Lecker und außergewöhnlich: Frisch vom Markt

 

In den letzten Jahren hat sich in Südafrika ein neues Frühstücksverhalten am Samstag entwickelt. Ging man früher in eine der schicken Malls, um bei einem Lachsomelette und einem Milchkaffee das Wochenende einzuläuten, so sind es heute Bio-Bauernmärkte, die diese Kunden anziehen.

Zwar gab es schon in den siebziger Jahren die ersten Versuche, in Johannesburg einen Bauernmarkt aufzumachen, aber der Erfolg war eher mäßig. Einer der Pioniere erinnert sich: "Die Autofahrer fanden es ganz witzig, dass da einer mit einem Bund Karotten winkte, um auf den Biomarkt vor der Waldorf Schule aufmerksam zu machen." Heute ist dieser "Bryanston Organic & Natural Market" einer der beliebtesten in Südafrika.

Markttage sind Donnerstag und Samstag. Es wird nicht nur Bio-Obst und Gemüse, Eier von glücklichen Hühnern und steingemahlenes Mehl verkauft, sondern auch Kunsthandwerk und Kleider. Wie auf allen Märkten im Lande gibt es drei Käufergruppen: Die Frühaufsteher, die schon bei Öffnung dort sind, um die besten frischen Produkte zu kaufen. Gegen 9 Uhr kommt dann die Breakfast Society, die einkauft und sich danach mit einem Frühstück an einem der Stände belohnt. Die beliebtesten Spots auf dem Bryanston Markt sind "Photosynthesis Tea Garden" und "Bettina’s Coffee Shop". Etwas später, und nur zum Schlemmen, kommt die dritte Gruppe, die auch mal mit Freunden einen Geburtstag bei gesundem Essen feiert.

 

Bloemfontein: Heimat des größten Bauernmarkt des Landes

Der größte Famers Market Südafrikas ist überraschenderweise nicht in einer der drei pulsierenden Metropolen, Johannesburg, Durban oder Kapstadt, sondern in Bloemfontein. Unter der Woche würde niemand vermuten, dass auf einem staubigen Stück Land im Langenhofen Park am Samstag ein kleines Wunder geschieht. Viele bunte Schirme schützen über hundert Tische und Stände vor der Sonne und tausende Besucher lassen sich vom herrlichen Geruch der angebotenen Köstlichkeiten zum Kauf verführen. Schnäppchenjäger steuern gleich die Stores mit Second Hand Büchern und Antiquitäten an und Großeinkäufer können am Eingang einen kleinen Bollerwagen aus Holz mieten. Der beliebteste Markt in KwaZulu-Natal ist der "Shongweni Farmers and Craft Market" zwischen Durban und Pietermaritzburg.

Einen Stand muss man sich verdienen

Die Organisatoren legen besonderen Wert auf die angebotenen Produkte und jede/r neue Marktfrau oder -mann muss erst einmal einen Versuchsmonat überstehen, bevor er eine permanente Verkaufsgenehmigung bekommt. Besonders zu empfehlen sind das Fleisch des Metzgers Michael Ker-Fox und die Backwaren der Standeaven Familie. Der Harvest Time Farmers Market in Harkerville zwischen Plettenberg Bay und Knysna ist der Treffpunkt an der Garden Route. Die Stände sind umgeben von hohen Bäumen, in der Mitte stehen jede Menge rustikale Holztische und Bänke. Dort können die Kunden all die angebotenen Herrlichkeiten gemütlich probieren.

Der schönste Markt ist aber der Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill im Kapstädter Vorort Woodstock. 2006 wurde er in einem alten viktorianischen Lagerhaus eröffnet. Heute werden Köstlichkeiten und Kunsthandwerk an 100 Ständen angeboten. Hier werden Liebhaber südafrikanischer Delikatessen garantiert fündig, und auch die Kapstädter aus aller Welt werden verwöhnt: Crepes für die Franzosen, Käse fast wie in Holland, italienisches Ciabatta und frisch gezapftes Paulaner Bier mit einer Currywurst, die leicht mit den besten in Berlin mithalten kann.

Von Dagmar Schumacher, Kapstadt

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