Marco Polo Magazin
Gardasee · 21.07.2017

Bella Italia

Genießerurlaub am südlichen Gardasee

Im Süden zeigt sich der Gardasee von seiner sanften Seite. Die ihn umrahmenden Berge flachen ab und geben den Blick frei auf Dörfer und Felder, Burgen und Castellos – Zeugen einer wechselvollen Vergangenheit. Familien kommen zum entspannten Baden, Nachtschwärmer freuen sich über ein quirliges Angebot.

Nach Süden hin öffnet sich der Gardasee und zeigt sich von seiner sanften Seite.Nach Süden hin öffnet sich der Gardasee und zeigt sich von seiner sanften Seite. | © Flavio Vallenari, iStock

Sommer, Sonne, Sonnenschein – ab ins Wasser

Am Südende des Gardasees dienen die Berge nur mehr als schöne Kulisse, majestätisch, aber dezent im Hintergrund. Die Uferzone weitet sich und erlaubt mehr Raum für Spiel, Spaß und auch Kultur. Besonders die zahlreichen Badebuchten – mal versteckt, mal weithin sichtbar – sorgen dabei für vielseitiges Vergnügen und erfreuen große und kleine Wasserratten. Die Kiesstrände, die nach wenigen Metern in sandigen Untergrund übergehen, verraten sich durch ihre karibisch anmutende türkise Wasserfarbe. Besonders gut zu sehen am Strand unmittelbar westlich des markanten Rocca di Manerba – ein Aussichtspunkt erster Klasse und geschichtliches Zeugnis in einem: Die stattliche Burgruine im archäologischen Naturschutzgebiet wurde von den Venezianern errichtet; als Kultstätte diente der Felsen allerdings schon seit über 10.000 Jahren.

Wer Strände und Infrastruktur bevorzugt, ist zum Beispiel am Baia del Vento bei San Felice del Benaco gut aufgehoben. Sonnenschirmchen, Tretboote aller Art und zeitweise auch eine schwimmende Snack-Bar im Wasser verwöhnen dort die Badegäste. Als Dreingabe gibt es noch eine ausgesprochen sympathische Pizzeria gleichen Namens, die auch bei Einheimischen großen Anklang findet.

Neue Wege zwischen alten Gemäuern

Wer genug vom Baden hat und italienisches Lebensgefühl aufsaugen möchte, hat zwischen Salò am Westufer und Garda am Ostufer die Qual der Wahl. Zahlreiche Städtchen wie Desenzano, Sirmione, Peschiera, Lazise und Bardolino sind eine Besichtigung wert, ziehen zum Teil aber auch eine Menge Touristen an. Dabei sind die kleinen Orte dazwischen und etwas abseits vom See oft ebenso interessant, zwar kleiner, dafür authentischer. Planen Sie doch mal einen kurzen Stopp in Manerba ein, das malerisch über dem größten See Italiens thront! Am besten lässt sich das mit einem Radausflug verbinden, denn die vielen entzückenden, aber engen Altstadtgassen treiben so manchem Autofahren den Schweiß auf die Stirn – und das Parkplatzproblem ist auch gleich gelöst. Mieträder sind in vielen Orten rund um den See zu bekommen, in Manerbar existiert sogar ein Bikesharing-System (erste Stunde kostenlos).

Ein etwas längerer, sehr gut beschilderter Radweg führt von Peschiera am äußersten Südende nach Mantua (italienisch Mantova) (ca. 40 km), überwiegend am Ufer des Minico entlang, dem einzigen Abfluss des Gardasees. Auch hier erinnern imposante Burgen, Stadtmauern und Wehranlagen an die italienischen Befreiungskriege gegen die Österreicher (ab 1848). Wesentlich friedlicher präsentiert sich dagegen das malerische Mühlendörfchen Borghetto auf etwa halber Strecke.

Per Schiff lässt es sich den Benacus – so der alte römische Name des Sees – nicht nur überqueren, sondern auch seine wenigen Inseln erkunden. Die größte unter ihnen, die schmucke Isola del Garda, auf der schon der Hl. Franziskus gewohnt haben soll, wird von Garda, Bardolino und Saló aus angesteuert und kann samt seinem neogotisch-venezianischem Castello im Rahmen einer Führung besichtig werden.

Weingenuss rund um Bardolino

Bardolino ist auch Gardasee-Neulingen ein Begriff: leicht, trocken, fruchtig, harmonisch. Die Rede ist vom Rotwein, der in der Region erzeugt wird und den deutschen Tourismus schon früh angekurbelt hat. Wer den Rebensaft, den es auch als köstlichen Rosé gibt, nicht nur trinken, sondern auch verstehen möchte, kann sich im Museo del Vino kundig machen – Verkostung inklusive, versteht sich. Für noch mehr Weinerlebnisse: Entlang der „Strada del vino“ kann man auf rund 70 Kilometern durch eine malerische Landschaft aus Weingärten, Hügeln und Olivenhainen fahren und über 40 Weingüter besichtigen.

Übrigens: Auch die Liebe zur Pizza findet in Bardolino ihren Höhepunkt: In der „La Conchiglia“ tischt der zweimalige Pizzaweltmeister auf und setzt damit hohe Maßstäbe.

Spaß und Fun für Kids und Nachtschwärmer

Nicht umsonst ist der südliche Abschnitt des Gardasees besonders bei Familien beliebt: Um Lazise herum befinden sich etliche Vergnügungs- und Abenteuerparks, sodass man unschwer einen ganzen Urlaub damit füllen könnte. In Lazise selbst locken das bekannte Gardaland samt Sea Life Aquarium, ein ritterliches Medieval Times Erlebnis-Restaurant und der Movieland Park mit Stunt-Shows in Hollywood-Manier, Wildwasserbahn und Themenshows. Das Gardaland als größter Vergnügungspark Italiens ist dabei einer der Hauptattraktionen; seine gigantischen Achterbahnen sind schon von Weitem zu sehen. Nicht weit von Lazise entfernt, in Bussolengo, gibt es außerdem den Parco Natura Viva, einen Zoo, Safari- und Dinosaurierpark in einem. Desenzano hat mit South Garda Karting eine 1 Kilometer lange Kart-Rennstrecke vorzuweisen und gehört zu den wichtigsten Kart-Bahnen im internationalen Rennbetrieb. Kinder ab acht Jahren können hier außerhalb der Rennzeiten ihr Können testen.

Desenzano ist aber vor allen Dingen für sein aktives Nachtleben bekannt. Freitags und samstags wird hier nonstop gefeiert, die Bars und Kneipen sind voll besetzt, und nach erfolgreichem Flirt geht es in eine der großen Diskotheken im Hinterland. Gestartet wird gern in der Gelateria Cristallo, von der aus man in Hollywood-Schaukeln das Treiben am Hafen beobachten kann. Der Coco Beach Club ist für seinen Sandstrand bekannt und auch das N'ice erfreut sich großer Beliebtheit. Und die beste Nachricht: Hugo und Aperol Spritz kosten in der Regel nur halb so viel wie ein Bier. Na dann, prost!

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von Solveig Michelsen

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