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Reisen mit Kindern: Auto, Bahn oder Flugzeug?

Schön wäre es, immer die Wahl zu haben zwischen allen Verkehrsmitteln – aber das Wunschziel diktiert so manches. Trotzdem: Vielleicht kann man ja mal per Auto und Fähre auf eine Insel fahren oder den Autoreisezug ausprobieren? Außerdem: Wer die Vor- und Nachteile der einzelnen Transportmittel und die Eigenarten seiner Kinder gut kennt, wird auch das Urlaubsziel entsprechend aussuchen. Denn eine nervenaufreibende Rückreise würde den Urlaubseffekt ja gleich wieder zunichte machen.

von Solveig Michelsen, MARCO POLO Redaktion, 28.02.2024

Reisen mit Kindern: Auto, Bahn oder Flugzeug?

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Schön wäre es, immer die Wahl zu haben zwischen allen Verkehrsmitteln – aber das Wunschziel diktiert so manches. Trotzdem: Vielleicht kann man ja mal per Auto und Fähre auf eine Insel fahren oder den Autoreisezug ausprobieren? Außerdem: Wer die Vor- und Nachteile der einzelnen Transportmittel und die Eigenarten seiner Kinder gut kennt, wird auch das Urlaubsziel entsprechend aussuchen. Denn eine nervenaufreibende Rückreise würde den Urlaubseffekt ja gleich wieder zunichte machen.

von Solveig Michelsen, MARCO POLO Redaktion, 28.02.2024

Mit dem Auto in den Urlaub

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Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das eigene Auto steht meist vor der Haustür, was vieles einfacher macht. Das Gepäck kann gleich beladen und muss nicht geschleppt werden. Und du kannst den Wagen bis unters Dach mit Schmusepuppen und Spielzeug vollstopfen. Auch finanzielle Aspekte spielen oft eine Rolle. Darüber hinaus bist du am Urlaubsort flexibel und unabhängig und musst dich nicht an Bus- oder Zugfahrplänen orientieren, was gerade mit kleineren Kindern oft ein Segen sein kann, wenn alles noch etwas länger dauert. Klingt doch alles ganz gut, oder?

Wenn da nur nicht das große Aber wäre: Im Auto muss man lange angeschnallt sitzen, gerade zu den Ferienzeiten ist mit vielen Staus zu rechnen, und obendrein wird vielen Kindern schlecht auf dem Rücksitz. Das macht so eine Autoreise sowohl für die Eltern als auch für die Kinder zu einer echten Geduldsprobe. Ein paar Tipps helfen hier weiter.

Mit Babys und Kleinkindern im Auto

Mit den ganz Kleinen bietet sich eine nächtliche Anreise an: Mit dem Motor als sonore Einschlafhilfe schlummern sie im Idealfall friedlich bis ans Ziel. Das heißt: Pausen sind nicht unbedingt nötig, wenn die Eltern keine brauchen, und die meisten Staus kann man so geschickt umgehen. Wichtig ist nur, dass der Fahrer am nächsten Tag genug Gelegenheit bekommt, sich auch auszuschlafen! Aber auch tagsüber kann man die Zeit des Mittagsschlafs elegant nutzen und kurz vor der üblichen Schlafpause in den Urlaub starten. Und falls der Schlaf nicht kommen will? Dann setzt sich am besten ein Elternteil nach hinten. Von dort ist es einfacher, das Kind oder die Kinder zu bespaßen als vom Beifahrersitz. Ein neues Spielzeug, lustiges Bemalen der Zehen oder ein paar Handpuppen sorgen für die nötige Zerstreuung. Wenn es recht heiß im Auto ist, lieber nicht die Klimaanlage voll aufdrehen, sondern mit Wasser-Sprühflaschen oder nassen Tüchern die Kleinen kühlen. Auch das kann man spielerisch gestalten und macht den meisten Kindern Spaß.

Mit Kindern und Jugendlichen im Auto

"Wann sind wir dahaaa?" und "Mama, mir ist schlecht", sorgen für entnervte bis sorgenvolle Reaktionen der Eltern. Da heißt es lieber gleich vorbeugen, und zwar mit Hörspielen, die die Kinder vorher ausgesucht haben. Viele Lautsprecher lassen sich auch vorne abschalten, sodass die Eltern nicht die achte Folge Benjamin Blümchen hintereinander anhören müssen.

