Spur der Lichter: Von der Gran Via nach Chueca

Spur der Lichter: Von der Gran Via nach Chueca

Wenn später die Großstadt ihre Lichter anknipst, sollten Sie die Gran Via ansteuern, wo sich rund um den illuminierten Brunnen der Göttin Cibeles gelegentlich auch die erhitzten Real-Madrid-Fans abkühlen. Doch jetzt hält der Abend statt Wasserdusche eine wahre Lichterkaskade bereit: Hell erstrahlt der Zuckerbäcker-Palast des Hauptpostamts, der von Touristen immer wieder mit dem Königsschloss verwechselt wird – als ob Postbeamte für die termingerechte Lieferung von Thronfolgern zu sorgen hätten! Auch das Edificio Metrópolis an der Gabelung zur Calle de Alacalá sieht in der Dämmerung am besten aus, und erinnert mit seiner Keramikkuppel nicht nur namentlich an die Ästhetik der Fritz-Lang-Filme. Jetzt, zur veilchenblauen Stunde, erwacht die 1910 eingeweihte Prachtstraße Gran Via zum Leben. Wer mag, kann zur Einstimmung in der Art-déco-Bar „Museo Chicote“ Station machen, so wie einst Rita Hayworth. Sie würde es heute wohl eher in Madrids schicken Stadtteil Salamanca verschlagen, wo sich an der Calle Serrano die exklusivsten Modeläden der Stadt aneinander reihen. Wildere Nachteulen flattern lieber ins wenige Schritte nördlich der Gran Via gelegene Chueca-Viertel. Verfehlen kann man es nur schwer: Drag Queens, schräge Boutiquen und trendige Bars weisen den Weg, Daiquiris und Open-Air-Bars legen sich quer – als willkommenes Hindernis nach diesem Madrid-Marathon.

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