Marco Polo Magazin
Deutschland · 10.08.2017

Rücksicht & Mithilfe

Der Knigge für die Berghütte

So mancher Wanderer verwechselt die Berghütte mit einem Hotel. Dabei gelten in den Herbergen, die auch als Notunterkünfte dienen, ganz eigene Regeln für ein harmonisches Miteinander. Wir stellen die wichtigsten Tipps und Hinweise der Betreiber vor.

Die Berghütte ist kein herkömmliches Hotel.Die Berghütte ist kein herkömmliches Hotel.| © Thinkstock

Planung und Buchung

Die rechtzeitige Reservierung des Schlafplatzes erleichtert allen Beteiligten das Leben. Zwar müssen in den Berghütten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins mindestens zehn Prozent der Plätze für unangemeldete Gäste freigehalten werden. Dieses Kontingent ist aber eher für etwaige Notfälle gedacht. Übernachtungen lassen sich mittlerweile bequem im Internet oder per Handy-App buchen.

Die Schweizer Hütten, der Verband der Hüttenwartinnen und Hüttenwarte der Schweiz, rät dazu, die Gastgeber vorab über folgende Punkte zu informieren:
- Anzahl und Alter der Kinder
- Hunde (sie sind nicht überall erlaubt und dürfen generell nicht in den Schlafraum)
- vegetarische Kost, Lebensmittelallergien
- späte Ankunft

Kurzfristige Änderungen müssen umgehend mitgeteilt werden. Dasselbe gilt für eine Stornierung der Reservierung. Ob Anzahlungen oder Stornogebühren erhoben werden, steht den Hüttenwirtsleuten frei. Am besten informieren Sie sich vor der Buchung über Bedingungen und Fristen.

Bei der Ankunft

In der Berghütte leben fremde Menschen auf engstem Raum zusammen. Das kann nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme und guter Organisation klappen. Bei der Ankunft meldet sich der Gast zunächst beim Hüttenwart an. Der weist die Schlafplätze zu und informiert über Essenszeiten und andere wichtige Aspekte. Bei Unterkünften des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins muss sich jeder Übernachtungsgast bei der Ankunft in das Hüttenbuch eintragen. Es wird zudem empfohlen, dort auch das Ziel der Bergtour und die Handynummer zu vermerken. Das kann im Notfall das Aufspüren von Verunglückten oder Vermissten erleichtern.

Schlafräume und oft auch andere Zimmer der Hütte dürfen nicht mit Berg- und Wanderschuhen betreten werden. Ausrüstung wie Wanderstöcke, Seil, Steigeisen oder Pickel sind an den ausgewiesenen Stellen zu deponieren. Ein sogenannter Hüttenschlafsack aus Baumwolle oder Seide ist aus hygienischen Gründen in Unterkünften des Deutschen Alpenvereins Pflicht. In der Schweiz ist die Verwendung meist empfohlen oder ebenfalls obligatorisch. Der Schlafsack kann in der Hütte gekauft oder gemietet werden.

Sind Schlafplätze knapp, werden Erkrankte oder Verletzte sowie Rettungsmannschaften im Dienst bevorzugt. Bei Überbelegung besteht kein Anspruch auf Minderung des Übernachtungstarifs.

In der Hütte

Rücksicht und Umsicht sind in der Berghütte das A und O. Generell gilt von 22.00 bis 6.00 Uhr Nachtruhe. Bei Handytelefonaten oder dem Musikhören per Kopfhörer dürfen die Mitbewohner nicht belästigt werden. Das Gepäck sollte so verstaut werden, dass niemand darüber stolpern kann. Bei einer frühen Abreise ist es ratsam, am Abend zuvor zu packen. Auf diese Weise werden die noch schlafenden Gäste nicht unnötig gestört.

In allen Hütten gilt striktes Rauchverbot. Wer draußen raucht, muss die Zigarettenkippen in die bereitgestellten Aschenbecher werfen. Je nach Standort der Hütte und der Jahreszeit kann es vorkommen, dass Ressourcen wie Strom und Wasser knapp sind. Hier ist ebenfalls Rücksicht geboten. Wie bereits erwähnt, sollte der Aufenthalt in der Hütte nicht mit einem Hotelbesuch verwechselt werden. Man kann sich zwar in manchen Hütten von vorne bis hinten bedienen lassen. Doch wer mal beim Abräumen des Geschirrs hilft oder selbst zum Spülschwamm greift, unterstützt die wichtige Institution Berghütte.

Bei der Abreise

Der Gast sollte seinen Schlafplatz so verlassen, wie er ihn vorgefunden hat. Diese Verhaltensregel gilt natürlich das ganze Jahr über, insbesondere aber im Winter. In den dann unbewarteten Hütten sind die Gäste sich selbst überlassen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Abfälle eingesammelt und zurück ins Tal gebracht werden. Die Übernachtungsgebühr wird in der Hüttenkasse zurückgelassen. Wer hier betrügt, trägt dazu bei, dass Winterräume womöglich nicht mehr bereitgestellt werden können.

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Von Hannah Sommer 

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