Marco Polo Magazin
Südtirol · 11.11.2019

Wanderregion Gitschberg Jochtal

Auf zu den letzten Sonnenstrahlen!

„Lassen Sie sich liften“, heißt es in der Ski- und Almenregion Gitschberg Jochtal, einem wahren Sonnenbalkon in Südtirol. Gemeint sind damit die Seilbahnen, die am Eingang des Pustertals zu herrlichen Aussichts- und Ausgangspunkten führen. Und das bis in den November hinein. Bei über 280 Sonnentagen im Jahr stehen die Chancen gut auf ein paar letzte Sonnenstrahlen.

Etliche Almen haben auch noch im November geöffnet und laden zu einem letzten Sonnenbad ein.Etliche Almen haben auch noch im November geöffnet und laden zu einem letzten Sonnenbad ein. | © wisthaler.com

Die 20.000 qm große Rodenecker-Lüsner Alm, längste Hochalm Südtirols, erinnert nicht nur in ihrer Größe an die berühmte Seiser Alm. Der Ausblick auf die Dolomiten im Süden kann sich sehen lassen; in der anderen Himmelsrichtung bilden die Stubaier und Zillertaler Alpen eisige Kontraste. Statt per Lift ist sie über schier endlos sich windende Bergstraßen erreichbar – per Bus, Auto oder gleich mit dem Rad. Unmotorisierte Biker transportieren Letzteres erst einmal auf 1700 Meter Höhe hinauf, um auf der Hochfläche in sanftem Auf und Ab über Wiesen, Weiden und Moore zu gleiten – am besten in der Vor- oder Nachsaison (also bis Juni und ab Mitte September), wenn sich die Zahl der Besucher noch in Grenzen hält. Wanderer können den Forststraßen immer wieder auf kurzweiligeren Wegen entkommen und sich zum Beispiel am „Schöpfungsweg“ lokaler Kunst erfreuen. Die größte Gefahr hier heroben: sich in einer der geselligen Hütten zu verhocken. Wer sein Fahrzeug am „Zumis“-Parkplatz abgestellt hat, kommt in 1,5 bis 2 Spazierstunden (und wenigen Höhenmetern) an der Oberhauserhütte, der Roner Alm, der urigen Rastenberghütte und der modernen Starkenberghütte vorbei. Die hervorragende Aussicht lässt sich überall ähnlich gut genießen – aber verdient will sie sein!

Etwas mehr Höhenmeter lassen sich da bei Wanderungen im Jochtal sammeln. Außer man gondelt mit der Jochtalbahn auf gut 2000 Meter Höhe hinauf und erschließt sich damit alpine Ziele als bequeme Tagestouren. Sämtliche Seilbahnen und öffentliche Verkehrsmittel (samt Eintritt in rund 80 Südtiroler Museen) sind übrigens in der Almencard enthalten, die die Gäste zahlreicher Hotels und Pensionen bei ihrem Aufenthalt im Gitschberg Jochtal kostenlos bekommen. Das verlockt zu wiederholtem Hinaufschweben in alpine Regionen. Die vor allem im Frühjahr ab Mai mit der Almrauschblüte und im goldenen Herbst bis Anfang November mit leuchtend orangefarbenen Lärchen ihren optischen Höhepunkt haben. Abgesehen davon sind so früh bzw. spät im Jahr deutlich weniger Mitwanderer unterwegs, die sich jedoch auf den über 300 km markierten Wanderwegen gut verteilen. Eine besonders schöne Kombination für trittsichere Geher ist der Rotensteinhöhenweg von der Bergstation der Seilbahn bis zur Fanealm (ca. 2-2,5 Stunden, hauptsächlich bergab). Rund 30 urige Almhütten und eine Kapelle kuscheln sich dort auf engem Raum aneinander und nennen sich „schönstes Almdorf Südtirols“. Natürlich gibt es auch einige Einkehrmöglichkeiten für den hungrigen Wanderer. Zurück geht es dann über den Milchsteig (eine gute Stunde bis Talstation), der entlang einer wilden Bachschlucht noch Lehrreiches und Spannendes zum Thema Milch bietet. Kinder haben daran ihre besondere Freude, wenn sie z.B. an Ziegen- oder Schafsglocken läuten dürfen, um sie zu unterscheiden lernen. Auch über die harten Arbeitsbedingungen der rund 5000 Milchbäuerinnen und -bauern in Südtirol wird berichtet, die täglich eine Million Liter Milch an die Milchhöfe liefern.

Wer sich für die oftmals harten bäuerlichen Lebensbedingungen in der Region interessiert – steile Wiesen, abgeschiedene Lage –, ist beim Höfeweg in Pfunders genau richtig. Auf sieben Kilometern (es gibt auch kürzere Varianten) kann der Besucher den didaktischen Rundweg entlang neuer und alter Bauernhöfe, Lehrtafeln und Spiel-Stationen erwandern. Nur wenige Touristen verschlägt es in das entlegene Bergdorf, das sich seine ganz eigenen Traditionen und Bräuche erhalten hat. Am unterhaltsamsten lassen sich die Höfe bei einer Führung kennen lernen – einmal wöchentlich ist eine solche in der Almencard enthalten.

Wem der Sinn nach mehr Action steht: Auch hierfür lohnt sich ein Blick ins Almencard-Programm. Jüngere Kinder freuen sich über wöchentliche Ritterspiele in einer alten Ruine, ein Lama-Trekking oder eine Sagenwanderung, Klettermöglichkeiten im Jochtal oder eine Kutschfahrt in Meransen. Die älteren Kids sind für Rafting-Touren oder den Hochseilgarten zu begeistern. Und auch für die Großen ist genug dabei: Kneipp- und Kräuterwege, Sonnenaufgangswanderungen oder anspruchsvolle Gipfeltouren füllen die Ferienwoche im Nu mit spannenden Aktivitäten.

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von Solveig Michelsen

 

Die Recherchereise wurde unterstützt durch die Ski- und Almenregion Gitschberg Jochtal.

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