schnur.

Im Tourenrevier der Spitzenklasse: Mountainbiken im So?a-Tal | © mbbirdy, iStock

Tourengebiet Bovec

Die erste Perle, Bovec, besitzt noch äußerst alpinen Charakter. Umgeben von mächtigem Gestein, das zum Teil senkrecht in die Höhe ragt, muss man sich hier oft mit Stichtouren in die tief eingeschnittenen, aber landschaftlich sehr reizvollen Täler begnügen. Eine Ausnahme macht die technisch einfache, aber ausgedehnte Tour auf den Mangart, der als Grenzgipfel zwischen Slowenien und Italien eine fantastische Aussicht zu bieten hat. Je nach Startpunkt – Bovec oder dem Parkplatz vorm Predil-Pass – können hier zwischen 950 und 1500 Höhenmeter erstrampelt werden. Wohlgemerkt alles auf Asphalt, dafür aber oft ohne störende Autos: Die kühn angelegte Mangartstraße ist nur in den Sommermonaten für den Verkehr geöffnet. Früh im Jahr sollte man sich aufgrund der Höhe (bis 2032 m) und schattseitigen Lage nach etwaigen Schneeresten erkundigen. Angelegt wurde das Meisterwerk italienischer Straßenbaukunst übrigens – wie leider vieles andere in der Gegend – zu militärischen Zwecken: Im Zweiten Weltkrieg war ein schneller Zugang zum strategisch wichtigen Mangartsattel vonnöten. Heute freuen sich Mountainbiker über die angenehmen Steigungen und die schwer zu übertreffenden Ausblicke.

Bovec selbst bietet Bergradlern eine gute Infrastruktur: Günstige Unterkünfte, nette Cafés und Restaurants und sogar einen Bike-Park hat der Ort im Programm.

Tourengebiet Kobarid

Nur wenig weiter südlich, quasi hinterm Berg, liegt der nächste ideale Ausgangspunkt für Mountainbike-Touren: Kobarid. Das bislang enge Soca-Tal weitet sich an dieser Stelle und eröffnet damit ein breites Bike-Revier. Ausgedehnte Rundtouren finden sich am Fuß des Krn sowie des Krasji vrh, Gipfelgucker nehmen sich gleich den Paradeberg vor: den gut 1400 Meter hohen Stol. Zwei Wege führen auf den bei Gleitschirm-Fliegern sehr beliebten Berg. Von Süden nutzen Radler die alte Militärstraße, die in zahlreichen Serpentinen mit angenehmer Steigung den sonnenverwöhnten Hang hinaufführt. Wer dabei zu sehr ins Schwitzen kommt, zieht die Nord-Variante vor, die technisch etwas anspruchsvoller, dafür aber schattiger ist. Auch hier macht man auf einer alten Militärpiste schnell Höhenmeter – zunächst auf Asphalt, im zweiten Teil etwas mühsamer auf Schotter. Der grasige Gipfelrücken hält dann noch einladende Varianten für den versierten Mountainbiker bereit.

Ein absolutes Muss ist auch die herrliche Spazierfahrt von der Napoleon-Brücke an der malerischen Soca entlang. Wen es nicht zum Baden in die verführerischen Gumpen oder an den mystischen Kozjak-Wasserfall zieht, fährt eine gemütliche Runde über das Dörfchen Trnovo ob Soci und die aussichtsreichen Sonnenterrassen von Drežnica. Bemerkenswert in Drežnica ist die völlig überdimensionierte Kirche, die alle Blicke von weit her auf sich zieht.

Tourengebiet Tolmin

Noch lieblicher wird es in dem nur wenige Kilometer südöstlich gelegenen Tolmin, das zum Beispiel als Ausgangspunkt für eine Fahrt zum Ursprung der Tolminka ideal gelegen ist. Die kurze Stichtour bewegt sich immer am Ufer der Tolminka entlang und hält unterwegs einige lohnenswerte Abstecher bereit (Heilig-Geist-Kirche von Javorca!). Ein Besuch der sehenswerten Tolminka-Klamm am Ende der Tour (nur zu Fuß zu erwandern) gehört zum Pflichtprogramm und rundet den Tourentag hervorragend ab. Selbstverständlich findet sich am Eingang der Klamm auch eine Einkehrmöglichkeit für durstige und hungrige Radler.

Eine weitere Paradetour startet in Most na Soci, wo die aufgestaute Soca wie ein türkis leuchtendes Auge von oben anzusehen ist. Für diesen Ausblick kurbelt man von Norden auf den Senica, bevor man durchs Hochtal von Ljubinj bis Kneža beschwingt abwärts fährt und wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt.

Beste Reisezeit fürs Mountainbiken im Soca-Tal

Da es in den Sommermonaten sehr heiß werden kann im Soca-Tal, bevorzugen die meisten Radler die Monate April bis Juni und September bis November für ihre Touren. Sofern man nicht allzu hoch hinauswill, kann auch im Winter Mountainbike gefahren werden. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Topografie innerhalb des Tals kann das Wetter vor Ort stark variieren: Während im alpinen Bovec gerne die Wolken hängen bleiben (und abregnen), ist es in Tolmin wesentlich wärmer und mediterraner.

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von Solveig Michelsen

 

Weitere Infos:

www.mtb-slowenien.de

Unterkunftstipp: www.turizem-kranjc.si

 

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