UtahDer beste Pulver weit und breit

Skifahrer im Pulverschnee

„Greatest snow on earth“, prahlen die Utahns vermessen. Doch so eine Behauptung muss auch belegt werden. Hier kommen Ihnen der große Salzsee und die nahe Bergkette zu Hilfe, denn diese beiden zusammen sorgen tatsächlich für den besten Pulverschnee, den der Kontinent, vielleicht sogar die ganze Welt, zu bieten hat.

Das Geheimnis des einzigartigen lockeren Schnees in Utah lässt sich leicht erklären: Die von Westen heranströmende Luft wird nach ihrem langen Weg über Wüsten vom Großen Salzsee (Great Salt Lake) der letzten Feuchtigkeit beraubt. Das macht den Schnee trocken und federleicht. Dank dem Salzgehalt des Sees fällt der Pulver auch besonders üppig aus: Von durchschnittlich 13 Metern pro Jahr kann man in den Alpen nur träumen.

Dreizehn Skigebiete auf einer Meereshöhe von rund 3000 Metern profitieren von diesen klimatischen Gegebenheiten, zehn davon sind nur eine Autostunde vom internationalen Flughafen in Salt Lake City entfernt. Das macht die Sache auch für Europäer interessant, die am maximalen Erlebnis bei minimalem Zeitaufwand interessiert sind.
Abenteuerhungrige kommen in Utah aber auch deshalb voll auf ihre Kosten, weil Einsamkeit (auf den weitläufigen Abfahrten) und Trubel (beste Après-Ski-Möglichkeiten) dicht beieinander liegen, sich aber nie aufdrängen. Eine weitere „Attraktion“ für Wintersportler, die den Hauch von Wildnis schätzen, gibt es in Utahs jüngstem Skigebiet "The Canyons": Hier müssen sie sich Skifahrer die 155 Pisten mit Elchen teilen. Damit es zu keinen unangenehmen Begegnungen kommt, wurde extra eine "Elch-Patrol" eingeführt.


Die Skisaison beginnt zum Teil schon Mitte November und reicht bis weit in den April hinein. Dann natürlich weicht der Pulver langsam dem butterweichen Firn, der wiederum für ganz andere Qualitäten auf den Pisten sorgt. Eines jedoch ist das ganze Jahr über möglich und unterscheidet die großen US- von den heimischen Skigebieten: Die Freeride-Möglichkeiten abseits der Piste sind nicht nur enorm – im Sommer werden sogar die Wälder von Unterholz und niedrigen Zweigen befreit fürs „Tree Skiing“ im Winter.
Und wer einmal hochkonzentriert und mutterseelenallein durch einen lichten Aspenwald Slalom gepest ist, der weiß, warum es in Utah so viele Wiederholungstäter gibt, die andere nur zu gerne in dem Glauben lassen, Colorado oder Kanada seien die ultimativen Skigebiete.


von Solveig Michelsen

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