Huê und Hoi An: Lampions und Lotos

Good evening, Vietnam! Schön langsam gehen die ersten roten Lampion-Monde über Huês Marktstraßen auf, und die Dämmerung bricht jäh über die alte Königsstadt herein. Die Besucher der historischen Anlagen haben sich längst schon auf dem Heimweg gemacht, jetzt liegt Stille über den duftenden Frangipanibäumen und Lotosteichen der Verbotenen Purpurnen Stadt, Huês aristokratischem Viertel. Selbst die Mimosen, die zwischen den Eunuchenhäusern sprießen, dürfen aufatmen.

Nachtleben auf der Diskobrücke

Daran kann auch die schrille Diskobrücke, die Sie vielleicht wenig später, bei der Heimfahrt ins Hotel, überqueren, nicht viel ändern. Eigentlich heißt sie Trang Tien Bridge und sieht nächtens genau so aus, wie es die Tourismusbroschüren des offiziellen Vietnam stolz zeigen. Quietschlila, giftgrün, himbeersiruprot baden die Stahlträger und Passanten im Licht. Unbeeindruckt davon gluckert darunter der graue Perfume River Richtung Südchinesisches Meer.

Duftende Pflanzen und Drachenboote

Dass sich Huê auch bei Tageslicht sehen lassen kann, beweist der nächste Morgen: Ausflug zum bekanntesten Wahrzeichen, zur siebenstöckigen hellgrauen Thien-Mu-Pagoda. Ein Grüppchen grau gekleideter Novizen posiert fürs Erinnerungsfoto, Zikaden brummen. Folgt man dem schmalen Ufersträßchen weiter Richtung Süden, so verwandelt sich das höfische Huê mit jedem zusätzlichen Meter in ein malerisches Stück Land – bewohnt von Reisbäuerinnen, die wie Primadonnen über die handbreiten Erdstege trippeln, umschnattert von Enten. Uraltes Kulturland ist der schmale, dicht besiedelte Küstenstreifen, der Vietnam ernährt, und in dem auch die Königsstadt liegt.

Schweigende Lotosteiche neben Kaisergräbern

Eine Dschunke mit geschnitztem Drachenkopf schippert Touristen über den trägen, graubraunen Parfumfluss. Die Bootsfahrt zu den benachbarten Kaisergräbern zählt zu den Pflichtterminen jedes Huê -Aufenthalts: Stille Oasen ließen die Herrscher hier anlegen, mit dunkelbraunen Ziegelböden und marmornen Steinelefanten, mit schweigenden Lotosteichen, in denen sich die krumm gewachsenen Äste alter Frangipanibäume spiegeln.

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