Orte zum Gruseln Gespenstische Geisterstädte und verlassene Orte

Naturkatastrophen, Kriege, Unfälle oder wirtschaftlicher Niedergang zwingen Menschen, ihre Städte und Häuser zu verlassen. Manchmal ist auch der ursprüngliche Zweck einfach nicht mehr gegeben. Zurück bleiben Gebäude, die dem Verfall preisgegeben sind und mit dem Wissen um ihre Vergangenheit eine sehr gespenstische Atmosphäre erzeugen – Sightseeing der besonderen Art.

Ein Ort zum Gruseln: die Beelitz-Heilstätten in der Nähe von Berlin | © Stefan90, iStock


Wer Lust auf „Grusel-Tourismus“ bekommt, braucht nicht weit zu fahren: Die Beelitz-Heilstätten unweit von Berlin bieten viel Raum für Phantasie. Als Lungenheilstätten Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, dienten sie während der Weltkriege als Lazarett für verwundete Soldaten, bevor sie zum größten Militärhospital der russischen Armee im Ausland wurden. Einige der 60 Gebäude wurden saniert und sind weiterhin in Benutzung, andere unter Denkmalschutz stehende Bauten sind dem Verfall preisgegeben und sorgen mitsamt der maroden Krankenhauseinrichtung für eine äußerst gruselige Atmosphäre.

Unweit davon gibt es mit dem Spreepark, unter dem Namen Kulturpark Plänterwald einst der einzige Freizeitpark der DDR, eine weitere verlassene Attraktion. Seit der Insolvenz der Betreiber im Jahr 2002 liegt das Gelände brach – und die Natur erobert sich die künstlichen Freizeitflächen wieder zurück. Aufgrund des großen Interesses an dieser verwahrlosten Anlage wurden bis Mitte 2014 regelmäßige Führungen durchgeführt. Seit einem Großbrand ist das Gelände leider nicht mehr zugänglich.

Noch einmal Berlin: Auf dem Trümmerschutt-Berg Teufelsberg stehen die Reste der ehemaligen Abhörstation der NSA, die vor allem während des Kalten Krieges aktiv genutzt wurde. Bei einer „stillen“ geführten Tour kann man die unheimliche Geräuschkulisse in den golfballähnlichen Kuppeln erleben; Für historisch Interessierte gibt es aber auch Führungen mit vielen Infos zur Geschichte des Teufelsbergs von der Kaiserzeit bis heute. Der einzigartige Ausblick über Berlin ist da nur das Sahnehäubchen.

In den USA endeten viele Bergbausiedlungen als Geisterstädte. Cisco in Utah hingegen wurde als Versorgungspunkt der Denver and Rio Grande Western Railroad gegründet, verlor seine Bedeutung aber über die Jahre. Selbst die Öl- und Gasvorkommen in der Umgebung waren zu gering, um dem Städtchen wieder mehr Einwohner zu bescheren. Heute sind die verrottenden Gebäude Ziel für Touristen und dienen als begehrte Fotomotive – denn auch der Zerfall kann sehr ästhetisch sein.

Im Bundesstaat Pennsylvania ist die Eastern State Penitentiary einen Besuch wert, ein bis 1971 genutztes Gefängnis, das heute als Museum eingerichtet ist. Die äußere Optik einer mittelalterlichen Burg sollte der Abschreckung dienen; dicke Mauern trennten auch die Häftlinge voneinander und von der Außenwelt. Berühmtester Insasse war Al Capone, dessen Zelle rekonstruiert wurde und zu besichtigen ist.

Gleich hinter der Grenze, in Mexiko, wurde das Städtchen Ciudad Mier im Jahr 2010 zur Geisterstadt gemacht: Das kriminelle Kartell Los Zetas drohte mit der Ermordung aller Bürger der Stadt, woraufhin Geschäfte, Banken und Tankstellen schlossen und sämtliche Bewohner flohen. Besichtigungen sind hier allerdings etwas riskanter Natur …

Als „traurigster Freizeitpark der Welt“ gilt das Wonderland vor den Toren Pekings bzw. dessen Bauruine. Was der größte Freizeit- und Themenpark Asiens hätte werden sollen, wurde ab 1998 dem Verfall preisgegeben. Ein Streit um die Grundstücke hatte einen Baustopp zur Folge, nachdem der Park fast fertig gestellt worden war. Aufgrund der steigenden Immobilienpreise konnte man keinen neuen Investor finden und überließ das rund 40 Hektar große Gelände der Natur.

Ein Fest für Graffiti-Liebhaber und Fotografen ist der Loftus Tram Shed in Sydney. Dort lagern aussortierte Straßenbahnen und Trolleybusse, die im Jahr 1961 abgeschafft wurden. Sprayer haben sich längst der Fahrzeuge bemächtigt und ein Gesamt-Kunstwerk daraus geschaffen. Der einst ähnlich beliebte Glebe Tram Shed ist inzwischen leider eingezäunt und streng bewacht.

Besonders ästhetisch gibt sich die Rückeroberung durch die Natur im namibischen Kolmanskuppe. Dort dringt der Wüstensand in jede Ritze der einstigen Diamantenstadt ein und verwandelt sie in ein gold-gelbes Grab mit sanft geschwungenen Linien. Bereits 1930 wurde der Diamantabbau dort eingestellt, was die Stadt nach und nach verwaisen ließ. Inzwischen gibt es tägliche Touren zu einer der schönsten Geisterstädte weltweit.

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von Solveig Michelsen

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