Kalifornien

Kaliforniens Natur- und Nationalparks:
Gluthöllen und Granitklötze

Nur in Kalifornien gehen einige der spannendsten Wüstenregionen der Welt mit urzeitlich anmutenden Riesenbäumen und den rauschenden Wasserfällen von Yosemite zusammen – von den anderen, unzähligen Naturjuwelen ganz zu schweigen.

Früher plätscherte hier frisches Wasser in der Ödnis, ein prähistorischer See, der ein tropisches Grasland speiste. Davon sind heute nicht mal Schatten geblieben: Das Death Valley im Südosten Kaliforniens ist einer der heißesten und trockensten Orte der Welt, eine Gluthölle, die mit 56° C den landesweiten Temperaturrekord hält. Doch das ist bloß eine Superlative neben vielen anderen.

Tiefpunkt erreicht

Mit 5000 Quadratmeilen ist das Death Valley der größte Nationalpark der USA. Und während einzelne Campingplätze auf 2500 m Seehöhe liegen, ist sein tiefster Punkt (86 m unter dem Meeresspiegel) in der westlichen Hemisphäre ziemlich einzigartig. Aber vor allem handelt es sich um eine vielseitige Wüstenlandschaft von dramatischer und rauer Schönheit – die nicht selten Lust auf weitere Einöde à la California macht.

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Die Wanderstiefel schnüren

Die Wanderstiefel schnüren

Ähnliches gilt wohl auch für die weiter südöstlich gelegene High-Desert-Landschaft des Mojave National Preserve. Nicht zuletzt wegen seiner beeindruckenden Flora und Fauna gilt es als eines der beliebtesten Wandergebiete der gesamten Region. Wer die Pfade von den Mid Hills zum "Hole-in-the Wal" und die Teutonia Peak Trails mit dem größten Joshua-Tree-Wald der Welt kennt, hat schnell auch einen Vorgeschmack auf die mitunter unwirkliche Szenerie der Mojave-Wüste gewonnen.


Geister von den Sternen

Unheimliche Orte wie die Geisterstadt Calico, die 1881 im Zuge des Silberbergbaus gegründet wurde, oder Randsburg und Ballarat schlagen in diese Kerbe. Das tun auch die ungewöhnlichen Trona Pinnacles an der Südspitze des Searles Lake, die sich – typisch kalifornisches Schicksal – in George Lucas Star-Wars-Filmen als Kulisse wiederfinden.

Nichts wie hoch

Doch die Mojave-Wüste hat noch mehr auf Lager: Das südlichste Ende erstreckt sich bis in den Joshua Tree National Park, der aus gleich zwei Wüsten besteht, der Mojave- und der Colorado-Wüste. Beide sind bevorzugte Ziele von Campern und Kletterern, letztere finden hier ein Revier der Superlative vor: Auf mehr als 400 km2 erstrecken sich über 4500 Routen mit verschiedensten Schwierigkeitsstufen.

Anza-Borrego: Perfekt für Blumenkinder

Die Gluthölle und die zauberhafte Welt der Joshua-Bäume, das wären bloß zwei unvergessliche Naturwunder des grandiosen Outdoor Country Kalifornien. Näher bei San Diego erstrecken sich etwa die farbenprächtigen Landschaften des Anza-Borrego Desert State Park, der als artenreichster des Bundesstaats gilt. Auch hier kommen Camper auf ihre Kosten, am besten im Frühling oder Herbst, wenn insgesamt zwölf Wildnisgebiete mit Bächen, Palmenhainen und Kakteen für abwechslungsreiches Naturerleben sorgen. Jedes Frühjahr gibt es nämlich eine Farbexplosion der besonderen Art: Dann verwandeln Wildblumen die Landschaft in ein buntes Patchwork. Eine besonders schöne Art und Weise, diesen landschaftlichen Reizen näher zu kommen, sind Fahrradtouren. Mit rund  800 km an befestigten wie unbefestigten Straßen ist für entsprechende Routen gesorgt.

