Trendziel Klettersteig: Nerven wie Drahtseile

Ein Felsband, kaum Trittbreite. Immer an der Wand lang. Sonnenwarmer Kalkstein. Gähnender Abgrund, 80 m senkrecht, dann eine Geröllhalde, schier endlos. Ein Blinzeln ins Tal, ein schweifender Blick über die Alpengipfel. Absturzgefahr? Keine: ein verankertes Stahlseil, Klettersteigset und ein Einführungskurs geben Sicherheit.

Immer mehr Fans

Die Bewegung am und im Fels ist ein nervenkitzliger Genuss, der dank rund 1500 Klettersteigen europaweit nicht mehr allein Extremsportlern vorbehalten ist – und immer mehr Fans findet. Die Bandbreite an Klettersteigen reicht vom „Wanderweg mit Geländer“ bis hin zum Sportklettersteig, der mit spektakulären Verbauungen, Seilbrücken und rasanten Hängefahrten höchsten Ansprüchen genügt.

Die eisernen Wege

Ihren Ursprung haben die Klettersteige im 19. Jh., als erste Hilfsmittel wie Leitern und Taue an prekären Wegstellen fest installiert wurden. Viele Steige in den Dolomiten gehen auf militärische Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg zurück, das italienische „Via ferrata“ ist heute auch im deutschsprachigen Raum ein Synonym fürs Wandern in der Senkrechten geworden. Der Boom, der etwa Mitte der 1980er-Jahre einsetzte, nimmt kein Ende. Immer neue Klettersteige werden in die Berge gehauen, gelegt, gebohrt, getackert, und den Spaß und die Abwechslung, den diese Entwicklung mit sich bringt, sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Nervenkitzel und Entspannung

Was aber tun, damit die Via ferrata nicht zur Via dolorosa wird, damit das große Flattern nicht mitten in der Wand kommt? Ganz einfach: Nähern Sie sich der Herausforderung langsam und halten Sie Nervenkitzel und entspannten Spaß immer im Gleichgewicht. Leichter gesagt als getan, murrt der Anfänger, doch mit professioneller Hilfe werden Ihre Nerven zu Drahtseilen, die denen in der Wand an Stärke in nichts nachstehen. Ein  Klettersteig-Schnupperkurs ist der beste Einstieg, innerhalb eines Tages ist die ebenso simple wie effektive Sicherungstechnik gelernt: Beide Karabiner des Sets hängen im Stahlseil, an seinen Verankerungspunkten wird einzeln umgehängt.

Nach oben