Wassersport Die gefährlichsten Tauchreviere der Welt

Einige Tauchspots lassen schon vermuten, dass es sich um waghalsige Aktionen handelt: Ein Wrack in 70 Meter Tiefe ist eben kein „Kindergeburtstag“. Das lernt man spätestens im ersten Tauchkurs, wenn man gesagt bekommt, dass man unterhalb von 30 Metern nichts zu suchen hat. Trotzdem zieht der Reiz der Tiefe so manchen Taucher in kritische Situationen – und manchmal eben auch in den Tod. Wir haben uns die als besonders gefährlich geltenden Tauchreviere einmal näher angesehen.

Einer der faszinierendsten Tauchspots der Erde: die Cenoten in Mexiko | © Hoatzinexp, iStock

1. Cenoten, Mexiko

Die Cenoten, ein ehemaliges Brunnensystem der Maya, gehören zu den faszinierendsten Tauchspots der Welt. Unterirdische Höhlen, die auf mehrere hundert Kilometer Länge miteinander verbunden sind, bilden ein weit verzweigtes Labyrinth, aus dem sich nur mit Tauchleine wieder herausfinden lässt. Eine Besonderheit daran ist auch das Süßwasser, das nach Einstürzen der Höhlendecken eingedrungen ist und nun für ein ungewöhnlich klares Wasser, große Sichtweiten und oft magische Lichtverhältnisse sorgt. Kein Wunder, dass so mancher Taucher von Faszination und Neugier getrieben hier seinen Tod gefunden hat.

2. Brother Islands, Ägypten

Die Brother Islands, zwei kleine Inseln knapp 60 Kilometer östlich der ägyptischen Küstenstadt al-Qusair, sind bekannt für ihre bunten Korallen, Fischschwärme und Haifische. Graue Riffhaie, Fuchshaie und Weißspitzen-Hochseehaie können hier gesichtet werden. Doch nicht die Haie machen das Tauchrevier gefährlich, sondern die starke Strömung. Bei so genannten „Drift Dives“ lassen sich die Taucher entlang der Steilwände des Korallenriffs in die Tiefe gleiten und kämpfen nicht gegen die Strömungsverhältnisse an. Dafür kommen sie dann oft hundert Meter weiter entfernt wieder an die Oberfläche. Der weite Abtrieb kann kritisch werden, wenn sich der Taucher aufgrund der großen Entfernung zum Boot nicht mehr bemerkbar machen kann. Hier sind schon viele Suchaktionen im Sande bzw. Wasser verlaufen.

3. Blue Hole, Ägypten

Ebenfalls im Roten Meer liegt das Blue Hole, das auch „der Mount Everest der Taucher“ genannt wird. Der Reiz liegt im Durchtauchen eines Höhlenbogens, der einen Tiefgang von rund 55 Metern erforderlich macht. Hinzu kommt die durch eingeschränkte Sicht meist unterschätzte Länge von 26 Metern und die Tatsache, dass der Durchbruch nicht immer gleich gefunden wird. Da der Luftverbrauch in dieser Tiefe sehr hoch ist und der Tiefenrausch unweigerlich einsetzt, werden aus kleinsten Fehlern tödliche Fallen. Mehr als 20 Gedenktafeln erinnern an tödliche Tauchunfälle am Blue Hole, darunter auch den auf traurige Weise bekannt gewordenen Taucher Yuri Lipski, der in einer Tiefe von 90 Metern mit einer am Kopf befestigten Videokamera seinen eigenen Tod festgehalten hat.

4. Nantucket, USA

Auch das Wrack der Andrea Doria, das 1956 mit 49 Menschen im Meer versunken ist, ist für viele Taucher schon zum nassen Grab geworden. Nicht nur die Tiefe von 70 Metern, sondern auch die Kälte und Strömung des Atlantiks machen einen Tauchgang zum großen Risiko. Wer auch noch eine begehrte Trophäe aus dem Inneren des Wracks erbeuten will – Geschirr, Besteck oder gar persönliche Gegenstände der einstigen Passagiere –, begibt sich auf gefährliches Terrain: Herabstürzende Metallteile und eine erschwerte Orientierung – das 200 Meter lange Wrack liegt seitlich auf der Steuerbordseite und verändert sich durch den natürlichen Verfall ständig – haben schon einige Leben gekostet.

5. New Jersey, USA

Ein weiteres Wrack, das vor der Küste New Jerseys in 73 Meter Tiefe liegt, ist Anziehungspunkt für zahlreiche Taucher: das deutsche U-Boot U 869, das 1945 gesunken, aber erst 1991 entdeckt worden ist. Die eisige Kälte des Atlantiks, die Tiefe sowie eine starke Strömung machen es zu einem riskanten Unterfangen.

6. Hemmoor-Kreidesee, Deutschland

Mindestens 15 Todesfälle seit den 1990er-Jahren hat der deutsche Hemmmoor-Kreidesee zu verzeichnen, eine ehemalige, 60 Meter tiefe Kreidegrube, die sich mit Grundwasser gefüllt hat. Obwohl der See auf den ersten Blick ganz unspektakulär wirkt, hat er unter der Oberfläche einiges zu bieten: die versunkene Industrieanlage, Autos, ein gesunkenes Segelboot, einen versenkten Lkw sowie ein Flugzeug. Gefährlich ist neben der Tiefe die Kälte des Sees, der oft nur acht Grad Wassertemperatur aufweist.

7. Bodensee, Deutschland

Der Teufelstisch, eine Felsnadel im Bodensee, die kurz unterhalb der Wasseroberfläche endet, ist wegen seiner steil abfallenden Felswände beliebt, die rund 90 Meter in die Tiefe führen. Für Taucher ist das zusammen mit einer miserablen Sicht von teilweise unter zwei Metern und einer immensen Kälte von oft nur vier Grad Celsius eine fatale Kombination, die schon einige Taucher mit ihrem Leben bezahlt haben. Seit 1994 herrscht hier deshalb Tauchverbot.

8. Attersee, Österreich

Auch im österreichischen Attersee sind es die Steilwände, die die Taucher in zu große Tiefen verlocken. Der österreichische Rekord liegt bei 165 Metern im Attersee, sollte aber von Hobbytauchern nicht als Herausforderung verstanden werden. Nicht umsonst lassen hier viele Taucher beim allzu schnellen Notaufstieg ihr Leben, durch Lungenrisse oder Gasblasenbildung im Blut.

9. Haitauchen, Südafrika

An der Südspitze des afrikanischen Kontinents hat sich Gansbaai zum „Hai-Zentrum“ entwickelt. Zwischen April und September ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, einen der inzwischen recht selten gewordenen Weißen Haie zu sehen und mit ihm auf Tuchfühlung zu gehen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen: Hände im Käfig lassen, denn auch eine kleine Kostprobe des Raubtiers, das mit Futter geködert worden ist, kann tragisch enden. Wer sich dem Hai-Kitzel ganz ohne Käfig hingeben möchte, wird in Umkomaas fündig.

10. Eistauchen

Unabhängig vom Ort gilt das Eistauchen als sehr gefährliche Spielart des Tauchens. Eine oft zentimeterdicke Eisdecke erlaubt kein spontanes Auftauchen, sondern erfordert das Auffinden des Einstiegslochs. Das Risiko der Unterkühlung sowie eine etwaige Vereisung der Atemregler kommen noch hinzu, sodass sich hieran nur erfahrene und in das Eistauchen eingewiesene Sportler wagen sollten.

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von Solveig Michelsen

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