Auf Reisen shoppen - Tipps und FallenVor- und Nachteile von Kreditkartennutzung auf Reisen

Kreditkarte, Geld in verschiedenen Währungen und Pass auf einer Landkarte liegend | © Nafe3, iStock

Im Urlaub, auf dem Wochenendtrip oder auf der Geschäftsreise müssen Reisende gelegentlich auf die Schnelle etwas einkaufen. Vor allem außerhalb der EU kann so ein Unterfangen überraschend kostenintensiv sein. Das Nutzen der Kreditkarte gilt in so einem Fall noch als eine der sichersten Methoden, um hohe Gebühren zu vermeiden. Allerdings muss auch hier einiges beachtet werden.

Ob Speise, Getränke, Souvenirs, Restaurantbesuche etc., auch bei einem All Inclusive-Urlaub kommt ein Reisender nicht immer an Extra-Kosten vorbei. Jeder Urlauber oder Geschäftsreisende sollte also schon vor Reiseantritt genau recherchieren, wie solche Kosten bestritten werden können und welche finanzielle Auswirkungen ein Urlaub auch neben den Pauschalpreisen auf das eigene Konto haben kann. Innerhalb der EU-Länder ist das Zahlen mit EC-oder Kreditkarte zwar kostenlos, allerdings muss auch diese Option bei manchen Banken erst freigeschaltet werden. Insbesondere das Abheben von Geld außerhalb des EU-Gebiets birgt die Gefahr von hohen Wechselkurs-Gebühren. Ein ausreichendes Bargeld-Kissen in der entsprechenden lokalen Währung, wäre eine Möglichkeit, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Diese Methode birgt allerdings wiederum eine größere Diebstahlgefahr.

Kreditkarte als sinnvolle Zahlungsalternative im Ausland

Die Kreditkarte ist für Urlauber und Vielreisende eine durchaus sinnvolle Alternative: Die Zahlung gestaltet sich schnell und flexibel. Außerdem kann die Karte im Falle eines Diebstahls zügig gesperrt werden. Das Zahlungsmittel erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit, insbesondere in den letzten zwei Jahren hat die Plastikkarte immer mehr an Bedeutung gewonnen. Sicherlich sorgen auch Angebote bestimmter Banken dafür, die mit kostenlosen Girokonten in Verbindung mit einer solchen Karte werben. Aber bereits vor dem Erwerb sollte der interessierte Kunde aufpassen. Denn, so absurd es auch klingen mag, auch bei kostenfreien Girokonten können Kosten anfallen, die im Vorhinein nicht abzusehen sind: Bei Auslandsüberweisungen oder Zahlungen in einer fremden Währung werden Gebühren erhoben. Menschen, die beruflich oder privat viel in Europa oder auch außerhalb des Euro-Zahlungsraumes reisen, sollten bei der Wahl ihrer Kreditkarte ein ganz besonderes Augenmerk auf bestimmte Konditionen und Gebühren legen.  

Vor- und Nachteile sowie Auslandsgebühren von Kreditkarten-Anbietern

Bank/KartenartVor- und NachteileHöhe der Gebühren bei Zahlungen im Ausland
Santander Consumer Bank/Visa
  • Abheben im In- und Ausland kostenlos
  • Zahlungen außerhalb von EU-Ländern ohne Gebühren
  • kein Girokonto muss eröffnet werden
  • nur die Nutzung des Guthabens auf dem Girokonto möglich - kein Dispokredit
  • teure Teilzahlungsoptionen
0 Prozent
Number 26/Mastercard
  • ohne Jahresgebühr
  • gebührenfreies Geld Abheben im In- und Ausland
  • Schufa-Bonitätsprüfung muss zugestimmt werden
  • keine Bonitätsbewertung von Ratingsagenturen
  • kündigte vielen Kunden das Konto, weil angeblich zu oft Geld abgehoben wurde
  • mittlerweile nur noch vier bis fünf Abhebungen im Monat möglich
0 Prozent
Deutsche Kreditbank
  • ohne Jahresgebühr
  • gebührenfreies Geld Abheben im In- und Ausland
  • Bonusprogramme
  • nur in Verbindung mit einem Girokonto
  • für Selbstständige zugänglich
1,75 Prozent
DAB Bank/Mastercard
  • ohne Jahresgebühr
  • gebührenfreies Geld Abheben im In- und Ausland
  • nur in Verbindung mit einem Girokonto
  • für Selbstständige zugänglich
1,75 Prozent
Consorsbank 
  • ohne Jahresgebühr
  • gebührenfreies Geld Abheben im In- und Ausland
  • bei jeder Karten Nutzung 10 Cent Gutschrift bis zu insgesamt 25 Euro im Quartal
  • nur in Verbindung mit einem Girokonto, aber Bonus von 50 Euro bei Nutzung als Gehaltskonto
  • für Selbstständige zugänglich
1,75 Prozent

