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Das Atoll Fakarava: Perlen in der Sonne

Clothilde und Joachim Havaiki-Dariel lebten zehn Jahre lang so gut wie ausschließlich von den „Edelsteinen des Meeres“. Rund 40 000 Perlaustern sind ihr Eigentum, ihre Farm befindet sich am Rand einer riesigen Lagune, die durch das Fakarava-Atoll begrenzt wird. Die Arbeit, so scheint’s, ist einfach: Sie und ihre drei Mitarbeiter holen die Perlaustern aus dem Wasser, um ihnen einen kleinen gelben Fremdkörper einzupflanzen. Die Muschel wehrt sich gegen den Eindringling – doch genau das ist beabsichtigt. Jetzt bildet sie in mehreren Lagen eine Schutzschicht um den Fremdkörper, und dabei entstehen dunkel schimmernde Perlen. Nur manchmal sind sie rund, häufiger noch tropfenförmig.

Urlaub auf dem Südsee-Bauernhof

Urlaub auf dem Südsee-Bauernhof

Clothilde und Joachim sind nicht die einzigen Perlenfarmer in Französisch-Polynesien. Im Gegenteil, das Südseeparadies hat eine regelrechte Perlenschwemme zu verkraften. „Es gibt so viele Farmen, da sind die einfachen schwarzen Perlen nicht mehr viel wert“, erläutert der Muschelexperte. „Nur 1 A-Exemplare oder Perlen mit besonderen Farben, beispielsweise champagner, blau oder rötlich-aubergine, bringen noch Gewinn.“ Deshalb hat sich Joachim ein zweites Standbein geschaffen: Vier kleine Bungalows sind sein Einstieg in den Wachstumsmarkt Tourismus. Die Südseevariante des Konzepts „Urlaub auf dem Bauernhof“ funktioniert: Viele Besucher wollen die Perlenfarm sehen und so ist die Bungalowanlage oft ausgebucht.

Eine Halskette aus Blumen

Eine Halskette aus Blumen

„Wenn Sie in Afrika oder in Südamerika einen Slum besuchen, kann das für Sie sehr gefährlich sein, aber hier in Bangkok, in Thailand, geht das in Ordnung. Die meisten Thais sind Buddhisten, sie mögen es nicht, zu streiten“, erläutert der 31-jährige Nanthaphong Photchanaphimon, genannt Nicky, der regelmäßige solche Fahrradtouren begleitet. Und in der Tat, die Radfahrer werden freundlich begrüßt, vor allem von den Kindern, die winken, wenn die sieben vorbeikommen. Die einfachen Holzhäuser sind offen einsehbar, der Blick schweift fast automatisch in die Küchen und Wohnzimmer. Doch die Anwohner sind das gewöhnt, schließlich kommen hier schon seit längerem zweimal am Tag weißhäutige Radfahrer vorbei.

Mittagessen aus dem Wasser

Mittagessen aus dem Wasser

Die Angebote von Familie Havaiki-Dariel und Corina Lenoir sind typisch für das Atoll Fakarava. Massentourismus ist hier – rund 500 km nordöstlich von Tahiti  – noch ein Fremdwort. Hauptattraktion sind Ausflüge in die rund 60 km lange und 45 km breite Lagune. Dann geht es beispielsweise zum menschenleeren Traumstand von Hirifa, in das Mini-Dorf Tetamanu oder zur Topikite-Insel. Das Mittagessen holen die Bootsführer dabei meist direkt aus dem klaren Wasser der Lagune: Ein geschickter Jäger braucht nur wenige Minuten, um die Fische für das Motu-Barbecue mit seiner Harpune zu erjagen.

Rosinenschnecken à la Atoll

Rosinenschnecken à la Atoll

Motu, so werden die kleinen Riffinseln genannt, die das zentrale Eiland eines Atolls umgeben, und innerhalb der Lagune von Fakarava gibt es hunderte von ihnen, die meisten unbewohnt. So ist der Platz für die Grillparty schnell gefunden. Ohnehin siedeln auf dem Atoll, einem UNESCO-Biosphärenreservat, nur etwa 700 Menschen, die meisten von ihnen Fischer. In Rotoava, dem Hauptort der Insel, nicht weit vom kleinen Flughafen entfernt, finden sich zwei Tante-Emma-Läden und eine hervorragende Bäckerei. Das Baguette und die Rosinenschnecken schmecken fast wie in Frankreich. Die Spezialität des örtlichen Bäckers dürfte in Paris jedoch schwer zu bekommen sein – es ist ein Brot mit Kokosgeschmack.

Text: Rainer Heubeck

Informationen

Fakarava: tahiti-tourisme.de

Übernachten:

Pension Havaiki
Rotoava, Tel. 00689/98 42 16, havaiki-lodge.business.site 
Die vier kleinen Bungalows auf der Perlenfarm von Joachim und Clothilde Havaiki-Dariel sind liebevoll ausgestattet und liegen an einem Traumstadt direkt an der Lagune.

Tetamanu Village
Tetamanu, Tel. 00689/43 92 40, tetamanuvillage.pf 
Sechs Bungalows, direkt an der Lagune gelegen. Ideal für Taucher.

Hotel Le Maitai Dream Fakarava
Rotoava, Tel. 00689/98 43 00, Fax 98 43 01, hotelmaitai.com 
Größere Anlage mit 30 Bungalows mit Dusche/WC, Deckenventilator, Minibar und TV.

Anreise mit dem Schiff:

Tel. 00689/42 62 40, Fax 42 48 89, aranui.com 
Die Aranui 3 verbindet das Ambiente eines Inselfrachters mit dem Komfort eines Kreuzfahrtschiffs. Die Route führt von Papeete zu den Marquesas mit zwei Stopps in den Tuamotus.

Essen & Trinken:

Die Verpflegung ist in den Hotels und Bungalowanlagen auf Fakarava fast immer im Preis enthalten. Fische und Meeresfrüchte dominieren die Speisekarte, insbesondere Thunfische und Blaustreifen-Schnapper, Papageienfische und Mahi Mahi, die entweder gegrillt oder im Kräutersud gekocht bzw. als Sushi oder frittiert angeboten werden. Eine besondere Spezialität ist Poisson Cru: roher Thunfisch, der mit frischem Gemüse und Kokosmilch zubereitet wird.

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