KlimawandelGefährdete Reiseziele in Amerika

Gefährdete Reiseziele in Amerika

Die USA haben eine ganz eigene Art, mit dem prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels umzugehen: Ein Gesetzentwurf im Bundesstaat North Carolina zum Beispiel leugnet das Phänomen ganz einfach und verbietet es sämtlichen Behörden, sich auf einen schneller als durchschnittlich steigenden Meeresspiegel einzustellen. Ganz nach Christian Morgenstern: „Denn nicht sein kann, was nicht sein darf.“ Ein Grund mehr, noch schnell mal hinzureisen!

 

New York

Rund 3,7 Millionen Amerikaner leben in Gebieten, in denen das Risiko sehr hoch ist, in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels überflutet zu werden, berichtete die New York Times. Derzeit sind die Wissenschaftler allerdings damit beschäftigt, das Bewusstsein für die Gefahr unter den Betroffenen zu schärfen, denn noch wird das Thema großzügig verdrängt. Dabei gilt zum Beispiel die Metropole New York als besonders überflutungsgefährdet.
Der Wissenschaftliche Beirat für Umweltfragen der Bundesregierung (WBGU) warnt: Bei einem Meeresspiegelanstieg um nur einen Meter würde die Sturmfluthöhe von drei Metern statistisch nicht mehr nur einmal im Jahrhundert, sondern alle vier Jahre auftreten – mit deutlich größerer Zerstörungskraft. Und es würde sich nicht mehr lohnen, die kaputte Infrastruktur wieder aufzubauen, sprich New York müsste aufgegeben werden. Was für ein Schreckensszenario! Schnell noch das Nachtleben in Manhattan genießen ...

Florida, North Carolina

Auch Florida wird bald Rückzugspläne aus den Küstengebieten schmieden müssen, denn der halbe Staat ist überflutungsgefährdet. Und North Carolina wehrt sich auf juristischem Weg gegen die Naturgewalten: Weil ihnen der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels von einem Meter nicht in den Kram passt, wird in einer neuen Gesetzesvorlage vorgeschrieben, ihn nur noch linear (statt exponentiell) zu berechnen. Das erinnert an einen Gesetzesentwurf aus dem Jahre 1897: Damals setzte der Bundesstaat Indiana per Gesetz fest, dass Pi gleich 3 sei …

 

Alaska

Wer Schnee und Eis etwas abgewinnen kann, sollte außerdem dem Columbia-Gletscher in Alaska einen Besuch abstatten. Obwohl einer der am schnellsten fließenden Gletscher Nordamerikas, hat er in den vergangenen 25 Jahren 15 Kilometer an Länge verloren; seit 1980 hat die Eisdicke um mehr als die Hälfte abgenommen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum des „ewigen Eises“ nähert sich also dem Ablauf.

Kanada, Südamerika

In Kanada muss vor allem Vancouver zu schnellen Maßnahmen greifen, um seine Bewohner vor der Überflutung zu schützen.
In Südamerika gilt Kolumbien als das am meisten vom Klimawandel betroffene Land, das auch mit extremen Wetterphänomenen zu kämpfen hat. Besonders bedroht von der Erwärmung sind Kolumbiens Hochmoore mit ihrem empfindlichen Ökosystem: 75% davon werden bald verschwunden sein.

von Solveig Michelsen

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