Südafrika: Übernachten mal ganz anders

 

Es muss nicht unbedingt ein 5-Sterne-Hotel sein, in dem der Urlaub in Südafrika genossen werden kann. Ungewöhnliche Backpackers in der Natur laden zum Übernachten ein.

Nur eine Autostunde von Kapstadt gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit für wahre Individualisten: In einem Caravan Park der ganz besonderen Art im verwunschenen Elgin, berühmt für seine riesigen Obstplantagen. Hinter dem Tor des Old Mac Daddy Luxury Trailer Parks beginnt ein unbefestigter Weg bis zu einem Hügel, der wahrhaft ungewöhnlich beparkt ist: Mit glitzernden Airstream-Trailern, einem amerikanischen Kult-Caravan aus den 50er Jahren.

Die zwölf Trailer wurden aus Amerika importiert und am Kap restauriert. Junge Designer haben die Wagen oder besser die Suiten ganz unterschiedlich eingerichtet. Suite deshalb, weil zehn der Wagen in ein einfaches Holzhaus integriert sind, das ein Bade- und Wohnzimmer mit zwei Schlafsofas bietet. Jeder Caravan hat ein privates Holzdeck oder einen Garten mit Aussicht auf einen See.

Aus dem Bett an den Strand

An der touristisch kaum entwickelten Wild Coast im Ostkap liegt die Lagune von Cintsa, einem kleinen Ort der sich in East und West teilt. Cintsa East ist schicker und bietet einige gute Restaurants. Cintsa West ist die Heimat des schönsten Backpackers Südafrikas, dem Buccaneers. Der Besitzer, ein in die Jahre gekommener Hippie, flitzt mit einem Roller über sein riesiges Anwesen. Die zwölf unterschiedlich großen Hütten haben eine tolle Aussicht auf die Lagune und den Ozean. Einige liegen direkt am unberührten Privatstrand. Der Gast kann sich selbst versorgen oder auch im einfachen, aber guten Restaurant essen.

Sundowner mit Feen

Zwei Autostunden von hier, in den Amatola Bergen, liegt das Örtchen Hogsback. Im starken Kontrast zu den im Sommer oft unerträglich heißen Tälern in diesem Teil Südafrikas ist die Luft hier kühl und erfrischend. "Away with the Fairies" - auf und davon mit den Feen – ist der Name eines ungewöhnlichen Backpackers. Es liegt oberhalb eines Jahrtausende alten Urwalds mit einem atemberaubenden Blick über das Tyumi Tal. Ein wahrhaft romantischer Ort ist das Baumhaus mit kleiner Terrasse, perfekt für einen Sundowner. Wer die wahre Afrika-Erfahrung sucht, der sollte das Ebutsini Swazi Village in Mpumalanga, 150 Kilometer von Nelspruit, besuchen. Schon die letzten 50 Kilometer der Autofahrt sind ein Erlebnis.


Es geht durch eine wunderschöne Landschaft vorbei an kleinen bunten Dörfern bis an die Grenze zu Swaziland. Die zehn Hütten des Gästedorfes sind nach Swazi-Tradition gebaut und ähneln Bienenkörben. Die erfahrene Managerin, im Nebenberuf Sangoma, also eine afrikanische Heilerin, erklärt den Besuchern die Bräuche ihres Stammes. Wer aber jetzt Bastmatten auf einem Boden aus Kuhdung erwartet, wird enttäuscht, denn in den Hütten ist für Komfort gesorgt, es gibt sogar en-suite Badezimmer.

Von Dagmar Schumacher, Südafrika

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