SchottlandWest Highland Way

West Highland Way

Schottlands erster offizieller Fernwanderweg ist inzwischen auch der beliebteste: Rund 50.000 Wanderer jährlich schätzen den abwechslungsreichen Wegverlauf und die einladenden Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. In sieben bis acht Tagesetappen sind die 152 Kilometer für durchschnittlich Trainierte gut zu schaffen – auch wenn der Rekord des West Highland Race bei knapp 16 Stunden liegt! Harte Burschen, diese Schotten, aber man kann ihn auch gemütlich angehen ...

Strecke

Der West Highland Way verbindet zwei interessante Punkte miteinander: Milngavie, durch seine Nähe zu Glasgow (13 km) attraktiver Ausgangspunkt, und Fort William, das sich im Glanz von Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands (1344 m), sonnt. Dazwischen führt der Weg durch die schottischen Lowlands, durch Wälder und hügeliges Land, um sich schließlich in die berühmten Highlands aufzuschwingen.

Vorbildlich ausgeschildert mit einer stilisierten Distel, der Nationalblume Schottlands, orientiert sich der Weitwanderweg an alten Herden- und Wagenstraßen, ehemaligen Militärstraßen und stillgelegten Bahntrassen. Unterwegs begegnet man den typischen langhaarigen Hochland-Rindern, wilden Ziegen und neben vielen Weitwanderern auch dem ein oder andern Munro Bagger.

Was das ist? Nun, statt Briefmarken sammeln die Schotten eben Munros – Hügel, die die 3000-Fuß-Grenze knacken (umgerechnet also über 914 Meter hoch sind). Bisher haben sich übrigens schon über 3000 Wanderer als offizielle Munroisten listen lassen, d.h. sie behaupten, alle 283 schottischen Munros bestiegen zu haben.

Highlights

Schöne Aussichten versprechen Conic Hill (auf den Loch Lomond) und Devil's Staircase, der auf den höchsten Punkt des West Highland Way führt (550 m). Die Etappe durchs Rannoch Moor gehört zu den wildesten und ursprünglichsten des Weges. Ein weiteres Highlight ist das malerische Tal Glen Coe. Zahlreiche berühmte Filme wurden hier schon gedreht, unter anderem Braveheart, Highlander, Harry Potter und Skyfall. Besonders in Erinnerung aber werden die unterschiedlichen Wetterstimmungen bleiben, die die Landschaft mal düster-bedrohlich, mal wie verzaubert und mal herzallerliebst erscheinen lassen. Selten kann man tief hängenden Wolken und trübem Licht so viel abgewinnen wie in Schottland!

Unterkünfte

Reisende mit kleinem Geldbeutel freuen sich über die zahlreichen Campingmöglichkeiten: Fünf kostenfreie und acht kostengünstige Zeltplätze sind entlang des Wegs zu finden. Wer sich nach einem festen Dach über dem Kopf sehnt, kann es sich in einem Hostel, einer Jugendherberge oder einem so genannten Bunkhouse (einfache Unterkunft, oft Mehrbettzimmer oder Matratzenlager) gemütlich machen.

Aber auch für gehobenere Ansprüche ist gesorgt. Die Hotels, die oft die Länge der einzelnen Tagesetappen vorgeben, gehören zu den schönsten Adressen in Schottland. King's House Hotel zum Beispiel ist eine liebevoll restaurierte Herberge aus dem 17. Jahrhundert, die am Eingang zum Glen Coe wundervolle Ausblicke verspricht. Und auch die Unterkunft im klangvollen Hotel Bridge of Orchy, das sich mit vier Sternen schmückt, ist nicht zu verschmähen.

Reiseführer / Karte

Als Klassiker hat sich über viele Jahre hinweg Hartmut Engels Spezialreiseführer für den West Highland Way bewährt (Schottland: West Highland Way. Conrad Stein Verlag, 2012). Darin enthalten sind auch empfehlenswerte Tipps für Abstecher von der eigentlichen Route.
Für gute Orientierung abseits der markierten Pfade empfiehlt sich die Karte von Harvey Map Services im Maßstab 1:40.000.

 

von Solveig Michelsen

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