Winterwonderland Die schneereichsten Orte der Welt

Schneereichster Ort der Welt – wer kann das von sich behaupten? Die World Meteorological Organization stellt dazu keine Schnee-Rekorde auf, was unter anderem an den unterschiedlichen Schneemessungen der Länder liegt: In den einen wird die Schneefallmenge immer nur morgens gemessen, während anderswo vier Mal am Tag die Messlatte angelegt wird – was infolge geringerer Setzungs- und Tauprozesse die Zahlen in die Höhe treibt. Trotzdem gibt es einige Orte, die ihren schneereichen Ruf weit in die Welt hinaustragen. Wir stellen die spannendsten unter ihnen vor.

Mächtige Schneewände gibt es auf der Tateyama-Kurobe-Alpenroute in Japan zu bestaunen. | © Venus.1777, Shutterstock

Takakura, Japan

Als schneereichstes Land der Welt gilt Japan. Was gleich einmal zeigt, dass Schneehöhen nicht von den Berghöhen abhängen. In Japan ist es vielmehr die Insellage, kombiniert mit einer warmen Meeresströmung: Kalte sibirische Luft bildet über dem deutlich wärmeren japanischen Meer breite Wolkenbänder. Sobald diese im westlichen Teil Japans auf Hindernisse, sprich Berge, stoßen, fällt Niederschlag.

An einigen Orten auf der Hauptinsel Honshu fallen deshalb rund 37 Meter Schnee jährlich. (Als Vergleich: Auf der Zugspitze sind es etwa 18 Meter pro Jahr.) Das sorgt nicht nur für ideale Skibedingungen, sondern zieht auch Touristen aus aller Welt an, die die bis zu 15 Meter hohen Schneewände fotografieren wollen, durch die sich die Reisebusse hindurchmanövrieren. Aus den insgesamt 37 Metern gefallenem Neuschnee wird am Ende – durch Absetzung und Tauvorgänge – eine maximale Schneetiefe von 11,82 Metern. Das ist der tiefste natürliche Schnee, der jemals von einer Messstation erfasst wurde.

Takakura, ein kleines Bergdorf rund 240 Kilometer nordwestlich von Tokio, gilt übrigens als verschneiteste Kleinstadt Japans. Hier liegen die Schneetiefen noch bei 11,5 Metern. Manche Häuser verfügen über spezielle Eingänge im zweiten Stock, die im Notfall die Haustür ersetzen, wenn man mit Schneeräumen nicht mehr hinterherkommt. 

Einen weiteren Weltrekord stellte der nahegelegene Berg Ibuki auf: Dort schneite es einmal 230 Zentimeter innerhalb von 24 Stunden.

Bis zu 17 Meter hoch türmen sich die Schneewände auf der auch im Winter befahrbaren Tateyama-Kurobe-Alpenroute in den nördlichen japanischen Alpen. Bis Ende Juni können hier noch Schneemassen bewundert werden.

Tasman Glacier, Neuseeland

Noch eine Insel, wieder die Westküste, an die die Schneemassen herangetragen werden: Neuseelands längster Gletscher (23,5 km) besitzt zwar keine Messstationen, aber Experten schätzen die Menge des jährlichen Schneefalls sogar auf bis zu 50 Meter. Aus diesem Grund gibt es dort auch keine Liftanlagen – sie würden im tiefen Weiß nur versinken. Skifahrer können aber trotzdem durch den meterhohen Pulver wedeln: Bereits seit den 1970er-Jahren wird intensives Heliskiing betrieben.

Mount Rainier, USA

Auch die Westküste der USA bekommt viel Niederschlag in Form von Schnee ab. Besonders an der Messstation Paradise am Mount Rainier im Bundesstaat Washington schneit es kräftig. In Zahlen heißt das bis zu 31 Meter pro Jahr. Das setzt den Rekord für den kräftigsten Schneefall in den USA (aus dem Jahr 1971/72). Glück für die insgesamt 28 Gletscher, die sich am Mount Rainier befinden: Sie gelten als stabil und sind (noch) nicht vom Rückgang bedroht.

Ebenfalls in Washington befindet sich der Mount Baker, der mit bis zu knapp 29 Metern Schnee pro Jahr an zweiter Stelle in Sachen Schneemengen liegt: Im Winter 1998/99 gab es für die erreichten 28,96 Meter einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Am Mount Baker lässt es sich übrigens auch hervorragend Skifahren: Rund 100 Kilometer und zehn Lifte  bringen Skifahrer und Snowboarder ins begehrte Weiß.

Kalifornien, USA

Besonders überraschend ist Kalifornien in der Hitliste, verbinden wir doch eher Sommer und Sonnenschein mit dem südlichen Bundesstaat. Doch ausgerechnet hier ist der zweittiefste jemals gemessene Schnee angesiedelt: Mit 11,4 Metern Schneetiefe in der kalifornischen Sierra steht er den japanischen Bestmarken nur wenig nach.

Damüls, Österreich

Und wie sieht es in den heimischen Alpen aus? Hier hat sich Damüls den Titel als „schneereichstes ständig bewohntes Dorf der Alpen“ gesichert, mit fast zehn Metern Neuschnee pro Jahr. Das sorgt für absolute Schneesicherheit zwischen Dezember und April. Auch das liegt wiederum an der Lage: Am Nordwestrand der Alpen staut es sich eben gut; der Bregenzerwald bekommt also viel Schnee ab. Während der Kleinen Eiszeit (bis 1850), heißt es, hätten die dortigen Bewohner sogar ihre Kirchenbänke verheizt, um nicht erfrieren zu müssen. Kalt ist es also auch noch.

Warth-Schröcken, Österreich

Die Schneemessungen eines ganzen Jahrhunderts nahm die britische Tageszeitung „Daily Mail“ als Grundlage für einen weiteren Rekord und verlieh Warth-Schröcken den Titel des „schneereichsten Skigebiets Europas“. Bei rund elf Metern pro Winter freuen sich Skifahrer und Snowboarder bis weit ins Frühjahr hinein über optimale Schneeverhältnisse. Die vielen Nord- und Osthänge, die meist recht weit oben angesiedelt sind, tragen ein Übriges zur Schneesicherheit bei.
Platz zwei beim Skigebiets-Ranking nimmt übrigens Lech am Arlberg ein.

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von Solveig Michelsen

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