Reisetipp Die 10 ungewöhnlichsten Skigebiete der Welt

Skifahren satt Surfen auf Hawaii, Snowboarden auf verschneiten Vulkanen oder „Lifteln“ im Iran – die Welt hat einiges an exotischen Skigebieten zu bieten. Nicht immer findet man dabei den Luxus-Standard alpiner Skigebiete. In jedem Fall aber ist eines gewiss: ein unvergessliches Ski- oder Snowboard-Erlebnis.

Grönlands unberührte Weiten locken auch Skifahrer an. | © FredericFaure, iStock

Mauna Kea, Hawaii

Hawaii verbindet man mit Surfen, Baden und sommerlichen Temperaturen. Wie überraschend, dass man dort zwischen November und Februar auch Ski fahren kann! Und das ausgerechnet auf einem Vulkan, dem 4205 Meter hohen Mauna Kea. Nachdem es allerdings keinen Lift gibt, bringt einen ein Allradfahrzeug bis zum Gipfel, auf dem auch die größte Sternwarte der Welt zu finden ist. Danach müssen einem die unberechenbaren Wettergötter hold sein und die Ski stabil: Bei geringer Schneeunterlage kann scharfes Lavagestein die Ausrüstung schnell ruinieren und stellt auch eine hohe Verletzungsgefahr dar. Der trockene Pulver, den die Hawaiianer liebevoll Ananas-Puder nennen, ist also nur etwas für Experten!

Ätna, Italien

Ebenfalls auf einem Vulkan – noch dazu einem aktiven – kann in Italien gefahren werden. An klaren Tagen reicht die Sicht vom 3340 Meter hohen Ätna bis zum Meer, während gleichzeitig Gas- und Wasserdämpfe sich zu Wolken formieren. Zur Auswahl stehen die Südseite, wo bei Schneelage fünf Pisten geöffnet sind, und die Nordseite, die mit drei Skiliften und einem kürzlich modernisierten Snowpark lockt. Mit ein wenig Glück reicht die Saison bis in den April hinein. Einem anschließenden Bad im Meer steht also nicht entgegen.

Ski Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Zugegeben, die Dubaier schummeln hier etwas, denn ihr Skigebiet ist überdacht. Trotzdem ist die größte Indoor-Skianlage der Welt einen Besuch wert, wenn man vor Ort ist. Neben fünf Abfahrten – die längste davon misst 400 Meter – hat sie eine Halfpipe und zahlreiche Schlitten- und Bobbahnen zu bieten. Für knapp 60 Euro ist man hier einen Tag bei konstanten -1 bis -2° Celsius unterwegs. Hinein kommt man über den Mall of the Emirates, einer der größten Einkaufszentren des Mittleren Ostens.

Gulmarg, Indien

Pulverschnee, lange Abfahrten und unberührte Hänge, dazu noch wunderschöne Landschaft – kein Wunder, dass die Briten bereits 1927 von dieser Ski- und Freizeitdestination begeistert waren. Ausgiebige Schneefälle von bis zu 20 Metern pro Winter sorgen für die besten Voraussetzungen, und die Aussicht auf das Kashmir-Tal und den 8126 Meter hohen Nanga Parbat ist unvergleichlich. Nach wie vor gibt es aber nur eine einzige Seilbahn, die bis auf 3980 Meter hinaufführt – etwas Kondition sollte man also schon mitbringen. Dafür wird man dann mit sensationellen Offpistes belohnt, an die sich unerfahrene Freerider nur mit Bergführer wagen sollten.

Perisher Blue, Australien

Auch in Australien denkt man eher ans Surfen und Baden als ans Skifahren. Dennoch haben die Bundesstaaten Victoria und New South Wales einiges für Wintersportler zu bieten. Das größte und  attraktivste Skigebiet ist Perisher Blue in den Snowy Mountains (nomen est omen!). Rund 50 Lifte verbinden Blue Cow, Guthega und Smiggin Holes unterhalb des 2054 Meter hohen Mount Perisher. Für einen Tagespass von rund 75 Euro kann man hier auf 100 Pistenkilometern abfahren. Die Saison reicht von Juni bis Anfang Oktober.