Alternativ können auch Filmchen oder kindergerechte Serien auf portablen Geräten wie Tablets, Laptops oder Spielkonsolen angeschaut werden. Aber Vorsicht, wenn deinem Kind schnell schlecht wird! Dann solltest du es lieber mit Spielen beschäftigen, bei denen man aus dem Fenster blickt. Also: "Ich sehe was, was du nicht siehst" oder Autokennzeichen-Raten. Gegen Übelkeit hilft auch der Reisekaugummi, der in allen Apotheken erhältlich ist. Außerdem ist es ratsam, lieber weniger, dafür längere Pausen machen. Bei sehr langen Autofahrten solltest du dir sogar überlegen, die Anreise auf zwei Tage aufzuteilen. Sonst möglichst viel bewegen und alle "Geschäfte" erledigen, damit nicht kurz nach der Pause wieder angehalten werden muss. Wenn kein Spielplatz vor Ort zu finden ist, einfach einen Ball oder eine Frisbee-Scheibe mitnehmen und ein wenig herumtollen.

Unterwegs mit der Bahn

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Bahnfahren macht den meisten Kindern Spaß. Alle Reisenden können sich frei bewegen, Übelkeit beim Bahnfahren gibt es nur selten. Auch vor Staus ist man gefeit, und wenn du Glück mit deiner Verbindung hat, ist man sogar schneller am Ziel als mit dem Auto. Dass du im Übrigen auch mitnehmen kannst, wenn Autoreisezüge auf der Strecke eingesetzt werden. Und nicht zuletzt fahren Kinder unter sechs Jahren kostenfrei, Kinder bis 14 Jahre bekommen gute Vergünstigungen. Bei rechtzeitiger Buchung können auch noch zahlreiche Spezialangebote genutzt werden.

Der größte Nachteil dürfte jedem klar sein, ist die Bahn doch in den letzten Jahren nicht grade für ihre Zuverlässigkeit bekannt gewesen. Das kann im schlimmsten Fall eine ganze Tagesplanung durcheinanderbringen. Abgesehen davon, dass man vor Ort ohne eigenen Pkw etwas unflexibler ist, ist vielen Eltern auch das schnelle Umsteigen mit Gepäck ein Gräuel. Das heißt: ausreichend Zeit für den Umstieg einplanen und sich bei großen Bahnhöfen vorab im Internet informieren, wo der anvisierte Bahnsteig liegt. Denn nicht selten ist ein längerer Fußweg damit verbunden. Wer zügig umsteigen will, stellt sich außerdem schon eine Weile vor dem Zielbahnhof an die Tür. Dann kommt man rasch nach draußen und bekommt schnell Hilfe angeboten, wenn es mit Kind und Kegel etwas länger dauert – auf ungeduldige Mitreisende ist hier immer Verlass!

Mit dem Flugzeug auf die Reise

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Die kurze Reisedauer bezahlt man hier mit einem hohen Preis, denn Kinder ab zwei Jahren kosten schon fast genauso viel wie Erwachsene: Sind sie zwischen zwei und elf Jahren, zahlst du in den meisten Tarifen 75 Prozent des regulären Preises. Richtig günstig wird es also nur für Eltern mit Kleinstkindern unter zwei Jahren, die dann auf dem Schoß gehalten werden müssen, was Segen und Fluch zugleich sein kann. Denn ein zappeliges Eineinhalbjähriges kann eine ganz schöne Geduldsprobe sein.

Bei längeren Flügen solltest du – wenn vorhanden –, die Gelegenheit nutzen, am Vorabend schon einzuchecken. Das spart lange Wartezeiten am tatsächlichen Flugtag, die oft nervenaufreibender sind als der Flug selbst. Vor dem Einsteigen solltest du außerdem für ausreichend Bewegung sorgen. Oft bieten Flughäfen Spielecken für Kinder an, oder man besucht die Aussichtsterrasse und guckt Fliegern beim Starten und Landen zu. Für Familien wird oft ein Pre-Boarding angeboten, das heißt, dass Eltern mit Kindern zuerst an Board dürfen, was aber wiederum zu längeren Sitzzeiten führt. Vielleicht gefällt es dir und deiner Rasselbande, als Letzte an Bord zu gehen und im Rucksack oder Trolley ein geeignetes Spielzeug parat zu haben? Das können Malstifte, neue Spielsachen oder interessante Bilderbücher sein. Auch das Kuscheltier oder die Lieblingspuppe darf nicht vergessen werden. Immer ratsam ist es, ein Set Wechselkleidung ins Handgepäck zu legen und ausreichend zu trinken dabei zu haben, damit man nicht immer auf die Gunst der Stewardessen angewiesen ist, wenn es einmal schnell gehen muss. Kleinkinder und Babys trinken ohnehin besser beim Start, damit der Druckausgleich auch funktioniert. Ältere Kinder können auch Kaugummi kauen, was gleichzeitig gegen etwaige Übelkeit hilft. Für Kinder (und Erwachsene) jeden Alters ist ein befeuchtendes Nasenspray zu empfehlen, denn die trockene Luft im Flieger macht die Schleimhäute anfälliger für sämtliche Infekte.

Für mehr Infos zum Fliegen mit Babys oder Kleinkindern kannst du hier finden.