... Nightlife in Wien: Bässe unter Bögen

 

Turteln am Techno-Tresen

Steht der „Ride Club“ für eine eher exklusive Mischung aus Luxus und Edeldisko, so gibt sich die Cocktail-Bar „Q [kju:]“ weniger zugeknöpft. Schon gar nicht am Donnerstagabend, wenn DJ Miguel auflegt, und die Ladies Night dann nicht nur für Longdrinks für 4 Euro sondern auch für entsprechenden Andrang sorgt. Die besten Showbarkeeper der Stadt lassen die Flaschen tanzen, um Reibung am Tresen kommt man freilich auch so nicht herum. Dabei ist das „Q [kju:]“, das am Nachmittag mit einem trendigen Gastgarten auch Lust auf einen schnellen Cappuccino macht, lediglich eine Option unter vielen. Wer es uriger liebt, kann etwa im Pub-Urgestein „Chelsea“ Premier League-Fußball gucken und hinterher Britpop oder Punk lauschen – wofür nicht selten auch Livebands und DJs sorgen.

Wiener Elektroniker hinter Glas

Das „Chelsea“ zählt zu den Pionieren. Der Wirt, ein ehemaliger Fußballprofi, hatte den Mut, hier ein Szenelokal aufzumachen, als die Gegend noch ein reines Rotlichtviertel war. Von seinen Nachbarn unterscheidet sich das „Chelsea“ auf den ersten Blick: Es hat keine Glasfassade wie sie bei den anderen Lokalen Standard ist. Das „rhiz“ zum Beispiel, nur ein paar Schritte weiter, offenbart so sein Innenleben. Hier ist die Wiener Elektronikszene zu Hause, die Musik wird nicht selten mit dem Laptop produziert.

Abfeiern und Wasserpfeifen

Wer den schrägen Klangwolken avantgardistischer Musiker nichts abgewinnen kann, der trifft im „B72“ auf sorgsam gemischte elektronische Beats und Breaks – ideal zum Abfeiern bis in die frühen Morgenstunden. Ruhiger legt es das „Shiraz“ an: Orientalisches Ambiente mit Wasserpfeifen und authentischem Mobiliar, Kleinigkeiten zum Essen und erlesene Weine sorgen für entspannte Abende. Diese Zutaten machten das Lokal so beliebt, dass der ursprüngliche Gürtelbogen zu klein wurde – das „Shiraz“ übernahm einen großen Bogen auf zwei Ebenen.

Wenn Gastronomie unter die Räder kommt ...

Doch mit Bars, Musikclubs, Edeldiskos und Szenepubs lässt sich die Nightlifepalette der Stadtbahnbögen längst nicht mehr abdecken. Ein griechisches Restaurant und eine afghanische Bäckerei waren bereits ganz am Anfang mit von der Partie. Nun bereichert an der Ecke Nussdorferstraße und Währinger Gürtel eine neuartige Kombination aus Bar und Restaurant, Cafeteria und Chill-out-Area die Szene. „Babu”, so der klangvolle Name, ist die gekonnte Verschmelzung asiatischer Kochkunst mit österreichischer Haute Cuisine, von schicker Erlebnisgastronomie und trendiger Cocktailbar. Erstaunlich, was aus den einst vermauerten und mit Brettern vernagelten Bögen mit den gewaltigen Dimensionen geworden ist – Otto Wagner wäre damit sicher einverstanden gewesen.

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