Naturschönheiten im Übermaß

Wie ein Mini-Kontinent nehmen sich die unterschiedlichen Landschaften Kaliforniens mit all ihren Schönheiten aus. Perfekt für eine Unzahl von Outdoor-Aktivitäten sind diese Naturjuwele allemal, wobei die Vielfalt der Optionen auch den klimatischen und landschaftlichen Reichtum wiedergibt: Schneeschuhwandern und Wellenreiten, Rafting, Kayaking, Mountainbiken – auch so bewegt man sich durch Kalifornien.

 

In wilden Wassern

Nicht zu vergessen, der Klamath River im Humboldt County, der das ganze Jahr über optimale Bedingungen für Wildwasserfahrten bietet. Vor allem im unteren Bereich des Flusses kann man ungestört Kajak fahren, denn Massentourismus ist hier ein Fremdwort. Und auch für den Fall, dass man höhere (Wander-)Ziele hat, ist gesorgt: Kaliforniens Mt. Whitney ist mit 4421 m der höchste Berg in den USA außerhalb Alaskas.

Der Berühmteste

Fast beliebig ließe sich diese Liste noch erweitern: Immerhin verfügt der Golden State neben 20 Nationalparks, Monumenten und Schutzgebieten, über mehr als 270 State Parks, die eine einmalige Bandbreite an Natur, Kultur und Erholungsgebieten umfassen. Manche stechen trotzdem aus diesem dichten Angebot heraus – der Yosemite National Park etwa. Er liegt im Sierra Nevada-Gebirge und ist Kaliforniens berühmtester: ein Land atemberaubender Granitfelsen, rauschender Wasserfälle und alpiner Bergwiesen, das zweifelsohne seine Ernennung zum Unesco-Welterbe verdient hat.

Gespiegelter Traumberg

Viele der schönsten Teile des Nationalparks sind leicht zugänglich: Teerstraßen und Fahrradwege im Yosemite Valley bieten wunderbare Ausblicke auf den unglaublich steilen, 1500 m aufragenden Granitfelsen Half Dome. Die 14 km lange Wanderung auf den Gipfel ist nur etwas für erfahrende Bergsteiger, aber eine Flachlandalternative ist der Weg zum Mirror Lake, wo Sie sich direkt unterhalb des Half Dome befinden.

 

Wenn Wasser fällt

Am gegenüberliegenden Ende des Tals befindet sich der nicht minder beeindruckende Klotz des El Capitan. Doch nicht nur bizarrer Granit, auch Wasser spielt hier eine Hauptrollle. Das verrät ein ruhiger Halbtages-Raftingausflug auf dem Merced River, vor allem aber der Blick auf die grandiosen Yosemite Falls: ein silbernes, flüssiges Band, das 739 m in die Tiefe stürzt.

Es brodelt und sprudelt

Auch der Lassen Volcanic National Park ist eine Kategorie für sich – einer von lediglich zwei Nationalparks in Amerika mit aktiven Vulkanen. Auf den insgesamt über 240 km langen Wanderwegen können nun vier Typen ruhender Vulkane sowie dampfende Schlote, blubbernde Schlammlöcher und sprudelnde Geysire beobachtet werden. Eine der schönsten Panoramastrecken, auf der Sie eine große Bandbreite an vulkanischer Aktivität bestaunen können, ist der Volcanic Legacy Scenic Byway.

Die größten Bäume der Welt

Locker hält auch das Element „Holz“ mit. Südöstlich von Yosemite liegen die die beiden aneinander grenzenden Sequoia und Kings Canyon National Parks, Heimat nicht nur einer spektakulären Berglandschaft – der Kings Canyon ist einer der tiefsten der Welt –, sondern vor allem der größten Bäume unseres Planeten: Sequoia giganteum alias Riesenmammutbäume. Eine kurze Runde um den ultimativ stämmigen General Sherman Tree ist da obligat: Immerhin zeichnet ein Umfang von 31 m 2500 Jahre alten Riese aus.

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