Robertson Wine Route: Cruise Cabernet

Ein Hauch Schlaraffenland liegt über dem Robertson Valley östlich von Kapstadt. Gipfel der Freuden: die Schönheit der Landschaft bei einem Glas südafrikanischem Wein genießen.

Erst sechs Jahre und schon so groß! Das wird wohl nicht zu Unrecht über das Wacky Wine Festival gesagt, lockte es doch allein letztes Jahr 10 000 Besucher ins Robertson Valley. Anfang Juni, pünktlich zu Winterbeginn, findet dort Südafrikas größtes Weinfest statt – eine mehrere Tage andauernde Party, bei der es weder an hervorragenden Tropfen mangelt noch an Gourmetgerichten. Vielfältig ist auch das Ambiente, in dem all diese Köstlichkeiten serviert werden.

Cool – oder lieber familiär?

Keine Frage: Robertson spielt in der Oberliga der Weinwelt. Dabei reicht die Palette von der minimalistischen Coolness modern ausgebauter Degustationsräume bis zur kapholländischen Nostalgie familiärer Boutiqueweinkeller. So wie es sich eben für eine vielschichtige, von längerer Tradition, aber auch von internationalem Marketing-Knowhow geprägte Weinregion ja auch gehört. Im Jahre 1983 hatten sich die Winzer hier zusammengeschlossen, um die Region als Marke zu positionieren. Das ist ihnen gelungen, genießt die Region Robertson Valley doch heute internationale Reputation. Das vor sechs Jahren gegründete Weinfest, ist da bloß ein weiterer Baustein.

Im Garten des Weingottes

Nachvollziehbare Gründe, anderthalb Stunden aufs Gaspedal zu steigen und die beliebte Route 62 hinauszurollen gibt es auch an allen anderen Tagen des Jahres. Die Straße führt östlich von Kapstadt Richtung Kleine Karoo und schließlich weiter zur Garden Route. Dass es der liebe Weingott gut gemeint haben muss mit diesem Flecken südafrikanischer Erde, erkennt man dabei leicht – es reicht ein kurzer Blick aus dem Wagenfenster. Alte Pfefferbäume säumen die ehemalige Landstraße, und im Frühling senkt sich eine wahre Wildblumenwolke über die Gegend, beschert den Tälern und Wiesen einen mittleren Farbenrausch.

Flusswasser zu edlen Tropfen

Vor allem aber spürt man auf Anhieb: Es ist altes Farmland, das sich da in milden Falten zwischen die Höhenzüge des Langebergs und der Riviersonderend-Berge kuschelt. Und es ist ein Bukett von Genuss, das in jedem Moment spürbar in der Luft liegt. Man braucht dazu lediglich dem Verlauf des Breede Rivers zu folgen – im Idealfall auf einem jener Degustationsboote, mit denen manche Weinfarmen zu Cabernet & Co auch Flusswasser servieren.

Schlückchenweise Genuss

Kolgans River Restaurant, Viljoensdrift’s Uncle Ben und Breede River Goose heißen die bekanntesten Anbieter dieser Cruises, die zwischen ein und zwei Stunden dauern, und bei denen man das langsame Treiben des Breede Rivers in kleinen Schlückchen genießen kann. Wer noch mehr Wasser möchte, der kann auch längere Paddel-it-yourself-Touren buchen: Nicht umsonst kommt die Route 62-Raftingstrecke als beliebter Familytrip in Mode.

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