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Tahiti und Gauguin: Pauls Paradies

Bevor Paul Gauguin seine erste Reise nach Tahiti antrat, hatte er einen Traum: Ein Paradies in der Südsee wollte er finden, dessen glückliche Bewohner vom Leben nichts anderes kennen als seine Süße. „Endlich frei, ohne Sorgen um das Geld, würde ich alsdann lieben, singen und sterben“, schwärmte der französische Maler Ende 1890 in einem Brief an seine Frau Mette. Monate später – kurz nach seinem vierundvierzigsten Geburtstag – sollte er die legendäre französische Kolonie im Pazifik zu Gesicht bekommen.

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Luxusboutiquen im Paradies

Luxusboutiquen im Paradies

Gauguin, der davon träumte, wie ein „Wilder“ zu leben, war von der Kolonialstadt Papeete erst einmal geschockt – und vielen Besuchern, die heute nach Tahiti reisen, geht es nicht anders. Eine gepflegte Geschäftsstadt mit Luxusboutiquen an der Hafenpromenade, mit akkurat gesäuberten Grünflächen, Verkehrsstaus und Telefonzellen im französischen Stil. Obwohl Papeete nur 80 000 Ew. hat, ist es ein Zentrum der Südsee – schließlich beherbergt die Hauptstadt Französisch-Polynesiens die bedeutendste Menschenansammlung zwischen Australien und Südamerika. Ein weiteres enttäuschendes Erlebnis Gauguins, der sich vorgestellt hatte, in Tahiti seine ständigen Geldsorgen los zu sein, lässt sich heute ebenfalls nachvollziehen: das Entsetzen über die hohen Preise. Selbst verglichen mit anderen Südseeinseln ist Französisch-Polynesien ein hochpreisiges Urlaubsziel.

Südseeträume: süß und erschwinglich

Südseeträume: süß und erschwinglich

Doch die Zeiten, in denen es außer sündteueren Luxushotels keine Herbergen gab, sind vorbei. Seit einigen Jahren fördert die Regierung den Aufbau kleiner Bungalowanlagen. Das „Small Lodging“ ist gefragt – denn mit rund 50 Euro pro Person und Nacht sind diese Unterkünfte durchaus erschwinglich. Ein Teil der Bungalows ist mit Küche ausgestattet, sodass Sie als Selbstversorger ebenfalls  sparen können. Wenn Sie sich dann noch einen Leihwagen nehmen, können Sie  sich aufmachen, um den Spuren Paul Gauguins zu folgen.

Abenteuer unter Wasserfällen

Abenteuer unter Wasserfällen

Die Insel selbst ist rund 1000 km2 groß und auf der etwa 140 km langen Uferstraße an einem Tag leicht zu umrunden. Besonders lohnenswert: ein Ausflug ins Innere, das auch Gauguin einst besucht hatte: „Zwischen den beiden Wänden, die mir von unten erstaunlich hoch und oben sehr nah aneinander schienen, war die Sonne am hellen Tage kaum sichtbar“. Die Berge sind zum Teil über 2000 m hoch und dicht bewachsen – Dschungel und Wildnis pur. Heute gilt vor allem das wildromantische Papenootal mit seinen imposanten Wasserfällen als Eldorado für Wanderer und Liebhaber von Jeepsafaris. Wenn Sie sich hier einen Guide nehmen, können Sie die Insel sogar in zwei Tagen in Ost-West-Richtung komplett durchwandern.

Gauguins Geist im Museum

Gauguins Geist im Museum

Doch es geht auch beschaulicher! In Papeari an der Westküste liegt ein Museum mit zahlreichen Reproduktionen von Gauguins Werken. Viele Originale von Gauguins Bildern befinden sich aber nicht auf Tahiti – sondern in Museen in Deutschland, Frankreich, Russland und Amerika. Allerdings: Auf einem Hügel am Stadtrand von Papeete ensteht derzeit ein weiteres Atelier mit den wichtigsten Werken Gauguins. Der Initiator des Projekts heißt Marcel Tai-Gauguin, ist 58 Jahre alt – und einer der Enkel des 1903 verstorbenen Malers. Die über 70 Gemälde sind zwar allesamt (nur) originalgetreue Kopien, doch Tai-Gauguin beteuert, dass der Geist seines Großvaters an allen Bildern mitgewirkt habe. Der Enkel hofft insbesondere auf Interessenten aus Europa: „Die Einheimischen interessieren sich eher für ein Gemälde, das strahlt oder leuchtet. Aber die Europäer sehen den künstlerischen Wert.“

Text: Rainer Heubeck

Informationen

Französisch-Polynesien: tahititourisme.de 
Tahiti: tahiti-tourisme.de 
Papeete: papeete.com 

Paul Gauguin Museum
Tgl., 9–17 Uhr, P K 51, Papeari, Tel. 00689/57 10 58

Anreise:

Die preisgünstigsten Flugverbindungen von Frankfurt und acht weiteren deutschen Städten über Paris und Los Angeles nach Papeete bietet Air France (airfrance.de). Günstig ist auch die Anreise mit Delta Airlines: Flug bis New York, Weiterreise mit Air Tahiti Nui (Tel 06105/20 60 82, airtahitinui.com). Daneben wird Papeete von Europa aus ebenfalls von Air Tahiti Nui oder von Air New Zealand (Tel. airnewzealand.de) bedient.  Die Flugzeit beträgt rund 20 Stunden. Der Weiterflug von Papeete nach Fakarava erfolgt mit Air Tahiti (Tel. 00 689/864242, airtahiti-vt.com).

Einreise:

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen kein Visum. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Geld:

Die Landeswährung ist der Pazifische Franc (CFP). Ein Euro entspricht circa 120 Pazifischen Francs.

Sprache:

Die offiziellen Sprachen sind Tahitianisch und Französisch. In Hotels und Bungalowanlagen wird auch Englisch gesprochen.

Klima:

Von November bis März ist es warm und feucht, von April bis Oktober eher kühl und trocken.

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