Fliegen Gegen Stress und Frust beim Fliegen: der Flugzeug-Knigge

60 Zentimeter Abstand zu seinem Mitmenschen braucht der Deutsche, um sich nicht bedrängt zu fühlen, hat man ermittelt. Die Sitze in der Economy Class messen aber mitunter nur 43 Zentimeter, und auch der Fußraum wird immer knapper. Kein Wunder also, dass sich an Bord schnell Stress und Aggressionen entwickeln. Besonders wenn der Sitznachbar sich zu breit macht, zu laut oder zu rücksichtslos ist. Her mit dem Flugzeug-Knigge!

Mit ein wenig Rücksichtnahme lassen sich auch 43 Zentimeter Sitzabstand gut verkraften. | © sjlocke, iStock

Für viele ist der Urlaub die schönste Zeit des Jahres. Um die langersehnte Reise nach Mallorca, Marokko, nach Teneriffa oder sonstigen Urlaubszielen weltweit anzutreten, müssen - zumindest im Flugzeug - so manche Turbulenzen auf sich genommen werden.

Einsteigen: Falls die Fluggesellschaft nicht ohnehin gestaffelt einsteigen lässt, sollte man sich als Gast der vorderen Reihen höflicherweise ans hintere Ende der Schlange stellen. Denn das beschleunigt den Prozess des Sitzplatz-Einnehmens gehörig, wenn sich die Gäste der hinteren Reihen nicht an denen der vordersten vorbeiquetschen müssen. Die anderen Flugpassagiere danken es einem auch, wenn man nicht minutenlang sein Gepäck im Overhead Bin verstaut, sondern erst einmal zügig seinen Platz einnimmt und dort seine Siebensachen ordnet.

Gepäck verstauen: A propos Overhead Bin bzw. Gepäckfach: Wenn sich darin schon Jacken oder Mäntel befinden, versteht es sich eigentlich von selbst, dass man diese beim Verstauen des eigenen Gepäcks nicht einfach zusammenschiebt, um den eigenen Trolley noch dazu zu quetschen. Entweder vorsichtig anheben, um den Raum dahinter bzw. darunter nutzen zu können, oder vorher noch einmal herausheben, damit der Sitznachbar nicht später im verknitterten Trenchcoat ins Meeting muss.

Sitzplatz einnehmen: So, einmal gesessen, wird es sich gemütlich gemacht. Aber bitte nicht auf Kosten des Nachbarn! Sprich: Schuheausziehen ist ein Tabu, sofern man nicht völlig geruchsneutrale Füße sein Eigen nennen kann. Und das Zeitungsaufschlagen will auch geübt sein. Da es die meisten Tageszeitungen nur im fluguntauglichen XXL-Format gibt, sollte man sie vorher auf DIN-A4-Größe falten, um dem Nachbarn nicht damit im Gesichtsraum herumzuwedeln. Oder noch besser: ein Buch mitnehmen.

Der Kampf um die Armlehnen: Drei Sitze, vier Armlehnen – das lässt sich nun einmal nicht gerecht aufteilen. Da der Fenstersitzer aber in der Regel noch ein wenig Luft zur Seite hin hat und auch der Passagier am Gang seinen Ellenbogen weit über die Armlehne hinausschieben kann, überlässt man die mittleren Armstützen dem Fluggast, der in der Mitte eingeklemmt ist. So gleicht sich der Nachteil eines Mittelsitzes wenigstens ansatzweise wieder aus.

Rückenlehne: Zu den immer wiederkehrenden Streitpunkten an Bord eines Flugzeugs gehört auch das Verstellen der Rückenlehne. In der Economy Class, wo die Beinfreiheit sehr knapp bemessen ist, fühlt sich der Hintermann schnell persönlich angegriffen, wenn die Lehne schier auf seinen Schoß klappt. Deshalb gibt es ein paar „No Gos“, an die man sich halten sollte: Während des Essens muss die Rückenlehne steil gestellt sein. Das sollte aber auch für die Zeiten gelten, in denen getrunken wird. Auf Kurzstrecken gebietet es die Höflichkeit, nur in dringenden Fällen (also bei wirklich akutem Schlafmangel) die Lehne nach hinten zu verlagern. Und dann stimmt man seinen Hintermann wesentlich milder, wenn man dem eine höfliche, wenn auch meist rhetorische Frage vorausschickt: „Sie haben doch nichts dagegen …?“

Kinder: Völlig klar, dass man seine Kinder nicht festbinden kann, um deren Bewegungsdrang zu unterbinden. Leider haben nicht alle Mitfliegende dafür Verständnis, dass man als Mutter oder Vater sowieso unter Strom steht, um niemanden damit zu beeinträchtigen. Das beliebte Auf- und Zuklappen des Tabletts kann man noch autoritär unterbinden, aber die zahlreichen unkoordinierten Fußtritte gegen die Lehne können den Vordermann schnell in den Wahnsinn treiben. Eine vorausgeschickte Entschuldigung mit dem Versprechen, sich aktiv um einen möglichst unbeeinträchtigten Flug zu kümmern, beruhigt meist auch cholerische Gemüter.

Unterhaltung: Trotz Begeisterung über den vielleicht sehr attraktiven Sitznachbarn sollte man gewisse Signale nicht missachten. Dazu gehört auch, dass man jemanden, der in seine Lektüre oder Arbeit vertieft ist, nicht ständig mit Fragen unterbricht. Außer natürlich, es ist eine deutliche Bereitschaft zum Gespräch zu erkennen. Und wenn die Augen geschlossen sind, heißt das entweder „Ich schlafe“ oder „Ich will mich nicht unterhalten“. Auch das sollte man respektieren.

Klatschen nach der Landung: Eine eher peinliche Unsitte ist das Klatschen nach der Landung. Schon mal gehört, dass man per Autopilot landen kann? Und selbst wenn der Pilot manuell gelandet ist: Im Cockpit kann er den Applaus sowieso nicht hören. Also einfach sein lassen und den Dank lieber den Stewardessen spenden, die sich hoffentlich liebevoll um Sie gekümmert haben.

Aussteigen: Geduld beweisen hier nur wenige Landsleute: Sobald die Anschnallzeichen nach der Landung erloschen sind, beginnt ein hektisches Aufspringen und Gepäckherausziehen. Dabei lohnt sich die Mühe kaum, denn man gewinnt nur wenige Sekunden bis Minuten Vorsprung – meist auf Kosten der höflichen Rücksichtnahme. Und wenn es im Bus übers Rollfeld geht, bewahrheitet sich sogar der Spruch „Die Letzten werden die Ersten sein.“ – denn wer am Schluss einsteigt, kann als Erstes den Bus wieder verlassen.

Verabschiedung: Egal, ob man mit seinem Sitznachbarn ein Gespräch geführt hat oder nicht – für eine kurze Verabschiedung sollte die gute Erziehung noch reichen. Das gilt übrigens auch für das Bordpersonal, das beim Aussteigen Spalier steht.

Stressfreien Flug wünscht Solveig Michelsen

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