Indonesien Bali - Insel der Götter

Bali wird oft als "Insel der Götter" oder "Insel der tausend Tempel" bezeichnet. Nicht ohne Grund, denn Religion und Tradition hat bei den Einwohnern Balis eine große Bedeutung. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung lebt nach der hinduistischen Religion bzw. Lebensphilosophie die beinahe jeden Bereich des Lebens beeinflusst. Kultur, Feste und Rituale spielen eine große Rolle im alltäglichen Leben und werden dort sehr gepflegt.

Religion und Tradition haben bei den Bewohnern Balis eine große Bedeutung. | ©simongurney, iStock

Die Balinesen glauben, dass ihre Insel von den Geistern ihrer Verstorbenen, von Göttern und Dämonen bewohnt ist. Die Ahnen werden besonders intensiv verehrt, da der Glaube besagt, dass diese das Schicksal beeinflussen. Die Religion geht davon aus, dass alles sichtbare Materielle immer von einer geistigen und unsichtbaren Welt begleitet wird. Der Gott Sang Hyang Widhi ist beim Bali Hinduismus das höchste Wesen, das über dem Universum steht. Kurz gesagt: Alles ist Gott. Der Gott wird jedoch nicht als eine Gottheit gesehen, sondern ist ein Verbund von mehreren göttlichen Kräften. Tägliche Opfergaben sind ein Ausdruck des Respekts und der Anerkennung. Diese Opfer sollten ebenso Götter günstig stimmen und Dämonen besänftigen. Sie bestehen meist aus kleinen kunstvoll geflochtenen Blätter-Schalen mit verschiedenen Inhalten wie Reis und Blüten. Die Herstellung dieser Opfergaben trägt auch einen wesentlichen Teil zur Beschäftigung der Bevölkerung bei.

Die wichtigsten Feste auf Bali

Abgesehen von ein paar staatlichen Feiertagen haben fast alle Feste in Bali einen religiösen Hintergrund. Selten vergeht ein Tag, an dem nicht irgendwo auf der Insel ein Tempelfest „Odalan“ gefeiert wird. Odalan ist der Jahrestag der Einweihung eines Tempels und wird alle 210 Tage (ein Bali-Jahr) gefeiert. Tempelfeste sind für Hindus ein heiliger Anlass. Normalerweise sind die Tempel nicht geschmückt, doch an diesem Tag erwacht das ganze Dorf zum Leben. Straßen und Tempel werden farbenprächtig mit Blumen dekortiert. Die Ankunft der Götter wird mit feierlichen Prozessionen mit Musik, Tänzen und kunstvollen Opfergaben zelebriert.

Zu den größten und wichtigsten Festen in Bali zählen Galung, Kuningan und Nyepi. Galung ist das aufwendigste Tempelfest. Mit ihm wird die Schöpfung der Welt gefeiert und findet ebenfalls alle 210 Tage statt. Die Balinesen glauben, dass die Welt vom höchsten Gott Sang Hyang Widhi erschaffen wurde. An Galung besucht er mit Ahnen und anderen Gottheiten die Tempel von Bali und kehrt nach 10 Tagen an Kuningan wieder in den Himmel zurück. Schon Monate davor beginnen die Frauen mit den Vorbereitungen. Straßen, Häuser und Tempel werden geschmückt, Opfergaben werden vorbereitet und die Einwohner schlüpfen in ihre traditionellen Trachten.

Nyepi ist das balinesische Neujahrsfest und fällt auf die Frühjahrs-Tag- und Nachtgleiche und wird auch „Tag der Stille genannt“. An diesem Tag gelten strenge Regeln: Die Menschen dürfen ihre Häuser nicht verlassen (dies gilt auch für Touristen), es darf nicht gearbeitet und kein Feuer und Licht entfacht werden. Die am Vorabend veranstalteten Umzüge mit gigantischen und bunten Ogoh-Ogoh-Figuren sollen die Dämonen und das Übel der Welt vertreiben. Am Ende der Versammlung werden die Ogoh-Ogohs verbrannt und die 24- stündige Ausgangssperre beginnt.

Traditionelle Musik auf Bali

Alle Feste, Zeremonien und Paraden werden von Musik und Tänzen begleitet. Gamelan heißt die traditionelle Musik und wird in kleinen und großen Gruppen oder von einem Orchester gespielt, allerdings nicht nach Noten, sondern improvisiert. Instrumente wie Trommeln, Flöten oder Xylophone erzeugen einzigartige Klänge. Zur Musik wird natürlich getanzt und fast alle Tänze haben einen religiösen Hintergrund. Trancetänze wie zum Beispiel der Kecak versetzen die Tänzer mit einer bestimmten Atemtechnik in einen Dämmerzustand. Beim Barong handelt es sich um ein Tanzdrama, bei dem das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse hergestellt wird. Der Legong darf ausschließlich von Mädchen getanzt werden, die rein sind. Mit diesem Tanz sollen die Götter verehrt und erfreut werden. Die Mädchen werden geschminkt und geschmückt, sodass sie wie Prinzessinen aussehen.

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von Franziska Kastner

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