Island Island: mehr amerikanische Touristen als Einwohner

Island ist en vogue: Mehr als 1,5 Millionen Touristen werden Ende 2016 Island einen Besuch abgestattet haben, davon über ein Fünftel aus den Vereinigten Staaten. Die Zahlen allein wären nicht so erschreckend, hielte man sich nicht vor Augen, dass die isländische Bevölkerung selbst nur aus 332.000 Menschen besteht. Das kommt einer Invasion gleich.

Viele Naturschönheiten sind durch die hohe Anzahl an Besuchern in ihrer Ursprünglichkeit gefährdet (im Bild der Seljalandsfoss-Wasserfall). | © TomasSereda, iStock

Man kennt die Vergleiche mit Tieren: sieben Schafe pro Einwohner (in Neuseeland) oder 3,5 Rinder pro Mensch (in Uruguay). Das ist amüsant und lässt sich als Bürger gut verkraften. Bedenklich wird es allerdings, wenn die Anzahl der Touristen das Vielfache der eigenen Bevölkerung erreicht. So wie in Island: fünf Mal so viel Besucher wie Einwohner – kann das auf Dauer gut gehen?

Durch groß angelegte Kampagnen und ein kostenloses Stopover-Angebot von Iceland Air wollen immer mehr Menschen die Naturschönheiten Islands entdecken. Bis Ende September 2016 lag die Zahl der US-amerikanischen Touristen bei rund 325.500 – das sind bereits mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2014. Da die Natur-Highlights, auf die sich alles konzentriert, sehr darunter leiden, wurde ein neunjähriger Tourismus-Plan erstellt, der die Besucherströme besser lenken soll. Da kann man nur wünschen: Gangi þér vel!

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von Solveig Michelsen

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