Ein besonderes Erlebnis in Südafrika: Übernachten auf Weinfarmen

Ein besonderes Erlebnis bei einer Reise durch Südafrika ist die Übernachtung auf einer der vielen Weinfarmen im Westkap.


Seit über 20 Jahren bewirten zwei Generationen der Familie Dendy Young auf ihrem Gut „La Petite Ferme“ in Franschhoek Gäste. Alles fing mit einem kleinen Landrestaurant an, heute gehören dazu ein Weinkeller und Gäste-Cottages. Das Anwesen liegt oberhalb des Ortes am Franschhoek Pass. Verantwortlich für die fünf Gästehäuser, die in die Weinberge gebaut sind, ist Josephine Dendy Young. Jedes Gästehaus hat eine private Terrasse, einen Pool und einen unbezahlbaren Blick über das Tal. Die Einrichtung ist in hellen Farben wie weiß und creme gehalten und von komfortabler Eleganz. Ehemann Marc ist verantwortlich für den Weinkeller, in dem 60.000 Flaschen produziert werden, hauptsächlich für das eigene Restaurant. Besonders zu empfehlen ist der Barrel Fermented Chardonnay.

Wie bei Rosamunde Pilcher

Fährt man von Franschhoek zum Meer, oder genauer nach Hermanus, geht die Reise durch den kleinen Ort Botriver. Hier ist das Weingut „Beaumont“, auch ein Familienbetrieb, auf dem mit viel Herz und Können sehr gute Weine produziert werden. Das historische Farmhaus liegt an einem See, in den die langen Äste der Weiden hängen. Der Garten ist wie aus Rosamunde Pilcher und neben dem Weinkeller, Domäne Sebastian Beaumont, ist eine kleine Galerie mit Schmuck seiner Schwester Ariane. Der Gast kann in zwei Cottages, dem Peppertree und dem Mill House, übernachten. Peppertree Cottage ist für zwei Personen, das Mill House hat zwei Schlafzimmer und zwei Extra Betten. Die Einrichtung ist praktisch und ländlich, ohne Schnickschnack und genau passend zu der Farm. In der alten Mühle wird noch immer Mehl gemahlen, aus dem die Beaumonts ihr Brot backen.

Schlafen im Studio eines Lebemannes

Die Hauptstadt der südafrikanischen Weinindustrie ist Stellenbosch, ein romantisches Studentenstädtchen. Auf den über 100 Weinfarmen in der Umgebung gibt es eine große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, aber die Gästehäuser auf dem Gut Muratie sind etwas ganz besonderes. Die Farm hatte in über 300 Jahren 21 Besitzer, unter anderem den ersten Großgrundbesitzer am Kap, Martin Melck. Der interessanteste war aber sicher der deutsche Maler und Lebemann Georg Paul Canitz. Er ließ sich hier 1910 nieder und seine wilden Parties sorgten für Gesprächsstoff in der Nachbarschaft. Übernachtet wird heute dort, wo damals gefeiert wurde: im Studio des Künstlers. Über dem Kamin hängen einige seiner Werke. Dann gibt es noch das historische Humble Cellar Cottage, gleich neben dem Weinkeller. Die Einrichtung der Zimmer ist eine gelungene Mischung aus Antiquitäten und originellem Trödel. Heute gehört das Gut wieder einem Nachfahren des berühmten Martin Melcks, Ronnie Melck. Seit er die Geschicke in die Hand genommen hat, wird auch wieder erstklassiger Wein auf Muratie produziert.

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