Atlas-Gebirge, Marokko

In Marokko finden sich nicht nur Wüste und Sand, sondern tatsächlich auch eine Menge Schnee und ein paar Skipisten. Die entsprechen zwar nicht unseren gewohnten Standards, bieten dafür aber einen Hauch von 1001 Nacht, wenn man zum Après-Ski arabischen Pfefferminztee gereicht bekommt. Zum Aufwärmen nicht verkehrt ist auch eine Wärmeflasche, die die oft unzureichende Zimmertemperaturen der Hotels etwas erträglicher machen. Dafür gibt’s den Skispaß schon recht günstig: Rund 10 Euro kostet der Tagesskipass in Marokkos höchstgelegenem Skigebiet, dem Jbel Oukaïmeden, das zwischen 2600 und 3200 Metern mit fünf Schleppliften und einem Sessellift aufwartet.

Tochal, Iran

Ebenso ungewöhnlich klingt Skifahren im Iran, obwohl das Land äußerst gebirgig ist. Am Tochal, einem 3964 Meter hohen Berg im Elbrus-Gebirge, befindet sich sogar eine der längsten Gondelbahnen der Welt: Sie misst fasst acht Kilometer. Vom 3545 Meter hoch gelegenen Hotel Tochal – das einzige an der Piste mit nur 31 Zimmern – führen zwei Sessellifte und ein Schlepplift noch weiter hinauf, was den Wintersportlern eine sehr lange Saison beschert: Zwischen November und Juni kann hier vor den Toren Teherans Ski oder Snowboard gefahren werden. Der Tagesskipass ist übrigens auch hier für sehr günstige 11 Euro zu erwerben.

Sisimiut, Grönland

Nur 19 Prozent der Insel sind nicht von Eis und Schnee bedeckt. Dennoch sind nur sehr wenige Orte an der Westküste mit ein paar einfachen Liften bestückt. Einer davon ist Sisimiut – mit 5500 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Grönlands, die vor allem für das Arctic Circle Race bekannt ist. Dieses Langlaufrennen gilt als das härteste weltweit und führt an drei Tagen über eine Strecke von 160 Kilometern. Neben dem Cross Country Skiing sind die Grönländer auch begeisterte Skitourengeher, und auch Heliskiing wird an vielen Orten angeboten.

Olympos, Zypern

Ein Exot unter den Skigebieten ist auch der höchste Berg Zyperns, der 1952 Meter hohe Olympos. Dort kann zwischen Dezember und März Ski gefahren werden. Vier Liftanlagen mit den Namen Zeus, Hermes, Hera und Aphrodite bringen die Skifahrer auf die Pisten, die allerdings recht kurz sind: Maximal 120 Höhenmeter können auf einmal unter die Bretter genommen werden. Trotzdem haben sie schon einen zypriotischen Olympiateilnehmer hervorgebracht, der heute die Cyprus Ski Federation and Club managt.

Masik-Pass, Nordkorea

Erst seit Anfang 2014 in Betrieb und höchst umstritten ist das Skiresort am Masik-Pass in Nordkorea. Das Prestigeprojekt des Diktators Kim Jong Un soll den Tourismus ankurbeln und möglichst bald einen nordkoreanischen Skiweltmeister hervorbringen. Die Propagandafilmchen täuschen darüber hinweg, dass die Bevölkerung zum größten Teil in bitterer Armut lebt und sich einen Tag im Skiresort gar nicht leisten kann. Trotzdem wirbt Kim Jong Un damit, „das Leben der Bürger zu verbessern“, indem sie sich „an der Annehmlichkeit des Sozialismus erfreuen“ können. Zwei Lifte bedienen zehn Pisten, auf denen Höhendifferenzen von bis zu 700 Metern gefahren werden können.


von Solveig Michelsen

 

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