Safari in SüdafrikaDa ist was im Busch

Das Highlight eines jeden Südafrika-Urlaubs ist eine Pirschfahrt durch den Busch im offenen Geländewagen und einem erfahrenen Ranger hinter dem Steuer. Im ganzen Land gibt es private Wildreservate, in denen Safaris angeboten werden. Dort steht die Fotojagd auf die Big Five und mehr auf dem Programm. Discovery Channel live.

In der Ferne schreit es plötzlich kreischend. „Das sind Grünmeerkatzen“, sagt der Ranger im kurzärmeligen Khakihemd und ebensolcher Hose. Er beschleunigt den offenen Land Rover mit dem Leinwand-Dach. Eine kleine Staubwolke hinter sich herziehend donnert er die rotsandige Piste entlang. „Das ist ein Warnschrei, so klingen die nur, wenn ein Leopard in der Nähe ist“, erhöht Ranger Johan die Spannung. Sein schwarzer Spurensucher Bongile, klammert sich auf dem Spähsitz, der auf dem vorderen linken Kotflügel geschraubt ist, fest. Wieder das schrille Kreischen im Busch. Das ist Discovery Channel live und sie sind mittendrin. Schmecken den Staub in der Kehle, riechen den Busch, spüren die Nachmittagssonne auf der Haut. Und die Spannung.

Hyänen knacken Knochen wie Kartoffelchips

Der Land Rover sprintet und hüpft jetzt querfeldein. Seine Blattfedern ächzen. Ein paar Tüpfelhyänen rennen parallel zum Wagen in die gleiche Richtung. In ihrem Schlepptau die erheblich kleineren Schabrackenschakale. Sie alle hoffen, sagt Johan, dass sie dem Leoparden die Beute wieder abjagen können, falls dieser etwas erwischt. Oder, dass es ihnen gelingt sich später über die Reste herzumachen.Das Abjagen gelingt den Hyänen recht oft, da sie meist in der Überzahl und kräftiger sind als Leoparden. Die Hyänen mit dem kräftigsten Gebiss in Afrikas Fauna fressen auch die groβen Knochen, die sie wie Kartoffelchips zerknabbern.

Das Geschrei wird immer lauter. In einem riesigen Baum mit gewaltiger, ausladender Krone ist die Hölle los. Die Affen kreischen, versuchen dem gefleckten Jäger, der sich bis in die äuβersten Äste vorwagt, zu entkommen. Langsam bewegt sich der Leopard auf einem dickeren Ast am offenen Auto vorbei, so nahe, dass sie seinen Atem spüren können. Ein gereiztes Fauchen, dann verschwindet er geräusch- und spurlos im Busch.

Sundowner im Busch

‚Das war ein relativ junges Weibchen‘, erklärt der Guide. Bei einem jagderfahrenen Tier hätten die Affen keine Chance gehabt. Normalerweise jagen Leoparden nur nachts, aber das Jungtier nutzte den späten Nachmittag zum Beutefang. Zu den Tüpfelhyänen gesellen sich jetzt auch ein paar Jungtiere, von denen eines neugierig zum Landrover läuft und hochschnuppert. Obwohl schon Zeit zum Sundowner im Busch ist, wäre das jetzt kein idealer Platz zum Anhalten. Der Ranger fährt ein paar Kilometer weiter, auf eine kleine Anhöhe. Dort holt er Klapptisch, Bier, Wein, Gin & Tonic und ein paar Snacks aus dem Land Rover. Sonnenuntergangsdrink im Busch mit Background-Musik von Hunderten von Zikaden. Vom Wasserloch in der Nähe quakt ein Ochsenfrosch ganz sonor. Ein Löwe brüllt, das man das Gefühl hat der Boden vibriert. ‚Keine Angst‘, beruhigt Johan mal wieder, ‚der ist weit weg. Der Sound trägt kilometerweit‘.

