Tropen Gefährliche Meeresbewohner in den Tropen

Was gibt es Schöneres als einen Tauch- oder Schnorchelurlaub in türkisfarbenen tropischen Gewässern? Während den einen das Wasser im Mund zusammenläuft, stellen sich so manch anderem die Haare auf: Mit sämtlichen giftigen Unterwassertieren? Dabei reicht es oft, die Tiere und ihre Warnsignale zu kennen, um völlig sorgenfrei durchs Wasser gleiten zu können. Wir stellen Ihnen die wichtigsten „Unterwasser-Unholde“ vor.

Das Gift des Feuerfischs ist für den Menschen nicht tödlich. | © sergeyskleznev, iStock

Steinfisch

Kennen Sie nicht? Noch nie gesehen? Das mag daran liegen, dass er zu den am besten getarnten Tieren der Welt gehört. Leider auch zu den giftigsten. Und diese Kombination macht ihn so gefährlich. Sein Aussehen ähnelt – nomen est omen – einem Stein bzw. dem Meeresgrund, in den er sich gerne auch noch eingräbt, sodass unbedarfte Wassersportler schon mal auf ihn treten – mit sehr schmerzhaften Folgen: Über seine Rückenstacheln wird ein Gift in die Haut injiziert, das Blutdruckabfall, Kammerflimmern und Lähmungen verursachen kann. Ein möglichst zeitnah verabreichtes Antiserum kann das Nervengift abschwächen.

Sein Lebensraum ist der Indopazifik sowie das Rote Meer. Dort lauert er in relativ flachem Wasser in Korallen- und Felsriffen, auf Sand- und Geröllböden auf seine Beute. Um nicht zum Opfer zu werden, empfehlen sich Badeschuhe mit dicker Sohle – die allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz bieten.

Würfelqualle

Auch die Nesselgifte der Würfelquallen gehören zu den stärksten Giften im Tierreich. Die meisten Arten befinden sich in tropischen und subtropischen Gewässern, also im Indischen Ozean, dem Pazifik und dem Atlantik. Nur wenige Arten dringen bis ins Mittelmeer und an die portugiesische Küste vor. Besonders gefürchtet unter den Würfelquallen ist die Seewespe, die innerhalb von wenigen Minuten tödliche Lähmungserscheinungen verursachen kann und Australien-Urlauber wohl bekannt sein dürfte. Dort befinden sich als Erste-Hilfe-Maßnahme Essigflaschen an den Stränden, die das Nesselgift neutralisieren können.

Normalerweise weichen die Würfelquallen Menschen aus. Doch bei ihren bis zu drei Meter langen Tentakeln gelingt das nicht immer, und die hochgiftigen Nesselkapseln der Fangarme platzen bei Berührung explosionsartig auf. Deshalb empfiehlt es sich, Ganzkörper-Neoprenanzüge zu tragen  bzw. dort, wo Schilder vor Quallen warnen, gar nicht erst ins Wasser zu gehen.

Kegelschnecken

Kegelschnecken gibt es in fast allen Meeren, wobei die meisten giftigen Exemplare im Indischen oder Pazifischen Ozean zu Hause sind. Ihre größte Gefahr geht von der Verwechslung mit einer bunten Muschel aus: Die farbigen und oft sehr schön gemusterten Häuschen laden zum näheren Betrachten ein, doch wer ihnen zu nahe kommt, wird von einem Giftpfeil attackiert. Der Stich wird kurioserweise kaum bemerkt – erst nach etwa 30 Minuten setzen die Lähmungserscheinungen ein. Die gute Nachricht: Die extrem giftigen Arten unter ihnen leben nicht im Flachwasser, sodass allenfalls Taucher gefährdet sind, die nach ihnen greifen.

Stachelrochen

So viel vorneweg: Die nächsten Verwandten der Rochen sind die Haie. Unter Stachel- oder Stechrochen werden dabei verschiedene Rochen-Familien zusammengefasst, deren Mitglieder auf der Schwanzoberseite einen oder mehrere Stacheln tragen. Und diese haben's in sich: Mit Widerhaken und reichlich Gift versehen können sie innerhalb von Sekundenbruchteilen als Peitsche verwendet werden, wenn die Rochen sich bedroht fühlen. Deshalb gilt für Schnorchler und Taucher: Nicht zu dicht überschwimmen und keinesfalls den Fluchtweg abschneiden, z.B. wenn der Rochen sich in einer Höhle befindet. Wer im Wasser watet, kann dem Tier anhand schlurfender Schritte Warnsignale und genug Zeit zum Flüchten geben.

Ein Kontakt mit dem knochenähnlichen Schwanz ist sehr schmerzhaft und verursacht Übelkeit und Kreislaufstörungen. Durch die Heftigkeit des Hiebs sowie die Widerhaken am Schwanzende können sehr tiefe und lange Wunden geschlagen werden.

Haie

Haie sind – entgegen ihrem schlechten Ruf – im Allgemeinen recht scheue Meerestiere und sehr unterschiedlich in ihrem Verhalten gegenüber Menschen. Unter den rund 500 verschiedenen Arten sind nur etwa fünf bis zehn angriffslustig bzw. verwechseln Menschen schon mal mit Robben oder ähnlicher Beute. Bei Bissen mit tödlichem Ausgang handelt es sich meist um den Weißen Hai oder den Bullenhai. Trotzdem werden weltweit nur etwa fünf Todesfälle als Folge einer Haiattacke registriert. Im Vergleich dazu: Die Seewespe, eine Würfelquallen-Art, verzeichnet jährlich rund 70 Todesfälle.

Was tun bei einem Angriff? Da Haie den Menschen nicht als solchen identifizieren können, reagieren sie auf Fluchtversuche. So schwer es also fällt: Nicht davonschwimmen – der Hai ist ohnehin schneller. Damit können Sie ihn überzeugen, dass es sich nicht um Beute handelt.

Rotfeuerfisch

Der ungemein ästhetische Feuer- oder Löwenfisch zählt zu den Skorpionfischen und lebt im Roten Meer sowie im Indischen Ozean und im Pazifik. Das für den Menschen nicht unmittelbar tödliche Gift hält er in den ausgefahrenen Strahlen der Rückenflosse bereit. Allerdings benutzt er es nur zur Verteidigung. Taucher und Schnorchler sollten dem nachtaktiven Tier in seinem Versteck also nicht zu nahe kommen. Ein deutliches Zeichen sind die aufgestellten Rückenstacheln: Dann heißt es schleunigst das Weite suchen.

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von Solveig Michelsen

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