Tierstimmen & Spurensuche: Naturschutz

 

In Südafrika können sich Touristen, die die Natur lieben, zum Ranger ausbilden lassen. Sie können die Weite des Landes spüren, die Sterne klar am Himmel sehen und den Tierstimmen in der Nacht lauschen.

Naturschutz wird in Südafrika seit über hundert Jahren groß geschrieben. Schon 1898 wurde das erste Schutzgebiet für wilde Tiere in einem Teil des heutigen Krüger Nationalparks eröffnet. Es war ein kleiner Anfang, denn heute ist der Park einer der größten Afrikas. Aber nicht nur das Land, sondern auch geschulte Wildhüter sind wichtig für erfolgreichen Schutz der Natur.

Im Wildlife College, gleich neben dem Krüger Nationalpark, werden Südafrikaner in einem dreijährigen Kurs ausgebildet. Aber auch Touristen können sich zu einem Ranger-Training anmelden. Überall im Land werden Kurse, die von einem vier Tage langen Schnuppertraining bis zu einer fundierten vierwöchigen Ausbildung dauern, angeboten. Wer Tierschutz zu seinem Beruf machen will, der wird ein ganzes Jahr lang unterrichtet.

Rettung vom Aussterben bedrohter Tiere

21 Tage dauert der Kurs im Hoedspruit Endangered Species Centre in der Limpopo Provinz. Das Zentrum ist Teil des Kapama Game Reserves ganz in der Nähe des Krüger Nationalparks. Es ist eine gemeinnützige Organisation zur Rettung vom Aussterben bedrohter Tierarten, besonders von Geparden. Dass vor allem Wildkatzen der Besitzerin Lente Roode am Herzen liegen, ist nicht verwunderlich. Als sie sechs Jahre alt war, brachte ihr Vater, ein Farmer, ein winziges Geparden Junges, dessen Mutter erschossen worden war, nach Hause. Lente zog es groß und die beiden wurden unzertrennlich.

Zu den Aufgaben der Kursteilnehmer gehört die Hege und Pflege der wilden Tiere; im theoretischen Unterricht geht es um Natur- und Tierschutz. Wie auch bei anderen Kursangeboten in Südafrika ist die Teilnahme nicht mit einem Urlaub gleichzusetzen. Die Unterbringung ist meist einfach, die Tage sind lang und die Arbeit mit den Tieren anstrengend. Dazu kommt Unterricht in Spurensuche, Wildpark-Management und Erste Hilfe für verletzte Tiere. Fahrunterricht im schwierigen Gelände einschließlich eines Reifenwechsels sind ebenfalls Teil der Ausbildung.

Bunte Sukkulenten

Wer sich mehr für die Flora Südafrikas interessiert, für den ist das Rangertraining im Aardvark Burrow Nature College nur vier Autostunden von Kapstadt in der Halbwüste Karoo das Richtige. "Open Sky Country" - Land mit dem endlosen Himmel - so nennen Südafrikaner diese trockene Region, die sich über 30% des Landes erstreckt. Die Schule liegt in dem privaten Aardvark Nature Reserve, dem 3400 Hektar großen Traum von Johan Fourie. Lange Jahre war er Wildhüter im Krüger Nationalpark. 2003 kehrte er in seine Heimat, die Karoo, zurück und kaufte das Naturreservat, um sein eigenes Wildlife-College zu gründen. Bei einem Niederschlag von durchschnittlich gerade mal 200 ml im Jahr, ist die Flora zwar nicht üppig grün, aber mit den bunt blühenden Sukkulenten, Proteas und Fynbos-Büschen sehr interessant. In dem einmaligen Ökosystem leben unterschiedliche Antilopen und 188 Vogelarten. Die Schwerpunkte des fünf Tage Kurses sind Spurensuche, Vögel, Insekten oder Botanik.

Von Dagmar Schumacher, Südafrika

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