Außerhalb der EU-Zone ist immer mit Gebühren zu rechnen

Für einen gewissen Zeitraum war es für geschickte Nutzer sogar möglich, ohne Gebühren im Ausland zu shoppen. Mittlerweile gilt jedoch: Wer in einer fremden Währung zahlt, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit auch hinzuzahlen müssen. Vor allem in den USA existieren Banken, die auf Abhebungen dieser Art Gebühren erheben. Die heimische Bank hat auf darauf keinerlei Einfluss. Die Beträge können zwar zurückverlangt werden, allerdings handelt es sich um einen recht langwierigen und umständlichen Prozess, der mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Ein Vorteil: Dem interessierten Kunden stehen mehrere Banken und dementsprechend Optionen zur Verfügung. Dieser kann also auswählen, wie hoch diese Abgaben letztendlich ausfallen, wenn er z.B. in türkischen Lira, US-Dollar oder britischen Pfund zahlt:

  • die DAB erhebt bei der Kartenzahlung Gebühren in der Höhe von 1,5 Prozent
  • Consorbank und DKB erheben 1,75 Prozent, wenn ihre Kunden außerhalb der EU einkaufen
  • bei der DKB gibt es allerdings die Ausnahme, dass sie beim Bezahlen in rumänischen Lei und schwedischen Kronen keinen Extra-Zahlungen leisten müssen
  • bei all diesen Banken kann umsonst Geld abgehoben werden, sollten nicht gerade die Betreiber der jeweiligen Automaten Gebühren verlangen

Regelungen bei Geldauszahlungen und Diebstahl der Kreditkarte

Um bei einer Reise ins Ausland und bei der Nutzung einer Kreditkarte nicht in versteckte Kostenfallen zu stolpern und Geld zu sparen, gibt es relativ einfache Regelungen, welche der Reisende befolgen kann:

Viele Automaten bieten die Option zur Auswahl an, ob der gewünschte Betrag in Euro oder in der lokalen Währung ausgezahlt werden soll. In diesem Fall sollte immer die Währung des Landes zu wählen, in dem sich der Reisende gerade befindet. Auch bei einer direkten Zahlung mit der Kreditkarte ist es ratsam, sich für diese Option zu entscheiden, weil die Bank des jeweiligen Händlers oder Dienstleisters bei der Umrechnung von Euro in die lokale Währung eine hohe Gebühr hinzurechnet. Für den Fall eines Diebstahls existiert eine weltweite Sperrnummer, mittels derer die Kreditkarte oder EC-Karte gesperrt werden kann. Sollte der Bestohlene in so einem Fall nämlich nicht so schnell wie möglich handeln, muss dieser bis zu 150 Euro des Schadens selbst tragen. Außerdem sollte ein Reiseziel, welches nicht den typischen Reisegewohnheiten entspricht, der eigenen Bank vor der geplanten Reise mitgeteilt werden, um alle möglichen Missverständnisse zu vermeiden. Als Sicherheitsmaßnahme kann es nämlich passieren, dass die entsprechende Kreditkarte gesperrt wird, sobald der Bank einen ungewöhnlichen Nutzungsort auffällt. Im jeden Fall sollte der Reisende nach dem Urlaub oder dem Geschäftstrip seine Kreditkartenrechnungen überprüfen. Selbst wenn die Kreditkarte nicht gestohlen wurde, können die Kreditkartennummer und die dazugehörigen Daten in die falschen Hände geraten. Solange der Kunde aber einen Datendiebstahl frühzeitig erkannt und Zeit für Reklamationen hat, lassen sich umfangreichere finanzielle Schäden vermeiden.

Datenskimming für Kartennutzung im Ausland immer noch eine Gefahr

Die Gefahr des sogenannten Skimmings ist in Deutschland zwar weitestgehend gebannt, im Ausland allerdings noch nicht aus der Welt geschafft. Hiermit ist das „Abschöpfen“ von Kreditkartendaten bei der Abhebung von Geld am Automaten gemeint. Der Dieb oder die Diebe montieren Scanner und Kameras am Geldautomaten, um die Daten ihrer Opfer vom Magnetstreifen der Kredit- bzw. EC-Karten ablesen zu können und die Eingabe der PIN-Nummer zu filmen. Diese Daten werden anschließend auf einen Kreditkarten-Rohling übertragen und können vom Täter selbst an einem Automaten verwendet werden. Sollten dem Kunden also auffällige Befestigungen am Automaten auffallen, sollte dies unverzüglich der jeweiligen Bank gemeldet werden, um finanzielle Folgeschäden für einen selbst und auch andere Kunden zu verhindern.

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