Das richtige ReisealterReisen mit Kindern

Das richtige Reisealter

Je älter, desto einfacher? Stimmt nicht! Gerade mit sehr kleinen Kindern genießt man oft mehr (Reise-)Freiheiten als mit Schulkindern, die schon ganz ausgeprägte eigene Bedürfnisse und Ansprüche ans Urlaubmachen haben – die nicht immer mit denen der Eltern übereinstimmen. Außerdem heißt es ab einem Alter von sechs Jahren: Bitte an die Ferienzeiten halten! Das zwängt so manchen Urlaub in ein ungewolltes Korsett.

Babys und Kleinkinder

Hier sind sich viele Eltern am unsichersten: Kann ich mit einem acht Monate alten Baby schon auf Reisen gehen? Auch der Bekannten- und Freundeskreis hält hier mit Ratschlägen nur selten hinterm Berg – nicht immer pro Urlaub. Und dann will man auch nichts falsch machen, das Kind nicht überfordern. Aber wo sind hier die Grenzen?

Im Allgemeinen sind für Kinder bis etwa drei Jahren die engsten Bezugspersonen, also Mutter und Vater, am wichtigsten. Gepaart mit einem strukturierten Tagesablauf gibt es den Kindern genug Halt, um auch örtliche Veränderungen gut wegzustecken. Wichtig sind also wiederkehrende Rituale, die auch auf Reisen ausgeübt werden.

Auch ein dem Alter angepasster Schutz vor Reizüberflutung sollte nicht fehlen. Je kleiner das Baby, desto mehr Stress bedeuten vielfältige Sinneseindrücke. Eine indische Großstadt eignet sich demnach weniger für ein wenige Monate altes Kind als ein einsamer Strand. Raus aus der Stadt, rein in die Natur, heißt hier die Devise.
Alles andere ist sehr stark persönlichkeitsabhängig. Sie kennen Ihre(n) Kleine(n) am besten: Sind sie geborene Nomaden, neugierig auf Neues? Oder führt man sie besser ganz langsam ans Reisen heran? Mit dem eigenen Bauchgefühl liegt man meistens richtig.

Schulkinder

Kann man mit einem schlafenden Kleinkind noch Ausstellungen und Museen besuchen, wird man damit bei einem Schulkind bereits auf Widerstand stoßen. Die Anforderungen an das Urlaubsprogramm steigen, und den Bedürfnissen der Kinder muss hier viel stärker Rechnung getragen werden. Schwimmbad, Zoo oder Spaßpark gibt es dann auch mal im „Tausch“ für einen Kulturnachmittag. Aber auch der darf gewürzt sein mit Eis und einer kindgerechten Aufbereitung.
Für viele Altersgruppen gibt es schon ansprechende „Reiseführer für Kinder“ oder Einführungen in ein bestimmtes Thema (z.B. „Wir entdecken die Berge“).

Ab dem ersten Schuljahr müssen natürlich auch die Ferienzeiten beachtet werden. Das erlaubt dann – außer in den Sommerferien – keine sehr langen Reisen mehr, nur wenige Ziele südlich des Äquators werden in Frage kommen, und das Reisen in der Hochsaison wird nicht nur mit vielen anderen geteilt, sondern ist auch wesentlich kostspieliger.

Jugendliche

Was wird einfacher? Für manche Themen sind Jugendliche einfacher zu begeistern, zum Beispiel Urlaub sportlicher Natur. Da erwacht oft ihr Kampfgeist und die Erwachsenen sind froh, wenn sie hinterherkommen. Auch das Gepäck für eine Reise, die auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreift, oder wenn man zu Fuß wandert, kann auf mehrere Schultern verteilt werden. Das lässt den Reiseradius gleich wachsen.
Neben vielen sehr interessierten Jugendlichen gibt es natürlich auch die in ihrer „Null-Bock-Phase“. Hier hilft es, sich mit anderen Familien zusammenzutun, die Kinder im gleichen Alter haben. So können die Heranwachsenden unter sich sein und fühlen sich weniger von den Erwachsenen „mitgeschleift“. Und: Je mehr Mitspracherecht man ihnen gibt, desto weniger Klagen gibt es hinterher!


von Solveig Michelsen

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