Wales Walisisches Bücherdorf Hay-on-Wye

Hay-on-Wye ist ein Kuriosum in mehrfacher Hinsicht: Es ist das erste und größte Bücherdorf der Welt und rühmt sich sogar eines eigenen Königs. Was als verrückte Idee begann, trägt inzwischen Früchte in die ganze Welt hinaus. Doch kein Nachahmer hat bisher die Originalität dieses kleinen walisischen Dorfes erreicht.

Bücher über Bücher gibt es in dem Bücherdorf Hay-on-Wye. | © PinkBadger, iStock

Der Name „Bücherdorf“ ist einfach zu erklären: Über 35 Antiquariate kommen auf 1850 Einwohner – diese Quote ist weltweit unübertroffen. Wie es dazu kam? Richard Booth, der Initiator, hatte eine Vision: Durchreisende auf dem Weg zu interessanteren Stätten sollten hier, in dem kleinen nichtssagenden Dorf, hängen bleiben: an Büchern, die sie inspirieren sollten. Dazu ließ er einen Container voller Bücher aus New York kommen und eröffnete 1961 sein erstes Antiquariat. Weitere Buchliebhaber und Buchhandlungen folgten.

Als geschickten Marketing-Schachzug rief Richard Booth am 1. April 1977 Hay-on-Wye zum unabhängigen Königreich aus und ernannte sich selbst zum König. Anerkannt wurde dies selbstverständlich nicht, doch bescherte die Aktion dem Bücherdorf in Wales viel Aufmerksamkeit. Rund 500.000 Besucher kommen inzwischen jährlich das exzentrische Dorf besuchen. Von Ende Mai bis Anfang Juni findet dort auch das Hay Festival of Literature & Arts statt, das der frühere US-Präsident Bill Clinton einmal als „Woodstock des Geistes“ bezeichnet hatte. Wenn das keine Auszeichnung ist!

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von Solveig Michelsen

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