Alarmierende Prognose Ist das UNESCO-Welterbe Baikalsee bald Geschichte?

Der Baikalsee ist ein natürlicher Zeitzeuge der letzten 25 Millionen Jahre der Erdgeschichte. Somit ist er der älteste und zudem mit 1.642 Metern der tiefste Süßwassersee der Welt mit einer außergewöhnlichen Flora und Fauna. Doch nun schlagen Umweltschützer Alarm, denn das Gebiet hat mit zahlreichen Umweltproblemen zu kämpfen.

Das beliebte Urlaubsziel für Wanderer und Naturliebhaber läuft Gefahr zu sterben. | © dermezel, thinkstock

Das artenreiche Ökosystem, das vielen außergewöhnlichen Pflanzen- und Tierarten wie der einzigartigen Baikalrobbe einmal einen prächtigen Lebensraum im russischen Sibirien bot, ist allerdings derzeit ernsthaft bedroht. „Wildes Campen und Lagerfeuer, Müllplätze überall, fehlende Kanalisation und ein niedriger Wasserstand machen dem Baikal zu schaffen“, berichtet Igor Wladimirow, Direktor des geografischen Instituts Irkutsk, in einem Interview. Der niedrigste Wasserstand wurde vor erst wenigen Monaten gemeldet, der nicht zuletzt durch die steigende Anzahl der Stauseen zur Energiegewinnung geschuldet ist.

Überfischung und Verschmutzung

Eine solche Gefahr geht nun auch vom Nachbarland Mongolei aus, das Pläne für einen Staudamm am Selenga-Fluss schmiedet. Der Baikalsee wird maßgeblich durch den Selenga-Fluss gespeist, sodass Biologen und Wissenschaftler ein völliges Austrocknen des Sees befürchten, sollte das Projekt tatsächlich umgesetzt werden. Außerdem verschlechtern zunehmend illegale Bautätigkeiten in Ufernähe, Phosphate und Fäkalien die einst überdurchschnittlich gute Wasserqualität.

So sterben auch massenhaft Schwämme derzeit aus, die im Ökosystem des Sees bisher die wichtigste Rolle im Wasserreinigungsprozess einnahmen. Überfischung durch zu enge Netze und zunehmender Schiffsverkehr verbessern die Prognosen für das UNESCO-Weltnaturerbe ebenfalls nicht. Wie schnell die Verendung des Sees in Zukunft voranschreiten könnte, lässt sich nicht präzise vorhersagen, doch eins ist Umweltschützern und Wissenschaftlern schon lange klar: Der Baikalsee braucht Hilfe, und das so schnell wie möglich.

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Von Jonathan Berg

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