Bongile demonstriert Buschmedizin

Der Spurensucher vom Stamm der Shangaan erklärt derweil wie man im Busch eine Platzwunde versorgen und sogar ‚nähen‘ kann. Das ist so jenseits von Hausarzt und Krankenschein. Er geht auf einen Termitenbau zu, bohrt ein Loch in den gehärteten Lehm und stochert mit einem Ästchen so lange darin herum, bis die aggressiven, groβen Soldaten-Termiten herauskommen. Er nimmt eines der Insekten und hält es kopfüber an die imaginäre Wunde. Augenblicklich stöβt die Termite ihre beiden scharfen Beiβwerkzeuge in die Haut. Bongile dreht ihr den Kopf ab und die ‚Wunde‘ ist geklammert. Und er setzt noch einen drauf. Der Rest der Termite verschwindet in seinem Mund. Der Protein-Pausensnack im Busch für den kleinen Hunger. Nicht alle Safarigäste werden der Aufforderung nachkommen es ihm gleichzutun. Sie bevorzugen höchstwahrscheinlich das vom Ranger offerierte, getrocknete Strauβenfleisch (= Biltong).

Bäume wittern Gefahr

Und auch vom Ranger gibt es mehr Wildlife-Unterricht. ‚Wisst ihr, warum Giraffen immer nur kurz an einem Baum verweilen und dann etwa 30 Meter weitergehen, um erneut Blätter zu fressen? Die Bäume spüren, was die Giraffe tut und schicken bitteres Tannin in die Blattspitzen, was den gefleckten Langhälsen augenblicklich den Appetit verdirbt. Benachbarte Bäume ‚wittern‘ die Gefahr und produzieren ebenfalls Bitterstoffe, weshalb die Giraffe zu nichtsahnenden Bäumen weitergehen muss. Mit todernstem Gesicht erzählt Johan weiter. ‚Wisst ihr wie man männliche von weiblichen Zebras unterscheiden kann? Ganz einfach, die männlichen sind weiβ und haben schwarze Streifen, die weiblichen.....‘

Nicht nur die Big Five

Und obwohl beim Groβteil aller Südafrikabesucher die Big Five ganz oben auf der Liste stehen – Elefant, Büffel, Löwe, Leopard und Nashorn – gehen die Ranger auch auf die kleineren Mitglieder des Ökosystems ein. Johan deutet auf den schwarzen Pillendreher am Boden. Ein Käfer, so groβ wie der europäische Hirschkäfer, der gerade eine Golfball-groβe Mistkugel, doppelt so groβ wie er selbst, vor sich herrollt. Sie sorgen dafür, dass die Verdauungsendprodukte von Elefant, Nashorn und Büffel weggeräumt werden. Das hält Fliegen und Parasiten fern,sagt Johan. Das Männchen vergräbt die Kugel und das Weibchen legt ein einziges Ei hinein. Wenn die Larve herauskommt, ernährt sie sich von dem Mist.

Nightlife im Busch

Mittlerweile ist es dunkel im Busch. Johan und Bongile packen ein und es geht weiter. Nachtfahrt. Dazu hält Bongile, immernoch vorne links auf dem Kotflügel sitzend einen starken Handsuchscheinwerfer in der Hand. Regelmäβig läβt er den Lichtstrahl über die Landschaft gleiten. Bis ein paar Augen reflektieren. Die Löwen von vorhin. Langsam tuckert Johan auf die Gruppe zu. Bongile rutscht vorsichtshalber vom Kotfflügel auf den Beifahrersitz. Ein Männchen und drei Weibchen, die gerade dabei sind ein Festmahl in Form eines erlegten Zebras zu verspeisen. Was für ein Anblick. Und im Gebüsch lauern bereits die Hyänen.

Tausendsterne-Hotel

Dann geht es zurück zur Lodge. In der Ferne sehen sie bereits die Feuer am Eingang flackern. Nach einem Dinner in der Boma, einem durch einen hohen Holzpfahlzaun wildgeschützten Platz, geht es mit Rangerbegleitung unter einem gewaltigen Nachthimmel zum Bett für die Nacht. Definitiv ein Tausendsterne-Platz.

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